Alles Wichtige zu Geldanlage, Vermögen und Vorsorge.
Alles gut, oder?!
Die Aktienmärkte handeln auf Rekordniveau. Es ist also alles gut auf der Welt, oder? Die Frage stellt sich einfach an der Börse nicht – noch nicht.
Was in diesem Jahr an den Aktienmärkten vor sich geht, ist im Detail bisweilen schwer zu erklären. Grundsätzlich aber ist es simpel: Mit Trump hat in den USA ein neues Kapitel der Politik begonnen. Und weil diese der größte Aktienmarkt der Welt sind, verändert das die Art und Weise, wie die Aktienmärkte funktionieren.
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. PRO Finanzen.
Aber, so fragt man sich, wenn der Ersatz der bisher noch eher kooperativen Politik durch eine neomerkantilistisch-erpresserische so negativ ist, wie die meisten Volkswirte meinen, warum entwickeln sich die Aktienmärkte so gut? Auch hier gibt es eine einfache Erklärung: An den Börsen werden weniger die Politik und ihre langfristigen volkswirtschaftlichen Folgen bewertet, sondern die Geldanlagechancen der nächsten Tage.
Trump mag der Weltwirtschaft schaden – aber noch nicht heute. Seine Politik mag die Inflation befeuern – aber noch nicht heute. Und wenn dann im zweiten Quartal die KI-Investitionen die Gewinne der „Glorreichen Sieben“ viermal so stark steigen lassen wie die anderer US-Unternehmen, was soll man als Aktienanleger tun?
Soll man noch auf europäische Rüstungsaktien setzen, wenn Trump und Putin dabei sind, über Gebietsabtretungen der Ukraine und ein (vorläufiges) Kriegsende zu entscheiden? Zumal wenn viele Wähler mehr Rente einem Mehr an (militärischer) Sicherheit vorziehen – noch steht kein Feind vor den Toren.
Dass stark zu bezweifeln ist, dass ein solcher Vertrag einen dauerhaften Frieden bringt und dass er nicht vielmehr Russland eine Atempause zur Vorbereitung einer neuerlichen Aggression verschafft, spielt eher keine Rolle – es ist ja noch nicht so weit.
Kein Thema für heute ist auch die Untergrabung der Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik durch den Rausschmiss im Bureau of Labor Statistics oder die Agitation gegen eine unabhängige Notenbank.
Dass Regierungen mit Schönrechnen und -reden jahrelang durchkommen können, zeigt sich immer wieder, zuletzt etwa in Argentinien, wo in den Nuller- und Zehnerjahren die offiziellen Inflationsraten mit der Wirklichkeit wenig zu tun hatten. Propaganda wirkt kurz- bis mittelfristig eben besser als Fakten. Und mit Propaganda kennt sich die Trump-Administration bestens aus.
Das Verhältnis von Politik, Volkswirtschaft und Börse wird kompliziert, wenn man weiter nach vorn schaut. Setzt man dagegen einen Fuß vor den anderen, ist es einfacher. Allerdings kann es dann passieren, dass man irgendwann stolpert und der Länge nach hinschlägt. Also sollte man wenigstens wissen, wo die Steine im Weg liegen.
Fondsmanager halten US-Technologietiteln wie Apple die Treue, streuen ihre Anlage aber deutlich breiter als Ende 2024. Ein deutscher Wert rückt in die Top Ten vor – und ein amerikanischer fällt raus.
Von Sarah Speicher-Utsch
Wenn sich große Fonds nach eingehender Analyse für eine Aktie entschieden haben, bleiben sie ihrer Entscheidung meist sehr lange treu. Insofern verwundert es kaum, dass die Profiinvestoren, die zum 30. Juni dieses Jahres 87 Milliarden Euro auf der Plattform des großen Branchendienstleisters Universal Investment verwalten ließen, fünf US-Technologiekonzerne unverändert zu ihren Lieblingsunternehmen zählen.
Apple steht neben anderen amerikanischen Technologieunternehmen bei den Profianlegern von Universal Investment in der Rangliste ganz oben. Bloomberg
Mit der Kreditkarte oder dem Smartphone während der Klassenreise oder dem Austauschjahr im Ausland zu zahlen – das wäre für Kinder praktisch, aber ist oft gar nicht so einfach. Worauf Eltern bei der Auswahl einer Kreditkarte achten sollten.
Von Susanne Klöpfer
Der Koffer ist gepackt, in wenigen Tagen geht es auf Klassenfahrt nach London. Was noch fehlt, ist Geld. Pfund müssten bestellt werden, Wechselgebühren fallen an, zudem ist viel Bargeld ein Risiko. Am besten wäre es, wenn die Tochter oder der Sohn in England mit dem Handy digital zahlen könnte. Eine Bankkarte muss her.
