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Mittwoch, 03.06.2026 | Zur Online-Ansicht
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Anthropic zwingt die KI-Wirtschaft zur Wahrheit
Es ist ein kalkulierter Bruch mit der Etikette des Silicon Valley: Anthropic hat am 1. Juni seine Börsenunterlagen eingereicht und ist damit Open AI beim Weg an die Börse voraus.
Nur Tage zuvor hatte das KI-Labor in einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar eingesammelt und damit auch in dieser Disziplin den Erzrivalen Open AI (852 Milliarden Dollar) als wertvollstes KI-Start-up der Welt abgelöst.
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Holger Schmidt
Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Bislang lebte die KI-Spitze von Run-Rates, also dem hochgerechneten Umsatz, meist ohne testierte Abschlüsse. Ein Börsengang beendet diese Komfortzone. Denn die Zahlen, die Anthropic seinen Investoren bislang zeigt, sind atemberaubend und angreifbar zugleich: 4,8 Milliarden Dollar Umsatz im ersten Quartal, projizierte 10,9 Milliarden Dollar im zweiten, dazu der erste operative Gewinn von 559 Millionen Dollar. Das ist mehr als im ganzen Jahr 2025.
Man sollte diese Zahlen aber nüchtern lesen. Der erste Gewinn fällt verdächtig genau in jenes Quartal, in dem der SpaceX-Compute-Vertrag rabattiert anläuft. Von Juli an kostet er Anthropic 1,25 Milliarden Dollar im Monat. Open AI wirft Anthropic zudem vor, den Umsatz brutto auszuweisen und auf diese Weise um rund acht Milliarden Dollar aufzublähen. Beides ist nach amerikanischer Rechnungslegungsvorschrift zwar zulässig, aber die Unsicherheit wird nicht kleiner. Was bleibt unterm Strich, wenn der Wirtschaftsprüfer das Testat setzt?
Strategisch kann Anthropic überzeugen. Das Unternehmen erzielt rund 80 Prozent seines Umsatzes im Geschäftskundengeschäft, verzichtet auf teure Consumer-Spielereien wie Bildgeneratoren und will schon 2028 die Gewinnzone erreichen – zwei Jahre vor Open AI.
Ein Grund ist die Investitionsstrategie: Anthropic steckte bisher deutlich weniger Geld in eigene Rechenkapazitäten als Open AI. Diese Zurückhaltung hat allerdings einen Preis. Die vorhandenen Kapazitäten reichten zuletzt nicht mehr aus, um die Nachfrage zu decken, und so musste Anthropic mit seinen Überzeugungen brechen und Rechenpower ausgerechnet beim „Bad Boy“ Elon Musk einkaufen.
Spannend wird auch die Reallokation des Kapitals. Etwa 15 der gerade zugeflossenen 65 Milliarden Dollar sind recyceltes Hyperscaler-Geld. Ein Großteil fließt als Compute-Verpflichtung direkt an dieselben Investoren zurück, also Amazon, Google und Microsoft. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem die Geldgeber den Wert ihrer eigenen Beteiligung markieren: Amazon allein erzielte im ersten Quartal 16,8 Milliarden Dollar Buchgewinn auf Anthropic, mehr als die Hälfte seines Vorsteuerergebnisses.
Was als Börsengang erscheint, ist damit in Wahrheit eine gigantische Risikoumschichtung von frühen, informierten Kapitalgebern hin zum öffentlichen Anleger. Denn auch ein erheblicher Teil des IPO-Erlöses fließt direkt als Compute-Verpflichtung an die Hyperscaler zurück. Der Börsengang ist somit der Punkt, an dem dieser bisher geschlossene Kreislauf sich nach außen öffnet und reales, breites Anlegergeld eintritt. Der IPO reallokiert nicht nur Kapital von A nach B. Er übersetzt private, von Insidern gesetzte Bewertungen in einen öffentlichen Preis – und macht sie damit erstmals falsifizierbar.
