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Habt Mut – Think Europe Big
Es fällt schwer, die Szenen der vergangenen Tage aus dem Weißen Haus zu verdauen. Und es ist unmöglich, einfach zur Tagesordnung überzugehen. Das können und wollen wir auch in dieser Ausgabe der Digitalwirtschaft nicht.
Jetzt im Editorial über die neueste Wendung in der KI zu schreiben, würde wichtigere Realitäten ausblenden. Und die umfassen die Rüstungsindustrie und deren immer wichtiger werdende digitale Komponente.
Die „Hardware“ der Rüstungsschmieden (Drohnen, Panzer, Geschütze, Munition, Kampfjets et cetera) hat auf dem konventionellen Schlachtfeld – aktuell im Osten der Ukraine – weiter eine entscheidende Bedeutung. Dennoch steigt nahezu täglich die Wichtigkeit des Einsatzes digitaler Unterstützung und der KI auf dem Kampfplatz. Eine KI-Analyse von Daten aus verschiedenen Quellen und auf dieser Basis eine genaue Positionsbestimmung der Ziele und die Abwägung aus einer „Ökonomie des Krieges“ –
wie Nico Lange es hier genannt hat – werden immer wichtiger. Preiswerte Waffen gegen teure Ziele – so könnte man es einfach zusammenfassen. Moderne Kriegsführung ist heute ohne digitale Komponente nicht mehr denkbar.
Wenn es jetzt also um eine aus Europa heraus gesteuerte und finanzierte Unterstützung der Ukraine geht, sollte diese digitale Dimension nicht außer Acht gelassen werden. Und: An diesem Punkt ist Europa gar nicht so schlecht aufgestellt. Während die Konkurrenz zu den digitalen amerikanischen Giganten à la Google oder Facebook recht mager ausfällt, gibt es eine europäische Rüstungsindustrie, die durchaus vorzeigbar ist. Namentlich Airbus, BAE Systems, Helsing, Rheinmetall, KNDS, Diehl, Renk, Sauer, Thyssenkrupp, Leonardo, Thales und viele mehr.
Erste Ansätze in Sachen KI-Integration sind ebenfalls erkennbar. Helsing arbeitet mit Mistral zusammen. Und auch andere Rüstungsunternehmen bemühen sich mit Hochdruck und erfolgreich um eigene KI-Lösungen – oder suchen Kooperationen.
Das kann eine Chance für Europa sein, sich von der Dominanz der Amerikaner zu lösen – auch wenn das über Jahrzehnte eine kuschelige Angelegenheit gewesen sein mag.
Es gibt aber eine weitere und viel wichtigere Dimension: Wer auf die Geschichte des Silicon Valley schaut, wird bemerken, dass viele Entwicklungen und Start-ups am Anfang aus Rüstungs- (DARPA) oder Weltraum-Mitteln (NASA) finanziert wurden. Nur dadurch konnte die digitale Industrie so schnell und nachhaltig wachsen. Unter anderem die Spinn-offs aus diesen Finanzierungen sind der Grundstein des digitalen Erfolges an der amerikanischen Westküste.
Wenn Europa jetzt also in den Dimensionen von Hunderten von Milliarden Euro denkt, besteht die Chance, einen Erfolg wie im Silicon Valley zu wiederholen. Kurz gesagt: Investitionen in Verteidigung können gleichzeitig auch Investitionen in Innovation sein. Das gilt für KI ebenso wie für Robotik, autonome Systeme oder andere Branchen, in denen Europa im Moment zurückgefallen ist. Die Amerikaner hatten diese Kombination immer im Blick. Europa sollte angesichts der Beträge groß denken und sich nicht im Klein-Klein verzetteln. Wenn schon, dann jetzt und jetzt richtig.
Es gibt noch einen weiteren Punkt: Europa muss mit der Ukraine über Lösungen reden, die mit einfachen Mitteln zu erreichen sind. Die Kreativität der ukrainischen Truppen an der Front ist sehr groß – so berichten es jedenfalls alle Fachleute. Ebenso die Erfahrung der Programmierer, Entwickler oder Offiziere im Einsatz. Diese Expertise kann Europa in Sachen Innovation und auch der NATO in Sachen Verteidigung helfen.
Eine Bitte aber zum Schluss: Sollten die Amerikaner auf die Idee kommen, Starlink in der Ukraine abzuschalten, entspricht dies einem gezielten und vorsätzlichen Todesstoß für die Unabhängigkeit des Landes. Diese Infrastruktur zur Satellitenkommunikation lässt sich nicht so schnell ersetzen – auch wenn Eutelsat mit OneWeb und andere gerade versuchen in die Bresche zu springen. Dieses System abzuschalten, käme einem aktiven Eingriff in die Kampfhandlungen. Auch wenn das weder Trump noch Musk interessiert: Finger weg und laufen lassen!
