In der Urlaubssaison übersieht man interessante Nachrichten leicht. In dieser Zeit können längere Analysen oder Erzählungen meine Aufmerksamkeit eher wecken. Ein knapper Überschriften-Check hinterlässt jetzt einen zwiespältigen Eindruck: Der Dax hat vergangene Woche einen Rekordstand erreicht, aber die Autoindustrie quält sich durch den Stellenabbau. Der deutsche Export hat sich erfreulich entwickelt, allerdings nicht in die USA und nach China.
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
Angesichts dessen ist es für Anleger wohltuend, auf Titel zu schauen, die trotz aller Umbrüche derzeit stabil sind. Die Allianz hat Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Man muss schon im Versicherungsgeschäft geübt sein, um darin negative Entwicklungen zu erkennen.
Ein Plus in der Vermögensverwaltung, in der Schadenversicherung, im Kranken- und Lebensversicherungsgeschäft sowie im internationalen Geschäft. Zudem verfügt sie über genügend Mittel, um sowohl eigene Aktien zurückzukaufen als auch auf dem asiatischen Markt weiter anzugreifen. Anteilseigner durften sich freuen, dass sich der Kurs innerhalb von drei Jahren verdoppelt hat. Stetig, ohne große Ausschläge, solide eben. Der Gewinn je Aktie steigt seit Jahren.
Doch manchmal sind die Strukturbrüche näher als gedacht. Die deutschen Energiekonzerne fuhren vor der politisch beschleunigten Energiewende noch Rekordgewinne ein. Nun erleiden Chemie- und Autoindustrie einen Schlag, weil sich die Nachfrage verändert. Aber man kann schnell wieder zurück im Spiel sein, wie die Bayer-Aktie zeigt, die allmählich die Monsanto-Delle verdaut.
Die wichtigste Lehre ist: Man kann sich bisweilen aus dem hektischen Nachrichtenfluss herausziehen, wenn man die langfristigen Brüche im Auge behält. Die Allianz ist erst einmal sicher durch die Digitalisierungswelle gesegelt. Nun gilt es, die nächsten Klippen zu erspähen.
Bleiben Sie wachsam.
Herzlich, Ihr Philipp Krohn
Machen Sie sich im Urlaub Gedanken um Ihr Depot? Und wenn ja, was tun Sie dagegen? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
„Ach, sind die Kurse schön grün! Aktuell reibt man sich in deutscher Misere und Miesepetrigkeit schon ein bisschen die Augen. Ist am Ende doch nicht alles so schlecht? Oder der Anfang vom Ende nahe? Wie dem auch sei, man genieße einfach den Moment. Und frage sich nicht so oft: Wohin laufen sie denn?“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
F.A.Z.-Musterstrategien
„Was man kaum für möglich hätte halten mögen, ist passiert. 51 Wochen nach dem Start stehen erstmals sämtliche Musterstrategien im Plus. Überraschend ist das letztlich nicht, liefern die Aktienbörsen doch Höchststände.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
Angesichts zahlreicher Indizes, die nahe ihren Allzeithochs notieren, stellt sich zunehmend die Frage, ob die Aktienmärkte überhitzt sind. Fundamental erschienen sie vielerorts zunehmend gefährdet, schreiben Jan David Meyer und Norbert Keimling von Taunus Trust. Von den großen Märkten notierten nur noch Brasilien, China und Deutschland unterhalb ihrer historischen Durchschnittsbewertung. Das sei zwar kein kurzfristiges Verkaufssignal, doch dämpfe es die langfristigen Renditeaussichten. Insbesondere Aktienmärkte mit ausgeprägter KI-Phantasie wären selbst nach einer Kurshalbierung aus historischer Sicht gerade einmal durchschnittlich bewertet.
„Wer an der Börse investiert, kauft nicht nur Gewinne, sondern vor allem Erwartungen. Während die USA, Indien und Australien aktuell hoch bewerter sind, erscheinen China und Brasilien günstig. Das ist jedoch kein Versprechen für die Zukunft, denn Länder unterscheiden sich stark voneinander. Bewertungskennzahlen können vor überhöhten Erwartungen warnen, ersetzen aber keinen Anlagefahrplan.“
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
Als der Kospi vorübergehend einbrach, wurden viele Anleger zur Kasse gebeten. Von der Erholung profitierten zumeist andere. AP Photo/Ahn Young-joon
Wie kleine Schocks für große Gefahr sorgen
Von Martin Hock
Ein Hedgefonds kollabiert, die Aktienkurse an der Börse in Seoul stürzen ab und erholen sich. Alles halb so wild? Wer diese Ereignisse als Rauschen abtut, könnte auf dem Holzweg sein.
