mit dem letzten FAZ+ Newsletter in diesem Jahr bedanken wir uns höflich für Ihr Interesse und Ihre Treue zu uns und unserer Arbeit. Darüber freuen wir uns hier in Frankfurt ebenso wie unsere zahlreichen Korrespondenten im In- und Ausland sehr. Nur mit Ihrer Hilfe können wir jeden Tag versuchen, die Welt zu verstehen und sie uns gemeinsam besser zu erklären.
Auf diesem Weg weise ich an dieser Stelle stets auf die Stücke hin, die in der jeweils vorangegangenen Woche auf besonders großes Interesse gestoßen sind, die viele neue Leser für uns gewonnen haben. Die Vermutung ist, dass diese Stücke auch diejenigen unter Ihnen interessieren, die schon länger bei uns sind, das spezielle Thema aber möglicherweise übersehen haben. Insofern bin ich dann zwar der Absender, aber „nur“ der Bote der Texte meiner Kolleginnen und Kollegen. Heute durchbreche ich die Regel „zwischen den Jahren“ einmal und sende Ihnen Hinweise auf Texte, die mir persönlich am Herzen liegen.
Zunächst sehr grundsätzlich: Die Deutschen sind traditionell eher vom pessimistischen Philosophen Arthur Schopenhauer geprägt. Der blickte bis 1860 mürrisch aus seinem Frankfurter Fenster. Vom Fortschrittsglauben, der schon seinerzeit im Wilden Westen herrschte, war er nicht beseelt. Aber seine Landsleute hätten seither lernen können, dass ihre Zukunft nicht von äußeren Umständen diktiert wird, sondern von der Bereitschaft, diese aktiv zu gestalten.
Die Weltlage gibt ja fast nie Anlass zur Leichtigkeit: Derzeit erschüttern uns Kriege, die Klimakrise verschärft sich, Künstliche Intelligenz (KI) stellt unser Menschenbild infrage, die internationale Ordnung destabilisiert sich. Doch wer deshalb pessimistisch verharrt, lähmt nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Gesellschaft – wirtschaftlich, politisch, kulturell. So wird Europa tatsächlich alt, auch im Geist. Wer nur Probleme sieht, findet zu jeder Lösung das passende Gegenargument – an den Rändern der Parlamente wie daheim.
Ein Mann lädt in der Nähe von Stuttgart ein Elektroauto in seiner Garage.dpa
Auch politisch wäre ein Rückzug der Babyboomer verheerend. Würden ältere Wähler sich radikalen Kräften zuwenden oder der Politik den Rücken kehren, wäre die demokratische Stabilität in Gefahr. Die hohe Wahlbeteiligung der über 60-Jährigen gibt ihnen eine enorme politische Macht – wenn diese Macht nicht verantwortungsvoll eingesetzt wird, drohen gesellschaftliche Verwerfungen. Generationenkonflikte würden sich verschärfen, wenn die ältere Generation ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgt, statt auch die Belange der Jüngeren im Blick zu haben. Und umgekehrt gilt dies natürlich ebenso.
Schließlich zur Veränderungsbereitschaft, denn die Resonanz auf diesen Text hat mich sehr überrascht – im Positiven, wie im Negativen: Der Abend liegt nun ein Jahr zurück. Es war ein Whisky-Tasting in Sachsenhausen. Der mir zuvor unbekannte Gesprächspartner war sich sicher: „Nach vier Jahren kann man den Akku in einem Elektroauto vergessen.“ Auch sonst steckten diese Autos voller Nachteile, zu wenige Ladesäulen, schlechter Wiederverkauf, zu geringe Reichweite. Kurz zuvor hatte mir ein anderer Ansprechpartner prognostiziert: „Irgendwann sieht es in Deutschland so aus wie in Kuba, da die Verbrenner so lange gefahren werden, bis sie auseinanderfallen.“
Es war an der Zeit, diese Dinge einem Realitätstest zu unterziehen.
Bleiben wir zuversichtlich, veränderungsbereit, neugierig, dann wird das neue Jahr besser als man denkt. Ihnen für 2026 alles erdenklich Gute, Gesundheit und Glück. Danke, dass Sie unsere Leser sind.
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