Der öffentliche Markt verlangt aber Margen und Renditen. Dass ausgerechnet der Anbieter mit dem klarsten Profitabilitätspfad vorprescht, ist insofern konsequent: Anthropic wettet darauf, dass Disziplin in einem überhitzten Markt zum Differenzierungsmerkmal wird. Wer zuerst geht, setzt das Narrativ, sichert das Kapital und setzt den Maßstab – und überlässt dem Zweiten die undankbare Rolle, an einer fremden Messlatte gemessen zu werden. Allerdings war das Börsenumfeld für KI-Aktien nie besser als jetzt. Anthropic hätte den Zeitpunkt nicht besser wählen können.
Zum Schluss noch etwas in eigener Sache
In drei Wochen findet die dritte Ausgabe der F.A.Z. KI-Konferenz statt. Dafür ziehen wir am 22. und 23. Juni in das Kloster Eberbach im Rheingau. Als Themen sind unter anderem „Die Zukunft der KI“, „KI in der Robotik“ und „KI in der Medizin“ gesetzt. Im Kloster treffen Tradition und Zukunft aufeinander, und wir hoffen auf intensive Debatten. Seien Sie dabei. Hier gelangen Sie zur Anmeldung.
 FAZ
Eine gute Lektüre wünscht
Holger Schmidt
PS: Zusätzlich zu diesem Briefing bieten wir unseren Lesern tagesaktuell die neuesten Informationen zur Digitalwirtschaft auf unserer Website. Schauen Sie gerne vorbei, wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen. Den Weg zur Digitalwirtschaft im Web finden Sie hier.
 
 
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Nvidia steigt in das Geschäft mit Windows-Laptops ein
Nvidia macht sich unabhängiger von den großen Cloud-Betreibern. In Taiwan stellte der Chipkonzern den RTX-Spark-Superchip vor, mit dem er in den PC-Markt drängt. Hinzu kommen eine Offensive in der physischen KI mit dem Referenzroboter Isaac GR00T und der Ausbau des „AI-Factory“-Ökosystems in Taiwan. Trotz eines Rekordquartals sucht Nvidia neue Nachfrage bei Unternehmen und Staaten, um die wachsende Konkurrenz durch hauseigene Chips der Hyperscaler abzufedern.
Nvidia CEO Jensen Huang auf der Computex in Taipeh. AFP
Holger Schmidt, Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
„Ein kluger Schachzug. Nvidia entkommt der Abhängigkeit von wenigen Großkunden, die zugleich zu Konkurrenten werden, und erschließt sich mit PCs, Robotern und ganzen KI-Fabriken neue Märkte. Wie schon beim autonomen Fahren wird hier ein weiterer riesiger Markt aufgespannt.“
Holger Schmidt, Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
Europas wichtigste Tech-Hubs
Europa stellt laut dem Global Tech Ecosystem Index von Dealroom mehr leistungsstarke Innovationsstandorte je Einwohner als jede andere Region. In die Wertung fließen das Wagniskapital, der geschaffene Unternehmenswert, die Zahl der Einhörner sowie die Verbindungen zu Universitäten ein. Kleine Standorte mit starker Forschung schneiden so besser ab als reine Großstädte. Unter den globalen Top 100 befinden sich 45 europäische und nur 40 nordamerikanische Städte. In Europa verdrängte London 2025 Paris von der Spitze: Die britische Hauptstadt zog 2025 Wagniskapital von 17,8 Milliarden Dollar an, ein Plus von 45 Prozent, und zählt 138 Einhörner.