Und zur Beruhigung: In den Texten des Briefings geht es weiterhin um KI, die Zukunft der Arbeit oder die Start-ups der Branche.
Eine Bitte: Umfrage zum Vertrauen als Erfolgsfaktor der KI
In einer wissenschaftlichen Studie mit DFKI, Goethe-Universität Frankfurt und Groß & Cie. wollen wir herausfinden, wie stark die Menschen der KI vertrauen, wie Führungskräfte das Vertrauen ihrer Mitarbeiter in KI stärken können und wie sich das Vertrauen in KI-Entscheidungen auf Effizienz und Innovationsbereitschaft in Unternehmen auswirkt.
Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie, diese entscheidenden Fragen für den Fortschritt der KI zu beantworten.
Der Februar war kein guter Monat für die Digitalaktien. Während Tesla sowie Krypto- und Quantencomputer-Titel nachgaben, erlebten aber viele China-Aktien ein fulminantes Comeback. Darunter mit Alibaba und Tencent auch zwei alte Bekannte.
Von Holger Schmidt
Im Februar sind die zuvor boomenden Digitalaktien zeitweise ins Wanken gekommen. Nach einem kräftigen Anstieg im Vorjahr – angetrieben von der KI und optimistischen Erwartungen an die neue US-Regierung – machten sich an den Börsen nun Zweifel breit. Vor allem die Politik von US-Präsident Donald Trump sorgte für Volatilität. Dennoch konnten einige Technologiewerte beeindruckende Erfolge verbuchen, während andere kräftig unter Druck gerieten. Eine Bestandsaufnahme zeigt: Die Entwicklung der Digitalaktien im Februar war von einem Spannungsfeld aus Trump-Politik, KI-Hype und globalen Verschiebungen geprägt.
TSMC
will seine Investitionen in den USA um 100 Milliarden Dollar erweitern. Neben seinem bereits bestehenden Werk im Bundesstaat Arizona sollen mindestens drei neue Fabriken errichtet werden. Die Gesamtinvestition von TSMC würde damit auf 165 Milliarden Dollar ansteigen – unterstützt durch den US-Chips-Act. Präsident Trump begrüßt diese Entwicklung als Schritt zur Stärkung der heimischen Chipproduktion.
Der
Bitcoin verzeichnete über das Wochenende einen Kursanstieg von 20 Prozent, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether in eine neue strategische Reserve der USA aufzunehmen. Diese Ankündigung führte auch bei anderen Kryptowährungen, darunter XRP, Solana und Cardano, zu erheblichen Kursgewinnen.
Apple
hat sich auf seiner Hauptversammlung gegen den Trend entschieden, DEI-Programme (Diversity, Equity, Inclusion) einzustellen, obwohl ein entsprechender Antrag von einem konservativen Thinktank eingebracht wurde. Die Aktionäre lehnten den Antrag mit deutlicher Mehrheit ab, jedoch erklärte CEO Tim Cook, dass sich die Position des Unternehmens je nach rechtlicher Entwicklung ändern könnte.
Ein Fehler in
Metas Algorithmus
führte vergangene Woche dazu, dass Instagram-Nutzer weltweit, darunter auch Minderjährige, gewalttätige und grafische Videos in ihren Reels-Feeds sahen. Die Videos zeigten unter anderem Menschen, die erschossen oder von Fahrzeugen überfahren wurden. Meta erklärte, der Fehler sei behoben worden und betonte, dass die Änderung der Content-Moderationspolitik nicht mit diesem Vorfall zusammenhänge.
Google beherrscht den Markt für Internetsuche, doch KI-Suchmaschinen wie Perplexity und ChatGPT sind auf dem Vormarsch. Währenddessen muss der Marktführer gegen Klagen kämpfen – und gegen Tiktok.
Von Nina Müller
KI revolutioniert die Internetsuche – und das gefällt nicht jedem. Die Bildungsplattform Chegg behauptet, dass „AI Overviews“, die KI-generierten Zusammenfassungen in Googles Suchergebnissen, dem Datenverkehr und den Einnahmen ihres Start-ups schaden. Im Zentrum der Klage gegen den Mutterkonzern Alphabet steht Googles marktbeherrschende Stellung. Die wird gerade von KI-Suchmaschinen wie Perplexity und ChatGPT angegriffen. Doch im Jahr 2024 konnten die vergleichsweise wenig Traffic für sich verbuchen. Zum Jahresende erreichten ChatGPT und Perplexity zusammen einen Anteil von etwa 0,1 Prozent, zeigt die Auswertung einer SEO-Plattform.
