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Dienstag, 25.08.2026 | Zur Online-Ansicht
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Frankfurter Allgemeine
MEINE FINANZEN
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Wer soll das bezahlen?
Ruckelig ging es in der vergangenen Woche an den Märkten zu. Der Anstieg der Anleiherenditen machte deutlich, welche Stimmung unter den Investoren herrscht: Unsicherheit.
Maßgeblich dazu hatte die Nachricht beigetragen, dass sich die Staatsverschuldung der USA auf 40 Billionen Dollar geschraubt hatte. Wer soll das bezahlen? Für Beruhigung sollte die Aussage des US-Finanzministers Scott Bessent sorgen, den Anleiherückkauf zu verdoppeln.
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Inken Schönauer
Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
Plus Sign Folgen
Doch so richtig verfing die Botschaft nicht. Die USA sind zu einem unberechenbaren Spieler der Weltwirtschaft geworden. US-Präsident Donald Trump hält die Zinsen in den USA für absurd hoch. Der neue Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, solle sie gefälligst heruntersetzen. Tut er aber nicht. Zumindest vorerst nicht.
Deswegen wird sehr spannend, was Warsh in Jackson Hole sagen wird. Dort trifft sich Ende der Woche beim Economic Policy Symposium nämlich die internationale Notenbank- und Ökonomenelite. Die Rede des Fed-Chefs wird mit großer Spannung erwartet.
Es hilft nichts. Anleger müssen sich ihren eigenen Reim auf die Gemengelage der Weltwirtschaft machen. Vielleicht lohnt es sich, dann auch mal wieder mehr auf europäische als auf amerikanische Titel zu gucken. Ein bisschen mehr regionale Diversifikation im Depot hat selten geschadet.
Bleiben Sie heiter!
Ihre Inken Schönauer
Wie gehen Sie mit der Unsicherheit an den Märkten um? Investieren Sie in Anleihen? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
 
 
 
Leser Echo / Neu
Über Geld – Leser-Echo
Welche Rolle ETF in ihren Depots spielen und wann Sie Einzeltitel kaufen, hatten wir in der vorangegangenen Ausgabe des Briefings gefragt. Dabei zeigte sich: Während für die einen ETF schon eine solche Selbstverständlichkeit geworden sind, dass sie es kaum noch einer besonderen Erwähnung für wert erachten, fremdeln einige noch immer damit. Wie eigentlich funktioniert ein ETF, heißt da die Frage. Und getreu dem bewährten Grundsatz nur zu kaufen, was man auch versteht, bleibt man dem breit gestreuten Aktiendepot mit langfristiger Perspektive treu. Wenn ETF einen Index abbilden, stellen sie dann keinen Sachwert dar, sondern sind nur eine Fiktion, fragt sich Herbert D. Ein Thema, immer noch mit Klärungsbedarf.
 
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Geldanlage auf einen Blick
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Markt-Rückblick
 
Susanne Klöpfer, Redakteurin in der Wirtschaft und für F.A.Z. Premium Finanzen.
„Geopolitik, Ölpreise, Anleiherenditen und die Volatilität im Technologiesektor haben zum Kursückgang am Aktienmarkt beigetragen: Der F.A.Z.- Index zeigt sich kaum verändert, während der US-Index leicht sank. Der Euro wertete gegen den Dollar deutlich auf und der Goldpreis kletterte am Montag auf ein Dreimonatshoch. In dieser Woche stehen die Quartalszahlen ⁠von Nvidia und das Notenbanker-Treffen in den USA an.“
Susanne Klöpfer, Redakteurin in der Wirtschaft und für F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
F.A.Z.-Musterstrategien
 
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Es war eine Woche, in der KI und Technologie nicht gefragt waren. Dementsprechend musste Christoph Scherbaums „Zukunft“-Depot einen merklichen Rücksetzer hinnehmen. Die „goldene“ Woche kam dagegen den beiden Misch-Depots von Daniel Walther und der F.A.Z. zugute. Und auch Krypto legte endlich mal wieder zu.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
Zu den Musterportfolios
Private Equity – Glanz und Elend
Private Equity ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. War es im Jahr 2000 noch ein unbedeutendes Nischengeschäft, hat sich das Volumen der investierten und noch nicht investierten Mittel seitdem mehr als verzwanzigfacht. Das Verhältnis zur Marktkapitalisierung der gleichfalls gewachsenen Weltbörsen ist von knapp zwei auf knapp zehn Prozent gestiegen. Immer noch also vergleichsweise kleiner Markt. Aktuell hakt es etwas: Der hohe Bestand an „Unrealized Value“ hat auch damit zu tun, dass der relative Wert der Verkäufe seit 2022 auf dem niedrigsten Niveau der vergangen 15 Jahre verharrt. Gleichzeitig erfolgt mittlerweile jeder siebte Ausstieg über einen Fortsetzungsfonds. 2020 war es noch jeder zwanzigste.
 
