Digitalwirtschaft
                                                           
Mittwoch, 04.02.2026 | Zur Online Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
DIGITALWIRTSCHAFT
Alles Wichtige zur Entwicklung der digitalen Transformation.
Die Agenten-Ökonomie
Die Plattformökonomie erlebt gerade ihren zweiten Urknall. Der erste kam mit den großen Marktplätzen, App-Stores und Werbenetzwerken, die Netzwerkeffekte in Marktmacht wandelten. Der zweite Knall kommt jetzt mit der Künstlichen Intelligenz.
Die KI befeuert die Plattformwelt, deren Wert sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Aber sie verschiebt auch die Spielregeln, weil sich KI-Agenten als neue Interaktionsschicht über die Plattformen legen. Wer diese Schicht kontrolliert, kontrolliert nicht mehr nur Aufmerksamkeit, sondern Entscheidung und Ausführung.
Autorenbild
Holger Schmidt
Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Unsere Analyse zeigt die alte Ordnung in Reinform. Ein kumulierter Wert von 28 Billionen Dollar konzentriert sich überwiegend in Amerika, mit gewaltigem Abstand zu Asien-Pazifik und Europa. Bisher war diese Dominanz vor allem Kapitalmarkt- und Ökosystemmacht. Doch genau dort setzt die Zäsur an. Wenn Nutzer ihre Absicht nicht mehr in eine Suchanfrage tippen oder den gewohnten Weg zur Plattform der Wahl antreten, sondern einen KI-Agenten beauftragen, wandert der Wettbewerb vom Kampf um Traffic zu einem Wettstreit um Auftragserledigung. Plattformen werden zu Zulieferern, Agenten zu Gatekeepern.
 
Das hat Konsequenzen, die viele Plattformbetreiber noch unterschätzen. In einer Agenten-Ökonomie zählt weniger, wer die beste Oberfläche baut, sondern wer die kontrollierten Schnittstellen bietet, über die Agenten zuverlässig handeln können. Wer sich davon abschottet, riskiert seine Relevanz. Denn Agenten werden nicht loyal sein. Sie werden preis- und regelgetrieben optimieren, plattformübergreifend verhandeln und die Anbieter bevorzugen, die sich in ihren Workflow integrieren lassen.
Damit entsteht eine neue Art von Netzwerkeffekt. Je mehr Agenten handeln, desto mehr Daten, Prozesswissen und Verhandlungsmuster fließen in die Orchestrierung zurück. Das verstärkt Vorsprünge und erhöht die Konzentrationsgefahr. Gewinner sind jene, die den Agenten-Layer stellen oder dominieren. Für Europa ist das die unangenehme Pointe: Wer heute schon überwiegend Nutzer fremder Plattformen ist, droht morgen auch Nutzer fremder Agenten zu werden. Dann geht es nicht mehr um einzelne digitale Produkte, sondern um die strategische Kontrolle über Entscheidungen in Handel, Medien, Arbeit und Bildung.
Regulierung allein wird diese Lücke nicht schließen. Europa braucht eine eigene, skalierbare Agenten-Infrastruktur und Unternehmen, die diese Agenten-Ökonomie verstehen. Sonst bleibt es wie bisher beim Zuschauen, während Maschinen die nächste Machtbalance verhandeln.
Eine spannende Lektüre unseres Briefings wünscht
Holger Schmidt
 
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Plattformen
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Wie KI die globale Machtbalance der Plattformen verschiebt
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Künstliche Intelligenz
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Zitat der Woche
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Elon Musk
Plattformen
 
Wie KI die globale Machtbalance der Plattformen verschiebt
 
Die Plattformökonomie steht vor ihrer tiefgreifendsten Transformation seit dem Aufstieg der großen Digitalkonzerne. Generative KI und KI-Agenten legen gerade einen neuen Layer über bestehende Marktplätze und Ökosysteme.
Von Hamidreza Hosseini, Holger Schmidt
28 Billionen Dollar: So hoch ist der kumulierte Wert der Top-100-Plattformen in aller Welt inzwischen. Das sind rund 30 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und doppelt so viel wie im Jahr 2023. Die Verteilung dieser Werte ist so eindeutig, dass sie als Ausgangsthese reicht: Amerika vereint 86 Prozent der Werte, Asien-Pazifik elf Prozent, Europa knapp zwei Prozent und Afrika rund ein Prozent auf sich. Da die KI-Entwicklung regional höchst unterschiedlich verläuft, wird sie bestehende Ungleichgewichte zwischen Amerika, Europa, Asien-Pazifik und Afrika weiter verschärfen.
 
