Digitalwirtschaft
                                                           
Mittwoch, 25.02.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
DIGITALWIRTSCHAFT
Alles Wichtige zur Entwicklung der digitalen Transformation.
Das Ende der Burggräben (und eine Ankündigung)
Warren Buffett prägte den Begriff des „wirtschaftlichen Burggrabens“ erstmals 1995 auf der Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung: „Wir suchen Unternehmen mit einem breiten, dauerhaften Burggraben, der eine großartige wirtschaftliche Burg beschützt.“ Seine Metapher ist aktueller denn je.
Der legendäre Investor meinte damit mächtige ökonomische Barrieren, die Unternehmen vor der Konkurrenz schützen, zum Beispiel die Kostenführerschaft, Netzwerkeffekte, wertvolle Patente oder hohe Wechselkosten.
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Holger Schmidt
Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Mit der KI ist Buffetts Burggraben-Methapher aktueller als je zuvor. Welche Unternehmen besitzen Schutzwälle, die Künstlicher Intelligenz standhalten? Heute genügt schon ein Satz, um unüberwindbar geglaubte Schutzwälle und Eintrittsbarrieren einzureißen.
Das jüngste Beispiel ist IBM. Als das KI-Unternehmen Anthropic am Montag erklärte, sein Tool Claude Code könne auch Cobol-Systeme automatisch modernisieren, brach der IBM-Aktienkurs sofort zweistellig ein. Cobol ist eine uralte Programmiersprache, die auf IBM-Großrechnern läuft, die vor allem Banken und Behörden noch einsetzen. Diese betagten Systeme zu modernisieren, beschäftigte bisher Heerscharen an IBM-Beratern.
Ähnlich wie IBM erging es zuvor schon vielen Unternehmen aus den Branchen Software, IT-Dienstleistung, Bildung, Finanzdaten, Legal-Tech oder Beratung: Die KI kann das alles schneller, besser und billiger – meint zumindest die Börse, die den Wert vieler dieser Unternehmen bis zu 90 Prozent nach unten korrigiert hat. In dieser Phase reicht schon ein dystopischer Bericht des bislang wenig bekannten Analysehauses Citrini mit dem Titel „The 2028 Global Intelligence Crisis“, um den Ausverkauf von Aktien gefährdeter Unternehmen zu beschleunigen.
Denn mit dem Fortschritt in der KI sind selbst die Burggräben der Unternehmen der ersten KI-Generation oft nichts mehr wert. Perplexity oder Cursor sind prominente Beispiele, die keine relevanten Wettbewerbsvorteile mehr haben und gerade von der Entwicklung überrollt werden, die sie einst mit losgetreten haben.
Und so lautet die große Frage heute: „Wenn jeder schnell bauen kann, wie baut man etwas, das Bestand hat?“ Womit lassen sich also Burggräben errichten, die auch in der KI-Ära halten? Proprietäre Datenbestände, eine starke Regulatorik oder eine tiefe Integration in die IT der Unternehmen bieten aktuell einen guten Schutz gegen die KI-Disruption. Auch Netzwerkeffekte bleiben attraktiv, wenn sie zu Daten-Flywheel-Effekten umgebaut werden, bei denen jede Nutzer-Interaktion das KI-Modell verbessert.
Noch besser als das defensive Hochziehen der Burggräben ist ihr offensiver Ausbau: mit der KI das eigene Geschäftsmodell nicht nur unangreifbar, sondern sogar besser zu machen. Google gehört zu den wenigen Unternehmen, die das bisher geschafft haben, weil ihr neues Modell der KI-Suche noch erfolgreicher ist als das bisherige Modell. Vielleicht fällt Warren Buffett dazu auch noch ein Begriff ein.
Start der KI-Akademie
Und nun zur Ankündigung: Die Redaktion der Digitalwirtschaft startet die „KI-Akademie“. In Live-Sessions erläutern wir Ihnen künftig die wichtigsten Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz auch persönlich und direkt.
Wir starten am 18. März 2026 um 12.30 Uhr online mit einem Überblick über die wichtigsten KI-Tools, die heute besonders nützlich sind. Selbstverständlich stehen Nina Müller, Marcus Schwarze und ich dann auch für Fragen zur Verfügung. Um an diesen Live-Sessions teilzunehmen, müssen Sie sich hier einmal registrieren. Sie erhalten dann den Einladungslink.
Weitere Sessions werden wir rechtzeitig ankündigen. Wir freuen uns auf Sie!
Eine spannende Lektüre unseres Briefings wünscht
Holger Schmidt
Live-Webinar Digitalwirtschaft
 FAZ
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Die Themen in diesem Newsletter
Künstliche Intelligenz
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Chinas KI-Labore: Raubzug per Schnittstelle
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Was erfolgreiche KI-Anwender anders machen – und warum Deutschland zurückfällt
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Wie KI-Agenten die Wirtschaft verändern
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Banken ernten die Früchte ihrer KI-Investitionen
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Sieben von zehn Google-Suchen enden ohne Klick
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Verstecktes Sicherheitsrisiko: Wenn KI heimlich die Hintertür öffnet
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Tokens bis Agenten: Zwölf KI-Begriffe, die jeder kennen sollte
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Was sonst noch wichtig ist
Transformation
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Kosten deutlich senken mit dem eigenen Server
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KI treibt den Cloud-Markt – aber wird zum Stresstest für Bilanzen
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Was sonst noch wichtig ist
Zukunft der Arbeit
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Jobless Growth: Wenn ein Gespenst real wird
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Ein Tag pro Woche für KI: So arbeiten AI-First-Unternehmen
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Was sonst noch wichtig ist
Mobility
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Uber will das Betriebssystem des Robotaxi-Marktes werden
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Was sonst noch wichtig ist
Top 5: Unsere meistgelesenen Artikel
Zitat der Woche
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Bernie Sanders
 
