in diesem Newsletter auf der Basis der Texte, für die Sie sich in der vergangenen Woche am meisten interessiert haben, geht es heute um Generationenfragen. Die Stücke handeln zum einen von einem alten Ehepaar, das uns die Geheimnisse seiner langen Partnerschaft verrät, zum anderen von fehlenden Babys auf der ganzen Welt. Und schließlich geht es noch um eine Diagnose, die jungen Familien das Leben sehr schwer machen kann.
Renate und Werner Born sind seit Jahrzehnten ein Paar – nicht weil ihre Ehe konfliktfrei geblieben wäre, sondern weil sie an ihr gearbeitet und schwierige Phasen gemeinsam überstanden haben. Ihre Geschichte führt von der ersten Begegnung auf dem Tanzparkett über ein arbeitsreiches Leben auf dem Hof bis zu Krankheit, wiederkehrenden Streitmustern und professioneller Hilfe. Gespräche mit einer Psychologin halfen Werner, anders mit Konflikten umzugehen. Gemeinsame Unternehmungen und Freiräume stärken die Beziehung der beiden bis heute. Vertrauen, Treue und Durchhalten gehören dazu – ebenso die Einsicht, dass Nähe nicht von allein bleibt, sondern Pflege braucht.
Was für eine schöne Geschichte.
Der Geburtenrückgang wiederum setzt auf der ganzen Welt schneller und breiter ein als lange erwartet. Selbst in vielen Schwellenländern liegen die Kinderzahlen deutlich unter dem Niveau, das die Bevölkerung stabil hielte. Die Folgen reichen von schrumpfenden Arbeitskräftepotentialen und überlasteten Sozialsystemen bis zu Konflikten um Migration, Vermögen und Wohnraum. Besonders herausfordernd ist die Alterung für Länder, die noch nicht wohlhabend sind.
Überall auf der Welt werden immer weniger Kinder geboren – obwohl sich viele Menschen (mehr) Kinder wünschen.Getty
Weniger Menschen können zwar Umwelt und Infrastruktur entlasten, doch entscheidend ist, wie Gesellschaften den Wandel gestalten. Sind familiengerechtes Wohnen, verlässliche Betreuung und flexiblere Arbeits- und Karrierewege die Lösung, damit Menschen ihren Kinderwunsch eher verwirklichen können, anstatt Emanzipation und moderne Lebensweisen zurückzudrehen? Meine Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion haben dazu umfassend recherchiert.
Für die Moderatorin Annika Lau bedeutet die ADHS-Diagnose ihres Sohnes, den Familienalltag immer wieder neu auf seine Bedürfnisse auszurichten: Routinen, klare Ansagen und Vorhersehbarkeit helfen. Spontane Planänderungen und Konflikte können dagegen alle an ihre Grenzen bringen. Lau beschreibt auch Schuldgefühle, Erschöpfung und die verletzenden Reaktionen anderer, die ADHS oft mit schlechter Erziehung verwechseln. Zugleich berichtet sie im Interview von Strategien, die entlasten, etwa einem geschützten Gesprächsort, Sport und bewussten Pausen zum Beruhigen. Ihr Anliegen ist es, um mehr Verständnis für betroffene Kinder und Familien zu werben. Denn ADHS sei keine Modeerscheinung, sondern eine dauerhafte Herausforderung,
die mit Unterstützung und Akzeptanz besser zu bewältigen sei.
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Herzliche Grüße
Ihr Carsten Knop Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Moderatorin Annika Lau erzählt, was ADHS für ihren Sohn bedeutet, wie die Diagnose den Familienalltag bestimmt – und warum ihr Gurgeln mit Wasser hilft.
Die Soziologie hat zu den brennenden Fragen unserer Zeit wenig beizutragen. Die Ziele sind hochgesteckt, doch die Forschung versandet im Kleinteiligen. Das Problem ist die Fixierung auf das Individuum.
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