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Mittwoch, 09.09.2026 | Zur Online-Ansicht
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Ich denke, also bin ich
Wie eine Monstranz trägt die KI-Branche den Begriff „Artificial General Intelligence“, kurz AGI, als Ziel vor sich her. Open AI hat AGI ebenso zum Firmenziel erklärt wie Demis Hassabis, als er Deepmind gründete. Inzwischen mehren sich die Stimmen, dass es genau jetzt so weit ist.
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Johannes Winkelhage
Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Jensen Huang, der CEO von Nvidia, gratulierte in dieser Woche Open AI zu dem Modell GPT-6 Astra mit den Worten: „AGI ist hier. Gratulation an das Team von Open AI“. Sam Altman ist etwas vorsichtiger und behauptet, man wisse jetzt, wie AGI hergestellt werden könne, und rechnet zum Ende des Jahres 2026 damit. Also fast jetzt.
Dann ist sie also da. Die Maschinen-Intelligenz, die dem menschlichen Leistungsvermögen ebenbürtig ist.
Leider verliert dieser Meilenstein mit seinem Erreichen schlagartig seine Faszination. Bisher konnte man von dem scheinbar Unerreichbaren träumen und sich auf ein Datum „irgendwann in der Zukunft“ einigen. Im „Jetzt“ verliert das Ganze schlagartig seinen Mythos. So sieht das also aus, wenn eine KI den Menschen schlägt.
Okay.
Das hatten wir uns mit etwas mehr Glitzer vorgestellt. Also Trompetentusch und Fähnchen, wenn der Mensch mit seinen Fähigkeiten in die zweite Reihe tritt. Aber so ist das manchmal, wenn ein ehemals hochgestecktes Ziel erreicht wird.
Das Spannende an diesem Prozess und mehr Glitzer finden sich aber an anderer Stelle. Die Frage, die alle elektrisieren sollte, lautet: Und jetzt? Die Entwicklung der KI in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass sich die Protagonisten mit dem Erreichen einer AGI sehr wahrscheinlich nicht zufriedengeben werden. Wenn der Mensch jetzt als das Maß der Dinge abgelöst wird, bleibt die Entwicklung ja nicht stehen. Zugegeben: Die Aussage „Die KI ist jetzt zweimal so schlau wie ihr Erfinder“ ist weniger sexy. Sie beschreibt aber sehr genau, wohin der Weg uns in Sachen KI in Zukunft führen wird. In die Singularität.
Martin Wendiggensen beschreibt in seinem Beitrag für unser Briefing die „Looped Transformer“-Technik, bei der die KI in manchen Teilen ihres „Denkprozesses“ nicht mehr den Umweg über die menschliche Sprache nimmt, sondern sich in für Menschen unverständlicher Kommunikation eine Zeit lang mit sich selbst beschäftigt, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Das wirft spannende Fragen nach den künftigen Kontrollmöglichkeiten für diese Systeme auf und wird sicher dazu beitragen, dass immer neue „Terminator-Szenarien“ als Beispiele für die KI-Gefahren herangezogen werden.
Der Mensch wird sich damit abfinden müssen, dass er in seiner klassischen Domäne, der Wissensgenerierung, von einer Maschine geschlagen wird, die er selbst gebaut hat. In Sachen Fortbewegung hat das mit dem Auto (viel schneller als der Mensch) ja auch geklappt. Es sollte also nicht so schwer sein.
Spannend wird es, wenn diese Maschinen beginnen, personenartige Züge und damit ein Bewusstsein zu entwickeln. Also warten wir jetzt darauf, dass die KI irgendwann das magische Wort „Ich“ sagt. Also ganz wie der französische Philosoph René Descartes im Jahr 1637 sein „Selbst“ entdeckt und damit den Beweis seiner eigenen Existenz führt. Das wäre doch ein neues Sehnsuchtsziel, nachdem AGI jetzt in trockenen Tüchern ist. Dann kann man wieder mit Phantasiezahlen arbeiten, wann es denn so weit sein könnte. Ich tippe erst mal auf 2050. Mal sehen, wer weniger bietet. In diesem Sinne:
Viel Freude bei der Lektüre des Briefings
Johannes Winkelhage
 
 
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Mistral sammelt 3 Milliarden Euro ein
 
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Fast 30 Milliarden Dollar für Bytedances KI-Expansion
 