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Moltbook: Wenn KI-Agenten ihr eigenes Netzwerk gründen
 
Ein soziales Netzwerk nur für Bots – programmiert, ohne dass eine Zeile menschlichen Codes geschrieben wurde, gebaut auf einer quelloffenen Plattform aus Wien. Moltbook fasziniert das Silicon Valley, und verunsichert Fachleute.
Von Marcus Schuler, San Francisco
770.000 registrierte KI-Agenten, 140.000 Beiträge, 680.000 Kommentare – nach einer Woche. Moltbook erinnert an Reddit, funktioniert ähnlich, hat Unterforen und ein Abstimmungssystem. Nur: Menschen dürfen nicht posten. Sie dürfen zuschauen.
Mensch oder Agent? Moltbook soll explizit nur von KI-Agenten genutzt werden. Screenshot FAZ
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Was sonst noch wichtig ist
  • Paypal hat den HP-Chef Enrique Lores zum neuen CEO ernannt und damit Alex Chriss abgelöst. Die Begründung: Das Tempo des Wandels und der Umsetzung habe nicht den Erwartungen des Verwaltungsrats entsprochen. Für das vierte Quartal hatte Paypal schwächere Umsätze und Gewinne als erwartet gemeldet und einen Rückgang beim Jahresgewinn prognostiziert.
  • Palantir wächst immer schneller . Das Softwareunternehmen, dessen wichtigster Kunde die US-Regierung ist, hat im vierten Quartal seinen Umsatz um 70 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar gesteigert. Kritik erntet Palantir aktuell wegen der Kooperation mit der Einwanderungsbehörde ICE.
  • In den USA hat der erste Prozess seiner Art begonnen, in dem Betreibern von Onlineplattformen wie Instagram und Youtube vorgeworfen wird, Kinder und Jugendliche durch süchtig machendes Design ihrer Plattformen psychisch zu schädigen. Eine 20-jährige Frau gibt an, die Sucht nach den Diensten habe Depressionen und andere Störungen bei ihr verursacht.
 
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Künstliche Intelligenz
 
Die KI-Aktien, die jetzt noch durchstarten
 
Der Jahresauftakt zeigt eine klare Zweiteilung an der Börse: Die KI-Welle spült weiter Geld zu Halbleitern, Speicherherstellern und Ausrüstern. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber Softwarekonzernen wie SAP oder Salesforce, die von der KI bedroht werden.
Von Holger Schmidt
Der Januar 2026 hat die Anleger daran erinnert, dass Künstliche Intelligenz kein einheitliches Börsenthema ist, sondern eine Kette aus Technik, Infrastruktur und Anwendungen. Die aktuellen Gewinner sind überwiegend am Anfang der KI-Wertschöpfungskette positioniert: Halbleiter-, Lithographie- und Speicherhersteller profitieren direkt von den weiter wachsenden Investitionsprogrammen der Hyperscaler.
 
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Der VfL Wolfsburg will mit ChatGPT Hunderttausende Euro sparen
 
Der Bundesligist nutzt generative KI in verschiedenen Bereichen – vom Rasen bis zur Personalabteilung. Die Einsparungen sollen in der kommenden Saison im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.
Von Nina Müller
Einer der größten internen Befürworter von Künstlicher Intelligenz beim VfL Wolfsburg ist ausgerechnet der Greenkeeper. Der Mann, der für den Rasen im Stadion verantwortlich ist, filmt Problemstellen auf dem Spielfeld, beschreibt per Spracheingabe, was er sieht, und lässt sich von einem maßgeschneiderten ChatGPT-Assistenten beraten.
Die Fans hoffen auf Punkte und der VfL Wolfsburg hofft mit ChatGPT auf Hunderttausende Euro weniger Kosten. Picture Alliance
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Wenn KI direkt in die physische Welt eingreift
 