Mit einer Kreditkarte können Kinder während einer Klassenfahrt im Ausland zahlen. Picture Alliance
Es läuft für Donald Trump. Der amerikanische Aktienmarkt hat das schwache Juli-Ende mittlerweile fast vollständig weggesteckt. Am Montag ging`s gar erstmal über die 6400 Punkte. Die Inflationsdaten am Dienstag werden nicht gut ausfallen, aber mittlerweile juckt es keinen mehr, weil es halt nicht zulasten der Gewinne geht. In Europa war die vergangene Woche auch nicht schlecht - auch wenn von der Hausse nicht mehr viel übrig ist. Genauso wie von der jüngsten des Goldes. Klar - der Markt hat das mit den Zöllen mal wieder alles falsch verstanden. America is great, sagt sich der und lässt den Dollar aufwerten, wenn auch nur ein bisschen. So isses halt. (mho.)
Es sind wohl Warren Buffetts letzte Monate an der Spitze seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Zuletzt lief es für den Starinvestor allerdings eher mäßig. Anleger reagieren zurückhaltend.
Von Ilka Kopplin
Zum Jahresende plant Warren Buffett, von der Spitze seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway abzutreten und die Geschäfte an den langjährigen Vertrauten Greg Abel zu übergeben. Anleger beobachten sehr genau, was der 94 Jahre alte Starinvestor in seiner verbleibenden Amtszeit an Entscheidungen trifft. Schließlich hat dieser in seiner Karriere mit seinen langfristig orientierten Anlageentscheidungen oft den Markt übertroffen.
Warren Buffett will Ende des Jahres die Geschäfte in seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway übergeben. Reuters
Die Mieten sind hoch wie nie. Doch es gibt große Unterschiede in der Republik. Der deutsche Wohnungsmarkt ist viel fragmentierter, als er auf den ersten Blick scheint. Es lohnt sich, genauer zu analysieren
Von Sarah Huemer, Stephen-John Swierczyna
Die Wohnungsinserate könnten unterschiedlicher kaum sein. In München bietet ein Paar mit siebenjährigem Sohn 1000 Euro für die Vermittlung einer Drei-Zimmer-Wohnung. Geld geschenkt gibt es auch in Marl bei Dortmund. Hier bietet allerdings der Vermieter für die Dreizimmerwohnung bei knapp 440 Euro Miete noch die erste Kaltmiete gratis an.
Blick auf Stuttgart: Auch hier herrscht ein hohes Mietniveau. dpa
Spielraum bei Verwalterwahl:
Bei der Wahl eines WEG-Verwalters muss der Beurteilungsspielraum sachlich vertretbar bleiben. Ernsthafte Zweifel an Qualifikation, Zuverlässigkeit oder Unabhängigkeit können die Bestellung rechtswidrig machen, befand das AG Essen. Diese gelte auch bei einem Mehrheitsbeschluss (Az 196 C 10/24).
Grenzen des Gebrauchs: Vergilbte Wänden und Rauchgeruch in einer Wohnung stellen keinen vertragsgemäßen Gebrauch mehr dar. Dies überschreite die Grenzen der gewöhnlichen Abnutzung und begründe einen Schadenersatzanspruch, befand das AG Mainz (Az 83 C 449/24).
Frauen verdienen weniger, arbeiten öfter in Teilzeit und investieren seltener in Aktien als Männer. Ihnen fehlen so bis zur Rente Zehntausende Euro. Neue Studien zeigen, warum finanzielle Bildung und mehr Mut zum Risiko so wichtig sind.
Von Sarah Speicher-Utsch
Männer bauen fast doppelt so viele Autounfälle wie Frauen. 94 Prozent der Insassen in deutschen Gefängnissen sind männlich. 92 Prozent der entzogenen Führerscheine betreffen Männer. Diese Zahlen, die der Buchautor Boris von Heesen aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengestellt hat, zeigen, dass Männer offenbar deutlich risikofreudiger sind als Frauen.
Frauen investieren oft weniger risikoreich und selbstbewusst als Männer. Picture Alliance
Wann kann ich mit der Arbeit aufhören?
Muss ich bis 70 arbeiten? Oder kann mein Ruhestand schon mit 43 Jahren beginnen? Dieser Rechner beantwortet Ihre Fragen.
Das Interesse an deutschen Aktien ist groß wie selten. Viele Anleger kaufen dafür Indexfonds. Sie sollten besser zweimal hinsehen.
Von Dennis Kremer
Deutsche Aktien sind der Anlagetrend des Jahres. Wer hätte das gedacht, nachdem sich die Investoren jahrelang vor allem für amerikanische Börsenstars interessierten, allen voran für die sogenannten „Glorreichen Sieben“? Dahinter verbergen sich Apple, Microsoft, Amazon, Nvidia, Alphabet, Meta und Tesla die sieben wohl bekanntesten US-Technologieaktien. Die galten lange als das Aufregendste und zugleich Lukrativste, was Anleger an der Börse auftun konnten.
