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Samstag, 21.03.2026 | Zur Online-Ansicht
 
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Liebe Leserin, lieber Leser,
Dünger, oder besser gesagt fehlender Dünger, könnte für Bauern in aller Welt zum Verhängnis werden. Denn während seit Beginn des Irankriegs alle Welt von Ölknappheit spricht, ist kaum bekannt, dass die Düngermärkte ebenfalls in Schieflage geraten. Der Nahe Osten ist einer der weltgrößten Produzenten chemischer Düngemittel. Rund ein Drittel des global gehandelten Düngers und fast die Hälfte aller Schwefelexporte passieren für gewöhnlich die Straße von Hormus. Das Verhängnisvolle: Mineralischer Dünger, der für die Erträge auf den Feldern in aller Welt essenziell ist, wird gerade jetzt dringend gebraucht.
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Carsten Knop
Herausgeber.
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„Für Landwirte kommt der Krieg zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt“, sagt Chris Vlachopoulos, Analyst für Düngemittel beim Preisdienst ICIS. In vielen Regionen der Nordhalbkugel hat die Ackersaison begonnen, Pflanzen sprießen, und genau jetzt brauchen sie Dünger, damit sie genug Ertrag abwerfen. Landwirte müssen nun entweder deutlich mehr für Dünger zahlen, darauf verzichten oder sogar etwas anderes anbauen. Anne Kokenbrink und Hendrik Ankenbrand berichten . Mineraldünger gilt als Schlüssel zu hohen Erträgen, und das Haber-Bosch-Verfahren, auf dem seine Herstellung beruht, wird mitunter als wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts bezeichnet.
Der deutsche Weinbau steckt in einer schweren, für viele Winzer sogar existenziellen Krise, von der niemand im nüchternen Zustand behaupten könnte, sie sei nichts weiter als eine vorübergehende Schwächephase. Denn es ist ein Angriff an vielen Fronten auf ein Genussmittel, das seinen jahrtausendealten Nimbus als Kulturgut verloren zu haben scheint. In unserer hysterischen Selbstoptimierungsgesellschaft ist es Mode geworden, Wein als Nervengift und Lebenszerstörer zu verdammen, die Weltgesundheitsorganisation hält sogar geringste Mengen Alkohol für gesundheitsschädlich und predigt vollkommene Abstinenz.
++ THEMENBILD ++ WEINLESE / WEINBAU
Weinernte in Österreich: Der Marktanteil von deutschem Wein sinkt seit Jahren kontinuierlich und liegt aktuell bei 42 Prozent. dpa
Da ist es kein Wunder, dass die Deutschen immer weniger Wein trinken, dass sich ganze Generationen vom regelmäßigen Weinkonsum entfremdet haben und kein Glas Riesling mehr anrühren, als sei es des Teufels Weihwasser. Allein in den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Haushalte, die regelmäßig Wein kaufen, von 38,2 auf 32,2 Prozent gesunken, auch in der Gastronomie wird immer seltener und immer weniger Wein bestellt. Zugleich sind die Produktionskosten für die Winzer stark gestiegen – bei stagnierenden Verkaufspreisen, einer von Jahr zu Jahr aggressiveren Konkurrenz aus dem Ausland und einer erdrückenden globalen Überproduktion. Jakob Strobel y Serra weiß mehr.
Jürgen Habermas ist gestorben. Und die Texte, die in der F.A.Z. dazu erschienen sind, sind allesamt lesenswert. Pars pro Toto sei hier auf einen kurzen Gastbeitrag verwiesen, den Axel Honneth für uns geschrieben hat: „Viele werden jetzt mit Recht von dem Ende einer Epoche sprechen; von uns gegangen ist nicht nur der große Intellektuelle, der mit unnachgiebiger Strenge vor jeder Fehlentwicklung der Bundesrepublik gewarnt hat, nicht nur der bedeutendste Philosoph, den diese Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgebracht hat. Aber mehr noch, plötzlich verschwunden ist auch der kritische Gesellschaftstheoretiker, der wie kein anderer das Erbe Adornos in unsere Gegenwart hinübergerettet und mit seiner Idee einer kommunikativen Vernunft erneuert hat. Wir, die wir ihm darin folgen wollten, stehen nun mit einem Male vaterlos dar; keiner von uns besitzt die Geisteskraft und das moralische Urvertrauen, die nötig waren, um diese ungeheure Aufgabe meistern zu können.“
Ihnen vielen Dank für Ihre freundliche Aufmerksamkeit. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine konkrete Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an: c.knop@faz.de.
Viele Grüße
Ihr
Carsten Knop
Herausgeber
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
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Irankrieg
Die Welt steht vor der Düngerkrise
Überall ist vom teuren Benzin die Rede. Doch der Irankrieg könnte noch viel schlimmere Folgen haben: das Ende der Ernährungssicherheit.
Anne Kokenbrink, Frankfurt, Hendrik Ankenbrand, Uttar Pradesh
 
Bedrohtes Kulturgut
Billig geht die Welt des Weins zugrunde
Der deutsche Weinbau steckt in einer tiefen Krise, doch nicht alle Winzer leiden. Und diejenigen, denen es noch gut geht, hüten ein Erfolgsgeheimnis, an dem sich die ganze Gesellschaft ein Beispiel nehmen sollte.
Jakob Strobel Y Serra
 
Jürgen Habermas
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 Jürgen Habermas prägt die Philosophie und Gesellschaftstheorie nachhaltig. Sein Tod markiert das Ende einer Epoche und hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur bei seinen Schülern und Weggefährten.
Axel Honneth
 
Sprechzeit mit Dr. Schmidt
„Man sieht einem Menschen an, was er isst“
Für Anti-Aging-Cremes und Botox kann man viel Geld ausgeben – oder man isst gesund und beugt so der Alterung der Haut vor. Zu welchen Lebensmitteln man für ein vitales Aussehen greifen sollte, verrät ein Dermatologe.
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Warum Ärzte und Anwälte mit weniger Rente rechnen müssen
Versorgungswerke für elitäre Berufe wie Ärzte, Anwälte, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater gelten als attraktive Form der Altersvorsorge. Doch sie bieten gegenüber der gesetzlichen Rente nicht nur Vorteile.
Mark Fehr
 
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