 
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
„Gute Nachrichten: München gewinnt als Innovationsstandort für Technologie global an Bedeutung und glänzt vor allem im Bereich Verteidigung: Helsing und ARX Robotics warben vergangenes Jahr 763 Millionen Dollar ein.“
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
Robotaxis kommen nach München
In München sollen bald selbstfahrende Taxis durch die Straßen rollen. Hinter dem Vorstoß stehen Uber, der Chipkonzern Nvidia und das israelische Start-up Autobrains. Die Fahrzeuge sollen die Stufe Level 4 erreichen: Innerhalb eines festgelegten Einsatzgebiets fahren sie eigenständig, ohne dass ein Mensch lenken, bremsen oder den Verkehr überwachen muss. Wenn die Behörden zustimmen, könnte der Dienst noch in diesem Jahr starten. Anfangs sitzt zur Sicherheit weiter ein Fahrer am Steuer, der notfalls eingreift. Autobrains verzichtet bei der Steuerung auf teure Lidar-Systeme und nutzt sechs Standardkameras, agentische KI und Luftbilder, um die Umgebung zu erfassen.
Ein Testfahrzeug des KI-Start-ups Autobrains in München. Autobrains
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
„Der große Erfolg der Waymo-Robotaxis in den USA zeigt, dass die Technologie längst bereit für den Praxiseinsatz ist – und zudem deutlich sicherer als ein Mensch hinter dem Steuer. Uber, Nvidia und Autobrains müssen nun unter Beweis stellen, dass ihre Herangehensweise genauso zuverlässig funktioniert wie die des Vorreiters Waymo.“
Nina Müller, Redakteurin für Newsletter und Verticals.
 
 
Artikel der Woche
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Amerikas Quantenwette, Europas Dilemma
Der Quantinuum Model H2 Quantum Computer. Bloomberg
Amerikas Quantenwette, Europas Dilemma
Von Marcus Schuler, San Francisco
Das amerikanische Handelsministerium gibt gut zwei Milliarden Dollar an neun Quantenfirmen und lässt sich dafür an den Unternehmen beteiligen. Erstmals wird so eine Förderbehörde direkt zum Miteigentümer von neun Unternehmen. Ob das legal ist, ist in Washington umstritten.
Am 21. Mai unterzeichnete das Ministerium neun Absichtserklärungen über 2,013 Milliarden Dollar aus dem Chips and Science Act, dem amerikanischen Halbleitergesetz von 2022. Eine Milliarde Dollar gehen an IBM für eine neue Tochter namens Anderon, die erste eigens errichtete Quanten-Foundry des Landes.
375 Millionen erhält der Auftragsfertiger Global-Foundries, an dem der Staat rund ein Prozent übernimmt. Sechs weitere Firmen, darunter D-Wave, Rigetti, Psiquantum und Quantinuum, bekommen je 100 Millionen, der australische Entwickler Diraq bis zu 38 Millionen. In jedem Fall nimmt der Staat eine nicht beherrschende Minderheitsbeteiligung. Handelsminister Howard Lutnick begründet das damit, dass die Steuerzahler für ihr Geld einen Anteil bekommen sollten.
So investiert der amerikanische Staat in eine Branche, die noch kaum Umsatz macht. Europa fördert Quanten ähnlich großzügig, überlässt Beteiligungen aber Förderbanken.
Das Muster stammt aus dem August 2025. Damals wandelte die Regierung ausstehende Chip-Zuschüsse an Intel in Aktien um und hält seither 9,9 Prozent, passiv, ohne Stimmrecht, ohne Sitz im Verwaltungsrat. Danach folgte eine Serie: der Stahlkonzern US Steel, die Chiphersteller Nvidia und AMD, die 15 Prozent ihrer Erlöse aus China-Chipverkäufen abführen, mehrere Rohstoffförderer. Der Quanten-Deal überträgt dieses Modell erstmals auf eine ganze, noch junge Branche; die Regierung begründet ihn mit dem Wettlauf gegen China. Noch sind die Vereinbarungen unverbindlich, bindend werden sie erst mit den endgültigen Verträgen.
