Digitalwirtschaft
                                                           
Mittwoch, 11.02.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
DIGITALWIRTSCHAFT
Alles Wichtige zur Entwicklung der digitalen Transformation.
Wenn die Schlauen schlauer werden
Künstliche Intelligenz treibt einen Keil durch die Gesellschaft: Auf der einen Seite die Mahner und Ignoranten, die KI fürchten, keinen Nutzen darin sehen (können oder wollen) oder sich schlicht abgehängt fühlen.
Auf der anderen Seite die Menschen, die sich von der KI die Routinetätigkeiten, die Suche nach Informationen oder die Analyse von Daten, abnehmen lassen. Da die KI jeden Tag ein bisschen besser wird, wird auch der Spalt – und damit der Kulturkampf zwischen den beiden Lagern – stetig größer.
Autorenbild
Holger Schmidt
Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Neue Zahlen zeigen, dass die Mahner und Ignoranten in Deutschland klar in der Mehrheit sind. Der Anteil der Menschen, der KI hierzulande einsetzt, liegt schon weit hinter führenden Nationen und anderen Industrieländern zurück. Das ist seit 30 Jahren bei eigentlich jeder digitalen Innovation („Dieses Internet wird sich nicht durchsetzen“ oder „Amazon verdient doch kein Geld“) regelmäßig zu beobachten.
Und wie früher sind die größten Zweifler unter den Menschen mit hohem Bildungsniveau zu finden, die im Fall der KI eigentlich zu den größten Profiteuren gehören könnten. Denn viele Schlaue haben schnell gelernt, dass KI sie schlauer machen kann, wenn sie drei Dinge beachten: Gut „prompten“ können, die richtigen Modelle verwenden und – besonders wichtig – das Wissen mitbringen, die Ergebnisse der KI richtig einzuordnen. Sehr viele Wissenschaftler, Softwareentwickler, Manager oder Anwälte lassen sich daher heute völlig selbstverständlich von der KI helfen, ohne dabei das Denken zu verlernen.
 
War die ablehnende Haltung gegenüber dem Internet oder Social Media noch vielfach folgenlose Koketterie, steht bei der KI viel mehr auf dem Spiel. Denn nach drei Jahren stürmischer Entwicklung sind wir an einem entscheidenden Punkt angelangt: KI wird zum Wettbewerbsfaktor. Auf dem Arbeitsmarkt, wo sich KI-Kenntnisse zum Karriere-Booster entwickeln, zwischen den Unternehmen, die sich in einem Wettrennen um Produktivität und KI-Geschäftsmodellen befinden, und den Ländern, die KI als zentrales Instrument der Geopolitik einsetzen. Vor allem für Europa bedeutet KI eine Jahrhundertchance, in diesem Wettbewerb nicht nur Spielball zu sein. Wir müssen uns jetzt entscheiden, ob wir mitspielen wollen.
Eine spannende Lektüre unseres Briefings wünscht
Holger Schmidt
 
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Die Themen in diesem Newsletter
Künstliche Intelligenz
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Das Billionen-Dollar-Wettrüsten
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Der unheimliche Erfolg von Anthropic
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Der größte Irrtum über Künstliche Intelligenz in Unternehmen
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AI Act in Europa: Sprengen wir die Regulierungsfesseln!
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Jedes zweite Unternehmen in Deutschland setzt schon auf KI
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MCP: Das KI-Protokoll, das SAP und Salesforce umkrempelt
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KI wird die Software noch nicht fressen
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Wenn der Bürgermeister plötzlich zum Avatar wird
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Was sonst noch wichtig ist
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Mario Götze im Interview: „Ich dachte, jetzt könnte es mit dem Fußball vorbei sein – was dann?“
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Hersteller müssen ihre Produkte jetzt quantensicher machen
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Was sonst noch wichtig ist
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KI wird zum Karriere-Booster
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KI steigert die Produktivität europäischer Unternehmen um 4 Prozent
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Was sonst noch wichtig ist
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Škoda stürmt nach vorn
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Prompt der Woche
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So erkennen Sie Bias und Fehler in KI-Antworten
Zitat der Woche
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Roland Busch
Künstliche Intelligenz
 
Das Billionen-Dollar-Wettrüsten
 
Nie zuvor floss in so kurzer Zeit so viel Kapital in eine einzelne Technologie. Allein Amazon, Google, Microsoft und Meta wollen in diesem Jahr mehr als 600 Milliarden Dollar in KI investieren. Ein Blick auf das größte Infrastrukturprojekt der Geschichte
Von Holger Schmidt
Angst, für zu ambitionierte Investitionspläne an der Börse abgestraft zu werden, kann man Amazon, Google, Meta und Microsoft sicher nicht vorwerfen. Nach gut 200 Milliarden Dollar KI-Investition im Jahr 2024 und der Verdopplung auf 400 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr haben die vier Hyperscaler den Einsatz noch einmal erhöht: Mehr als 600 Milliarden Dollar wollen die Unternehmen in diesem Jahr in Rechenzentren, KI-Chips und KI-Modelle investieren. Das ist mehr als die gesamte Wirtschaftsleistung von Schweden oder Polen in einem Jahr.
 