 Roboter, Maschinen, Fahrzeuge – ausgestattet mit KI, autonom und effizient unterwegs. „A once-in-a-generation opportunity“ für Europa nennt Nvidia-CEO Jensen Huang diese Entwicklung. Physical AI bringt Science-Fiction-Szenarien in reale Fabrikhallen, Lager und Straßen.
Von Lina Böcker
Was vor wenigen Jahren nach Zukunftsmusik klang, wird zum Bestandteil industrieller und medizinischer Routinesysteme, die nicht nur Empfehlungen aussprechen, sondern Roboterarme steuern, Fahrzeuge lenken oder hochpräzise Eingriffe im Operationssaal unterstützen. Aber welche rechtlichen, regulatorischen und risikobezogenen Rahmenbedingungen gelten? Es stellen sich völlig neue Fragen.
An der Charité führt die KI keine Debatten, sondern Instrumente, und plötzlich wird aus Innovation eine Haftungsfrage in Echtzeit. Picture Alliance
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Podcast: DeepL-Chef: „Das ist ein hartes Rennen“
Von Peter Buxmann, Holger Schmidt
Podcast: DeepL-Chef: „Das ist ein hartes Rennen“

 
DeepL war einst der unangefochtene Star der Übersetzung. KI-Anbieter wie Google oder Open AI haben aber aufgeholt. Jarek Kutylowski, Gründer von DeepL, spricht im Podcast über die Vorteile der Spezialisierung, die Bedeutung der KI-Agenten und darüber, warum das Rennen gerade erst beginnt.
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Anthropic wagt sich mit KI-Assistent in die Rechtsbranche
 
Anthropic tritt erstmals direkt im Rechtsmarkt auf und bringt ein System, das juristische Dokumente eigenständig prüfen kann. Das ist ein Wendepunkt für Legal Tech:  KI-Modelle wie Claude halten Einzug in Kanzleien.
Von Holger Schmidt
Anthropic – bislang vor allem als Entwickler des KI-Chatbots „Claude“ bekannt – vollzieht einen strategischen Schritt in die Rechtsbranche. Das Unternehmen hat neue spezialisierte Funktionen seines KI-Systems angekündigt, die sich gezielt an Juristen richten.
Der Paragraph am Arm wirkt wie Handwerk, im Hintergrund jedoch übernimmt die Maschine.** Picture Alliance
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Das größte Problem der KI: die Vergesslichkeit
 
Die KI-Branche arbeitet seit Jahren an einem fundamentalen Problem: Sprachmodelle haben kein echtes Gedächtnis. Trotz vielversprechender Forschungsansätze wie Googles Titans-Architektur ist die Lösung schwieriger als gedacht. Gleichzeitig zeigt Claude Code, was KI bereits mit Notizen erreichen kann.
Von Marcel Weiß
Wer regelmäßig mit Gemini, ChatGPT oder Claude arbeitet, kennt das Problem: Jedes neue Gespräch beginnt bei null. Die KI hat keine Ahnung, woran man gestern gemeinsam gearbeitet hat. Sie weiß nicht, welche Programmiersprache man bevorzugt, welche Projekte gerade laufen oder welchen Kontext man ihr vor zwei Wochen gegeben hat. Man fühlt sich wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Jeden Tag dasselbe erklären. So haben wir es vor mittlerweile zwei Jahren, im Februar 2024, beschrieben.
Das Puzzle wirkt komplett, doch ohne echtes KI-Gedächtnis setzt jeder neue Dialog wieder am Randstück an. Yvonne Röder/Plainpicture
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Was sonst noch wichtig ist
  • Elon Musk verschmilzt das Raumfahrtunternehmen SpaceX mit dem KI-Entwickler xAI. Das kombinierte Unternehmen soll mit 1,25 Billionen Dollar bewertet werden. Musk begründete die Fusion mit dem Plan, Rechenzentren im Weltall zu betreiben, die für KI-Dienste genutzt werden.
  • Nvidia steht laut Bloomberg kurz vor einer Beteiligung von rund 20 Milliarden Dollar an OpenAI. Es wäre die bislang größte Einzelinvestition des Chipherstellers. Die Investition ist Teil einer 100-Milliarden-Finanzierungsrunde, die OpenAI gerade verhandelt.
  • Google integriert mehr Gemini-Features in den Chrome-Browser. Die neue Funktion „Auto Browse“ können zunächst ausschließlich Abonnenten von Google AI Pro und Google AI Ultra in den USA nutzen. Damit lassen sich komplexe mehrstufige Prozesse durchführen: zu Hotel- und Flugpreisen recherchieren, Termine vereinbaren oder umfangreiche Online-Formulare ausfüllen.
  • Taiwans Wirtschaft wuchs 2025 um 8,6 Prozent, so stark wie seit 15 Jahren nicht. Treiber ist der KI-Boom mit hohen Chip- und Serverexporten, angeführt von TSMC als weltgrößtem Auftragsfertiger und Kunden wie Nvidia. Die Exporte stiegen um fast 35 Prozent, Lieferungen in die USA um 78 Prozent.
 
