Mit dem Kartellrecht gegen teuren Sprit – und Diversität?
Die Wettbewerbshüter sollen mehr Macht bekommen und Benzin günstiger machen. In den USA setzen sie Diversitätsprogramme von Kanzleien unter Druck. Und die EU? Die greift mit dem Space Act nach den Sternen.
Seit Tagen kennen die Preise an den Zapfsäulen nur noch eine Richtung, und zwar nach oben. In dieser Woche hat die Bundesregierung reagiert und gleich ein ganzes „Spritpreispaket“ auf den Weg gebracht. Schwarz-Rot nimmt darin vor allem die Tankstellenbetreiber in die Pflicht: Schrauben diese aktuell noch bis zu zweiundzwanzigmal täglich am Spritpreis, sollen Erhöhungen künftig nur noch einmal am Tag zulässig sein.
Doch reicht das aus, um Autofahrer spürbar zu entlasten? Und welche Instrumente hält das Kartellrecht sonst noch bereit, um Preisexplosionen zu verhindern? Das hat mein Kollege Finn Hohenschwert den Düsseldorfer Kartellrechtsexperten Rupprecht Podszun gefragt. Podszun, der auch Mitglied der Monopolkommission ist und die Bundesregierung auf dem Gebiet des Wettbewerbsrechts berät, dämpft die Hoffnungen, die sich viele Autofahrer zurzeit machen: Mit rasch sinkenden Preisen sei wohl erst einmal nicht zu rechnen. Das ganze Interview hören Sie im F.A.Z. Einspruch-Podcast.
Das Kartellrecht steht auch im Mittelpunkt des Gastbeitrags von Frank Immenga – allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Immenga berichtet darüber, wie in den USA eine Wettbewerbsbehörde die Diversitätsprogramme verschiedener Kanzleien ins Visier nimmt. Das hat Folgen, auch für Unternehmen auf dieser Seite des Atlantiks. Denn die in Amerika populären Diversitätsprogramme sind inzwischen auch hierzulande weitverbreitet – und könnten die deutschen Wettbewerbshüter auf den Plan rufen.
Zum Schluss nimmt Sie Felix Werner mit in den Weltraum: Im vergangenen Jahr hat die Kommission ihren Space Act vorgestellt. Zwar boomt die Raumfahrtindustrie, allerdings droht die EU beim Wettlauf ins All den Anschluss an die Spitzenreiter aus China und den USA zu verpassen. Das Brüsseler Papier, so die Einschätzung unseres Experten, weise den richtigen Weg. Ob die EU aber tatsächlich – wie geplant – schon 2030 nach den Sternen greift, bleibe abzuwarten.
Was meinen Sie: Sollte die Bundesregierung mehr tun, um Autofahrer zu entlasten? Schreiben Sie mir an redaktioneinspruch@faz.de.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Wochenende!
Wer im Referendariat ins Ausland geht, muss das Examen nicht vernachlässigen. Mit soliden Grundlagen, gutem Zeitmanagement und dem richtigen Fokus lassen sich beide Ziele vereinbaren.
Von IQB-Karrieremagazin
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Donnerstag, 26. März 2026
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