„Kommunismus, nicht Kapitalismus“
Ob das rechtens ist, bestreitet eine Abgeordnete aus dem Silicon Valley. Zoe Lofgren, ranghöchste Demokratin im Wissenschaftsausschuss des Repräsentantenhauses, nennt den Schritt illegal. Das Geld sei für die Halbleiterforschung bewilligt worden, nicht für Quanten, und der Kongress habe Staatsbeteiligungen nie gewollt; das sei „Kommunismus, nicht Kapitalismus“. Über die Auswahl der neun Firmen und die Konditionen habe es „null Transparenz“ gegeben.
Zoe Lofgren im amerikanischen Repräsentantenhaus. Bloomberg
Da lässt sich gegenhalten, am genauesten von Juristen des Portals „Lawfare“ formuliert: Das Gesetz erlaube Beteiligungen weder ausdrücklich noch verbiete es sie, die weit gefasste Vollmacht des Ministeriums lasse sich darauf dehnen, und anders als bei einer Enteignung hätten die Firmen zugestimmt. Eine Klage bräuchte einen Wettbewerber mit nachweisbarem Schaden und käme vermutlich langsamer voran, als das Geld fließt. Hinzu kommt allerdings die kritische Frage der Nähe: An Psiquantum hält eine Beteiligungsgesellschaft Anteile, in der Donald Trump Junior Partner ist.
Zahlen ohne Substanz
Die Bewertungen, auf die der Staat setzt, haben mit den Umsätzen wenig zu tun. Rigetti aus dem kalifornischen Berkeley setzte 2025 gut sieben Millionen Dollar um und schrieb 216 Millionen Verlust, an der Börse ist die Firma zeitweise mehr als acht Milliarden wert. Beim Konkurrenten D-Wave brach der Quartalsumsatz zuletzt um 81 Prozent ein, weil ein Einmalverkauf das Vorjahresquartal aufgebläht hatte. Hundert Millionen Dollar sind für solche Firmen ein Vielfaches des Jahresumsatzes und nur ein kleiner Bruchteil des Börsenwerts.
Auch der Einsatz der Technik ist weiter entfernt, als die Summen nahelegen. Die Forschungsagentur Darpa will bis 2033 erst überprüfen, ob überhaupt ein Ansatz zu nützlichen Rechnern führt; voll fehlertolerante Maschinen erwartet die Beratung BCG nicht vor 2040. Quantencomputeranbieter setzten 2024 nach McKinsey-Schätzung 650 bis 750 Millionen Dollar um. Die zwei Milliarden des Staates entsprechen ungefähr dem Anbietermarkt, den BCG für 2030 erwartet.
Was Europa anders macht
Europa fördert Quanten kaum weniger ehrgeizig. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben in fünf Jahren mehr als elf Milliarden Euro investiert, Deutschland nach eigener Darstellung rund drei Milliarden in sechs Jahren, Frankreich seit 2021 etwa 2,3 Milliarden. Der Unterschied liegt nicht im Geld, sondern im Werkzeug. Wo Washington Zuschuss und Eigentum in einem Ministerium verschmilzt, hält Europa beides auf Distanz.
Auch europäische Staaten nehmen Anteile. Nur laufen sie über Förderbanken mit Renditeauftrag. An planqc, einer Garchinger Max-Planck-Ausgründung für Rechner aus neutralen Atomen, beteiligte sich der bundeseigene Deep-Tech- und Klimafonds mit rund zehn Millionen Euro, gemeinsam mit privaten Geldgebern, nicht als Ministerium, das die Förderung an einen Anteil knüpft. Hinzu kommen Zuschüsse und ein Großauftrag der Raumfahrtagentur DLR.
In Frankreich hält die Staatsbank Bpifrance seit 2021 Anteile am Neutralatom-Entwickler Pasqal und sitzt im Verwaltungsrat. Bpifrance gehört zur Hälfte dem Staat, zur Hälfte der öffentlichen Caisse des Dépôts, und arbeitet mit einer Rendite, nicht aus dem Haushalt.