Schon nach einem Jahr rechnet sich der Einsatz der generativen KI, erzählt Christian Brauckmann, IT-Vorstand der DZ Bank. 2200 der 6000 Bankmitarbeiter arbeiten heute regelmäßig mit den KI-Tools. Inzwischen entwickeln auch Fachbereiche ohne KI-Expertise ihre eigenen Bots.
Täglich kommen neue KI-Anwendungen auf den Markt. Immer neue Versionen und Abwandlungen von Künstlicher Intelligenz erschweren es, den Überblick zu behalten. Die F.A.Z.-Digitalwirtschaft zeigt ein „Was ist was?“ der KI.
Von Marcus Schwarze
Computergenerierte Intelligenz bewegt die Arbeitswelt, die Bildung, die Börsen und die Öffentlichkeit. Oft lässt sich für bestimmte Aufgaben mithilfe von KI Zeit sparen – was sie für Arbeitgeber interessant macht, die Aufwand (und Personal) verringern möchten. Die KI ist wie das Internet und der Strom: Sie geht nicht mehr weg. Manch einer vergleicht das Aufkommen von Künstlicher Intelligenz mit der industriellen Revolution. Doch erlebt der Einzelne in der Praxis immer mal wieder fehlerhafte Antworten und Halluzinationen der Maschinen. Verbessertes Prompten und neue leistungsfähigere KI-Entwicklungen helfen. Unser Überblick zeigt die wichtigsten Anwendungen für unterschiedliche Einsatzzwecke.
Der chinesische Dienst Deepseek funktioniert annähernd so gut wie die amerikanische Konkurrenz, hat bei bestimmten Themen allerdings blinde Flecken, besonders mit Blick auf die chinesische Geschichte. Screenshot: Marcus Schwarze/Deepseek
Taktile hilft Banken und Versicherern, sich vor Betrügern und Geldwäsche zu schützen. Die KI-Plattform überzeugt Investoren – und beschert dem Berliner Start-up nun 54 Millionen Dollar frisches Kapital.
Von Nina Müller
Es klingt ein bisschen wie eine Geschichte aus dem Start-up-Bilderbuch: Zwei Deutsche treffen sich während ihres Studiums in Harvard, gründen ein Unternehmen und gewinnen Kunden auf der ganzen Welt. „Wir haben uns vergangenes Jahr gut entwickelt und unseren Kundenstamm vervierfacht“, erzählt Maximilian Eber. Er ist Technologie- und Produktchef des Start-ups Taktile, das er 2020 zusammen mit Maik Taro Wehmeyer, dem heutigen CEO, gegründet hat. Ihre KI-gestützte Plattform soll Finanzinstituten helfen, Verfahren für riskante Entscheidungen – wie die Erkennung von Betrügern – in Echtzeit zu optimieren. „Wir arbeiten mit fast allen großen Neo-Banken der Welt zusammen“, erzählt Eber und nennt etwa die französische Bank Qonto oder die Nubank aus Brasilien.
„Jetzt wollen wir auch die traditionellen Banken erobern.“
Die Taktile-Gründer Maik Taro Wehmeyer (links) und Maximilian Eber Taktile
Ein kalifornischer Richter hat die von Elon Musk angestrebte einstweilige Verfügung gegen die Umwandlung von Open AI in ein gewinnorientiertes Unternehmen abgelehnt, da die Kläger nicht genügend Beweise vorgelegt hätten. Andere Teile von Musks Klage gegen Open AI können jedoch weiter verfolgt werden, so das Gericht.
Die
Deutsche Telekom
präsentierte auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona ein neues KI-Phone, das mit innovativer Technologie wie der KI-Suchmaschine Perplexity und Googles Sprachmodell Gemini ausgestattet sein soll. Der Telekom zufolge kommt das Smartphone in der zweiten Jahreshälfte 2025 für 300 bis 400 Euro auf den Markt. Wer das Gerät produziert, verriet die Telekom nicht.