Börsencrashs sind eher selten. Doch sie verstellen den Blick auf die Börse. Denn das Unheil kommt nicht immer mit Getöse daher.
Zwei Ereignisse der vergangenen Wochen gingen scheinbar spurlos vorüber. Zum einen, dass der Hedgefonds „Situational Awareness“ des deutschen Junginvestors und „KI-Gurus“ Leopold Aschenbrenner ein fremdfinanziertes Portfolio aus KI-Wetten mit einem Volumen von 16 Milliarden Dollar abwickeln musste – was Anleger und Investoren als Randnotiz wahrnahmen. Zum anderen brach der südkoreanische Leitindex Kospi Ende Juli innerhalb von 48 Stunden um mehr als 20 Prozent ein, erholte sich wieder um 25 Prozent und hat sich mittlerweile wieder stabilisiert. Auch das nahmen die Akteure an den Börsen fast gleichmütig hin.
Die DB-Research-Analysten Luke Templeman und Galina Pozdnyakova halten dies für fahrlässig. Sie sehen in beiden Ereignissen Symptome einer Grundmalaise: Im Finanzsystem seien über mehr als ein Jahrzehnt niedriger und stabiler Zinsen hinweg Verschuldungshebel aufgebaut worden – in Hedgefonds, gehebelten ETFs und privaten Haushalten. So sei besorgniserregend, dass nach Medienberichten innerhalb weniger Wochen mehr als drei Prozent der erwachsenen südkoreanischen Bevölkerung eine Aufforderung erhielten, Sicherheitsleistungen aufzustocken (Margin Call).
Am Ende ist nicht immer alles gut
Der Ansatz „Ende gut, alles gut“ scheint den beiden Analysten zu kurz gedacht. Ein Index, der innerhalb weniger Tage 45 Prozentpunkte rauf- und wieder runtergehe, sei nun einmal etwas fundamental anderes als ein Index, der stillsteht.
Auf dem Weg nach unten werden fremdfinanzierte Positionen unwiderruflich aufgelöst, eine nachfolgende Erholung spielt keine Rolle. Der Vermögensschaden für den einzelnen Anleger bleibt. Und während sich der Blick von Anleger und Analysten auf die steigende Staatsverschuldung richte, übersähen sie die Risiken aus einer Verschuldung privater Haushalte, die seit Jahren auf hohem Niveau verharre.
Die „kleinen“ Ereignisse, die kurzen, heftigen Volatilitätsschübe, träten sei dem Jahr 2022 deutlich öfter auf als im vorangegangenen Jahrzehnt. Das sei insofern signifikant, als just in dieser Zeit die Zinsen sich wieder normalisiert hätten.
Hat die Fed die Volatilität als Politik-Instrument entdeckt?
Diese Art Volatilität sei womöglich nicht etwa eine Nebenwirkung der (Geld-)Politik, sondern beabsichtigt. Den Rückzug der amerikanischen Notenbank von der Vorabkommunikation künftiger Zinsentscheidungen (Forward Guidance) unter dem neuen Federal-Reserve-Chef Kevin Warsh könne man als Versuch sehen, Unsicherheitsprämien zurück in die Märkte bringen zu wollen. Die Ratio dahinter: Wenig alltägliche Volatilität führt langfristig zu übermäßiger Kreditaufnahme und am Ende in die Krise.
Daher sollten Anleger davon abkommen, die kleinen Erschütterungen als isolierte Ereignisse zu betrachten, sondern vielmehr als ein dauerhaftes Marktrisiko.
Gehebelte ETFs im Aufschwung
Dass private Haushalte mit im Fokus der Analyse stehen, hat einen guten Grund: Das verwaltete Vermögen fremdfinanzierter (gehebelter) und auf Leerverkäufe setzender ETFs ist von etwa 65 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf zuletzt 200 Milliarden Dollar gestiegen. Allein in diesem Jahr steht ein Sprung von rund 70 Milliarden Dollar zu Buche.