Zu den Finanzrechnern
 
 
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Artikel der Woche
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Sollten Sie Ihre Abfindung lieber ablehnen?
Abfindungsangebote sind oft nicht so gut, wie sie im ersten Moment erscheinen. Picture Alliance
Sollten Sie Ihre Abfindung lieber ablehnen?
Von Gregor Brunner
Unternehmen greifen aktuell oft zu Abfindungen, wenn sie schnell und schmerzlos Stellen abbauen möchten. Doch Arbeitnehmer sollten genau nachrechnen, ob sich das für sie lohnt.
Hand drauf, Sachen gepackt und auf Nimmerwiedersehen? Und dafür auch noch einmalig eine große Summe Geld kassieren? Abfindungen dafür, dass Arbeitnehmer ein Unternehmen freiwillig verlassen, sind gerade ein beliebtes Mittel, um Sparmaßnahmen durchzusetzen. Ende Juli kündigte etwa der Automobilhersteller BMW an, ab Oktober in Deutschland ein entsprechendes Programm für Mitarbeiter in Verwaltung, Entwicklung und Vertrieb anzubieten.
Finanzberater Christian Hagemann aus Düsseldorf berichtet, dass sich in seiner Beratung Fälle häufen, bei denen Mandanten über ein Abfindungsangebot nachdenken. Zweimal im Monat frage jemand, wie mit einer Abfindung umzugehen sei, bis eine neue Stelle gefunden ist. Als Erstes muss simpel geklärt werden, ob sich das Angebot lohnt, im Vergleich dazu, einfach weiterzuarbeiten.
Die Höhe der Abfindung berechnet sich oft nach den Jahren der Betriebszugehörigkeit. Für jedes Jahr wird ein Monatsgehalt mit einem Faktor verrechnet, den das Unternehmen frei wählen kann. Dieser bewegt sich üblicherweise zwischen 0,5 und 1,5.
Eine Abfindung wirkt wie viel Geld
Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst der Deutschen zuletzt 4784 Euro. Die „teuerste“ Alterskohorte waren Arbeitnehmer zwischen 55 und 60 Jahren mit 5202 Euro. Legt man eine lange Betriebszugehörigkeit, etwa von 30 Jahren, in der teuersten Kohorte zugrunde, errechnet sich mithilfe etwa des Abfindungsrechners des Softwareanbieters Haufe bei einem Faktor von eins eine Einmalzahlung von 156.060 Euro.
Das sieht auf den ersten Blick nach viel Geld aus. Aber für viele Mandanten lohne sich ein solches Angebot nicht, sagt André Perko, Finanzberater aus Frankfurt: „Wir sind dann zu der finalen Entscheidung gekommen, es nicht anzunehmen, weil es nicht den Ausfall kompensiert hat.“ Denn in diesen Fällen wären oft Sonderzahlungen weggefallen, ebenso die weitere Gehaltsentwicklung und andere zusätzliche Leistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge.
Perko gibt außerdem zu bedenken, dass der Abfindungsbetrag unter Beachtung der sogenannten Fünftelregelung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert wird. Gemäß dieser Regel wird ein Fünftel der Abfindung fiktiv zum zu versteuernden Jahreseinkommen hinzugezählt. Für das Ergebnis wird mit dem passenden Steuersatz ein fiktiver Einkommensteuerbetrag errechnet. Dieser wird mit dem verglichen, der ohne Abfindung im fraglichen Jahr zu zahlen wäre. Das Fünffache dieser Differenz gilt als tatsächlich zu zahlende Steuer auf die Abfindung.
Wie eine Abfindung besteuert wird
Wichtig ist, dass die Abfindung im Monat der Auszahlung als Sonderzahlung besteuert wird. Den steuerlichen Vorteil, der durch die Fünftelregelung entsteht, kann man sich erst nach Abgabe der Steuererklärung im Folgejahr sichern. Setzt man für die 156.060 Euro einen Steuersatz von rund 24 Prozent an und beachtet die Fünftelregelung, bleiben nach Abzug des Solidaritätszuschlags bei einem Alleinstehenden ohne Kinder noch rund 87.416 Euro übrig – wenig mehr als die Hälfte.
Sozialversicherungsbeiträge werden für eine einmalige Abfindung nur dann fällig, wenn der Beschäftigte das Unternehmen vor Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist verlässt und freiwillig gesetzlich krankenversichert bleibt. Maximal ist die Abfindung dann für zwölf Monate beitragspflichtig. Die Höhe der Beiträge berechnet sich nach dem Alter des Arbeitnehmers zum Zeitpunkt des Austritts und der Betriebszugehörigkeit.
Bis wann reicht die Abfindung?
Im Beispiel eines 60 Jahre alten Arbeitnehmers mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit wären 25 Prozent der Abfindung beitragspflichtig, also 39.015 Euro. Die Krankenkasse nimmt für die Berechnung an, dass der Beschäftigte während der Dauer der Beitragspflicht weiter sein letztes Monatsgehalt erhält. Günstige Beitragssätze liegen momentan bei 8,6 Prozent. Für 30 Tage Beitragspflicht wären also 447 Euro fällig.