Mobility
 
Deutsche bevorzugen billige Autos, Chinesen digitale Technik
 
Beheizte Gurte und ein leuchtender Stern, aber kein autonomes Fahren: Während die Asiaten Software und KI im Auto nachfragen, bleiben die Deutschen konservativ – und schauen bevorzugt auf den Preis.
Von Holger Schmidt
Als Mercedes angekündigt hat, autonomes Fahren nach Level drei nicht in die neue S-Klasse einzubauen, war die Verwunderung groß: Da hat ein deutscher Hersteller einen Innovationsvorsprung in einem Zukunftsmarkt und nutzt ihn dann nicht? Dabei liegt Mercedes mit der Einschätzung richtig: Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Zahlungsbereitschaft für Hightech im Auto so gering wie in Deutschland. Und nirgendwo sonst ist der Preis so wichtig für die Kaufentscheidung.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Alphabets Robotaxi-Tochter Waymo hat mehr als 16 Milliarden Dollar frisches Kapital in einer Finanzierungsrunde eingesammelt. Das Unternehmen ist damit nun mehr als 126 Milliarden Dollar wert. Im Jahr 2026 will Waymo seinen Fahrdienst auf elf weitere US-Städte sowie London ausweiten.
  • Der chinesische E-Autohersteller BYD verliert im Heimatmarkt an Boden. Im Januar sanken die Verkäufe um 30 Prozent, Geely überholte BYD als größten Anbieter. Auslaufende Förderungen, höhere Steuern und Vorzieheffekte belasten den Absatz. Der Export gewinnt an Bedeutung, während Expansion und schwache Inlandsnachfrage die Risiken erhöhen.
  • Tesla will bei seinen Robotaxis vor allem mit dem Preis überzeugen. Eine Fahrt in San Francisco kostet durchschnittlich 8,17 Dollar. Damit ist Tesla deutlich günstiger als Waymo, Uber und Lyft. Mit durchschnittlich 15,32 Minuten warten Teslas Kunden jedoch am längsten auf ihr Taxi, zeigt eine Analyse von mehr als 94.000 Fahrten.
 
Zukunft der Arbeit
 
Das Narrativ der KI-Entlassungen
 
KI beherrscht die Schlagzeilen als Innovationsmotor, aber auch als Grund für Stellenstreichungen. Doch meist stehen hinter den Ankündigungen nicht tatsächlich erreichte, sondern nur erwartete Produktivitätseffekte.
Von Holger Schmidt
Seit der Einführung generativer KI-Modelle, die etwa hinter ChatGPT, Claude oder Gemini stehen, sprechen immer mehr CEOs von einem tiefgreifenden Wandel in der Wissensarbeit. Amazon, JP Morgan Chase, IBM, Klarna und viele andere haben angedeutet, dass KI einen spürbaren Einfluss auf ihre Personalplanung habe und zum Abbau Tausender Stellen führe. Doch eine neue Studie von Thomas H. Davenport und Laks Srinivasan stellt dieses Narrativ infrage.
Eine Studie zeigt: Nur wenige Unternehmen können Entlassungen auf konkrete KI-Implementierungen zurückführen. Bloomberg
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Geringqualifizierte müssen die größten Kompetenzsprünge machen
 
Künstliche Intelligenz ersetzt die Menschen nicht, verändert aber ihre Jobs und verlangt Weiterbildung in nie gekannter Intensität. Eine Analyse zeigt nun: Besonders hoch ist die Anpassungslast für Geringqualifizierte.
Von Holger Schmidt
Die Fähigkeit, Künstliche Intelligenz anzuwenden, entwickelt sich zur Standardqualifikation, da kaum ein Bürojob künftig ohne KI erledigt wird. Der Anteil der Stellenausschreibungen, in denen KI-Kenntnisse verlangt werden, steigt gerade sprunghaft an. Eine neue Analyse der Wharton-Universität zeigt dabei allerdings erhebliche Unterschiede, denn in Stellenausschreibungen verändern sich Anforderungen besonders stark dort, wo Löhne niedrig sind und formale Bildungsanforderungen gering.
 
