der Schweizer Uhrenfachmann Oliver Müller hat meinem Schweizer Kollegen Johannes Ritter erklärt, warum Rolex so erfolgreich ist, Swatch mit Problemen kämpft, Cartier nicht verkauft wird – und warum in der Schweizer Uhrenindustrie eine Pleitewelle droht. Mit Donald Trump und seiner Politik hat es natürlich auch etwas zu tun: „Unsicherheit ist Gift im Geschäft mit Schweizer Uhren, die immerhin zu rund zehn Prozent im Nahen Osten verkauft werden. Auch in Richtung Amerika, dem wichtigsten Absatzmarkt für die Schweizer Uhrenindustrie
, herrscht weiterhin Unsicherheit. Denn noch gibt es kein definitives Zollabkommen mit der Schweiz. Infolge der zahlreichen geopolitischen Krisen ist der Schweizer Franken als sicherer Hafen gefragt und hat deutlich aufgewertet. Daher müssten die Hersteller ihre Preise eigentlich erhöhen.“
Bei den Uhren tickt wahrhaftig die Zeit, und wie stets hängt auch hier alles mit allem zusammen. Übrigens, hätten Sie es gewusst? Der Durchschnittspreis einer exportierten Schweizer Uhr hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verfünffacht – auf gut 1600 Franken. Das erklärt die starke Umsatzentwicklung. Seit 2000 haben sich die Schweizer Uhrenexporte wertmäßig fast verdreifacht. Es gibt viel zu verlieren.
Die weltgrößte Uhrenschau „Watches and Wonders“ in dieser Woche in GenfEPA
Bleiben wir bei der Wirtschaft. Nach einer Änderung der Subventionen spielt der chinesische Automarkt verrückt: Volkswagen plötzlich wieder an der Spitze, BYD abgehängt, die Elektroautos schwächeln, und nur der Export rettet die Hersteller. 2026 ist auf dem chinesischen Automarkt bisher ein Jahr voller unerwarteter Kapriolen. In manchen chinesischen Automedien ist von einem „Höllenstart“ die Rede. „Noch blutiger und brutaler“ werde der Wettbewerb, hieß es von Xpeng-Chef He Xiaopeng.
Die Folgen sind auf der ganzen Welt zu spüren. Die Hauptursache dieser Verwerfungen ist eine Reduktion der Steuererleichterungen für Elektroautos. Als großer Gewinner gilt aktuell der Geely-Konzern, dessen Aktienkurs in Hongkong seit Anfang März um mehr als drei Fünftel gestiegen ist. Geely, Großaktionär von Mercedes und in Europa für die Marke Volvo bekannt, meistert die Transformation viel besser als andere Konzerne, die aus der Verbrennerwelt kommen. Spannend. Und der Druck, der auf den deutschen Autofabriken und ihren Zulieferern lastet, bleibt groß.
In dieser Woche erst hat wieder ein Zulieferer aus dem hessischen Friedberg Insolvenz angemeldet.
Krisenmanagement also, auch in der Luftfahrt: Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat mit uns zum 100. Geburtstag (eigentlich des Vorläuferunternehmens) der Lufthansa über die Folgen des Irankriegs, die Streiks der Gewerkschaften und darüber gesprochen, warum die Fluglinie ein reiner Langstreckenanbieter werden könnte. Insgesamt ist sein Blick auf die Lage der Welt pessimistisch: „Die Welt hat sich in Bezug auf die Vernetzung leider zurückentwickelt. Das bereitet mir Sorgen – weniger für die weiter wachsende Luftfahrt als vielmehr mit Blick auf den internationalen Austausch, der wichtiger denn je für eine friedliche Welt ist.“
Tatsächlich also trübes Wetter zum Geburtstag.
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit, gerne freue ich mich mit Ihnen in der kommenden Woche wieder auf optimistischere Themen. Denn auch mein letzter Hinweis auf ein Gespräch zu der Frage, wie die Darmflora mit dem Gehirn kommuniziert und welche Ernährung unsere Stimmung verbessert, reißt es an diesem Wochenende vielleicht noch nicht ganz heraus.
Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de.
Herzliche Grüße
Ihr Carsten Knop Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Schweizer Uhrenexperte Oliver Müller erklärt, warum Rolex so erfolgreich ist, Swatch mit Problemen kämpft, Cartier nicht verkauft wird – und warum in der Schweizer Uhrenindustrie eine Bankrottwelle droht.
Nach einer Änderung der Subventionen spielt der chinesische Automarkt verrückt. Die Ausfuhr geht zwar durch die Decke. Doch in der Heimat darben die Elektroautos plötzlich.
Krisenmanagement statt Feierstimmung zum 100. Geburtstag? Lufthansa-Chef Carsten Spohr spricht über die Folgen des Irankriegs, Streiks der Gewerkschaften und warum die Fluglinie ein reiner Langstreckenanbieter werden könnte.
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