Digitalwirtschaft
                                                           
Mittwoch, 17.12.2025 | Zur Online Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
DIGITALWIRTSCHAFT
Alles Wichtige zur Entwicklung der digitalen Transformation.
Eine Generation auf Entzug
Neun von zehn Tiktok-Nutzern wollen zurück zum Algorithmus – obwohl er sie süchtig macht. Australiens Social-Media-Verbot für Kinder ist die radikale Antwort auf ein Problem, das die Techkonzerne selbst geschaffen haben. Höchste Zeit, dass sie Verantwortung übernehmen.
Seit einer Woche beschäftigt die Welt die Frage, ob wir Social Media nicht einfach verbieten können. Die Antwort ist kompliziert: Das weltweit erste Social-Media-Verbot für unter Sechzehnjährige in Australien zeigt, wie schnell Jugendliche von Plattformen wie Tiktok zu Lemon8 und von Instagram zu Yope wechseln. Doch die Umgehbarkeit macht das Verbot nicht falsch – auch Jugendschutzgesetze bei Alkohol funktionieren nicht perfekt, setzen aber eine gesellschaftliche Norm. Genau das leistet Australien: Es erklärt Social Media in seiner jetzigen Form für inakzeptabel.
Autorenbild
Nina Müller
Redakteurin für Newsletter und Verticals.
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Eine Studie der Universität Amsterdam zeigt, warum dieser Schritt überfällig war. Als 88 Tiktok-Nutzer in einem Experiment auf einen nicht personalisierten Feed umsteigen mussten, sank ihre tägliche Nutzungsdauer um 40 Minuten. Sie öffneten die App fünfmal seltener und berichteten von deutlich mehr Kontrolle. Doch neun von zehn wollten sofort zurück zum personalisierten Feed – obwohl sie angegeben hatten, weniger Social Media nutzen zu wollen. Das ist Sucht in Reinform. Und sie trifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern Erwachsene gleichermaßen.
Die Techkonzerne reagieren mit Alibi-Argumenten auf das Verbot. Meta warnt vor „Isolation“, Snapchat vor „Trennung von Freunden“. Dabei sind Messenger-Dienste ohne Empfehlungsalgorithmus gar nicht vom Verbot betroffen. Diese Behauptungen kommen von Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Verweildauer basiert. Je länger Nutzer auf der Plattform bleiben, desto mehr Werbung lässt sich verkaufen. Diese Verweildauer verlängern sie mit Mechanismen wie Infinite Scrolling, Autoplay und hyperpersonalisierten Algorithmen.
Genau deshalb ist Australiens Verbot richtig. Es ist kein Allheilmittel, aber ein Signal an die Branche: Wenn Techkonzerne nicht handeln, werden Regierungen weltweit zu drastischen Maßnahmen greifen. Malaysia hat bereits angekündigt, 2026 nachzuziehen. Neuseeland, Norwegen und Frankreich diskutieren ähnliche Schritte. Die Konzerne stehen vor der Wahl: Entweder sie gestalten ihre Produkte grundlegend um, indem sie süchtig machende Features abschaffen, Algorithmen auf Informationswert statt Verweildauer optimieren und echte Kontrolle statt Scheinoptionen bieten. Oder die Politik wird es für sie tun. Land für Land, mit unkalkulierbaren Folgen für ihr Geschäftsmodell.
Eine gute Lektüre wünscht
Nina Müller
 
Die Themen in diesem Newsletter
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CEOs sehen KI als Strategieprojekt – und investieren 2026 mehr
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Wie der Preisverfall der KI Märkte und Wettbewerb transformiert
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Nachfrage nach KI-Kompetenz wächst gegen den Trend
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Generative KI macht den Job für junge Menschen stressiger
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Australiens großes Experiment mit der digitalen Kindheit
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Drei Wege, wie Unternehmen Schatten-KI bekämpfen
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Was sonst noch wichtig ist
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Schluss mit Formeln: Die besten KI-Alternativen für Excel
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Welche KI-Assistenten helfen, privat produktiver zu sein
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Sergey Brin
 