Die Distanz hat ihren Preis. Der europäische Chips Act von 2023 schaffe „kein neues Geld“, urteilt die Denkfabrik CSIS; die Brüsseler Forschungsmittel stammen großteils aus umgeschichteten Programmen. Bis Anfang 2026 genehmigte die EU nach Angaben des Instituts Bruegel knapp 14 Milliarden Euro an Beihilfen, während die amerikanischen Zuschüsse ein Vielfaches erreichen. Vom privaten Quantenkapital der Welt zieht Europa nur rund fünf Prozent an, auf die Vereinigten Staaten entfallen mehr als die Hälfte.
Paris antwortet, Brüssel plant
Schnell reagierte nur Frankreichs Präsident. Einen Tag nach Washington, am 22. Mai, kündigte Emmanuel Macron zusätzlich eine Milliarde Euro für Quanten und 550 Millionen für die Mikroelektronik an, beides aus dem Programm France 2030. Es werde ein Souveränitätskampf ausgetragen, den man unbedingt gewinnen müsse, sagte er; man habe das Zeug, dieses Rennen zu gewinnen.
Aus Berlin kam keine Antwort. Die Bundesregierung hatte tags zuvor, am 20. Mai, eine eigene Quanten-Roadmap vorgestellt, Ziel: zwei fehlerkorrigierte Rechner bis 2030. Das war lange geplant und keine Reaktion auf die amerikanische und französische Initiative. Auch die EU-Kommission ließ den Vorstoß unkommentiert.
Sie arbeitet an einem eigenen Quantengesetz, noch für dieses Jahr angekündigt, und legte in derselben Woche ein Paket für „technologische Souveränität“ vor, das europäische Anbieter bevorzugt. Ein Instrument, das Anteile zur Bedingung der Förderung macht, plant sie nicht.
In Brüssel wird über ein Gesetz beraten. In Washington ist der Staat schon Aktionär.
 
 
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KI-Akademie
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Wie ChatGPT wirklich genutzt wird
Von Holger Schmidt
Die Nutzung von ChatGPT hat sich grundlegend gewandelt. Praktische Alltagsberatung zu Themen wie Kochen, Gesundheit und Reparaturen hat das Verfassen von Texten als häufigste Aufgabe abgelöst. Zugleich dominiert die private Nutzung inzwischen deutlich gegenüber der beruflichen. Erstmals stellen Frauen mit 53,5 Prozent die Mehrheit der Nutzer, auch ältere Altersgruppen holen auf. Ein Stanford-Team schätzt die jährliche Konsumentenrente für amerikanische Verbraucher auf 172 Milliarden Dollar, weit mehr als die Branchenumsätze. Generative KI ist damit im Alltag angekommen, lange bevor sie in der Produktivitätsstatistik sichtbar wird.
 
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Wie man mit KI die besten Reisepreise findet
Von Johannes Winkelhage
KI-gestützte Werkzeuge können die Reiserecherche von Stunden auf Minuten verkürzen und Preise spürbar senken. Voraussetzung ist eine Liveanbindung an Buchungssysteme, wie sie Google Flights, Hopper oder die ChatGPT-Integrationen von Booking.com und Expedia bieten. Flugpreise schwanken bis zu 20.000 Mal täglich um bis zur Hälfte des Tarifs. Den größten Sparhebel liefert Flexibilität bei Datum, Ziel und Flughafen. Bei Hotels fand Skyscanner in einem Test in acht von zwölf Zielen die niedrigste Rate. Die Buchung selbst erfolgt bislang fast immer außerhalb des Chats beim Anbieter.
Wie man mit KI die besten Reisepreise findet
Wer zahlt wie viel wofür? Die Reisepreise sind manchmal sehr unterschiedlich. Picture Alliance
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Deep Dives
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Die drei Musketiere und eine große Überraschung
Von Holger Schmidt
Die Speicherchiphersteller Micron, SK Hynix und Samsung dominierten im Mai erneut die KI-Rally, getrieben von einer historischen Knappheit bei Hochbandspeicher. Die DRAM-Vertragspreise stiegen im zweiten Quartal um knapp 60 Prozent. SK Hynix erzielte eine operative Marge von 72 Prozent und übertraf damit sogar Nvidia. Die eigentliche Überraschung lieferte jedoch Dell Technologies, dessen KI-Serverumsatz um 757 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar sprang. Auch Datadog, AMD und Infineon profitierten stark vom anhaltenden KI-Boom. Die hohen Kurszuwächse entlang der gesamten Wertschöpfungskette spiegeln reale Engpässe bei Speicher, optischer Verbindung und Stromversorgung wider.