Die Krankenkasse geht so lange von diesem fiktiven Monatsgehalt und den entsprechenden Beiträgen aus, bis der beitragspflichtige Anteil der Abfindung rechnerisch erreicht ist. Bei einem angenommenen Monatsgehalt von 5202 Euro käme der Beschäftigte auf ein tägliches Arbeitsentgelt von 173 Euro, sodass die Beitragspflicht nach 225 Tagen endet. Maximal zahlt der Beschäftigte also 3352 Euro. Läuft in dieser Zeit die ordentliche Kündigungsfrist ab, endet die Beitragspflicht. Nimmt man die maximale Belastung an, verringert sich die Abfindung auf insgesamt 84.064 Euro netto.
Reicht das? Das kommt auf den persönlichen Finanzbedarf und den Zeitraum an, den man mit der Abfindung überbrücken möchte. Müsste ein Arbeitnehmer drei Jahre bis zur Rente durchhalten, hätte er monatlich rund 2335 Euro zur Verfügung. Zudem erhält er für 24 Monate 60 Prozent seines letzten Monatsgehaltes, also 1965 Euro, als Arbeitslosengeld.
Wie Sie mit dem Geld umgehen sollten
Mit einigen Einschränkungen vielleicht mag das für einen Frührentner reichen, der andere Vermögenswerte angesammelt hat. Wer mitten im Berufsleben steht und wenig passive Einnahmen hat, eventuell auch Kredite abbezahlen muss, wird ein solches Angebot anders bewerten.
Unerlässlich ist für die Abschätzung ein Kassensturz. „Ich betrachte mit Mandanten nicht die Abfindung in Isolation, sondern ihr Zusammenspiel mit heutigen oder zukünftigen Renten, Sparverträgen und anderen Werten, die man in die Zukunft projizieren muss“, sagt Perko.
Je geringer die übrigen Erträge sind, desto schlechter ist es, das Geld vollständig in illiquide oder stark schwankende Vermögensanlagen zu stecken. Ein breit gestreutes Aktienportfolio mag in sieben bis zehn Jahren eine sehr gute Rendite abwerfen. Benötigt man aber in einer schlechten Marktphase Geld, läuft man Gefahr, mit Abschlägen verkaufen zu müssen. „Kursverluste von 30, 40, 50 Prozent sind ja historisch nicht ganz unmöglich“, sagt Finanzberater Hagemann.
Viel wahrscheinlicher ist, dass Arbeitnehmer einen kürzeren Zeitraum überbrücken müssen, bis sie entweder auf Rente hoffen können oder eine neue Stelle gefunden haben. Dafür braucht es statt hoher Renditen vor allem ausreichend Liquidität.
Kein Vermögen, sondern Ersatz für Einkommen
Für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren empfiehlt Hagemann eine Übergewichtung konservativer und schnell verfügbarer Zinsanlagen, angefangen beim Tagesgeldkonto. Alternativ kann man sein Geld in einen Geldmarkt-ETF stecken. Damit schlägt man nicht unbedingt die Inflation, aber das Geld bleibt stabil bei kurzfristiger Zugriffsmöglichkeit.
Einen Teil einer größeren Abfindung kann man auch in europäische Staatsanleihen investieren. Finanzberater Hagemann rechnet je nach Emittentenland hier mit einem Zins von rund 2,6 Prozent. Geringfügig mehr Risiko und Rendite bieten Unternehmensanleihen von Unternehmen mit guter Bonität, zum Beispiel von der Deutschen Bank, Siemens oder Microsoft. Die Anleihen mögen zwar im Kurs leicht schwanken. Renditen von drei Prozent sind dafür aber realistisch. In jedem Fall aber sollte man die Anleihen bis zur Endfälligkeit halten können, sonst geht die Renditerechnung womöglich nicht auf.
In jedem Fall braucht es Ausgabendisziplin. „Die Abfindung ist kein zusätzliches Vermögen, sondern der Ersatz für zukünftiges Einkommen“, sagt Christian Hagemann. Dass man sich nach getaner Arbeit etwas gönnen möchte, sei naheliegend. Luxusausgaben wie ein neues Auto oder einen großen Urlaub sollte man damit aber nicht tätigen. Sondertilgungen von Immobilienkrediten seien ebenso nicht zu empfehlen, wenn die Liquiditätssituation der kommenden Monate unsicher ist.
Gerade Arbeitnehmern, die eine weitere Stelle antreten wollen, sei Disziplin empfohlen. Nach den jüngsten Daten aus dem Juli 2026 der Bundesagentur für Arbeit sind Arbeitssuchende momentan etwas weniger als sechs Monate arbeitslos, bis sie eine neue Stelle finden. Wem dieser Zeitraum lang erscheint, rät Hagemann, sich zu fragen, bevor man die Abfindung annimmt: „Würde mich im Moment ein anderes Unternehmen zu gleichen oder besseren Konditionen einstellen?“
 
