Einspruch
                                                           
Freitag, 13.03.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
EINSPRUCH
Alles Wichtige aus der Welt des Rechts.
Wir müssen (wieder) über Ausländerkriminalität reden
Sechs Professorinnen widersprechen der Behauptung, Gewalt gegen Frauen sei ein „Migrationsproblem“. Und: Staatsrechtler Matthias Friehe über blinde Flecken in der völkerrechtlichen Bewertung des Iran-Kriegs.
Vielleicht erinnern Sie sich: Vor rund vier Monaten haben wir Sie an dieser Stelle auf einen Gastbeitrag der beiden Strafrechtsprofessorinnen Elisa Hoven und Frauke Rostalski aufmerksam gemacht. Sie verwiesen darin auf den Zusammenhang zwischen Kriminalität und Migration – und plädierten für einen ehrlicheren Diskurs über das Thema. Der Text traf einen Nerv und löste eine lebhafte Debatte aus.
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Finn Hohenschwert
Redakteur F.A.Z. PRO Einspruch.
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Der Frankfurter Strafrechtler und Kriminologe Tobias Singelnstein hielt in einem Gastbeitrag dagegen. Er meinte, die beiden Professorinnen verstellten den Blick auf die Entstehungszusammenhänge, statt ihn zu erhellen. Nötig sei weniger „Ehrlichkeit“, sondern mehr Differenzierung in der Debatte. Auch von Ihnen erreichten uns zahlreiche Zuschriften – viele mit persönlichen Erfahrungen aus Ihrem Alltag. Die Reaktionen reichten von Zustimmung bis Empörung.
In dieser Woche führen wir die Diskussion fort. Sechs Rechtsprofessorinnen widmen sich der Frage, wie über Gewalt gegen Frauen und Migration gesprochen wird. Ihre These: Wer das Thema politisiert und zum „Migrationsproblem“ erklärt, macht es sich nicht nur zu einfach – er erweist dem Schutz von Frauen am Ende einen Bärendienst. Die Ursachen seien gesamtgesellschaftlich, die Lösung liege nicht allein im Strafrecht.
Auch außenpolitisch stellt sich derzeit die Frage nach vorschnellen Schlussfolgerungen. Der Rechtsprofessor Matthias Friehe schreibt in seinem Gastbeitrag, dass es sich viele Völkerrechtler bei der juristischen Bewertung des Irankriegs zu leicht machen. Eine Rechtfertigung der amerikanischen und israelischen Angriffe sei nicht zwingend auszuschließen.
Was meinen Sie? In welcher Debatte wird aus Ihrer Sicht am häufigsten zu undifferenziert argumentiert? Schreiben Sie mir an redaktioneinspruch@faz.de.
Einen schönen Start ins Wochenende wünscht
Ihr Finn Hohenschwert
 
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Wenn Gewalt gegen Frauen politisiert wird
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Viele Völkerrechtler machen es sich in der Iran-Frage zu leicht
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Und wer denkt an die Tiere?
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So wird die EU wieder handlungsfähig
Rechtspolitik
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Koalition uneins über Regeln für Mitarbeiter von Abgeordneten
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In NRW drohen mehrere Cum-Ex-Fälle zu verjähren
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Beruf und Ausbildung
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Katz und Maus mit Putins Schattenflotte
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Was sonst noch wichtig ist
Ausblick
 