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GPT-6 Astra und Fable 5.1: Was die neuen KI-Spitzenmodelle besser machen
 
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Mistral sammelt 3 Milliarden Euro ein
Nach einer neuen Finanzierungsrunde unter der Führung von Samsung wird das Pariser KI-Unternehmen Mistral mit rund 21 Milliarden Euro bewertet. Neben der Entwicklung eigener Modelle plant Mistral, Rechenzentren und weitere Infrastruktur zu bauen, damit Unternehmen und Regierungen KI in Europa betreiben können. „Mit dieser Finanzierung werden wir über eine Rechenkapazität verfügen, die mit der chinesischer Labore sehr vergleichbar ist“, sagte Arthur Mensch.
FILE PHOTO: AI summit at Imperial College London, in London
Arthur Mensch, CEO des Pariser KI-Start-ups Mistral Reuters
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
„Dass Arthur Mensch den Vergleichsmaßstab lieber bei chinesischen Laboren ansetzt, ist ehrlich. Denn eine Bewertung von 21 Milliarden Euro klingen nur so lange nach viel, bis man nach Westen schaut. Open AI und Anthropic bewegen sich in Richtung 850 Milliarden Dollar und darüber. Aber die Richtung stimmt: Vor einem Jahr lag Mistrals Bewertung noch bei knapp 12 Milliarden.“
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
 
 
Fast 30 Milliarden Dollar für Bytedances KI-Expansion
Bytedance, der Mutterkonzern der Kurzvideo-Plattform Tiktok, hat sich nach Angaben von drei mit der Transaktion vertrauten Personen einen Kredit über 29,6 Milliarden Dollar von fast 30 Banken gesichert. Das auf drei Jahre angelegte Darlehen soll vor allem die internationale Expansion von Bytedances KI-Geschäft finanzieren, darunter Rechenzentren in Südostasien. Reuters zufolge zählt der Kredit zu einer der größten Finanzierungen dieser Art in Asien.
FILE PHOTO: The ByteDance logo is seen at the company's office building in Shanghai
 Reuters
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
„Nicht nur die USA richten alle Segel auf KI aus. Den kleineren chinesischen Laboren hinter einigen der leistungsfähigsten Modelle dürften aktuell die Rechenkapazitäten und finanziellen Mittel für eine groß angelegte Expansion fehlen. Bei Bytedance und Alibaba stimmen die Voraussetzungen, um sich im internationalen KI-Wettbewerb zu behaupten. Beide Unternehmen haben Zugang zu umfangreicher digitaler Infrastruktur und Kapital.“
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
 
 
Artikel der Woche
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Der KI-Boom sortiert die Gewinner neu
Der Hauptsitz von Sandisk in Milpitas, Kalifornien AFP
Der KI-Boom sortiert die Gewinner neu
Von Holger Schmidt
Sechs Wochen nach dem Tief der Sommerkorrektur haben viele KI-Aktien den größten Teil ihrer Verluste aufgeholt. Doch das Muster hat sich gewandelt: Wachstum allein wird nicht mehr belohnt. Gefragt sind Unternehmen, deren Produkte knapp sind.
Seit dem 30. Juli, als die Microsoft-Aktie nach starken Cloud-Zahlen an einem Tag um 16 Prozent stieg, läuft die Gegenbewegung. Sandisk, SK Hynix, Samsung, Micron, Western Digital und Seagate stehen in der Spitzengruppe der Vier-Wochen-Bilanz, dazu Serverhersteller wie Super Micro und Dell sowie Rechenzentrumsbetreiber wie Nebius. Sie alle verkaufen, was gerade knapp ist.
Am deutlichsten zeigt sich das beim Speicher: Die Spotpreise für einige HBM-Speicher lagen Ende August etwa beim Fünffachen der Vertragspreise. Daher legen Anbieter wie SK Hynix oder Micron nach der Korrektur wieder deutlich zu, denn die Nachfrage nach ihren Produkten ist ungebrochen hoch.
 