Speziell in Korea machten gehebelte Einzelaktien-ETFs auf Samsung und SK Hynix zwei ohnehin dominierende Aktien über Nacht zu Vehikeln für gehebelte Anlagen von Privatanlegern. Als die Aktienkurse fielen, verstärkten diese Produkte die Bewegung.
Die löchrigen Sicherheitsnetze
Und dann seien bei allen kurzen Krisen-Ereignissen seit Covid die „sicheren Häfen“ Gold, Dollar, Franken, Yen, US- oder Bundesanleihen ihrer Rolle nicht gerecht geworden. Ohne solche Puffer könnten kleine Volatilitätsereignisse leichter in etwas Größeres kippen.
Die Märkte hätten sich in den vergangenen Jahren auf ein weiteres Megaereignis wie die Finanzkrise von 2008 eingestellt, was die Aufmerksamkeit weggelenkt habe von den kleinen alltäglichen Risiken, die unter den richtigen Umständen eine Kettenreaktion auslösen könnten.
Wenn in den USA private Haushalte sich aufgrund von Nachschussforderungen gezwungen sehen, ihre Konsumausgaben zu kürzen, wenn Kreditsicherheiten und -risiken neu bewertet würden und Vertrauen verloren gehe, sei dies ein größeres systemisches Risiko als die Abwicklung eines einzelnen Hedgefonds.
Nach dem hauseigenen Megatrendmodell sei das Marktumfeld derzeit so ungünstig wie zuletzt in den Siebzigerjahren und eben zur Zeit der Finanzkrise von 2008. Beide Phasen seien aber just von genau diesem Muster geprägt gewesen: Als vereinzelt wahrgenommene Ereignisse stellten sich erst im Nachhinein als Symptome eines fragilen Systems heraus.
Es gebe eine Reihe von Marktsegmenten, in denen der Überhang aus der Zeit des billigen Geldes kleine Volatilitätsereignisse auslösen könne. Nicht jedes werde gefährlich für das System. Aber man wisse nicht, welche es doch werden. In einem Markt mit höherer Verschuldung, weniger verlässlichen Häfen und einer Geldpolitik, die die alltägliche Volatilität toleriere, steige das Risiko, dass sie größere Probleme auslösten.
Die Rangfolge der drei Baustein-Depots bleibt unverändert, doch manches hat sich geändert: „Ausgewogen 15“ markiert einen Bestwert, ein Kurssturz von Crowdstrike bremst „Zukunft 20“, und bei „Wachstum 10“ zahlt sich Geduld aus.
Von Christoph Scherbaum
32.459 Euro Depotwert, 8,2 Prozent Gesamtentwicklung. Das „Wachstum 10“-Depot hat sich aus dem tiefen Minus des Frühjahrs herausgearbeitet. Im Mai stand hier noch ein Verlust von drei Prozent zu Buche. SAP hat sich erholt, der Boden scheint gefunden. Noch deutlicher ist die Wende bei Microsoft, der KI-Profiteur findet zurück in die Erfolgsspur.
Auf der Gewinnerseite bleibt Johnson & Johnson der Fels in der Brandung und unterstreicht, was defensive Qualität leisten kann. Auch der iShares MSCI World Core ETF und Nestlé tragen zur Stabilisierung bei.
Mein Fazit: Die Erholung der Aktien von SAP und Microsoft zeigt, dass Geduld sich auszahlen kann. Die Strategie war nie das Problem, sondern die Einzeltitelauswahl. Der Fall Unilever zeigt vor allem, wie unübersichtlich Sondersituationen wie Spin-offs sind. Fachlich bleibt Unilever ein solides Konsumgüterunternehmen – doch tendiere ich dazu, die Position aufzulösen und durch McDonald’s zu ersetzen: ein Klassiker der Baustein-Aktien mit stabilerem Wachstumsprofil und globaler Preissetzungsmacht.
„Zukunft 20“ – Wenn ein Cyber-Beben das Depot erschüttert
30.347 Euro Depotwert, plus 1,1 Prozent Gesamtperformance. Nach dem kräftigen Frühjahrs-Comeback – im Mai stand noch ein Plus von acht Prozent zu Buche – hat sich die Dynamik deutlich abgekühlt.