Bloombergs
Apple-Insider Mark Gurman
hat erfahren, dass Apple erst 2027 eine „wirklich modernisierte, konversationsfähige Version von Siri“ mit iOS 20 einführen könnte. Die aktuelle Entwicklung läge hinter dem Zeitplan. Apples KI-Modelle würden derzeit „an ihre Grenzen stoßen“ und das Team leide unter Führungsproblemen. Ein Zwischen-Upgrade mit einer LLM-gesteuerten Siri wird in iOS 18.5 erwartet, jedoch als separates Modell, das nicht nahtlos in das alte System integriert ist.
Die KI-Suchmaschine
Perplexity plant, einen eigenen Browser namens Comet einzuführen, der KI-Agenten integriert, die Aufgaben für Nutzer übernehmen können. Der genaue Veröffentlichungszeitpunkt von Comet ist nicht bekannt, jedoch gibt es bereits eine Warteliste für die Betaphase. Unklar ist auch, ob Perplexity ebenfalls auf Googles Browser-Unterbau Chromium zurückgreift oder den Browser selbst entwickelt hat.
Google
erweitert seinen KI-Assistenten Gemini um neue Funktionen, die es Nutzern ermöglichen, Fragen mittels Videos und Bildschirm-Inhalten in Echtzeit zu stellen. Auf dem MWC 2025 präsentierte Google die „Screenshare“-Funktion, die es Nutzern erlaubt, den Bildschirm ihres Telefons mit Gemini zu teilen und Fragen dazu zu stellen, sowie eine Video-Suchfunktion, die während des Filmens Fragen zu Videos beantwortet. Die Funktionen sollen noch im März für Gemini Advanced-Nutzer verfügbar sein.
Der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz steigert die Produktivität von Arbeitnehmern um 33 Prozent pro Stunde, in der sie KI nutzen. Dennoch bleibt unklar, inwieweit sich diese Effizienzsteigerungen in den offiziellen Produktivitätsstatistiken widerspiegeln.
Von Holger Schmidt
Generative KI hat sich schnell im Arbeitsalltag der Menschen etabliert: Etwa 28 Prozent aller Arbeitnehmer setzen diese Technologie zumindest gelegentlich ein. Neun Prozent nutzen generative KI an jedem Arbeitstag, weitere 14 Prozent nutzen sie an mindestens einem, aber nicht an jedem Arbeitstag. Besonders auffällig ist, wie intensiv KI-Tools schon in den Arbeitsalltag integriert werden. Fast ein Drittel der Nutzer (31,9 Prozent) gibt an, mindestens eine Stunde pro Tag mit generativer KI zu arbeiten. Weitere 47 Prozent nutzen sie zwischen 15 und 59 Minuten täglich, zeigt eine Untersuchung für die Notenbank St. Louis in den USA.
Forschungsergebnisse des Oxford Internet Institutes
zeigen, dass britische Unternehmen für KI-bezogene Berufe zunehmend auf praktische KI-Fähigkeiten anstelle von Hochschulabschlüssen setzen. Zwischen 2018 und 2024 stieg die Nachfrage nach spezifischen KI-Fähigkeiten um 21 Prozent, während die Anforderungen an formale Hochschulabschlüsse um 15 Prozent zurückgingen. KI-Fähigkeiten führen zudem zu einem höheren Gehaltszuwachs als traditionelle Abschlüsse.
Das
Bureau of Labor Statistics
(BLS) der Vereinigten Staaten schreibt in seinen Projektionen für 2023 bis 2033, dass Berufe wie medizinische Transkriptionisten und Kundenservice-Mitarbeiter weniger nachgefragt werden, da ihre Aufgaben leicht durch KI automatisiert werden können. Im Gegensatz dazu könnten Berufe, die mit der Implementierung und Wartung von KI-Systemen verbunden sind, wie Softwareentwickler und bestimmte Ingenieursberufe, von einer erhöhten Nachfrage profitieren.
Universitäten haben Schwierigkeiten, im „Big-AI“-Zeitalter mit ressourcenintensiver Forschung mitzuhalten. Das gaben 80 Prozent der Befragten im Bericht „
Future of AI Research
“ der Association for the Advancement of AI an. Der Schwerpunkt der KI-Forschung liegt heute hinter den verschlossenen Türen der großen Tech Unternehmen. Universitäten haben deshalb Schwierigkeiten, KI-Lehrkräfte zu halten und KI-Absolventen zu überzeugen in der akademischen Welt zu bleiben.
Die globale Elektromobilität trägt zunehmend chinesische Handschrift. Während politische Debatten über Strafzölle und Marktbarrieren andauern, haben chinesische Hersteller ihre Position auf dem Weltmarkt für Elektrofahrzeuge bereits gefestigt. Chinesische Marken kontrollieren mittlerweile 76 Prozent des globalen Marktes für reine Elektroautos und Plug-in-Hybride.