Künstliche Intelligenz
 
Chinas KI-Labore: Raubzug per Schnittstelle
 
Anthropic beschuldigt drei chinesische KI-Labore, sein Sprachmodell Claude im industriellen Maßstab geplündert zu haben: 24.000 gefälschte Konten, mehr als 16 Millionen Anfragen, Antworten als Trainingsmaterial.
Von Marcus Schuler, San Francisco
Der Fall trifft Washington in einem widersprüchlichen Moment: Die Regierung lockert die Chipexporte nach China – während die KI-Industrie im Silicon Valley Alarm schlägt.
Das DeepSeek-Hauptquartier in Hangzhou wirkt wie ein normales Bürogebäude, und doch läuft der eigentliche Raubzug laut Anthropic unsichtbar über diese Schnittstelle. AFP
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Was erfolgreiche KI-Anwender anders machen – und warum Deutschland zurückfällt
 
Vor allem produktivere, größere und jüngere Unternehmen nutzen KI besonders intensiv – und sie sitzen vor allem in den Vereinigten Staaten. Deutsche Unternehmen agieren gewohnt vorsichtig und erwarten deutlich geringere Effekte.
Von Holger Schmidt
Künstliche Intelligenz richtig einzusetzen verlangt von den Unternehmen Mut, entschlossen in eine neue Technologie zu investieren, Geschäftsprozesse neu zu denken und sogar Geschäftsmodelle zu überdenken. Das schaffen aktuell nur die Unternehmen, die ohnehin besonders produktiv und eher groß sind und ihre Beschäftigten gut bezahlen.
In einer Stanford-Studie wurden knapp 6000 Führungskräfte zum KI-Einsatz befragt. AP
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Wie KI-Agenten die Wirtschaft verändern
 
 Die Debatte über KI-Agenten ist oft technisch geprägt. Dabei bleibt die Frage nach der ökonomischen Bewertung der Entscheidungen dieser Systeme meist offen. Ein Orientierungsrahmen für Unternehmen.
Von Peter Buxmann
In zahllosen Zukunftsszenarien übernehmen KI-Agenten bald komplexe Aufgaben für uns – und zum Teil sind sie schon Realität: Sie planen Reisen, verhandeln Verträge, organisieren Teams, schreiben Programme, steuern Lieferketten oder entwickeln Produktstrategien. Manche Verfechter sehen in ihnen persönliche Assistenten, die nicht nur ausführen, sondern vordenken — eine Art digitaler Kollege mit eigener Initiative.
In Las Vegas steht der Service Roboter im Rampenlicht, doch die entscheidenden KI Agenten arbeiten unsichtbar und müssen sich an ihren Ergebnissen messen lassen. AFP
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Banken ernten die Früchte ihrer KI-Investitionen
 
Die Finanzbranche investiert Milliarden in generative Künstliche Intelligenz. Die ersten messbaren Produktivitätseffekte zeigen sich – und die transatlantische Kluft wird größer.
Von Holger Schmidt
Die globale Bankenbranche erlebt einen Produktivitätsschub, der sich in harten Zahlen niederschlägt: In den drei Jahren seit Ende 2022 ist der Umsatz je Mitarbeiter bei den zehn größten Banken Europas und Amerikas um bis zu 39 Prozent gestiegen.
 