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Künstliche Intelligenz
 
CEOs sehen KI als Strategieprojekt – und investieren 2026 mehr
 
Führungskräfte sehen KI nicht mehr nur als kurzfristiges Effizienzprojekt. In der nächsten Welle werden Kernprozesse neu verdrahtet. Weil das komplexer und riskanter ist, werden diese Programme auf Vorstandsebene gesteuert.
Von Holger Schmidt
Die Investitionen in Künstliche Intelligenz haben in den vergangenen zwei Jahren globale Kapitalmärkte befeuert. Doch der operative Ertrag hinkt vielerorts hinterher. Weniger als die Hälfte der laufenden KI-Projekte erwirtschaftet bislang eine positive Rendite. Trotzdem halten die Vorstandsetagen Kurs. Für das Jahr 2026 planen 68 Prozent der befragten Vorstandsvorsitzenden, ihre Ausgaben für KI weiter zu erhöhen.
 
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Wie der Preisverfall der KI Märkte und Wettbewerb transformiert
 
Künstliche Intelligenz erlebt einen rasanten Preisverfall. Das macht bislang undenkbare Anwendungen rentabel und setzt etablierte Geschäftsmodelle unter Druck.
Von Holger Schmidt
Das Jahr 2025 wird in die Wirtschaftsgeschichte als das Jahr eingehen, in dem die Ökonomie der Intelligenz gekippt ist. Wir erleben derzeit eine Marktverschiebung, die in ihrer Geschwindigkeit und Brutalität an den Zusammenbruch der Bandbreitenkosten in den frühen Nullerjahren erinnert. Nur dass der Rohstoff diesmal nicht Glasfaser, sondern kognitive Kapazität ist. Wir erleben eine Industrie im Hyperwettbewerb, in der sich das einstige Oligopol der wenigen KI-Labore in einen fragmentierten und radikal deflationären Basar verwandelt hat.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Open AI verhandelt mit Amazon über eine Beteiligung, die zehn Milliarden Dollar übersteigen könnte. Teil des Pakets wäre der Einsatz von Amazons eigenen KI-Chips. Nach der Neuordnung der Microsoft-Partnerschaft kann Open AI freier Kapital aufnehmen. Amazon würde damit seine Position im globalen KI-Wettlauf weiter ausbauen.
  • Open AI startet mit ChatGPT Images ein neues Tool zur Bildgenerierung und -bearbeitung in der App und reagiert damit auf Googles erfolgreichen Nano Banana. Das Feature verspricht effizientere kreative Workflows, wirft aber Fragen zu Urheberrecht, Datenschutz, Sprachunterstützung und lokaler Nutzung in Unternehmen auf.
  • Databricks setzt weiter auf privates Wachstum statt auf einen Börsengang. Der Daten- und KI-Spezialist sammelte mehr als vier Milliarden Dollar in einer Series-L-Runde ein und wird nun mit 134 Milliarden Dollar bewertet. Investoren setzen auf Plattformen für KI-Agenten, Datenbanken und Enterprise-Anwendungen.
  • Die Trump-Administration hat die Initiative „U.S. Tech Force“ angekündigt. Über das Programm sollen rund 1.000 Ingenieure und Spezialisten eingestellt werden, die über zwei Jahre an KI-Infrastruktur und anderen Technologieprojekten in Bundesbehörden arbeiten werden. Die Jahresgehälter liegen voraussichtlich zwischen 150.000 und 200.000 Dollar.
 