Der zentrale Anker der KI-Ökonomie bleibt Nvidia. Der Konzern hat Ende August ein Umsatzwachstum von mehr als 100 Prozent gemeldet und für das kommende Geschäftsjahr ein Wachstum von rund 70 Prozent in Aussicht gestellt. Finanzchefin Colette Kress nannte diese Prognose angebotsbegrenzt, die Nachfrage sei größer. Den Zulieferern droht also vorerst kein Nachfrageeinbruch. SK Hynix etwa will weitere 38 Milliarden Dollar in neue Produktionsanlagen investieren, die aber erst Ende 2028 fertig sein werden. Die Knappheit und mit ihr die hohen Preise dürften daher noch länger anhalten.
Kostendisziplin der Hyperscaler bringt neue Gewinner
Am anderen Ende der Liste der 15 größten KI-Unternehmen stehen Broadcom, Amazon, Alphabet und Intel. Broadcom hat einen KI-Halbleiterumsatz gemeldet, der sich binnen eines Jahres verdreifacht hat, und wurde trotzdem abgestraft, weil die Gesamtprognose für das laufende Quartal knapp unter dem Konsens lag. Hyperscaler wie Amazon und Alphabet tragen dagegen die Kosten des Booms und müssen Quartal für Quartal beweisen, dass sich die Investitionen in einem angemessenen Zeitraum auszahlen.
 
Die damit einhergehende Kostendisziplin der Hyperscaler schafft zugleich eine zweite Gruppe möglicher Gewinner. Maßgeschneiderte Beschleuniger, schnellere Netzwerke, Speicher sowie Strom- und Kühltechnik können die Kosten je Recheneinheit senken. Broadcom und Marvell positionieren sich mit kundenspezifischen Chips, Amazon und Qualcomm haben die gemeinsame Entwicklung von KI-Chips für Rechenzentren vereinbart. Im Wettbewerb zählt, wer Rechenleistung am günstigsten bereitstellt.
Worauf Investoren jetzt achten
Bis zum Frühjahr galt die Höhe der Investitionen als Beleg für die Stärke der Nachfrage. Seit dem Sommer gilt sie als Belastung, die sich erst amortisieren muss. Analysten schauen inzwischen zuerst auf den Anteil der Investitionen am Umsatz, auf die Umwandlung des Auftragsbestands in Erlöse und auf die Nutzungsdauer der Chips, und erst danach auf das Umsatzwachstum.
Oracle gilt dabei als Testfall. Der Auftragsbestand des Konzerns ist auf 638 Milliarden Dollar gestiegen, aber nach Schätzung der Bank of America stammt mehr als die Hälfte davon allein von Open AI. Die Aktie hat in den vergangenen vier Wochen zwar zugelegt, liegt aber seit Jahresbeginn deutlich im Minus, weil die Finanzierung dieser Verpflichtungen offen ist. Die Quartalszahlen am 10. September werden zeigen, wie viel des Auftragsbestands bereits Umsatz ist.
Zinsen als neues Risiko
Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte Ende August in Jackson Hole eine restriktive Linie. Nach einem Beschäftigungsplus von 162.000 Stellen im August, das die Erwartungen weit übertraf, preisten die Terminmärkte eine Zinserhöhung am 16. September mit rund 60 Prozent Wahrscheinlichkeit ein. Obwohl sich US-Präsident Donald Trump eine Zinssenkung wünscht, kommt auch der neue Notenbankpräsident an den ökonomischen Realitäten nicht vorbei.
Höhere Zinsen treffen die KI-Unternehmen inzwischen doppelt. Sie drücken auf die hohen Bewertungen und verteuern zugleich die Finanzierung des Investitionsbooms. Amazon bereitet derzeit seine erste Anleihe in Pfund vor. Alphabet, Amazon, Meta, Oracle und Microsoft hatten bis Anfang Juli bereits rund 194 Milliarden Dollar an Anleihen begeben, 79 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2025. S&P Global Ratings erwartet für die sechs größten US-Hyperscaler bis 2030 mehr als sieben Billionen Dollar an Rechenzentrums- und KI-Investitionen und warnt vor komplexeren Finanzierungsstrukturen und Renditen, die sich erst langfristig messen lassen. Damit wird der Kapitalmarkt selbst zum Engpass der KI-Expansion.
 