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Sieben von zehn Google-Suchen enden ohne Klick
 
Die KI-Suche verändert das Web grundlegend. Das hat dramatische Folgen für Websitebetreiber, die auf organischen Traffic angewiesen sind. Jedoch zeigt sich auch: Über KI vermittelte Besucher sind engagierter.
Von Johannes Winkelhage
Als Google-Chef Sundar Pichai im Herbst 2025 auf der Analystenkonferenz von einem „expansionary moment for search“ sprach und betonte, die KI-Suche sende nach wie vor täglich Milliarden Klicks auf Websites, klang das beruhigend. Doch die Realität, die sich hinter diesen schwammigen Formulierungen verbirgt, ist eine andere.
 
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Wenn KI heimlich die Hintertür öffnet
 
Die KI-Technologie schreitet schnell voran - und muss genauso schnell gesichert werden. Wir zeigen, wie KI-Modelle auf Hintertüren geprüft werden, wie man die KI anderer Leute nutzt und wann Agenten sicher sind.
Von Martin Wendiggensen, Zürich
Im Film „Der Manchurian Kandidat“ sind die heimgekehrten Kriegshelden ganz normal - bis sie auf einmal ein Codewort hören und zu Mördern werden. Denn ohne es zu ahnen, wurden sie einer Gehirnwäsche unterzogen und zu Agenten einer feindlichen Macht. Bei dem Menschen ist das Phantasie, bei der KI ist es ein reales Risiko.
Im „Manchurian Kandidat“ genügt ein Codewort, und in der Praxis reicht oft eine offene Konfiguration, damit aus KI ein Sicherheitsrisiko wird. A.P.L.
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Tokens bis Agenten: Zwölf KI-Begriffe, die jeder kennen sollte
 
Finetuning, RAG, Vektoren? Die KI-Bibel stellt diesmal Fachbegriffe und grundlegende Techniken der Künstlichen Intelligenz vor und zeigt, wie sie zusammenhängen.
Von Marcus Schwarze
In der KI-Bibel stellen wir regelmäßig den Stand der Dinge bei Künstlicher Intelligenz vor: Welche Modelle in der Gunst der Anwender die Nase vorn haben, welche neuen Versionen Bachtung finden, was sich bei spezialisierten KIs für die Präsentation, die Bildgenerierung und in anderen Genres getan hat. Heute widmen wir die KI-Bibel den Fachbegriffen, die beim Umgang mit KI erklärbedürftig sind – von den Tokens über die API-Schnittstelle bis hin zu Halluzinationen und Agenten.
Das Bild zeigt, wie die KI einen Text in Tokens zerlegt.  Screenshot: Marcus Schwarze/Open AI
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Was sonst noch wichtig ist
  • US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat dem KI-Start-up Anthropic mit der Kündigung seines Pentagon-Vertrags bis Freitag gedroht, falls das Unternehmen seine Ethikrichtlinien für den militärischen Einsatz nicht aufgibt. Anthropic verweigert den Einsatz seiner Produkte für Massenüberwachung von US-Bürgern im Inland sowie für physische Angriffe, bei denen KI ohne menschliche Kontrolle Zielentscheidungen trifft.
  • OpenAI arbeitet laut einem Bericht von The Information mit mehr als 200 Mitarbeitern unter Führung des ehemaligen Apple-Designers Jony Ive an mehreren KI-Geräten, darunter smarte Brillen, smarte Lautsprecher und smarte Lampen.
  • Das Vertrauen der deutschen Verbraucher in KI nimmt zu: Während sich 2024 noch Mehrheiten unwohl fühlten, wenn KI medizinische Diagnosen stellt (61 Prozent) oder über staatliche Unterstützungsleistungen entscheidet (65 Prozent), befürworten laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag von SAS nun zwei Drittel den KI-Einsatz bei Behörden und 64 Prozent im Gesundheitswesen.
 