Zukunft der Arbeit
 
Nachfrage nach KI-Kompetenz wächst gegen den Trend
 
Obwohl viele Unternehmen mit Einstellungen zögern, legt der Anteil der Stellenanzeigen, die KI-Fähigkeiten voraussetzen, zu. Das Wachstum verschiebt sich von Techjobs auf Personalwesen, Marketing und Finanzen.
Von Holger Schmidt
Deutschlands Wirtschaft geht ins vierte Jahr der Stagnation. Entsprechend halten sich immer mehr Unternehmen mit Neueinstellungen zurück. Eine gute Nachricht für Arbeitssuchende gibt es aber doch: Wer KI-Fähigkeiten mitbringt und sie am besten noch mit Fachkenntnissen kombinieren kann, hat auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen. In vielen Branchen hat sich der Anteil der Stellenausschreibungen, in denen KI-Fähigkeiten gefordert werden, in diesem Jahr verdoppelt. Zusätzlich gefragt sind aber weniger die Modellentwickler und Coder, sondern die Menschen, die KI in ihren Berufen effektiv einsetzen, Prozesse in Richtung der KI-Agenten anpassen und die Qualität der KI-Leistungen beurteilen können, zeigt eine Untersuchung der Jobbörse Indeed für Deutschland.
 
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Generative KI macht den Job für junge Menschen stressiger
 
Junge Erwerbstätige freuen sich über Entlastungen dank KI. Doch automatisiert werden vor allem „Pausenaufgaben“, während gewonnene Freiräume mit neuen Anforderungen gefüllt werden.
Von Holger Schmidt
Neue Untersuchungen zeigen, dass die rasante Einführung generativer KI in Unternehmen zwar die Produktivität junger Mitarbeiter erhöhen kann, gleichzeitig jedoch zu einem Anstieg des Technostresses führt. Darunter verstehen Fachleute negativen Stress, der durch den Umgang mit neuen Technologien entsteht.
Mehr Arbeit statt Kaffeepause: Dank KI gewonnene Freiräume werden mit neuen Aufgaben gefüllt. Picture Alliance
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Was sonst noch wichtig ist
  • Psychologische Sicherheit ist für 83 Prozent der Führungskräfte ein zentraler Erfolgsfaktor bei KI-Initiativen, zeigt eine Studie von Infosys und dem MIT. Viele Beschäftigte zögern aus Angst vor Kritik, mit KI zu experimentieren oder Verantwortung zu übernehmen. Das bremst Innovation, Produktivitätsgewinne und die breite Einführung von KI.
  • Der Einsatz von KI nimmt am Arbeitsplatz deutlich zu, zeigt eine Gallup-Erhebung. Besonders stark ist die Nutzung in wissensintensiven Berufen: Rund 50 Prozent der Tech-Beschäftigten, 33 Prozent im Finanzsektor und 30 Prozent in professionellen Dienstleistungen nutzen KI mindestens wöchentlich. Im Handel, in der Industrie und im Gesundheitswesen liegt der Anteil deutlich darunter.
  • Fast die Hälfte der Gen-Z-Beschäftigten verschweigt ihren KI-Einsatz im Job. Laut einer Slingshot-Umfrage tun 48 Prozent dies aus Angst vor Bewertung oder dem Vorwurf, Abkürzungen zu nehmen. Ältere Generationen verheimlichen KI-Nutzung seltener aus Unsicherheit.
 
Plattformökonomie
 
Australiens großes Experiment mit der digitalen Kindheit
 
Die Politik feiert die Befreiung von den Techkonzernen, die Eltern freuen sich über mehr Ruhe. Und die Jugendlichen? Weichen auf andere Plattformen aus. Über das größte „Whack-a-Mole“ der Internetgeschichte.
Von Johannes Winkelhage
Es war ein Dienstag, der in die Geschichte des Internets eingehen wird. Als am 10. Dezember 2025 in Australien die Sonne aufging, erwarteten viele Eltern einen digitalen Weltuntergang, einen Aufschrei ihrer Kinder, deren virtuelle Lebensadern gekappt wurden. Doch was folgte, war keine Stille, sondern eine massive, chaotische und zutiefst menschliche Ausweichbewegung. Denn Australien hat als erste westliche Demokratie den Schalter umgelegt: Kein Social Media mehr für unter Sechzehnjährige. Zumindest war das der Plan.
Von Tiktok zu „Coverstar“: Kinder und Jugendliche haben schnell Alternativen gefunden. AP
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Von der Prompt-Playlist zum Liebes-Algorithmus
 