 
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KI-Akademie
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Die zehn besten Prompts für die Geldanlage
Von Johannes Winkelhage
Wer sein Geld selbst anlegt, kann die Arbeit eines Vermögensverwalters mit einem Sprachmodell weitgehend nachbilden, sofern er es wie einen Berater befragt, der erst zuhören muss. Zehn Prompts führen von der Liquiditätsreserve über Risikoprofil, Vermögensaufteilung und Kosten bis zur schriftlichen Anlagerichtlinie für den Kursrutsch. Studien zeigen, dass KI-Portfolios mit professionell verwalteten mithalten, solange das Modell den Anleger kennt. Schwach bleiben die Modelle bei aktuellen Fakten wie Zinssätzen und Fondskosten, die am Basisinformationsblatt geprüft werden müssen. Rechtlich gilt ihr Rat als allgemeiner Tipp, das Risiko trägt der Anleger allein.
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GPT-6 Astra und Fable 5.1: Was die neuen KI-Spitzenmodelle besser machen
Von Holger Schmidt
Wer Software bedienen lassen will, fährt derzeit mit GPT-6 Astra besser. Das Open-AI-Modell klickt sich durch Programme und Browser, hält vorhandene Vorlagen ein und liegt bei Mathematik vorn. Claude Fable 5.1 lohnt sich für Teams, die stundenlang mit großen Dokumentbeständen arbeiten, etwa in Finanzanalyse oder Rechtsabteilung, weil das wiederholte Lesen zwischengespeicherter Inhalte nur ein Viertel kostet und das Modell bei fachübergreifendem Schlussfolgern führt. Beim Programmieren liegen beide fast gleichauf.
GPT-6 Astra und Fable 5.1: Was die neuen KI-Spitzenmodelle besser machen
Auf zu den Sternen – per aspera ad astra. Jetzt auch mit GPT-6. Getty
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Deep Dives
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„Was wäre, wenn Sie sich mit sechs Stunden Schlaf besser erholen als mit acht?“
Von Nina Müller
Eight Sleep will mit einem sensorgesteuerten Schlafsystem den Schlaf optimieren: Ein Matratzenbezug mit Wasserschläuchen kühlt oder erwärmt das Bett automatisch je nach Bedarf. Gemeinsam mit dem Langlebigkeitsunternehmer Bryan Johnson hat das Unternehmen eine Funktion entwickelt, die aus nächtlichen Messwerten ein biologisches Alter errechnet. Der Markt für solche Gesundheitsgeräte boomt. Der Smart-Ring-Hersteller Oura steigerte seinen Umsatz um 74 Prozent, Whoop wurde mit mehr als zehn Milliarden Dollar bewertet. Doch Schlafmediziner warnen vor sogenannter Orthosomnie, bei der die Fixierung auf Messwerte Schlafprobleme verstärken kann. Die Geräte können als Frühwarnsystem dienen, ersetzen aber keine ärztliche Einordnung.
 
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Haftung für fehlerhafte KI – was Unternehmen jetzt beachten müssen
Gastbeitrag von Lina Böcker
Die EU-Produkthaftungsrichtlinie, die bis zum 9. Dezember 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss, erfasst erstmals ausdrücklich KI-Software als Produkt. Hersteller haften künftig verschuldensunabhängig für Fehler in KI-Systemen, die Schäden an Leben, Gesundheit oder Sachgütern verursachen. Auch Datenschäden und psychische Beeinträchtigungen werden ersatzfähig. Die bisherige Haftungshöchstgrenze von 85 Millionen Euro bei Personenschäden entfällt. In komplexen KI-Architekturen können neben dem Endproduktanbieter auch Komponentenhersteller als Gesamtschuldner haften. Geschädigte profitieren von Beweiserleichterungen und gerichtlichen Offenlegungspflichten gegenüber Herstellern. Unternehmen sollten ihre Verträge, Versicherungen und internen Prozesse anpassen, um das gestiegene Haftungsrisiko zu beherrschen.
Haftung für fehlerhafte KI – was Unternehmen jetzt beachten müssen
Ein fehlerhafter Staubsaugerroboter kann künftig nicht nur eine Vase umstoßen, sondern auch die Produkthaftung des Herstellers auslösen. Picture Alliance
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Open AI will die Kontrolle über seinen „Alien“ behalten
Von Martin Wendiggensen, Palo Alto
Open AI hat mit GPT-6 Astra sein leistungsstärkstes Modell veröffentlicht, steht aber in der Kritik, die Überwachbarkeit zugunsten der Leistung geschwächt zu haben. Das Modell nutzt einen sogenannten Looped Transformer, bei dem Teile des Denkprozesses in einer für Menschen nicht lesbaren Form ablaufen. KI-Sicherheitsforscher befürchten, dass dies die automatisierte Auswertung der Denkschritte erschwert. Auch Anthropic soll bei seinem Modell Claude Mythos bereits ähnliche Techniken eingesetzt haben. Open AIs Chefwissenschaftler Jakub Pachocki räumte ein, dass Astra insgesamt schlechter zu überwachen sei als sein Vorgänger, verwies aber auf neue Überwachungssysteme, die auch Handlungen und Werkzeugaufrufe auswerten. Er forderte, die Entwicklung bei Bedarf zu verlangsamen und an verbindliche, unabhängig kontrollierte Sicherheitsanforderungen zu knüpfen.
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Chinesische Marken verdreifachen Absatz von E-Autos in Deutschland
Von Holger Schmidt
Chinesische Automarken haben ihre Elektroauto-Zulassungen in Deutschland im August nahezu verdreifacht und erreichen nun zehn Prozent des Elektromarkts. Insgesamt wurden 68.930 rein elektrische Neuwagen zugelassen, 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Volkswagen bleibt zwar größter Elektroanbieter, wächst aber mit neun Prozent weit langsamer als der Markt und verliert deutlich an Anteil. Mercedes-Benz und BMW holen dank neuer Modelle auf, während günstige Kleinwagen von Kia, Renault und Leapmotor das Wachstum zusätzlich treiben. Die seit Mai verfügbare staatliche Förderung von bis zu 6000 Euro gibt weiteren Rückenwind, erklärt den Boom aber nicht allein.
 
