zwei Sätze meiner Kollegin Johanna Kuroczik haben mich diese Woche begeistert. Sie nennt den Sommer „die herrliche Zeit im Jahr, in der ausnahmsweise das gesündeste Essen auch das leckerste ist“. Anschließend fragt sie: „Wer will bei 41 Grad im Schatten Schokoriegel, wenn er Wassermelone haben kann?“
Julia Schaaf
Stellvertretende Leiterin des Ressorts „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
Wassermelone! Ich liebe Wassermelone. Eigentlich esse ich schon zum Frühstück am liebsten Kuchen, und wenn ich nachmittags am Schreibtisch eine Packung Kekse öffne, ist sie kurze Zeit später leer. Ähnlich schnell verschwunden war am Hitzewochenende die gekühlte Wassermelone, die eine Freundin von mir servierte. Wir bissen in die appetitlichen Dreiecke und suchten nach Worten, um diese knackige Frische, dieses Substanz gewordene Nass, diese Süße zum Schlürfen zu beschreiben. Wie Sie sehen, waren wir nur bedingt erfolgreich. Also erzähle ich Ihnen lieber von einer italienischen Freundin, die einmal im Sommer eine cocomerata
veranstaltete: ein Wassermelonen-Gelage mit Freunden. Die größte Frucht, die sie finden konnte, wurde an einen schönen Ort geschleppt, halbiert und einfach gemeinsam ausgelöffelt. Schöner kann Sommer nicht sein.
Aber ist das wirklich gesund? Während Obst in meiner Kindheit als besonders wertvoll galt, wegen der Vitamine, wird neuerdings oft vor dem hohen Zuckergehalt gewarnt. Damit räumt meine Kollegin aus der Wissenschaftsredaktion gründlich auf. Wie Kuroczik schreibt, steckt selbst in Weintrauben nur etwa halb so viel Zucker wie in Bitterschokolade. Und Fruchtzucker erlebe geradezu eine „gesundheitliche Schmierkampagne“, weil er für Bauchfett verantwortlich gemacht wird. Sie hingegen stellt klar: Obstesser leben länger und haben die bessere Darmflora. Und die schönste Nachricht: Wer nicht an Diabetes leidet, kann so viel Obst essen, wie er will.
Ich freue mich also auf meine nächste Wassermelone.
Was ich diese Woche noch entdeckt habe bei der Lektüre in unserem Ressort Besser leben:
Was denken Sie: Werden Beziehungen heute leichtfertiger beendet? Und ist das eine gute oder eine schlechte Entwicklung? Schreiben Sie uns unter besserleben@faz.de.
In der vergangenen Woche haben wir Sie gefragt, was Ihnen gut gelungen ist. „Mir ist die Frage zu simpel“, schrieb daraufhin Jochen B.: „Ich bin überzeugt, dass es um Weltbild und um religiöse Fragen geht.“ Eine Reihe anderer Zuschriften haben mich in meinem Ziel bestärkt, optimistischer in die Welt zu blicken:
„Vergangene Woche kam ich trotz Feuerwehr-Einsatz mit nur marginaler Verspätung mit der Deutschen Bahn klimatisiert von München nach Stuttgart.“ (Sonja G.)
„Ich hatte einen nach Eigendiagnose stressbedingten Husten. Als ich endlich akzeptiert habe, dass der Stress zu viel war, aber auch nicht meine Schuld, wurde es besser. Und Beethovens sechs Ecossaisen konnte ich plötzlich auswendig spielen (hatte die Noten vergessen)!“ (Karin N.)
„Ich hatte das große Glück, der schrecklichen Hitze zu entfliehen, in einem kleinen Stadtteil unterhalb Portos direkt am Atlantik. Ich hätte Samstagabend zurückfliegen müssen. Aber ich habe es einfach versucht, und sowohl die Fluggesellschaft als auch der Mietwagen-Anbieter haben mir ein sehr faires Angebot gemacht, so dass ich erst morgen früh um sechs Uhr zurück nach Frankfurt kommen und von dort aus direkt ins Büro fahren werde. Ich bin ein Glückskeks!“ (Andrea G.)
Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Sonntag!
Ihre Julia Schaaf
Diesen Newsletter mit Freunden teilen
Anzeige
Zitat der Woche
„Die Weine sind allesamt gut. Es spricht nichts dagegen, die nächste Verspätung im Bordrestaurant auszusitzen.“
Marco Dettweiler, Redakteur in der Wirtschaft
Die Bahn hat vier neue deutsche Weine im Angebot. Wir haben sie getestet. Lucas Bäuml
Konkurrenzkampf im Obstregal: Es heißt, Beeren seien besonders gesund, Weintrauben hätten zu viel Zucker. Was davon stimmt und wer mit Obstexzessen vorsichtig sein sollte.
Ein Anzug im Sommer? Ist nicht nur elegant, sondern auch komfortabel – wenn er denn aus den richtigen Materialien besteht. Welche das sind und worauf man noch achten sollte, erklären eine Maßschneiderin und ein Designer.
Nicht jede Wohnung, die aufgeräumt wirkt, ist es auch. Manche verstecken das Chaos hinter Schranktüren, andere können es kaum noch verbergen. Aufräumcoaches wie Kerstin Tiessen sagen: Wir alle haben zu viel von allem.
Heterofatalismus, Chatbots und „Beta-Couples“: Wer sich auf Social Media, dem Buchmarkt oder in großen Magazinen umschaut, könnte glauben, die Zweierbeziehung sei in Gefahr. Stimmt das?
Sprachenlernen war noch nie so einfach: In wenigen Minuten am Tag Ihr Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch verbessern - online und mit Spaß!