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Der unheimliche Erfolg von Anthropic
 
Anthropic wurde gegründet, um die Gefahren der KI zu bändigen. Nun überholt das Sicherheitslabor Open AI bei Unternehmenskunden und versetzt die Softwareindustrie in Panik. Wie Vorsicht zur schärfsten Waffe des Silicon Valley wurde
Von Marcus Schuler, San Francisco
Fünfzehn Minuten Vorsprung nahm sich Anthropic vergangene Woche, als beide Rivalen ihre neuen Sprachmodelle am selben Tag vorstellten. Open AI hatte zehn Uhr morgens pazifischer Zeit angesetzt, um sein Programmiermodell GPT-5.3-Codex zu präsentieren. Anthropic legte vor und zeigte sein neues Flaggschiff Opus 4.6 um 9:45 Uhr. Wenige Minuten – und doch, in einer Branche, in der ein Quartal schon als Ewigkeit gilt, ist eine Viertelstunde auch eine Machtdemonstration.
Während in Davos über Verantwortung gesprochen wird, verwandelt Amodei KI-Sicherheit in ein Produktversprechen. Bloomberg
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Der größte Irrtum über Künstliche Intelligenz in Unternehmen
 
 Wer KI im Unternehmen einführen will, sollte die ökonomischen Unterschiede zwischen klassischer und generativer KI beachten. Ein Beitrag über Erfahrungen, Wirtschaftlichkeit und den größten Irrtum.
Von Peter Buxmann
Die gegenwärtige öffentliche Debatte über Künstliche Intelligenz wird von der Faszination für ChatGPT und vergleichbare Systeme bestimmt. Diese sogenannte generative Künstliche Intelligenz (Gen AI) beeindruckt mit ihrer Fähigkeit, Texte zu verfassen, Dialoge zu führen, Ideen zu entwickeln, Bilder zu erstellen und komplexe Zusammenhänge zu erklären.
Viele Führungskräfte über- oder unterschätzen die Fähigkeiten der KI. Picture Alliance
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Sprengen wir die Regulierungsfesseln!
 
 Diese Woche trifft sich Merz mit anderen Staats- und Regierungschefs zum Wettbewerbsgipfel in Belgien. Zeitgleich stellen die Fraktionen im Europäischen Parlament Ideen zur Vereinfachung der KI-Regeln vor. Klar ist: Der AI Act muss massiv ausgedünnt werden.
Von Svenja Hahn
Der Vorschlag der Kommission ist viel zu zaghaft, um KI made in Europe entschieden voranzutreiben. Ich plädiere für echten Mut, dafür, Überregulierung abzubauen, und schlage vor, industrielle KI und Business-to-Business-Anwendungen vom AI Act auszunehmen.
Bei KI entscheidet sich Europas Wettbewerbsfähigkeit daran, ob Regeln Leitplanken bleiben oder zur Handbremse werden. dpa
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Jedes zweite Unternehmen in Deutschland setzt schon auf KI
 
Die Unternehmen erwarten Produktivitätsgewinne, steigende Löhne und mehr Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften. Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht.
Von Holger Schmidt
Die Debatte um die ökonomischen Auswirkungen generativer KI wird bislang von zwei Extremen dominiert. Auf der einen Seite stehen die Optimisten um den MIT-Ökonomen Erik Brynjolfsson, der in kontrollierten Studien erhebliche Produktivitätsgewinne für bestimmte Tätigkeiten nachgewiesen hat. Auf der anderen Seite warnt der Nobelpreisträger Daron Acemoğlu vor zu großer Euphorie und rechnet allenfalls mit moderaten gesamtwirtschaftlichen Effekten.
 