Von Holger Schmidt
Die Marktdurchdringung der E-Autos, bestehend aus reinen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden, variiert in Europa erheblich. In Deutschland, dem größten europäischen Automarkt, machen chinesische Marken bislang nur vier Prozent der 578.000 verkauften Elektrofahrzeuge aus. In Großbritannien und Frankreich liegen die Anteile mit sieben beziehungsweise fünf Prozent nur etwas höher, obwohl der Tesla-Absatz in Europa im vergangenen Jahr zusammengebrochen ist. Bemerkenswert sind jedoch Spanien und Österreich, wo chinesische Elektrofahrzeuge bereits zehn und elf Prozent des Marktes erobert haben. Diese Zahlen gewinnen vor dem Hintergrund an Bedeutung, dass chinesische Hersteller erst seit vergleichsweise kurzer Zeit in Europa präsent sind.
Das britische KI-Start-up Wayve
baut ein Entwicklungszentrum in Leonberg bei Stuttgart, um seine Technologie für autonomes Fahren in deutsche Serienfahrzeuge zu integrieren. Wayves System, das ohne spezielle Sensoren oder Karten auskommt, unterscheidet sich grundlegend von anderen Ansätzen und soll ein eigenes Verständnis von Verkehrssituationen entwickeln. Das Start-up will als Zulieferer für die Automobilindustrie agieren, ohne einen eigenen Robotaxi-Dienst anzubieten.
Waymo hat die Zahl seiner wöchentlichen Fahrten mit Robotaxis in weniger als einem Jahr verdoppelt und führt nun mehr als 200.000 Fahrten pro Woche in Städten wie San Francisco, Phoenix und Los Angeles durch. Das Google-Tochterunternehmen will außerdem nach Austin, Atlanta und Miami expandieren. Die erste internationale Expansion ist für 2026 in Tokio geplant.
Tesla
hat in China eine Teilfreigabe seiner Autopilot-Funktion auf Stadtstraßen erhalten, um Spurwechsel und andere Aufgaben zu unterstützen. Eine Überwachung durch den Fahrer ist jedoch weiterhin erforderlich. Diese Entwicklung ist ein bedeutender Fortschritt für Elon Musk, der sich lange bemüht hat, die Genehmigung für selbstfahrende Technologien zu erhalten. Das Update freizuschalten kostet allerdings 8800 Dollar.
Die Video-KI Sora ist seit wenigen Tagen auch in Europa nutzbar. Ein Blick auf die Funktionen und erste Beispiele zeigen: Die Künstliche Intelligenz von Open AI erzeugt kreative Clips von realistisch bis surreal. Bis zum überzeugenden Werbevideo ist es allerdings noch ein langer Weg.
Von Marcus Schwarze
Sora erstellt aus Texten Kurzvideos. „Auf einem Teller liegen Spaghetti. Daraus erhebt sich langsam eine tanzende weibliche Figur.“ Sora kann diesen Prompt direkt zu einem Clip machen. Das dauert etwa eine Minute, je nach Einstellung zur Auflösung und zur Länge.
Im Netzwerk von Sora bekommt man Videos anderer Nutzer angezeigt. Die verwendeten Prompts lassen sich kopieren. Screenshot: Marcus Schwarze/Sora, Einzelbilder KI-generiert
Open AI hat mit ChatGPT-4.5 das nächste Kapitel der Künstlichen Intelligenz aufgeschlagen. Die neue Version soll als Alltags-KI unterstützen – anders als die aufwendigen „Reasoning“-Modelle, die für eine Aufgabe mehr Zeit beanspruchen. Eine Analyse.
Von Marcus Schwarze
„Es ist unser größtes und bestes Sprachmodell zurzeit“, hieß es bei der Präsentation von ChatGPT-4.5. Für Open-AI-Chef Sam Altman ist es das erste Modell, das sich für ihn so anfühlt, als würde er mit einem aufmerksamen Menschen sprechen. „Ich hatte mehrere Momente, in denen ich mich in meinem Stuhl zurücklehnte und erstaunt war, dass ich tatsächlich gute Ratschläge von einer KI erhielt“, schrieb er auf der Plattform X.
GPT-4o war bisher das Standardmodell, jetzt kommt 4.5 hinzu. Zu unterscheiden sind zusätzlich die sogenannten Reasoning-Modelle o1 und o3, bei denen sich die KI mehr Zeit für eine Aufgabe nimmt. Screenshot: Marcus Schwarze/Open AI