Die Menschen haben weniger Lust auf Social Media. Deshalb greifen die Anbieter zur Hyperpersonalisierung: mit Playlists und Timeline nach Prompt bis zum Algorithmus, der auf Basis der Fotogalerie das perfekte Date sucht.
Von Nina Müller
Zwei Stunden und 20 Minuten. So viel Zeit verbringen wir täglich mit sozialen Medien. Eine Ursache sind die Empfehlungsalgorithmen, die uns auf Instagram, Tiktok oder Youtube genau die Inhalte vorsetzen, die wir sehen wollen. Die Personalisierung ist seit Jahren ein Erfolgsrezept. Jetzt experimentieren die Anbieter mit generativer KI und suchen neue Möglichkeiten, die Plattformen zum Paradies der Nutzerbedürfnisse zu machen. Künftig könnte es auf Spotify etwa heißen: „Erstell mir eine Playlist mit der Musik meiner Topkünstler der vergangenen fünf Jahre, aber nur mit unbekannten Liedern, die ich noch nie gehört habe.“
„Spotify, erstell mir eine Playlist nach Wunsch“. Dieses Feature wird gerade in Neuseeland getestet. Spotify
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Was sonst noch wichtig ist
  • Google Maps bringt nach Protesten von Wintersportlern seine Ski-Funktionen zurück. Pisten, Lifte und Hütten sind wieder sichtbar, nun auf Basis aktualisierter Satellitendaten und Resort-Informationen. Vorerst wird nur eine begrenzte Zahl von Skigebieten in Europa und Nordamerika unterstützt.
  • Der globale Internet-Traffic ist in diesem Jahr um 19 Prozent gewachsen, doch der Großteil des Wachstums stammt von Bots. Diese automatisierten Zugriffe lagen im Schnitt 7 Prozent über dem menschlichen Traffic. Allein der Googlebot verursachte 4,5 Prozent aller HTML-Anfragen, ergab eine Cloudflare-Untersuchung.
 
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Mobility
 
Was, wenn VWs Paradigmenwechsel nur in Hefei gelingt?
 
 Das Scheitern der Cariad offenbarte die strukturellen Schwächen des deutschen Innovationssystems. Die „zweite Zentrale“ in China zeigt, wie der Wandel zur Informationsökonomie doch noch gelingen kann – aber zu welchem Preis für Deutschland?
Von Andreas Boes, Barbara Langes, Sebastian Stoll
Die strategische Neuausrichtung von Volkswagen in China ist weit mehr als eine regionale Marktoffensive. Sie ist das pragmatische Eingeständnis, dass der digitale Paradigmenwechsel im Heimatmarkt Deutschland strukturell blockiert ist. Während die Softwaretochter Cariad in Deutschland als Dienstleister der etablierten Marken und in ihren veralteten Prozessen erstickte, schafft VW in Hefei mit der „Volkswagen China Technology Company“ (VCTC) ein „befreites Labor“. Dieser radikale Gegenentwurf zur gescheiterten Deutschlandstrategie offenbart die grundlegenden Voraussetzungen für den Wandel zur Informationsökonomie – und stellt den deutschen Industriestandort vor eine existenzielle Frage.
Die Volkswagen Anhui Automotive Company Limited in der ostchinesischen Provinz Anhui dpa
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Teslas Robotaxis erstmals ohne Sicherheitsfahrer unterwegs
 