Hauptgrund ist ein drastischer Kurssturz von Crowdstrike. Im Frühjahr war der Cybersecurity-Spezialist noch mit 38 Prozent Plus Star des Depots, nun hat sich der Kurs seit Kauf halbiert – ein Paradebeispiel, wie schnell sich das Blatt bei konzentrierten Wachstumswetten wenden kann.
Tesla tritt nach plus 27 Prozent im Mai auf der Stelle, Ørsted kommt nicht aus der Kostenklemme und die Aktie nicht aus dem Minus heraus. Immerhin bleibt Nvidia verlässlich stark, und Shopify hat die Kurswende geschafft.
Mein Fazit: Alle Titel bleiben im Depot. Der Crowdstrike-Einbruch ist eine Mahnung, dass ein einzelner Titel Monate an Aufbauarbeit zunichtemachen kann. Dass sich Shopify und der Digital-ETF fangen, während Tesla ins Stocken gerät, zeigt, wie unterschiedlich sich vermeintlich ähnliche Wachstumswerte entwickeln. Wer investiert ist, muss starke Nerven mitbringen. Die Strategie funktioniert im Kern, doch die Schwankungsbreite bleibt hoch.
„Ausgewogen 15“ – Die Erfolgsserie geht weiter
41.998 Euro Depotwert, plus 40 Prozent Gesamtperformance – der Depot-Champion hat sich weiter gefestigt. ASML bleibt mit plus 138 Prozent die stärkste Einzelposition. Alphabet gibt gegenüber Mai leicht nach, bleibt aber eine der tragenden Säulen des Depots.
Deutlich nachgegeben hat dagegen der Clean-Energy-ETF. Der Energiewende-Trend bleibt volatil. Und die Deutsche Telekom bleibt mit minus acht Prozent weiter die Schwachstelle im Depot.
Mein Fazit: „Ausgewogen 15“ bestätigt abermals, warum eine durchdachte Mischung aus Wachstum, Qualität und Liquidität sich langfristig auszahlt. Einzelne Schwächen fallen im Gesamtbild kaum ins Gewicht. Dieses Depot bleibt der Beweis, dass man zwischen Sicherheit und Rendite nicht wählen muss.
Erkenntnisse
Erstens: Auch scheinbar solide Wachstumswerte können binnen Monaten kollabieren. Die Konzentration auf einzelne Titel bleibt ein Risiko, das man bewusst eingehen muss. Zweitens: Und die Mischung bleibt Trumpf: „Ausgewogen 15“ zeigt, dass Breite über Zyklen hinweg mehr zählt als einzelne Volltreffer.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich „Zukunft 20“ erholt oder die Volatilität weiter zunimmt. „Wachstum 10“ braucht eine Auffrischung. Ein Wechsel zu McDonald’s könnte der erste Schritt sein. „Ausgewogen 15“ macht derweil einfach weiter.
Im Sommerschlussverkauf greifen Käufer begeistert bei Rabatten zu, doch an der Börse lösen fallende Kurse vor allem Verunsicherung aus. Psychologische Effekte wie der „Recency Bias“ und Verlustaversion erklären diesen Widerspruch: Der mögliche Verlust nach einem Kauf ist sofort sichtbar, die Chance auf langfristigen Anlageerfolg bleibt dagegen abstrakt. Zudem verwechseln viele Anleger Unsicherheit mit Risiko und warten auf Gewissheit, während die Kurse wieder steigen. Sinnvoller ist es, die Anlagestrategie in ruhigen Phasen festzulegen und Kursrückschläge nüchtern für ein Rebalancing zu nutzen.
Souvenirgeschäft an der französischen Atlantikküste: Ist günstig gut? Laurent Cerino/Laif
Trotz gestiegener Bauzinsen sind Wohnimmobilien in Deutschland im zweiten Quartal weiter teurer geworden. Laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken stiegen die Preise im Jahresvergleich um 1,9 Prozent. Eigentumswohnungen legten mit 2,6 Prozent am stärksten zu. Unter den Großstädten führt Hamburg den Preisanstieg mit 3,8 Prozent an. Der Preisauftrieb hat insgesamt jedoch an Schwung verloren, was Käufern laut dem Kiel-Institut für Weltwirtschaft wieder mehr Verhandlungsspielraum eröffnen könnte.