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Transformation
 
Kosten deutlich senken mit dem eigenen Server
 
Der Hype um den KI-Agenten OpenClaw offenbart eine Lücke: Viele zahlen zu viel für US-amerikanische Cloud-Dienste, die sie selbst betreiben könnten. Jetzt fällt die letzte Hürde.
Von Marcus Schuler, San Francisco
220.000 Sterne auf GitHub, gesammelt in wenigen Wochen. Peter Steinbergers Open-Source-Projekt OpenClaw legte los wie kein zweites: 60.000 Sterne in 72 Stunden, 100.000 nach einer Woche. Der KI-Agent des Österreichers läuft auf dem Rechner des Nutzers, verbindet sich mit Messengerdiensten und führt Shell-Befehle auf Zuruf aus.
Wo Kosten, Compliance und Kontrolle zählen, wandern Workloads zurück auf eigene Server. Picture Alliance
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KI treibt den Cloud-Markt – aber wird zum Stresstest für Bilanzen
 
Amazon, Microsoft und Google investieren in diesem Jahr fast 700 Milliarden Dollar in den Ausbau von KI-Rechenzentren. Ein historischer Wechsel von eigenfinanzierten zu fremdfinanzierten Geschäftsmodellen.
Von Johannes Winkelhage
119,1 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal: So viel haben Unternehmen weltweit im vierten Quartal 2025 für Cloud-Infrastrukturdienste ausgegeben. Das sind fast 29 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahresquartal. Wachstumszahlen in dieser Größenordnung hat der Cloud-Markt noch nie verzeichnet. Denn das Wettrüsten der Hyperscaler beschleunigt sich immer weiter.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Die deutsche Robotik- und Automationsbranche erwartet für 2026 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Bereits 2025 verzeichnete die Branche ein Minus von 7 Prozent. Hauptursachen seien laut VDMA die schwache Nachfrage aus zentralen Kundenbranchen, geopolitische Verwerfungen sowie ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die internationale Konkurrenz, insbesondere aus Asien, gewinnt Marktanteile.
  • Der Zahlungsdienstleister Stripe erwägt, Paypal oder Teile davon zu kaufen. Die Überlegungen befänden sich laut Medienberichten in einem frühen Stadium. Paypal kämpft seit Jahren mit der Modernisierung seiner Zahlungstechnologien und verfehlte im vierten Quartal die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Analysten.
  • AMD hat am Dienstag eine mehrjährige Partnerschaft mit Meta im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar über fünf Jahre bekannt gegeben. Dabei soll Meta AMD-Chips für bis zu 6 Gigawatt KI-Rechenkapazität kaufen.
  • Das finnische Quantencomputer-Unternehmen IQM , das von dem deutschen Physiker Jan Goetz mitgegründet wurde, will im Sommer 2026 an die Börse. Am NYSE oder Nasdaq soll frisches Kapital in Höhe von 450 Millionen Euro eingesammelt werden. IQM bezeichnet sich als führender Anbieter von Quantencomputern und hat bislang 21 Systeme an 13 Kunden verkauft.
 
Zukunft der Arbeit
 
Jobless Growth: Wenn ein Gespenst real wird
 
Ökonomen und die Notenbank warnen vor einem historischen Bruch: Künstliche Intelligenz entkoppelt das Wirtschaftswachstum von der Beschäftigung. Die Daten für das Jahr 2025 liefern dafür erstmals belastbare Evidenz.
Von Holger Schmidt
Die Vereinigten Staaten haben im Jahr 2025 ein ökonomisches Paradoxon erlebt, das die Wirtschaftswissenschaft seit Jahrzehnten diskutiert, aber selten in dieser Klarheit beobachten konnte: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs robust um 2,7 Prozent, das vierte Quartal legte sogar um 3,7 Prozent zu – doch der Arbeitsmarkt bewegte sich kaum.
 
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Ein Tag pro Woche für KI: So arbeiten AI-First-Unternehmen
 