Exklusiv
 
Wenn Gewalt gegen Frauen politisiert wird
 
 Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wer sie zum „Migrationsproblem“ erklärt, macht es sich zu einfach – und verhindert echte Prävention.
Von Susanne Beck, Stefanie Bock, Katrin Höffler, Charlotte Schmitt-Leonardy, Georgia Stefanopoulou, Liane Wörner
Gewalt ist kein Frauenproblem. Es ist ebenso unbestritten wie tragisch, dass sie uns alle treffen kann – unabhängig von Nationalität, Alter, sozialer Herkunft oder eben Geschlecht. Zur Wahrheit gehört aber auch: Das Geschlecht hat Auswirkungen auf Art, Kontext, Ort, Häufigkeit, Folgen und Wahrnehmung von Gewalt sowie den Zugang zu Schutz und Hilfe. Gewalt an Frauen weist in dieser Hinsicht Besonderheiten auf, die näher betrachtet werden können und müssen.
Als gesamtgesellschaftliches Problem verlangt Gewalt gegen Frauen nach echten Lösungen statt nach politischer Instrumentalisierung. dpa
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Viele Völkerrechtler machen es sich in der Iran-Frage zu leicht
 
 Ex-Verfassungsrichter Andreas Paulus schreibt in der F.A.Z., das Vorgehen gegen Iran verstoße gegen Völkerrecht. Seine These beruht auf falschen Prämissen und blendet entscheidende völkerrechtliche Fragen aus.
Von Matthias Friehe
Zuletzt stellte sich eine Mehrheit der Völkerrechtler in Deutschland immer wieder gegen die Haltung der Bundesregierung: Eine Mehrheit der Völkerrechtler ist der Auffassung, dass der israelische Premier Benjamin Netanjahu bei einer Einreise nach Deutschland zu verhaften wäre. Die Bundesregierung wollte sich hierauf aber nie festlegen. Zahlreiche Völkerrechtler stellen die grundsätzliche Unterstützung Israels mit Blick auf den Gazakrieg infrage.
Der Streit um Iran zeigt, wie schnell Völkerrecht zum moralischen Urteil gerinnt, obwohl für Selbstverteidigung und mögliche humanitäre Intervention entscheidend sind, was zurechenbar ist und wie real die Bedrohung tatsächlich war. Reuters
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Und wer denkt an die Tiere?
 
 Im Internet kursieren Fotos aus Dubai von zurückgelassenen Haustieren. Ihre Halter haben den schnellen Weg in die Heimat gesucht. Was sie nicht bedenken: Das deutsche Tierschutzstrafrecht ist auch im Ausland anwendbar.
Von Damien Nippen
Über Millionen Handybildschirme flackerte dieser Tage das Bild eines Hundes, der in der Wüste von Dubai an einen Mülleimer angebunden ist. Er hechelt und wartet darauf, dass seine Familie zurückkommt. Dazu wird es aber nicht mehr kommen: Seine Besitzer haben ihn zurückgelassen und sind womöglich schon längst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgereist.
Mehrere Hunde sind anscheinend von ihren Besitzern an Mülleimer gebunden und verlassen worden. uaeanimalcommunity/Instagram
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So wird die EU wieder handlungsfähig
 
 Die Europäische Union bleibt ein historischer Erfolg. Doch gerade in der Außen- und Sicherheitspolitik ist sie zunehmend blockiert. Zwei Strategien könnten Europa neuen Schwung geben.
Von Christine Landfried
Die EU beruht auf der Vision der Zusammenarbeit und des Zusammenwachsens von großen und kleinen Nationalstaaten auf der Grundlage von repräsentativer Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Marktwirtschaft. Sie ist ein Gegenentwurf zu einer Politik, in der das Recht des Stärkeren gilt. Deutschland und Frankreich, die gegeneinander Krieg geführt haben, gestalten nun gemeinsam Politik in den europäischen Institutionen.
Europa braucht nach dieser Analyse weniger Blockade durch Einstimmigkeit und mehr Handlungskraft durch eine Koalition der Willigen für die Verteidigung sowie einen Konvent für Vertragsreformen. dpa
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Rechtspolitik
 
