Die EU plant eine neue Rechtsform für Start-ups. Unsere Gastautoren haben bessere Ideen, wie Brüssel das Leben von Gründern erleichtern könnte.
Start-ups und der deutsche Rechtsstaat – das wird wohl keine Liebesheirat mehr. Die Gründerszene klagt seit jeher über das zu dichte Gestrüpp aus Vorschriften, Genehmigungen und Formularen. Der Staat, so der Vorwurf, scheue das Risiko. Das bremse Innovation und schrecke Investoren ab.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht – und vor allem ist es kein ausschließlich deutsches Problem. Vor allem für international ausgerichtete Unternehmen wiegt ein anderer Faktor oft schwerer: der fragmentierte europäische Binnenmarkt. 27 Mitgliedstaaten bedeuten 27 Rechtssysteme – mit jeweils eigenen Regeln, Verfahren und Hürden.
Genau hier setzt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. Ende Januar präsentierte sie in Davos die „EU Inc.“. Eine neue Rechtsform, die eine paneuropäische Firmengründung binnen 48 Stunden ermöglichen soll – digital, unkompliziert und mit nur einem Euro Stammkapital.
Unsere Gastautoren, die Professoren Rüdiger Veil und Jochen Vetter, begleiten den Reformprozess aus nächster Nähe. Sie schlagen eine Alternative vor: die European Union Corporation (EUC). Was genau sie von der EU Inc. unterscheidet, lesen Sie im Briefing.
Auch Professor Peter Hommelhoff, unser dritter Gastautor in dieser Woche, hat sich Gedanken gemacht. Er warnt vor der übereilten Einführung einer EU Inc. Seiner Meinung nach könnte sie den rechtspolitischen Gestaltungsspielraum einengen und eine gefährliche Einseitigkeit erzeugen.
Überbordende Bürokratie treibt nicht nur Start-ups an den Rand der Verzweiflung. Was meinen Sie: Welche Themen sollte Brüssel sonst noch anpacken, um das Leben aller zu erleichtern? Schreiben Sie mir an redaktioneinspruch@faz.de.
Ich freue mich über jede Ihrer zahlreichen Zuschriften und wünsche Ihnen einen gelungenen Start ins Wochenende!
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Von IQB Karrieremagazin
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