In Texas fahren Teslas Elektroautos erstmals vollkommen autonom, also ohne Sicherheitsfahrer. Dieser Meilenstein in Teslas Robotaxi-Programm hat die Börse begeistert: Die Aktie sprang auf ein neues Jahreshoch.
Von Holger Schmidt
Sechs Monate nach dem Start des ersten Robotaxi-Pilotprojekts in Austin, Texas hat Tesla menschliche Sicherheitsfahrer aus den Autos verbannt. Seit Juni betreibt Tesla dort einen begrenzten Fahrdienst mit eigenen Elektroautos vom Typ Model Y, ausgestattet mit dem „Full Self-Driving“ (FSD) Autopilotsystem. Allerdings saß bisher stets ein Mitarbeiter auf dem Beifahrersitz, der notfalls eingreifen konnte. In einem am Wochenende veröffentlichten Beitrag auf seiner Plattform X verkündete Elon Musk nun: „Testing is underway with no occupants in the car“ – die Testfahrzeuge sind also erstmals komplett ohne Personen an Bord unterwegs.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Waymo, die Alphabet-Tochter für autonomes Fahren, verhandelt über eine neue Finanzierungsrunde von mehr als 15 Milliarden Dollar. Die Bewertung könnte auf bis zu 110 Milliarden Dollar steigen. Das Geld soll den schnellen Ausbau des Robotaxi-Geschäfts finanzieren. Waymo gilt im US-Markt als technologischer und operativer Spitzenreiter.
  • China hat erstmals zwei Serienfahrzeuge mit Level-3-Autonomiefunktionen zugelassen. Die Elektrolimousinen der staatlichen Hersteller Changan und BAIC dürfen in definierten Zonen von Peking und Chongqing teilautonom fahren. Die Entscheidung gilt als Meilenstein für Chinas Ambitionen, beim autonomen Fahren weltweit eine Führungsrolle zu übernehmen.
  • Ford zieht sich wegen schwacher Nachfrage teilweise aus dem Elektroauto-Geschäft zurück und setzt stärker auf den KI-Boom. Ein Batterie­werk in Kentucky wird für Stromspeicher für Rechenzentren umgebaut. Der Strategiewechsel kostet Ford 19,5 Milliarden Dollar, soll aber ein neues Geschäftsfeld im stark wachsenden Markt für KI-Infrastruktur eröffnen.
  • Rivian hat seine Autonomie-Strategie vorgestellt, die Custom-Chips in 5-Nanometer-Technologie, Lidar-Sensoren und eine mögliche Expansion in den Robotaxi-Markt beinhaltet. Das Unternehmen will Anfang 2026 seine freihändige Fahrassistenz „Universal Hands-Free“ auf mehr als 3,5 Millionen Meilen Straßen in den USA und Kanada ausweiten.
  • Der Lidar-Spezialist Luminar hat in den USA Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Auslöser war der Verlust eines wichtigen Liefervertrags mit Volvo. Das Unternehmen will nun sein Lidar-Geschäft verkaufen und eine Halbleiter-Tochter veräußern. Der Fall zeigt den wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Zulieferer für autonomes Fahren.
 
Transformation
 
Drei Wege, wie Unternehmen Schatten-KI bekämpfen
 
In vier von zehn deutschen Unternehmen nutzen Mitarbeiter heimlich private KI-Dienste. Wer KI verbietet, fördert Schatten-IT. Wer sie unreguliert lässt, riskiert Datenabfluss. Der Ausweg liegt im technischen Design.
Von Marcus Schuler, San Francisco
Wer seinen Mitarbeitern Zugang zu großen Sprachmodellen gibt, trifft eine strategische Entscheidung über Souveränität, Kosten und Risiko. Die meisten deutschen Unternehmen haben diese Entscheidung noch nicht getroffen. Ihre Mitarbeiter schon.
Wenn das Mahnschreiben plötzlich in ChatGPT landet, kann das für Unternehmen zum Problem werden. Picture Alliance
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Bornschein trifft Nicole Büttner – KI first, Bedenken second?
Von Christoph Bornschein
Bornschein trifft Nicole Büttner – KI first, Bedenken second?