 
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Der Sommer, in dem wir gehackt werden
Von Martin Wendiggensen
Wie die Titanic dampft die Cybersicherheit nun schon eine Weile auf ihren eigenen Eisberg zu. KI verändert die Cybersicherheit grundlegend, weil Angreifer Schwachstellen schneller finden und ausnutzen können. Google bestätigte im Mai erstmals einen Fall, in dem eine Hackergruppe mithilfe von KI ein Werkzeug zur Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hatte. Gestohlene Passwörter bleiben das größte Einfallstor, da die meisten Menschen ähnliche Passwörter für verschiedene Dienste verwenden. Drei Maßnahmen schützen wirksam: ein Passwortmanager, die Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys sowie regelmäßige Sicherungskopien nach der 3-2-1-Regel.
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Ein zweites Internet, gebaut für Maschinen
Von Holger Schmidt
Das Internet wird gerade umgebaut – von der Aufmerksamkeit auf die Maschine. Crawler und Einkaufsagenten erzeugen Lastspitzen, für die Cloud-Anbieter ihre Technik nach tatsächlicher Nutzung abrechnen. Zugleich brechen die alten Werbeerlöse weg, weil KI-Antworten den Klick ersetzen und die Besucher nicht mehr weiterreichen. Inhalte sollen zum bepreisbaren Rohstoff werden, doch ein tragfähiger Markt dafür fehlt noch. Auf der Nachfrageseite wird der Agent zum Türsteher: Wer ihn betreibt, kontrolliert die Kundenbeziehung. Die Infrastruktur steht und das Geld fließt, allein die Erlöse bleiben vorerst dünn.
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Babbel-Umsatzchefin: „Wir haben keine Angst vor den großen Sprachmodellen“
Von Nina Müller
KI-Sprachmodelle setzen die Bildungstechnologiebranche unter Druck. Sie liefern Erklärungen kostenlos, was früher das Kerngeschäft vieler Anbieter war. Die US-Lernplattform Chegg verlor nach dem Aufstieg von ChatGPT 99 Prozent ihres Börsenwerts. Babbel will sich mit einem großen Produkt-Relaunch und stärkerer Personalisierung durch KI behaupten, ohne den pädagogischen Kern aufzugeben. Simpleclub hat sich fast vollständig auf Firmenkunden ausgerichtet. Gleichzeitig drängen Open AI und Anthropic mit eigenen Bildungswerkzeugen in den Markt. Die Burggräben der etablierten Ed-Tech-Unternehmen werden damit zunehmend flacher.
Babbel-Umsatzchefin: „Wir haben keine Angst vor den großen Sprachmodellen“
Die US-Chefin von Babbel, Julie Hansen. Noam Galai
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Die unsichtbare KI-Verschiebung im Stellenmarkt
Von Holger Schmidt
Generative KI löscht keine Stellen, sie schreibt sie um. Das zeigt eine Purdue-Studie, die 9,4 Millionen amerikanische Stellenanzeigen mit Sprachmodellen ausgewertet hat. Seit Mitte 2023 schreiben Unternehmen seltener Aufgaben aus, die KI übernehmen kann – doch sie streichen die Stellen nicht, sondern verlagern ihre Suche und schreiben bevorzugt Aufgaben aus, die KI nicht kann. Etwa zur Hälfte verschieben sich die Einstellungen zwischen Berufen, zur anderen ändert sich der Inhalt gleicher Stellen, oft ohne dass der Titel wechselt. Am stärksten betroffen sind schreib- und datenintensive Funktionen und überraschend die Senior- vor der Einstiegsebene.