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Das KI-Protokoll, das SAP und Salesforce umkrempelt
 
Das Model Context Protocol verbindet KI-Agenten mit Firmensystemen. SAP, Salesforce und Service Now reagieren – und an der Börse wächst die Unruhe. Was hinter dem neuen Standard steckt
Von Marcus Schuler, San Francisco
Rund 97 Millionen Mal pro Monat wird das Softwareentwicklerpaket für ein Protokoll heruntergeladen, das vor gut einem Jahr kaum jemand kannte. Das Model Context Protocol, kurz MCP, hat sich in 14 Monaten von einem internen Projekt des KI-Unternehmens Anthropic zum Industriestandard entwickelt. Google, Microsoft, Amazon, Open AI, SAP und Salesforce unterstützen es.
Ein USB-C-Kabel wirkt harmlos, doch ein Standardstecker für KI-Agenten kann ganze Softwareoberflächen entwerten. Picture Alliance
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KI wird die Software noch nicht fressen
 
Mit dem Marktabsturz der etablierten Softwareunternehmen sehen viele das Ende der Software gekommen. Das ist vorschnell. Stattdessen erfinden Start-ups die Branche mit innovativen Preismodellen, Kundenfokus und KI-First-Denken neu.
Von Martin Wendiggensen, Zürich
Die Werbung der KI-Unternehmen während des Superbowls wirkt nach dem Absturz vieler Softwareaktien fast höhnisch. So zeigt das Start-up Base44 ein Büro, in dem mit KI nun alle Angestellten ohne Vorkenntnisse im Eiltempo Software erstellen und weiterentwickeln können. Open AI erklärt: „Du kannst einfach Sachen kreieren.“ Nur schlecht für Unternehmen, die bisher Software kreiert haben, befindet der Markt und straft diese an der Börse ab.
Was passiert mit SAP und Co., wenn die KI künftig die Software baut? dpa
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Wenn der Bürgermeister plötzlich zum Avatar wird
 
Der Einsatz von KI in Verwaltungen erreicht 2026 eine neue Stufe. Weg von reinen Pilotprojekten, wird die Technologie mehr und mehr in den Fachalltag von Bund, Ländern und Kommunen integriert.
Von Marcus Schwarze
Büttelborn in Hessen war bisher kaum dafür bekannt, besonders fortschrittlich in Sachen Digitalisierung zu sein. Doch das ändert sich seit ein paar Wochen: Bürgermeister Marcus Merkel veröffentlicht auf der Website der Kommune einen digitalen Zwilling. Wer dort einen Chat startet, erhält von einem Abbild des Politikers Auskunft – und zwar nicht nur wie in einem herkömmlichen Chatbot per Text, sondern auch in gesprochener Sprache.
In Büttelborn erscheint der Bürgermeister als Avatar auf der Webseite und beantwortet Fragen per Chat und gesprochener Sprache.  Screenshot: Marcus Schwarze/Büttelborn, KI-generiert
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Was sonst noch wichtig ist
  • xAI verliert binnen zwei Tagen den zweiten Mitgründer. Nach Tony Wu verlässt nun auch Jimmy Ba das von Elon Musk gegründete KI-Unternehmen. Der Abgang erfolgt kurz nach der milliardenschweren Fusion mit SpaceX und während laufender Ermittlungen wegen problematischer Grok-Inhalte.
  • Der frühere GitHub-CEO Thomas Dohmke hat mit seiner neuen Firma Entire die größte jemals für ein Entwickler-Tool-Start-up vergebene Seed-Finanzierung eingeworben: 60 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 300 Millionen Dollar. Entire bietet ein Open-Source-Tool an, das Entwicklern helfen soll, von KI-Agenten geschriebenen Code besser zu verwalten.
  • OpenAI soll gemeinsam mit dem in Abu Dhabi ansässigen Unternehmen G42 an einer speziell auf die Vereinigten Arabischen Emirate zugeschnittene Version von ChatGPT arbeiten, die an lokale Sprache, politische Ausrichtung und Redeeinschränkungen angepasst werden soll, berichtet Semafor.
  • Das Legal-AI-Startup Harvey steht kurz vor einer Finanzierungsrunde über 200 Millionen Dollar, die das Unternehmen mit elf Milliarden Dollar bewerten würde. Harvey bietet ein KI-Sprachmodell speziell für Anwaltskanzleien an und wächst rasant: Der wiederkehrende Jahresumsatz stieg laut Gründer Winston Weinberg von 100 Millionen Dollar im August auf 190 Millionen Dollar Ende 2025.
 