Koalition uneins über Regeln für Mitarbeiter von Abgeordneten
 
Schwarz-Rot will auf „Über-Kreuz-Beschäftigungen“ in den Büros von AfD-Abgeordneten reagieren. Aber wie?
Von Stephan Klenner
Die schwarz-rote Koalition verhandelt darüber, wie die Regeln für Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten reformiert werden sollen. Nach Ansicht des Parlamentarischen Geschäftsführers der Unionsfraktion, Hendrik Hoppenstedt, zeichnen sich bereits zwei Änderungen ab: „Wir wollen Über-Kreuz-Beschäftigungen innerhalb des Bundestages und die Beschäftigung von Partnern ohne Trauschein untersagen“, sagte er der F.A.Z.
Schwarz Rot ringt  um schärfere Regeln für Abgeordnetenbüros und streitet vor allem darüber, wie weit Verbote bei gegenseitigen Anstellungen und Partnern ohne Trauschein reichen dürfen. dpa
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Justiz
 
Weitere Cum-ex-Anklagen in diesem Jahr
 
Die Zahl der Beschuldigten ist groß, die Datenmengen sind riesig. Nun drohen mehrere Cum-Ex-Fälle zu verjähren. Für den NRW-Justizminister Benjamin Limbach sind das keine guten Nachrichten.
Von Marcus Jung
Für Benjamin Limbach, den Justizminister von Nordrhein-Westfalen, ist die Sitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag eigentlich ein Routinetermin. Der Grünen-Politiker muss dort mittlerweile in regelmäßigen Abständen Rede und Antwort zum Stand der Cum-Ex-Ermittlungen stehen, der für ihn teilweise unangenehm ist. An diesem Mittwoch hat Limbach auf Einladung des Ausschusses gleich mehrere Strafverfolger mit in den Landtag gebracht: Generalstaatsanwalt Thomas Harden aus Köln.
Als Justizminister informiert Benjamin Limbach (Grüne) laufend über den Stand der Cum-Ex-Ermittlungen. dpa
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Juristischer Stellenmarkt
LEGALBRAINS
Das Jura-Jobportal der F.A.Z.
F.A.Z.-Stellenmarkt
Jobangebote für Juristen
 
 
Podcast
 
Warum Klagen nach Corona-Impfschäden leichter werden
Von Patrick Bahners, Finn Hohenschwert
Warum Klagen nach Corona-Impfschäden leichter werden
Nach einem BGH-Urteil haben es Patienten künftig leichter, Auskunftsansprüche gegen Impfstoff-Hersteller wie Astra-Zeneca geltend zu machen.  dpa

 
Der BGH senkt die Hürden für Infos zu Impfnebenwirkungen. Mit Christoph Möllers diskutieren wir die Streichung von drei linken Buchläden vom Buchhandlungspreis wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“.
Weiterlesen
 
Beruf und Ausbildung
 
Freiheitsstrafen für Fehlzitate?
 
 Viele Hochschulen versuchen, den Prüfungsbetrug durch KI mit eidesstattlichen Versicherungen zu bremsen. Das ist eine unangemessene Kriminalisierung.
Von Christopher Beermann
Prüflinge haben zu erklären, dass sie Studienarbeiten selbständig angefertigt und keine anderen als die angegebenen und bei Zitaten kenntlich gemachten Quellen und Hilfsmittel genutzt haben. Das ist selbstverständlich und nicht neu. Neu aber ist die Androhung, bis zu drei Jahre des Lebens im Strafvollzug zu verbringen, sollte diese Erklärung falsch sein.
KI vervielfältigt die Möglichkeiten zum Prüfungsbetrug:  Studenten bei einer Klausur. picture alliance
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Aus dem deutschen Anwaltsspiegel
Anwaltspiegel
Wie Besprechungen mit KI rechtssicher transkribiert werden können
 Automatisch transkribierte Besprechungen beschleunigen die Zusammenarbeit in Unternehmen. Allerdings bergen KI-gestützte Anwendungen rechtliche Fallstricke.
Von André Schmidt
Aus dem Karrieremagazin
IQB Karrieremagazin
Macht die KI Juristen überflüssig?
 Kim Kardashian fiel durch die Anwaltsprüfung, weil sie ChatGPT vertraute. Das Beispiel zeigt: KI ist in der Juristerei nützlich, aber kein Ersatz für eigenes Denken.
Von IQB Karrieremagazin
 