Die Kessler-Zwillinge, die berühmten Show-Schwestern, starben am 17. November 2025 im Alter von 89 Jahren durch assistierten Suizid in Grünwald bei München. In ihren Testamenten bedachten die kinderlosen Schwestern mehrere gemeinnützige Organisationen. An ihrem Vorbild lässt sich erläutern, worauf es beim gemeinnützigen Vererben ankommt: die Auswahl der Empfänger, die Entscheidung zwischen zeitnahem Verbrauch und Zustiftung sowie die rechtliche Unterscheidung zwischen Erben und Vermächtnisnehmern. Bei mehreren Erben empfiehlt sich ein Testamentsvollstrecker, um Streit zu vermeiden.
Alice und Ellen Kessler bedachten in ihrem Testament mehrere gemeinnützige Organisationen. picture alliance/United Archives
Die schrittweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf zehn Prozent bis 2032 macht die GmbH für mittelständische Unternehmen steuerlich attraktiver als Personengesellschaften. Ein Rechtsformwechsel kann nach dem Umwandlungssteuergesetz steuerneutral erfolgen, erfordert aber sorgfältige Planung, um die Aufdeckung stiller Reserven zu vermeiden. Zunehmend rückt auch die GmbH-Holdingstruktur in den Fokus, die operatives Geschäft und Vermögen trennt und Haftungsrisiken begrenzt. Ausschüttungen an die Holding sind zu 95 Prozent steuerfrei, was Spielraum für Reinvestitionen schafft. Eine solche Struktur eignet sich jedoch nur, wenn sie zum Geschäftsmodell und zur langfristigen Strategie passt.
McDonald’s hat in den vergangenen Jahren durch kräftige Preiserhöhungen einen Teil seiner Stammkundschaft verloren und versucht nun, mit günstigen Angeboten verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 fielen gemischt aus. Mit Skye Anderson wurde eine neue Chefin für das US-Geschäft ernannt, die das Wachstum beschleunigen soll. Analysten bewerten die Aussichten unterschiedlich, sehen aber in der neuen Wachstumsstrategie mit Menüinnovationen und stärkerer Markeninteraktion grundsätzlich die richtigen Schritte.
Wasser ist als Rohstoff an den Finanzmärkten schwer greifbar. Es ist ein hochpolitisiertes und obendrein immer lokales Gut, dessen Preise keine Knappheiten spiegeln. Vereinzelt werden Wasserrechte gehandelt, institutionelle Anleger können in Infrastruktur investieren. Privaten stehen die wenigen Wasser-Aktienfonds offen, doch damit kauft man vor allem die Aktien von Versorgern und Industrieausrüstern. Wasserinvestments bieten als reguliertes Versorgungsthema vergleichsweise planbare, aber moderate Renditen. Damit Wasser nach Knappheiten gehandelt wird, müsste der Mangel apokalyptische Ausmaße erreichen.
Der FAZ-Podcast „Finanzen & Immobilien“ widmet sich dem Thema Wasser als wichtigstem Rohstoff und dessen Bedeutung für Wirtschaft, Märkte und Anleger. Sinkende Pegelstände durch Hitze verursachen wachsende Probleme für Unternehmen. Martin Hock und Inken Schönauer beleuchten die wirtschaftlichen Zusammenhänge, ergänzt durch einen Augenzeugenbericht von FAZ-Reporter Jonas Jansen direkt vom Rhein. Historisch war Wasser stets Auslöser von Krisen und Konflikten.
• In Tokio bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen.
Mittwoch, 12. August
• Das Bundeskabinett will den Gesetzentwurf zur Frühstartrente beschließen.
• Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlicht ihren Monatsbericht (August) zum Ölmarkt.
• In Kalifornien beginnt ein Prozess gegen Meta Platforms. Meta wird u.a. vorgeworfen, Kinder und Jugendliche von Social Media abhängig gemacht und die Öffentlichkeit über die Gefahren in die Irre geführt zu haben. Auch sei das Bundesgesetz zum Schutz der Online-Privatsphäre von Kindern unter 13 Jahren nicht beachtet worden.
Donnerstag, 13. August
• Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie informiert zur wirtschaftlichen Lage im Juni.
Mark-to-market beschreibt den börsentäglichen Bewertungsvorgang von offenen Positionen. Die Methode wird aber auch – im Unterschied zum deutschen HGB – im internationalen Bilanzierungsstandard IFRS verwendet. Dies führt bei starken Kursverlusten an den Börsen mitunter zu erheblichen Verlusten in den Bilanzen.
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