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Anthropic programmiert den KI-Markt neu
Anthropic – das war lange der Name, den man mit dem Zusatz „der OpenAI-Konkurrent“ erklären musste. Unter Entwicklern hat sich diese Hierarchie längst umgekehrt. Und der Rest der Nutzerwelt könnte bald folgen.
Im Dreikampf um die KI-Zukunft ist Anthropic auf der Überholspur unterwegs: Während Google die Masse für sich gewinnt und OpenAI um seine Vormachtstellung kämpft, besetzt Anthropic mit seiner Agentenarchitektur um Claude Code eine Nische, die schnell zum Standard werden könnte. Allein 2025 hat das Unternehmen seinen Umsatz verneunfacht und könnte schon bald mehr als 350 Milliarden Dollar wert sein. Damit kommt Gründer Dario Amodei seinem früheren Arbeitgeber OpenAI gefährlich nahe.
Denn der KI-Markt sortiert sich neu. Und diesmal geht es nicht um das beste Modell, sondern um das beste Produkt für die richtigen Kunden.
Vor fünf Jahren haben Amodei, seine Schwester Daniela und zehn weitere Mitarbeiter OpenAI den Rücken gekehrt und Anthropic als Gegenmodell gegründet. Und seitdem offenbar an den richtigen Stellschrauben gedreht. Der wichtigste Unterschied ist der frühe Fokus auf Geschäftskunden, die rund 80 Prozent der Einnahmen des KI-Unternehmens ausmachen.
Die Strategie zahlt sich aus. Denn die Leistungen der großen Sprachmodelle nähern sich an und werden austauschbarer. Was jetzt zählt, sind langfristige Verträge und Kundenbeziehungen. Anthropic überzeugt hier viele große Namen, zuletzt etwa die Allianz.
Mit Claude Code verlässt die KI das Chatfenster und wird zum Agenten, der eigenständig arbeitet. Claude durchsucht Dateien, erstellt Zusammenfassungen, schreibt Entwürfe und recherchiert. Anthropic hat seine Entwickler-KI mit einem neuen Werkzeug namens „Claude Cowork“ nun massentauglich gemacht.
Der Spaß kostet zwar „nur“ 100 Dollar im Monat, aber dahinter steckt nichts geringeres als die Zukunft der Zusammenarbeit mit KI. Dass dieses Werkzeug von der KI selbstständig in nur eineinhalb Wochen programmiert wurde, erklärt ganz gut, warum nicht nur die Softwareentwickler beim Namen Anthropic glänzende Augen bekommen.
Wie gut die Anthropic-KI schon funktioniert, haben wir vergangene Woche mit der Symbiose aus Claude Code und dem Notiztool Obsidian vorgestellt. Diese Woche werfen wir einen Blick auf das Werkzeug „Enzyme“, das das persönliche KI-Gedächtnis noch zuverlässiger macht.
Viel Spaß bei der Lektüre und beim Ausprobieren wünscht
ServiceNow hat einen dreijährigen Vertrag mit OpenAI geschlossen, um dessen KI-Modelle in seine Unternehmensplattform zu integrieren und Kunden KI-Agenten anzubieten. ServiceNow kündigte erst im vergangenen Monat an, das Cybersicherheits-Start-up Armis für fast 8 Milliarden Dollar zu akquirieren.
Lovable, Cursor und Replit bekommen Konkurrenz: Das indische Start-up Emergent
mit Sitz in San Francisco, das eine KI-gestützte „Vibe-Coding“-Plattform entwickelt, hat weitere 70 Millionen Dollar eingesammelt, weniger als vier Monate nach seiner 23-Millionen-Dollar-Runde.
Der ehemalige Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt forderte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Europa müsse sehr schnell viele Milliarden Euro in ein Open-Source-KI-Modell investieren. Andernfalls drohe die Abhängigkeit von kostenlosen chinesischen KI-Modellen, die ebenfalls auf Open-Source-Technologie basieren.
Das
KI-Start-up Humans&, gegründet von ehemaligen Mitarbeitern von Anthropic, xAI und Google, ist nach einer Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 480 Millionen Dollar bereits 4,48 Milliarden Dollar wert. Humans& will KI-Software entwickeln, die Menschen bei der Zusammenarbeit unterstützt.
Die Zahl der Stellenangebote, die „AI-Agent“-Fähigkeiten erfordern, ist um 1587 Prozent gestiegen, zeigt eine Erhebung der Personalvermittlung Randstad. KI und Automatisierung ersetzen dabei zunehmend Rollen mit geringer Komplexität. Am besorgtesten darüber zeigte sich die Generation Z, während Babyboomer die geringsten Sorgen hatten.
Fast 40 Prozent der durch KI eingesparten Zeit gehen wieder verloren, um fehlerhafte Ergebnisse zu korrigieren, Inhalte umzuschreiben und Ausgaben von generischen Tools zu überprüfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine
globale Studie von Workday. In den meisten Organisationen wurde weniger als die Hälfte der Rollen an die KI-Entwicklung angepasst, sodass viele Mitarbeiter 2025-Tools in 2015-Jobstrukturen verwenden.
Autonom fahrende Shuttles und Busse können Deutschlands öffentlichen Personennahverkehr deutlich verbessern, zeigt eine Studie im Auftrag von DB Regio. Wenn rund eine Million autonome Fahrzeuge in den ÖPNV integriert würden, könnte das die Belastung durch den Straßenverkehr in Städten um bis zu 11 Prozent senken.
Die Bundesregierung hat sich auf Eckpunkte für eine neue Förderung privater Elektroautos
geeinigt, die rückwirkend zum Jahresbeginn Zuschüsse zwischen 1500 und 6000 Euro für den Kauf oder das Leasing von Neuwagen vorsieht. Bis Ende 2028 stehen drei Milliarden Euro für 800.000 Autos zur Verfügung.
Tesla stellt sein Fahrassistenzsystem „Full Self-Driving“ (FSD) in den USA ab dem 14. Februar auf ein reines Abomodell um. Bislang konnten Kunden zwischen einer Einmalzahlung von 8000 Dollar oder einem Abonnement für 99 Dollar pro Monat wählen. In Europa bleibt der Start von FSD weiter offen.
Ein Workflow bei Langdock überwacht ein Mailpostfach, stellt Wenn-dann-Bedingungen dar und formuliert eine mögliche Antwort, die im Entwürfe-Ordner des Postfachs abgelegt wird. Screenshot: Marcus Schwarze/Langdock
NotebookLM hat aus diesem Artikel eine Infografik erstellt. Abzüge in der B-Note gibt’s für ein r zu viel im Wort durchschnittlich, und zwei Bindestriche bei „Schritt für Schritt denken“ würden wir ebenfalls abziehen. Screenshot: Marcus Schwarze/NotebookLM