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Karriereevents für Juristen
Hier finden Sie auf einen Blick alle Events rund um die juristische Karriere – für alle, die in der Rechtsbranche beruflich ein- oder aufsteigen wollen.
Zum Kalender
 
Nachrichten
 
Was Staaten auf See dürfen – und was nicht
 
Die USA, Frankreich oder Belgien gehen härter gegen die russische Schattenflotte vor als Deutschland. Was sagt das Seerecht?
Von Finn Hohenschwert
Mitten auf der Ostsee drosselt ein alter Öltanker seine Fahrt. Dann verschwinden seine Positionsdaten plötzlich vom Radar. Das Navigationssystem ist abgeschaltet, die digitale Spur gekappt. Stunden später taucht das Schiff wieder auf – unter neuem Namen, mit anderer Kennung und an einem anderen Ort. Solche Manöver gehören zum Standardrepertoire der sogenannten Schattenflotte.
Die belgische Armee fängt den Öltanker Ethera der russischen Schattenflotte ab. EPA
Weiterlesen
 
Was sonst noch wichtig ist
  • Fast vier Jahre lang hatten deutsche Eltern in Nordspanien ihre drei kleinen Kinder eingesperrt – wohl aus Angst vor Covid. Jetzt drohen den Eltern 25 Jahre Haft.
  • In der Türkei hat der Prozess gegen Ekrem İmamoğlu begonnen. Der frühere Oberbürgermeister von Istanbul sitzt seit knapp einem Jahr in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von 2352 Jahren.
  • In der Schweiz ist die Verfügbarkeit von Bargeld künftig in der Verfassung verankert. Das haben die Bürger in einer Volksabstimmung entschieden.
 
Ausblick
 
Montag, 16. März 2026
  • Paris: Beginn des Berufungsprozesses im Verfahren gegen den früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy wegen illegaler Wahlkampffinanzierung.
  • Paris: Prozess zum Völkermord an den Jesiden in Syrien. Der französische Dschihadist Sabri Essid, mutmaßlich in Syrien gestorben, wird in Abwesenheit vor Gericht gestellt.
Dienstag, 17. März 2026
  • Luxemburg: Urteile des Europäischen Gerichtshofs zur Katholischer Schwangerschaftsberatung und Kündigung wegen des Austritts aus der Kirche.
  • Stuttgart: Prozessbeginn vor dem OLG Stuttgart gegen zwei Ukrainer wegen des Vorwurfs der Agententätigkeit und der Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes.
Donnerstag, 19. März 2026
  • Luxemburg: Urteile des Europäischen Gerichtshofs zur Abnahme von Fingerabdrücken und Anfertigung von Fotografien bei strafrechtlichen Ermittlungen, zum Austausch von Vermögenswerten zwischen RWE und E.ON, zu Auskunftsersuchen nach der DSGVO und Entgelten für die Nutzung der Schienennetze im Personennahverkehr.
  • Den Haag: Urteil des Internationalen Gerichtshofs zur Souveränität über die Sapodilla Cayes/Cayos Zapotillos.
Freitag, 20. März 2026
  • Hannover: Im Prozess vor dem LG Hannover gegen einen Staatsanwalt wegen Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses wird das Urteil erwartet.
 
 
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Verantwortlicher Redakteur für F.A.Z. PRO Einspruch:
Dr. Reinhard Müller
Kontakt: redaktioneinspruch@faz.de

 
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Tel.: (0)69 7591-0, E-Mail: info@faz.net

HRB 7344, Amtsgericht Frankfurt am Main,
USt.-IDNr.: DE 114 232 732

Geschäftsführer: Thomas Lindner (Vorsitzender), Dr. Volker Breid
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube,
Carsten Knop, Berthold Kohler
 
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