es gibt Versprechen, die verlockend klingen, vielleicht gerade weil sie unrealistisch sind: Essen, so viel man will, und trotzdem schlank bleiben. Sich im Homeoffice um die Kinder kümmern, ohne dass die Arbeit leidet. Schuhe mit Absatz, in denen man den ganzen Tag bequem laufen kann.
Im vergangenen halben Jahr habe ich viel gearbeitet. Oft sitze ich abends noch im Büro, wenn auf den Fluren der Redaktion schon Ruhe einkehrt. Manchmal mache ich das sogar gern: Es hat schließlich auch mit dem Start unseres ressortübergreifenden Themenschwerpunkts „Besser leben“ zu tun. Um es aber mit den Worten eines Arbeitspsychologen zu sagen, der in dem Artikel zitiert wird: „Langfristig ist das keine nachhaltige Strategie.“
Gierig las ich also, was Experten raten, um die eigene Effizienz zu steigern: To-do-Listen schreiben (mache ich schon). Mehrere kleine Pausen statt einer großen (gute Idee). Unterbrechungen vermeiden (muss ich unbedingt ausprobieren). Klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit setzen (darin war ich leider schon immer schlecht).
Dann bemerkte ich, wie ich in Stress geriet. Weil ich plötzlich dieses doofe Gefühl hatte, das der Trend zur Selbstoptimierung auf vielen Feldern erzeugt. Als läge meine gelegentliche Überlastung nur an mir. Nach dem Motto: Selbst dran schuld, wenn du so viel arbeitest. Wärst du besser organisiert, könntest du pünktlich Feierabend machen.
Ich mochte deshalb die Wende, die der Text noch nahm, indem er klarstellte: Der Fokus auf Effizienz kann auch eine Überforderung sein. Man muss sich auch um sein Wohlbefinden kümmern. Und: Abschweifende Gedanken sind erstens normal und zweitens mitunter nützlich für die Arbeit. Ich habe also beschlossen, durchaus mit dem Effizienzgedanken zu experimentieren. Aber ohne Druck. Ich liebe es nämlich auch, mich mit Kollegen zu verquatschen oder gewisse Dinge mit Muße zu tun.
Welche Tricks und Lifehacks haben sich in Ihrem Arbeitsalltag bewährt? Was hilft Ihnen dabei, effizient zu sein, ohne in Stress zu geraten? Ich freue mich auf Ihre Tipps unter besserleben@faz.de.
Vergangene Woche habe ich Sie gefragt, wann und wo Sie zuletzt gesungen haben. Lassen Sie sich von diesen schönen Zuschriften inspirieren:
„Das letzte Mal gesungen habe ich am Freitag, und zwar bei der Probe meines Chores ‚Cantamus Gießen‘.“ (Manuel H.)
„Am besten singt’s sich in der Kirche und immer die Ode an die Freude, Europahymne in mehreren Sprachen: ,Est Europa nunc unita et unita maneat‘.“ (Gerhard S.)
„Mit Vorliebe pfeife ich laut vor mich hin, wenn ich im Rollstuhl (elektrisch) sitzend durch Wien düse, die wunderbare Stadt der Musik.“ (Elisabeth K.)
„Mein ,letztes‘ Singen war das Weihnachtssingen bei uns im Stadion in Jena.“ (Petra S.)
Ebenfalls inspiriert hat mich diese Woche bei der Lektüre von Besser-leben-Texten,
Und weil ich aus dem Text meines Kollegen Schwarz gelernt habe, dass man auch die kleinen Erfolge im Arbeitstag feiern soll, freue ich mich jetzt, dass dieser Newsletter geschrieben ist – und mache halbwegs pünktlich Feierabend.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag
Ihre Julia Schaaf
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Zitat der Woche
„Früher war der Ruhestand die wohlverdiente Pause nach harter Arbeit, heute hat er Lifestyle-Image.“
In derselben Arbeitszeit bessere Ergebnisse zu liefern und sich ohne Überstunden in den Feierabend zu verabschieden: Das wünschen sich wohl die allermeisten. Mit diesen Tipps gelingt es.
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