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Die KI nimmt den Jungen die Jobs, bevor sie sie haben
Von Holger Schmidt
Künstliche Intelligenz dringt laut einer Studie vor allem über ausbleibende Neueinstellungen in den Arbeitsmarkt ein und trifft Berufseinsteiger in betroffenen Berufen. Eine Auswertung einzelner Aufgaben statt ganzer Berufe zeigt, dass ersetzbare Tätigkeiten das Beschäftigungswachstum bremsen, während persönliche Interaktionsarbeit es teilweise stärkt. Hochgerechnet fehlen jährlich bis zu 1,5 Millionen Stellen, während höchstens 0,7 Millionen hinzukommen. Die Einstiegsquote junger Beschäftigter in besonders betroffenen Berufen wie in der Finanzsachbearbeitung sinkt um 20 Prozent. Gemischte Pflege- und Dienstleistungsberufe im unteren Lohndrittel wachsen.
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Apple findet im KI-Geschäft neue Aufgaben für den Mac
Von Marcus Schuler, San Francisco
Open AI soll Zehntausende Mac minis und Mac Studios gekauft haben. Das lenkt den Blick auf eine weitere Einnahmequelle für Apple: KI-Agenten benötigen Computer, auf denen sie Programme bedienen und Aufgaben erproben können. Die Modelle selbst können dabei auf anderen Rechnern laufen. Der Bedarf trifft jedoch auf bestehende Mac-Nutzung für App-Entwicklung und Tests, die durch mehr KI-erzeugten Code aufwendiger werden kann. Welche Geräte Open AI genau gekauft hat, wie viele bereits laufen und welchen Umfang der Auftrag hat, geht aus den zugänglichen Berichten nicht hervor.
Apple findet im KI-Geschäft neue Aufgaben für den Mac
Volle Power – der Mac mini Picture Alliance
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Warum Europas Zölle chinesische Händler näher an die Kunden bringen
Von Marcel Weiß
Europas neue Zölle auf kleine Pakete beschleunigen den Aufbau lokaler Lager, Liefernetze und Retourenstrukturen. Große chinesische Anbieter wie JD, Temu und Shein haben das Kapital, die Daten und bald die Logistik dafür. Amazon profitiert ebenfalls: Mit AWD und „Supply Chain by Amazon“ übernimmt der Konzern immer mehr Schritte vom Fabriktor bis zur Zustellung und bindet Händler enger an sein System. Manche europäische Unternehmen können als Logistikpartner mitverdienen, verlieren dabei aber leicht Verhandlungsmacht. Für Händler reicht die Nähe zum Kunden künftig immer weniger. Sie brauchen eigene Stärken bei Sortiment, Service, Marke und Kundenzugang. Die große Frage für Unternehmen lautet: Wie sehen diese Stärken bei mir konkret aus?
Warum Europas Zölle chinesische Händler näher an die Kunden bringen
Über die Plattform Temu verkauft Pinduoduo chinesische Ware auch nach Europa. Reuters
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Wenn der Vorstandschef selbst mit KI programmiert
Von Peter Buxmann, Holger Schmidt
Philipp Eckelmann, Vorstandsvorsitzender der Wiesbadener Eckelmann AG, setzt generative KI flächendeckend in seinem Unternehmen ein und programmiert abends selbst mit den neuesten Sprachmodellen. Besonders in der Softwareentwicklung rechne sich der Einsatz, wobei Mitarbeiter zunehmend auf kleinere, wirtschaftlichere Modelle zurückgriffen. Berufsanfänger erreichten mit KI-Unterstützung deutlich schneller ein hohes Leistungsniveau. Für kleinere Softwarehäuser, deren Geschäft auf individueller Entwicklung beruhe, könne die Technologie problematisch werden. Beim Thema Predictive Maintenance im Maschinenbau dämpft Eckelmann hingegen die Erwartungen, da industrielle Anlagen zu individuell für übertragbare Lösungen seien. Massive Jobverluste durch KI erwartet er nicht.
Wenn der Vorstandschef selbst mit KI programmiert