Weiterlesen
 
Was sonst noch wichtig ist
  • Eine neue Studie des King’s Trust zeigt eine wachsende Verunsicherung junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Mehr als die Hälfte der 16- bis 25-Jährigen fürchtet, dass KI ihre Jobchancen verschlechtert. Viele empfinden den Einstieg ins Berufsleben als unsicher, klagen über mangelnde Perspektiven und fühlen sich auf den Strukturwandel unzureichend vorbereitet.
  • Dow streicht rund 4500 Stellen und setzt stärker auf Automatisierung und KI. Das Programm „Transform to Outperform“ soll die operative Ergebnisbasis um mindestens zwei Milliarden Dollar verbessern, vor allem durch Produktivitätsgewinne. Auslöser sind schwache Nachfrage und ein deutlicher Kursrückgang. Einmalige Kosten bis zu 1,5 Milliarden Dollar sind eingeplant.
  • Ein Experiment von Anthropic mit 52 Softwareentwicklern deutet darauf hin, dass KI-Assistenz den Lernerfolg beim Programmieren mindert. Teilnehmer mit KI-Unterstützung waren zwar schneller, schnitten in einem Quiz aber um fast zwei Notenstufen schlechter ab als jene ohne KI. Entwickler, die KI für konzeptionelle Fragen und Erklärungen nutzten, erzielten jedoch höhere Scores als Teilnehmer, die nur Code generieren ließen.
 
Gadget
 
Europäische Alternativen für US-Software – von Microsoft bis Netflix
 
Google, Amazon, Paypal, Microsoft, Open AI – so gut wie alle wichtigen großen Techunternehmen sind in den USA ansässig. Mit dem Datenschutz nehmen es die Amerikaner oft nicht so genau. Doch es gibt Alternativen.
Von Marcus Schwarze
Wer von amerikanischen Diensten loskommen möchte, findet im Netz mittlerweile zahlreiche europäische Anbieter. Eine wachsende Bewegung sagt sich von den US-Diensten los. Hintergrund ist der Wunsch nach mehr europäischer Souveränität.
Ecosia taugt als alternative Suchmaschine zu Google. Screenshot: Marcus Schwarze/Ecosia
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Prompt der Woche
 
Was Humanizer leisten und was nicht
 
Wer mit KI-Hilfe Texte generiert, erwartet in der Regel Beiträge in natürlicher Sprache, ohne dass sie künstlich wirken. Sogenannte Humanizer versprechen, die Sprache zu vermenschlichen.
Von Marcus Schwarze
Ein Mythos ist, dass man KI-generierte Texte an der Verwendung von Gedankenstrichen „–“ statt Silbenstrichen „-“ erkennt und an der Angabe eines Fazits am Schluss des Textes. Die korrekte Verwendung des Bindestrichs ist im deutschen Sprachraum üblich – sie hat sich nur nicht überall durchgesetzt. Und ein Fazit am Schluss ist kein Indiz für den Einsatz von KI, sondern oft ein Dankeschön des Autors an den Leser, der bis zum Schluss durchgehalten hat und mit einer Zusammenfassung aus dem Beitrag entlassen werden darf.
Quillbot hat als Humanizer hier den Anfang dieses Textes überarbeitet – nicht unbedingt zum Besseren. Screenshot: Marcus Schwarze/Quillbot
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Top 5: Unsere meistgelesenen Artikel
 
KI-Top 5
 Illustration: Katharina Hofbauer
Datev im Interview: „ChatGPT löst sogar hochkomplexe Steuerberaterprüfungen“
Von Clawdbot zu Moltbot: Der Assistent, der nie schläft
Das Quanten-Dilemma: Bitcoin steht vor einer kulturellen Zerreißprobe
Gadget: NotebookLM und Gemini: Die persönliche KI-Wissenszentrale
Entscheidungshilfe: Wie Menschen ChatGPT wirklich nutzen
 
Zitat der Woche
 
„Auf zu den Sternen!“
Elon Musk
Elon Musk, CEO von SpaceX und xAI  Reuters
 
 
 
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Carsten Knop, Berthold Kohler
 
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