 
An der Schnittstelle von Technologie, Wirtschaft und Politik geht es auch um gesellschaftliche Grundsatzfragen. Doch den politischen Extremen fehlen die Konzepte, und das Zentrum lähmt sich mit der Verwaltung des Stillstands. Ist das die Chance der guten alten liberalen Idee?
Weiterlesen
 
Was sonst noch wichtig ist
  • Intel verhandelt über die Übernahme des KI-Chip-Unternehmens Samba Nova Systems für rund 1,6 Milliarden Dollar. Die Akquisition würde Intels KI-Fähigkeiten mit der Integration von Samba Novas spezialisierten Chip-Design erheblich stärken. Das 2017 von Stanford-Professoren gegründete Unternehmen wurde 2021 noch mit 5 Milliarden Dollar bewertet.
  • Mehr als 80 Prozent der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau messen KI mittlere bis hohe strategische Bedeutung bei. In der Branche setzen 43 Prozent bereits KI- und Machine-Learning-Lösungen ein, während 53 Prozent dank KI mit einem Umsatzplus von bis zu fünf Prozent in den kommenden drei Jahren rechnen. Das zeigt eine Umfrage des VDMA.
 
Gadget
 
Schluss mit Formeln: Die besten KI-Alternativen für Excel
 
Excel von Microsoft gilt als Fluch und Segen zugleich. Mit den richtigen KI-gestützten Alternativen lassen sich komplexe Tabellen in natürlicher Sprache bearbeiten. So geht’s.
Von Marcus Schwarze
Microsoft hat sein jahrzehntealtes Excel zwar mit KI-Funktionen versehen, doch der KI-Copilot bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zu häufig versteht die Anwendung die Prompts falsch oder gar nicht und produziert Fehler. Medienberichten zufolge hat Microsoft sogar seine Verkaufsziele für den Copilot zurückgefahren, weil die KI seltener genutzt wird als erhofft. Dabei bietet Künstliche Intelligenz ein breites Anwendungsfeld für Daten, die in Tabellen aufbereitet sind.
Einfach eine umfangreiche CSV-Datei hochgeladen, schon erstellt die Anwendung ein komplettes Dashboard mit hervorgehobenen Erkenntnissen, Balkengrafiken und Kurvendarstellungen. Screenshot: Marcus Schwarze/Bricks
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Prompt der Woche
 
Welche KI-Assistenten helfen, privat produktiver zu sein
 
Nicht nur im Job, auch privat können KI-Assistenten das Leben produktiver machen. Sie unterstützen beim Heimwerken oder erklären Kunst im Museum.
Von Marcus Schwarze
Rund zwei von drei Deutschen nutzen mittlerweile generative KI-Tools wie ChatGPT oder Google Gemini. Doch die meisten beschränken sich auf einfache Fragen oder berufliche Anwendungen. Dabei lässt sich die Technologie auch im Privatleben gezielt einsetzen: als Kunstführer im Museum, als Heimwerkermentor oder als Märchenerzähler, der Kinder in die Geschichte einbindet. Der Schlüssel liegt in sogenannten KI-Agenten, die der Maschine eine klare Rolle zuweisen und so aus einem allgemeinen Sprachmodell einen spezialisierten Assistenten machen.
Was hat es mit dem Bild auf sich? Als Kunsthistoriker untersucht der Assistent ein hochgeladenes Werk von Piet Mondrian. Screenshot: Marcus Schwarze/TypingMind
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Zitat der Woche
 
Ich würde nicht zu vergleichender Literaturwissenschaft wechseln, weil du denkst, KI sei gut im Programmieren. Denn die KI ist wahrscheinlich noch besser in vergleichender Literaturwissenschaft.
Sergey Brin
Google-Mitgründer Sergey Brin vor Stanford-Studenten  EPA
 
 
 
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