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• Anthropic hat Medienberichten zufolge in den vergangenen elf Monaten Vereinbarungen über Rechenkapazitäten im Wert von rund 517 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Verträge umfassen 14,8 Gigawatt Leistung, die das KI-Unternehmen in den kommenden Jahren nutzen kann. Zuvor hatte Anthropic bereits ein bis zwei Gigawatt gesichert. Auf Google und Amazon Web Services entfallen zusammen 11 Gigawatt. Weitere Vereinbarungen bestehen unter anderem mit Nscale, Coreweave, Microsoft und AMD.
• Meta startet in den USA den persönlichen KI-Agenten Muse . Er soll Einkäufe, Terminplanung und andere Alltagsaufgaben teils autonom auf virtuellen Cloud-Rechnern erledigen, aber bei sensiblen Schritten nachfragen. Muse integriert Facebook, Instagram sowie Google-Dienste; eine Europa-Premiere ist offen.
• Google hat seine Suchergebnisse in Europa angepasst , um Vorgaben des Digital Markets Act zu erfüllen. Künftig sollen spezialisierte Preisvergleichsdienste etwa bei Hotels, Flügen und Restaurants stärker hervorgehoben werden, während Funktionen wie Echtzeitpreise teilweise entfallen. Google warnt vor einer schlechteren Nutzererfahrung und höheren Kosten für europäische Unternehmen. Im Juli verhängte die EU-Kommission gegen Google wegen der Bevorzugung eigener Dienste eine Geldbuße von 460 Millionen Euro.
• Der Fields-Medaillist Jacob Tsimerman von der University of Toronto arbeitet künftig für Open AI. Der Zahlentheoretiker will dort an KI-Sicherheit forschen: Er möchte leistungsfähige KI-Systeme besser verstehen, Risiken bewerten und Mechanismen für Kontrolle und Alignment entwickeln. Sein Schritt gilt als Signal für die wachsende Bedeutung von KI in der mathematischen Forschung.
• Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bereiten sich laut einer Capgemini-Umfrage auf Störungen ihrer digitalen Infrastruktur vor. 86 Prozent der befragten 1300 Organisationen aus elf Ländern sehen sich erheblichen Risiken für ihre digitale Souveränität ausgesetzt. 65 Prozent haben dafür bereits Budgets eingeplant. Fast die Hälfte rechnet mit einer Dauer von drei Monaten bis zu einem Jahr, um einen kritischen Technologieanbieter zu ersetzen. Cyberbedrohungen werden neben geopolitischen Spannungen, Exportkontrollen und Angriffen auf Rechenzentren als Risikofaktor genannt.
 
 
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Arbeitsmarkt: Die Generation, die KI am besten beherrscht, findet keine Jobs mehr
 
 
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„Ich glaube, es ist jetzt unerlässlich, noch einen Schritt weiterzugehen: Mit einem neuen europäischen Gesetz sollten wir den Zugang von Kindern unter 15 Jahren zu sozialen Netzwerken EU-weit einheitlich verbieten, um sie zu schützen.“
Emmanuel Macron
in einem Brief an Ursula von der Leyen
Valery Hache/POOL AFP via AP
 
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