Das Interesse an deutschen Aktien ist stark gestiegen. Lucas Bäuml
Viele Anleger glauben, dass nur die Stärksten an den Märkten überleben. Doch entscheidend ist auch die beste Anpassung an wandelnde Märkte und die Balance aus Liquidität, Rendite und Risiko. Wie Sie Ihr Depot fit machen.
Von Daniel Walther
„Survival oft the fittest“ wird oft missverstanden. Viele denken an das Überleben des Stärkeren. Doch was Darwin eigentlich meinte, war etwas anderes: Es überlebt, wer sich am besten an seine Umgebung angepasst hat oder anpassen kann. Er überlebt der, der den besten „Fit“ hat.
Jeder Anleger kann sein Portfolio selbst aufbauen, ohne Perfektion anstreben zu müssen. Wichtig ist dabei auch die Vermögensverteilung. Picture Alliance
Sind Themen-ETF zu riskant? Rüstung, Energie, Krypto: Für jeden Trend gibt es den passenden Indexfonds. Daran entzündet sich Kritik. Ein wichtiger ETF-Anbieter wehrt sich.
Wer ein Haus verschenkt, muss einiges beachten. Plainpicture
Für die Schenkung einer Immobilie fällt bei Überschreitung der gesetzlich festgelegten Freibeträge Schenkungsteuer an. Entscheiden ist dabei der Wert gemäß dem Bewertungsgesetz und für diesen oft die tatsächlich genutzte Geschossflächenzahl, nicht die laut Bebauungsplan zulässige.
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg bestätigte, dass die höhere Nutzung zählt. Dadurch kann der Wert deutlich steigen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da die Revision beim Bundesfinanzhof läuft. Bei Immobilienschenkungen sollten Bodenrichtwert und Geschossflächenzahl sorgfältig geprüft werden. (Jürgen Lindauer ist Steuerberater bei KPMG)
Selbst schlaumachen: Steigender Zinssatz
Illustration: Katharina Hofbauer
Was genau bringen Banksparpläne, wenn der Zins in jedem Jahr ein anderer ist? Finden Sie es mit diesem Rechner heraus.
Dienstag, 12. August:
Das ZEW veröffentlicht die aktuellen Konjunkturerwartungen.
Dienstag, 12. August: Die 90-tägige Zollpause zwischen den USA und China endet.
Mittwoch, 13. August: Das Statistische Bundesamt gibt die Inflationsrate für Juli bekannt.
Donnerstag, 14. August: Eurostat präsentiert das Bruttoinlandsprodukt für die Länder des Euroraums und der EU im zweiten Quartal.
Mittwoch, 13. August: Die Porsche Automobil Holding legt ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Joint Venture
Gemeinschaftsunternehmen, das von zwei selbständigen Gesellschaften im Zuge einer Kooperationsvereinbarung über den gemeinsamen Betrieb eines Unternehmens, das einzubringenden Kapital, das zu liefernde Know-how und die Aufteilung des Gewinns gegründet wird.
Das F.A.Z. Börsenlexikon ist zum Preis von 24 Euro auch als Buch erhältlich! Bestellen
„Das F.A.Z. Börsenlexikon kann … eine nützliche Hilfestellung bieten und im weiteren Verlauf der eigenen Anlagehistorie sogar als Nachschlagewerk genutzt werden. Die leicht verständlichen Erläuterungen können dabei ebenso überzeugen wie die Auswahl der Fachbegriffe, die in ihrer Gesamtheit einen breiten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten eröffnen, die die Kapitalanlage an der Börse bietet.“ (Adrian Witt, webcritics.de)
Last – not least: Immobilienpreise in Deutschland steigen spürbar
Die Immobilienpreise sind zwischen April und Juni um durchschnittlich 4,1 Prozent gestiegen. dpa
Die angespannte Lage am Wohnungsmarkt treibt die Immobilienpreise in Deutschland weiter nach oben. Die Wohnimmobilienpreise stiegen zwischen April und Juni um durchschnittlich 4,1 Prozent binnen Jahresfrist und um 1,1 Prozent zum Vorquartal, wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) mitteilte. Der Zuwachs der Preise für Büro- und Einzelhandelsimmobilien fiel mit 2,9 Prozent auf Jahressicht und 1 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn etwas geringer, aber dennoch deutlich aus.
Damit sind die Immobilienpreise das fünfte Quartal in Folge gestiegen. In einer Zeit, in der die Baufertigstellungen zuletzt deutlich zurückgegangen seien, interessierten sich dem VDP zufolge immer mehr Kaufwillige für die wenigen, am Markt angebotenen Wohnobjekte – das treibe die Preise weiter in die Höhe.