 
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Deutsche Microsoft-Chefin: „KI wird jeden Beruf verändern“
Von Peter Buxmann, Holger Schmidt
Agnes Heftberger, Deutschlandchefin von Microsoft, sieht in der unterschiedlichen Haltung zu KI einen zentralen Unterschied zwischen Asien und Europa. Während in Ländern wie Singapur oder Südkorea die Chancen im Vordergrund stünden, dominiere in Europa die Risikodiskussion, sagt sie im F.A.Z. KI-Podcast. Deutschland habe beim Einsatz von KI-Agenten jedoch früh angesetzt. Entscheidend sei, ganze Geschäftsprozesse neu zu denken, statt KI nur für individuelle Produktivität zu nutzen. Den befürchteten Jobverlust relativiert Heftberger mit dem demographischen Wandel, der ohne KI kaum zu bewältigen sei. Studierende bräuchten vor allem Lernbereitschaft statt spezifisches Fachwissen.
Deutsche Microsoft-Chefin: „KI wird jeden Beruf verändern“

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Wenn der Agent kaufen darf
Von Marcel Weiß
Shopify hat seine Storefront-Schnittstelle auf das Universal Commerce Protocol umgestellt. KI-Agenten in ChatGPT oder Gemini können künftig Produkte finden, Warenkörbe befüllen und Käufe abschließen. Der agentische Check-out ist bislang nur für US-Shops verfügbar. Deutsche Händler profitieren vorerst lediglich von der KI-gestützten Produktentdeckung, da regulatorische Hürden wie die DSGVO und der EU AI Act den vollen Funktionsumfang blockieren. Der Händler bleibt zwar rechtlich Verkäufer, verliert aber Gestaltungshoheit, da Kunden den Shop nicht mehr besuchen. Offen bleibt, ob diese europäische Zwischenstufe eine nützliche Schonfrist oder ein Standortnachteil ist.
Wenn der Agent kaufen darf
Shopify geht voran und öffnet die Systeme für Agenten. Reuters
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San Franciscos Büros füllen sich wieder
Von Marcus Schuler, San Francisco
KI-Firmen haben 2025 mehr als zwei Millionen Quadratfuß Bürofläche in San Francisco angemietet, ein Plus von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Leerstand sank erstmals seit Jahren, getragen vor allem von Open AI, Anthropic und einer wachsenden Zahl kleinerer KI-Unternehmen, die frühere Flächen von Uber, Slack oder Dropbox übernehmen. Die Erholung ruht jedoch auf wenigen Firmen: Rund 80 Prozent des Wagniskapitals flossen an nur zehn Unternehmen. Zugleich treiben die KI-Gehälter die Wohnungsmieten auf New Yorker Niveau. Der Chefvolkswirt der Stadt warnt, KI sei derzeit kein Beschäftigungstreiber, die Stellenanzeigen in der Technologiebranche lägen bei etwa der Hälfte des Vor-Pandemie-Niveaus.
San Franciscos Büros füllen sich wieder
Die Bürotürme in San Francisco füllen sich wieder. Picture Alliance
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KI-Papers: Das erste wirklich offene Weltklassemodell für Robotik
Von Marcel Weiß
Unser Blick in die KI-Forschung: MolmoAct2 des Allen Institute for AI ist ein vollständig offenes Vision-Language-Action-Modell für Robotik mit offenen Trainingsdaten, Code und Dokumentation. Es ist bis zu 37-mal schneller als der Vorgänger und übertrifft GPT-5 auf räumlichen Reasoning-Benchmarks. Daneben zeigt eine MIT-Studie, dass KI-Coding-Agenten zwar die Commit-Aktivität um 180 Prozent steigern, am Ende aber nur 30 Prozent mehr Software ausgeliefert wird. Menschen bleiben bei Review und Deployment der Flaschenhals im Gesamtablauf. KI-Gutachter übertreffen bei der Begutachtung akademischer Paper den besten menschlichen Reviewer, haben aber strukturelle Schwächen bei Tiefe und Kontext. Dazu ähnlich: KI-Agenten liefern in der Wirtschaftsforschung ähnliche Ergebnisse wie menschliche Ökonomen.