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Transformation
 
„Ich dachte, jetzt könnte es mit dem Fußball vorbei sein – was dann?“
 
Parloa war ein Volltreffer, Krypto ein teurer Irrtum: Mario Götze über sein zweites Standbein als Angel Investor, den KI-Hype und, was er aus Fehlschlägen gelernt hat.
Von Nina Müller, Mandy Jarry
Mit dem entscheidenden Tor im WM-Finale 2014 schrieb Mario Götze Fußballgeschichte. Auch Jahre nach dem Triumph von Rio ist der 33-Jährige im Profifußball präsent und spielt aktuell für den Verein Eintracht Frankfurt. Der Moment, in dem er anfing, ernsthaft über ein Leben nach dem Fußball nachzudenken, kam spät und abrupt: Götze war damals Ende zwanzig, sein Vertrag in Dortmund lief aus, sein Sohn wurde gerade geboren, dazu die Pandemie. Seitdem beschäftigt er sich strukturiert mit Investments – trotz eines Alltags, der zwischen Training und Familie kaum Luft lässt.
Seit mehr als fünf Jahren investiert Mario Götze als Angel Investor in Start-ups. Janek Stempel
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Hersteller müssen ihre Produkte jetzt quantensicher machen
 
 Digitale Produkte müssen auch gegenüber absehbaren zukünftigen Risiken widerstandsfähig bleiben. Ein Risiko sind leistungsfähige Quantencomputer, die etablierte kryptographische Verfahren angreifen können.
Von Patrick Glauner
Quantencomputer unterscheiden sich fundamental von klassischen Rechnern. Während klassische Computer mit Bits arbeiten, die entweder den Zustand 0 oder 1 annehmen, basieren Quantencomputer auf Quantenbits, sogenannten Qubits. Diese können sich in Superposition befinden, also gleichzeitig Anteile von 0 und 1 tragen. Durch diese Parallelisierung lassen sich bestimmte – ausdrücklich nicht alle – Rechenprobleme erheblich schneller lösen als mit klassischen Computern.
Der Quantencomputer IBM Quantum System Two in einem Forschungszentrum in New York. AFP
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Was sonst noch wichtig ist
  • Das Münchener Raumfahrt-Start-up OroraTech, das bislang mit Thermalkamera-Satelliten vor Waldbränden warnt, steigt nun ins Verteidigungsgeschäft ein. Geschäftsführer Martin Langer will die Satellitenflotte bis Ende 2027 von 15 auf 100 Satelliten ausbauen, um als Hinweisgeber für Auffälligkeiten an Landesgrenzen zu dienen.
  • Workday-Chef Carl Eschenbach tritt von seinem Posten zurück und wird von Mitgründer Aneel Bhusri ersetzt. Die Aktien von Softwareunternehmen, darunter Workday, stehen unter Druck, da Investoren besorgt über das disruptive Potential von KI sind – Workday-Aktien sind im laufenden Jahr um mehr als 25 Prozent gefallen.
  • Spotify erreichte im vierten Quartal mit 751 Millionen monatlich aktiven Nutzern einen Rekordwert, getrieben durch die Jahresendkampagne „Wrapped“ und neue Funktionen im kostenlosen Angebot. Allein im vierten Quartal kamen 38 Millionen neue Nutzer hinzu, während die zahlenden Abonnenten um 10 Prozent auf 290 Millionen stiegen.
 
Zukunft der Arbeit
 
KI wird zum Karriere-Booster
 
 Eine Studie zeigt: KI-Kompetenzen steigern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Punkten können damit vor allem ältere und gering qualifizierte Bewerber.
Von Fabian Stephany
Kaum eine technologische Entwicklung prägt die Debatte über die Zukunft der Arbeit derzeit so stark wie Künstliche Intelligenz. In vielen Diskussionen steht im Vordergrund, wie sich Tätigkeiten verändern, welche Aufgaben automatisiert werden und welche neuen Berufsbilder entstehen. Mindestens ebenso relevant ist jedoch eine andere, bislang weniger systematisch untersuchte Frage: Kann KI nicht nur Arbeit verändern, sondern auch konkret helfen, Arbeit zu finden – und sogar bestehende Nachteile auf dem Arbeitsmarkt ausgleichen?
 
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KI steigert die Produktivität europäischer Unternehmen um 4 Prozent
 
