Social-Media-Verbot für Kinder bald auch in Deutschland?
Immer mehr Länder erwägen eine Altersbeschränkung für Facebook, Instagram, Tiktok & Co. Nun hat Frankreich für ein entsprechendes Gesetz gestimmt. In Deutschland gehen die Meinungen auseinander.
Frankreich steht kurz davor, nach Australien als zweites Land eine Altersbeschränkung für soziale Netzwerke einzuführen. In dieser Woche hat die Nationalversammlung mit großer Mehrheit einem entsprechenden Gesetz zugestimmt. Das Gesetz muss allerdings noch den Senat, die zweite Parlamentskammer, passieren. Andere europäische Länder – darunter Österreich, Großbritannien und Dänemark – arbeiten an ähnlichen Regelungen.
Ziel ist der Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Studien weisen seit Jahren auf die zahlreichen negativen Folgen des Dauerkonsums im Internet hin. Dazu zählen vor allem Störungen der Sprachentwicklung und der Konzentrationsfähigkeit sowie motorische Hyperaktivität.
In Deutschland wird das Thema wahrscheinlich erst im Herbst auf der großen politischen Bühne diskutiert. Dann will eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vorlegen. Vereinzelt haben Politiker, darunter Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), bereits Sympathien für ein Verbot geäußert.
Widerstand zeichnet sich jetzt schon ab. Datenschützer warnen davor, dass eine Altersverifikation die großen Techunternehmen mit zusätzlichen personenbezogenen Daten füttern würde. Gegenwind kommt auch aus der Politik. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nannte ein Verbot „totalen Quatsch“. Der Vorschlag sei „ein bisschen altbacken, altmodisch und aus der Zeit“.
Frankreich hatte bereits vor einigen Jahren versucht, ein Mindestalter von 15 Jahren für Social Media einzuführen. Das Gesetz konnte aber wegen der europäischen Rechtslage nicht umgesetzt werden. Ob der neue französische Vorstoß mit dem inzwischen geänderten EU-Recht vereinbar ist, wird sich zeigen. Die Hintergründe der französischen Gesetzesinitiative hat unsere Paris-Korrespondentin Michaela Wiegel für Sie aufgeschrieben.
Was meinen Sie – sollte auch der deutsche Gesetzgeber tätig werden? Schreiben Sie mir an redaktioneinspruch@faz.de.
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Von IQB-Karrieremagazin
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