KI-Papers: Das erste wirklich offene Weltklassemodell für Robotik
Molmoact 2 schnitt in Tests mit Robotern besser ab als GPT-5 und Gemini 2.5 Pro. Allen AI
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• BYD rüstet künftig alle Modelle mit der neuen Fahrtechnik „God's Eye“ aus und setzt auf den selbst entwickelten 4-nm-Chip Xuanji A3, der mit 700 TOPS je Einheit autonomes Fahren der Stufen drei und vier ermöglichen soll. Chairman Wang Chuanfu verwies auf Halbleiter-Investitionen von über 100 Milliarden Yuan seit 2002. Der Konzern bringt Autonomie damit in den Massenmarkt und erhöht den Druck auf Tesla.
• Microsoft hat sieben eigene KI-Modelle vorgestellt, darunter das „Flaggschiff“ MAI-Thinking-1 – ein Reasoning-Modell mittlerer Größe. Es soll mit führenden Modellen in Software-Engineering-Benchmarks mithalten können und ohne Destillation externer Modelle trainiert worden sein. Ergänzt wird die Reihe durch Bild-, Transkriptions-, Sprach- und Code-Modelle. Der Schritt markiert Microsofts Vorstoß in die eigenständige Modellentwicklung.
• Waymo bietet seit dem 28. Mai ausgewählten Fahrgästen in San Francisco, Los Angeles und Phoenix Fahrten im neuen Elektro-Robotaxi „Ojai“ an, gebaut mit Zeekr. Das Fahrzeug ist günstiger in Bau und Wartung und nutzt eigene Chips. Waymo zählt rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche und peilt eine Million bis Ende 2026 an. Niedrigere Stückkosten sind der Schlüssel zur Profitabilität des Geschäftsmodells.
• Mit dem MacBook Neo für 599 Dollar erschließt Apple neue Käuferschichten. Laut IDC wurden im ersten Verkaufsquartal bereits 1,1 Millionen Geräte ausgeliefert, obwohl das Modell nur wenige Wochen erhältlich war. Besonders stark ist die Nachfrage in den USA und Indien. Analysten sehen darin einen strategischen Vorstoß in das bislang von Windows-Notebooks dominierte Einstiegssegment.
• Die EU-Kommission hat eine Strafe von 200 Millionen Euro gegen die chinesische Plattform Temu verhängt. Das ist die bisher höchste Strafe unter dem Digital Services Act. Vorwurf: Temu habe Risiken gefährlicher Produkte nicht sorgfältig bewertet, etwa unsichere Ladegeräte. Es ist die erste große DSA-Durchsetzung gegen einen Marktplatz statt ein soziales Netzwerk und erhöht den Druck auf Amazon, Shein und AliExpress.
 
 
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Die besten KI-Aktien: Die wahren KI-Gewinner sitzen hinter Nvidia
A&O-Shearman-Manager: „Mit der KI brauchen wir nicht weniger Anwälte – wir brauchen andere Anwälte“
Was wirklich funktioniert: Der KI-Werkzeugkasten für bessere Texte
SWARM Biotactics: So werden lebende Kakerlaken zu militärischen Sensoren
Ein Kaffee mit dem Home Assistant:  Das souveräne digitale Heim
 
 
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„Es gibt keine KI-sicheren Studienfächer mehr. Entscheidend ist nicht, was man studiert, sondern, wie gut man KI im eigenen Fachgebiet nutzt.“
Jensen Huang
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Nvidia CEO
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Geschäftsführer: Thomas Lindner (Vorsitzender), Dr. Volker Breid
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube,
Carsten Knop, Berthold Kohler
 
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