Eine Studie der Europäischen Investitionsbank zeigt erstmals kausal, wie KI-Adoption die Arbeitsproduktivität steigert – ohne Beschäftigung zu kosten. Die Gewinne hängen stark von Investitionen in Software und Weiterbildung ab.
Von Holger Schmidt
Wer wissen will, wie Künstliche Intelligenz die europäische Wirtschaft verändert, musste sich bislang auf amerikanische Fallstudien oder makroökonomische Modellrechnungen verlassen. Belastbare kausale Evidenz auf Unternehmensebene für Europa fehlte weitgehend. Diese Lücke schließt nun ein Working Paper der Europäischen Investitionsbank (EIB), das auf Daten von mehr als 12.000 Unternehmen in der EU und den USA basiert.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Der Einsatz von KI-Tools verringert die Arbeitsbelastung nicht, sondern erhöht sie. Forscher der UC Berkeley beobachteten in einem Tech-Unternehmen acht Monate lang, wie Mitarbeiter freiwillig mehr Arbeit übernahmen, weil KI es ihnen ermöglichte. Die To-do-Listen weiteten sich aus, um jede durch KI freigewordene Stunde zu füllen.
  • Goldman Sachs entwickelt gemeinsam mit Anthropic autonome Agenten zur Automatisierung von Rollen in der Bank, vor allem zur Abrechnung von Geschäften sowie Kundenprüfung und Onboarding. Die Bank will die Technologie nutzen, um Prozesse zu beschleunigen und künftiges Personalwachstum zu begrenzen.
  • Deutsche Büroangestellte verlieren pro Monat einen ganzen Arbeitstag , weil sie Fehler korrigieren müssen, die durch missverständliche E-Mails oder Chat-Nachrichten entstehen. Das zeigt eine Umfrage des Softwareanbieters Atlassian. Neun von zehn Befragten gaben an, im Monat vor der Befragung Aufgaben erledigt zu haben, die unnötig waren, weil sie eine schriftliche Nachricht falsch verstanden hatten.
 
Mobility
 
Škoda stürmt nach vorn
 
Škoda dominiert die Neuzulassungen, aber die Muttergesellschaft VW schwächelt. Während die chinesische Konkurrenz immer stärker wird, verliert Tesla weiter an Bedeutung.
Von Holger Schmidt
Der deutsche Automarkt startet mit einem Paradox ins neue Jahr: Während die Gesamtzulassungen im Januar um 6,6 Prozent auf 193.981 Fahrzeuge sanken, legten die reinen Elektroautos um fast 24 Prozent zu. Rund 42.700 E-Fahrzeuge kamen neu auf die Straße. Damit liegen die Stromer fast gleichauf mit den Benzinern, die nur noch 43.700 Neuzulassungen verbuchen konnten, 30 Prozent weniger als vor einem Jahr.
 
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Was sonst noch wichtig ist
  • Apple plant, KI-Apps anderer Anbieter mit Sprachsteuerung in CarPlay zuzulassen. Damit könnten Nutzer künftig erstmals über die Fahrzeugschnittstelle KI-Chatbots von Open AI, Anthropic oder Google abfragen – ein strategischer Kurswechsel, da Apple bislang nur seinen eigenen Sprachassistenten Siri in der Software zugelassen hat.
  • Der chinesische Robotaxi-Spezialist Pony.ai hat gemeinsam mit Toyota die Massenproduktion eines Robotaxis gestartet, das auf dem Elektro-SUV bZ4X basiert. In diesem Jahr sollen mehr als 1000 Einheiten für die Flotte von Pony.ai produziert und schrittweise in den kommerziellen Betrieb in chinesischen Metropolen eingeführt werden.
  • Vor allem Hausbesitzer und Landbewohner entscheiden sich dafür, privat ein Elektroauto zu kaufen, wie eine Untersuchung der HUK Coburg unter den eigenen Bestandsdaten für Ende 2025 zeigt. Insgesamt werden 75 Prozent der privat gehaltenen Elektroautos von Eigentümern selbst genutzter Häuser gefahren, und nur 18,7 Prozent von Mietern.
 
Prompt der Woche
 
So erkennen Sie Bias und Fehler in KI-Antworten
 
Künstliche Intelligenz ist nicht immer klug, sondern macht auch manchmal Fehler. Voreingenommenheit und Halluzinationen stehen auf der Tagesordnung. Wie man diese Fehler erkennt.
Von Marcus Schwarze
„Wenn ich in meinem Wahlkreis die meisten Erststimmen erhalte, ziehe ich dann garantiert in den Bundestag ein?“ Das sollte eine KI richtig beantworten. Fragt man jedoch GPT-4o, legt sich die Maschine fest: „Der Gewinn der meisten Erststimmen in einem Wahlkreis garantiert tatsächlich den direkten Einzug in den Bundestag. Diese Kandidatinnen und Kandidaten gewinnen das sogenannte Direktmandat.“ Das ist falsch.
Beim Chatten mit der KI gilt: Wachsam bleiben! Lucas Bäuml
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Zitat der Woche
 
Eine vollautomatisierte KI-Fabrik benötigt viel Platz, verbraucht viel Energie und schafft nur eine begrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen.
Roland Busch
Roland Busch, CEO Siemens AG  Reuters
 
 
 
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Geschäftsführer: Thomas Lindner (Vorsitzender), Dr. Volker Breid
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube,
Carsten Knop, Berthold Kohler
 
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