Immer mehr Unternehmen setzen auf Beförderungsdruck, um KI-Nutzung zu erhöhen. Taxfix reserviert dagegen einen Tag pro Woche, an dem Mitarbeiter mit der Technologie experimentieren. Die Strategien der KI-Vorreiter.
Von Nina Müller
Gemeinsam KI-Workflows bauen, Prompts entwickeln und darüber austauschen: Das Berliner Start-up Taxfix gewährt seinen Mitarbeitern dafür einen Tag pro Woche. In anderen Worten: 20 Prozent der Arbeitszeit im Unternehmen investiert Taxfix in KI. „Wenn wir diese Transformation in naher Zukunft nicht schaffen, dann werden uns andere ganz schnell überholen“, sagt Personalchefin Eva Glanzer.
Eva Glanzer, Personalchefin des Steuer-Start-ups Taxfix Tobias Koch
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Was sonst noch wichtig ist
  • 93 Prozent der Entwickler nutzen mindestens einmal monatlich einen KI-Coding-Assistenten und knapp 30 Prozent des Produktionscodes sind mittlerweile KI-generiert. Das hat die Entwicklerplattform DX in einer Umfrage mit 121.000 Entwicklern festgestellt. Allerdings stagniere die Produktivitätssteigerung bei rund 10 Prozent.
  • Generative KI schließt die Produktivitätslücke zwischen unterschiedlichen Bildungsniveaus um drei Viertel, zeigt eine Studie des National Bureau of Economic Research . Der Leistungsvorsprung höher Gebildeter sank deutlich, wenn sich Personen mit einem niedrigeren Niveau von der KI unterstützen ließen. Ohne Tools blieben Kompetenzunterschiede weiterhin bestehen.
  • Nutzer werden immer besser darin, KI anzuweisen, aber immer schlechter darin, die Ergebnisse kritisch zu bewerten. Das zeigt der AI Fluency Index von Anthropic. Zwar iterieren 85,7 Prozent der Nutzer und verfeinern ihre Anfragen – diese Gruppe hinterfragt KI-Antworten auch 5,6-mal häufiger. Doch sobald KI ausgefeiltere Outputs wie Dokumente oder Tabellen präsentiert, sinkt die kritische Prüfung deutlich.
 
Mobility
 
Uber will das Betriebssystem des Robotaxi-Marktes werden
 
Der Fahrdienstvermittler gründet eine eigene Geschäftseinheit für autonome Fahrzeuge und setzt auf ein Netzwerk aus mehr als 20 Partnern. Statt selbst Technologie zu entwickeln, will Uber das Betriebssystem des Robotaxi-Marktes werden.
Von Holger Schmidt
Uber hat mit der Gründung von Uber Autonomous Solutions seine bisher ambitionierteste Offensive im Markt für autonome Fahrdienste gestartet. Die neue Geschäftseinheit bündelt alle Initiativen rund um Robotaxis, selbstfahrende Trucks und Lieferroboter und markiert den Wendepunkt einer Strategie, die 2020 mit dem Verkauf der eigenen Technologiesparte begann.
In San Francisco entwirft Uber die Robotaxi Zukunft und verkauft am Ende weniger Autos als Abkürzungen zur Profitabilität. AFP
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Was sonst noch wichtig ist
  • Wayve hat in einer Finanzierungsrunde eine Bewertung von 8,6 Milliarden Dollar erreicht. Nvidia, Microsoft und Uber investierten insgesamt 1,2 Milliarden Dollar. Das 2017 gegründete Start-up entwickelt Software für autonomes Fahren und KI-Modelle und plant mit Uber öffentliche Robotaxi-Tests ab 2026 in London.
  • BMW streicht im 7er das für rund 6000 Euro angebotene Level-3-System, das seit März 2024 hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen bis 60 km/h ermöglichte, aus dem Programm. Ersetzt wird es durch ein günstigeres Level-2-System. Aus dem Unternehmen heißt es, Kosten und Kundennachfrage stünden derzeit nicht im Einklang.
  • Die Bremer Straßenbahn AG setzt seit Februar ein KI-System ein, das aggressives und gefährliches Verhalten in Straßenbahnen in Echtzeit erkennt und Fahrer sowie Leitstelle automatisch informiert. Gesichter werden von der KI verpixelt und die Aufnahmen nur innerhalb des Fahrzeugs verarbeitet und nicht gespeichert. Bis Jahresende sollen rund 40 der mehr als 120 Fahrzeuge mit der Technologie ausgestattet werden.
  • Tesla hat in den USA eine neue, günstigere Variante seines elektrischen Pick-ups Cybertruck für 59.990 Dollar (umgerechnet fast 51.000 Euro) vorgestellt und den Preis des Topmodells Cyberbeast temporär gesenkt. Das Unternehmen reagiert damit auf massiv eingebrochene Verkaufszahlen des Cybertruck im Jahr 2025.
 
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 Illustration: Katharina Hofbauer
J-Kurve: Der KI-Produktivitätsschub ist da - schneller als erwartet
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Buchhaltung, Steuern: Pennylane will mit KI Marktführer DATEV angreifen
In Deutschland: So stark steigt die Nachfrage nach KI-Fachleuten
 
Zitat der Woche
 
„Die Amerikaner sind auf den KI-Tsunami, der auf uns zukommt, sehr schlecht vorbereitet.“
Bernie Sanders
Bernie Sanders, US-Senator  EPA
 
 
 
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