 
Märkte Inside
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Schlaglicht / Neu
 
Warum Anleger den Anleihemarkt nicht unterschätzen sollten
Riesige KI-Anleihen, steigende Zinsen und Zweifel an Amerikas Haushaltspolitik: Der Anleihemarkt sendet Signale, die Privatanleger zu oft übersehen – obwohl sie viel über die Risiken der Rally verraten.
Von Martin Hock
Während alle gern über den Aktienmarkt reden und jede Wendung als wirtschaftlichen Stimmungsindikator deuten, bleibt der Anleihemarkt die meiste Zeit seltsam unterbelichtet. Wer den Markt genau beobachtet, gilt landläufig fast schon als „Nerd“. Gerade Privatanleger interessieren seine Bewegungen etwa so sehr wie die Wasserstandsmeldung von gestern.
Obwohl die entscheidenden volks- und einzelwirtschaftlichen Fragen eher dort ausgemacht werden als auf der Aktienseite: Wie ist der Preis des Geldes? Wie viel Vertrauen verdient ein Staat, ein Unternehmen? Wer ist morgen noch zahlungsfähig?
Ein Grund ist sicher, dass es am Anleihemarkt qua seiner Natur weniger zu verdienen gibt. Wenn man ehrlich ist, träumen alle Anleger vom möglichst ungefährdeten, schnellen Reichwerden – auch Profis, die gelernt haben, dass das, was zu schön ist, um wahr zu sein, auch meistens nicht wahr oder zumindest nicht von Dauer ist.
Anleihen: Geld zurück in Zinsen
Aktien dürfen träumen und Aktionäre mit ihnen: von der großen, weltverändernden Geschichte der Eisenbahn, des Automobils, des Computers, des Internets und der Künstlichen Intelligenz, die sie in eine goldene Zukunft mitnimmt. Anleihekäufer wollen am Ende nur eines: Ihr Geld zurück mit Zinsen. Die sollen sie dafür entschädigen, das Geld erst aus der Hand gegeben zu haben. Wer so knauserig agiert, dem kann man nicht mit einer großen Story kommen, sondern mit Zahlen, mit denen sich rechnen lässt. Und mit Duration und Carry kann man keine Freunde beim Bier beeindrucken.
Doch das ist ein Vorteil. Diese Nüchternheit macht den Markt bodenständiger. Wissender macht es ihn nicht, denn auch dort werden nur Erwartungen, Annahmen und Irrtümer gehandelt. Eine Zinsstrukturkurve – also das Verhältnis von kurzfristigen und langfristigen Renditen – ist ein nützlicher Frühindikator, aber kein Rezessionsorakel. Sonst hätte nach der Zinswende 2022 eine Rezession folgen müssen, die sich gewaschen hätte.
Anleger sollten nüchtern entscheiden
Die in diesem Jahr erfolgte allmähliche Niveauverschiebung der Kurve für den US-Markt darf man indes schon als Indiz nehmen, zum einen für Inflationserwartungen, zum anderen für die Skepsis hinsichtlich der US-Haushaltspolitik. Wenn gleichzeitig die Aktienkurse steigen, sollte man fallende Anleihen- und steigende Aktienkurse nicht mit Risikolust verknüpfen – allzumal der US-Aktienmarkt seit fast drei Monaten eher seitwärts tendiert.
Der Aktienmarkt hat die großen Pläne, der Anleihemarkt rechnet vor, was es kostet. Das wäre ein gutes Zusammenspiel. Doch aktuell scheint das anders zu funktionieren. Die großen KI-„Hyperscaler“, an denen der Aktienmarkt zu zweifeln begonnen hat, platzieren riesige Anleihenvolumina mit sehr langen Laufzeiten mit gerade einmal 0,8 Prozentpunkten Aufschlag auf Staatsanleihen. Hat sich der Anleihemarkt am Narrativ des nassforschen Aktienmarkts angesteckt, dass die KI-Konzerne und nicht Regierungen die Welt beherrschen werden, während dieser gerade durch eine Latenzphase geht?
Eines ist in jedem Fall gewiss: Märkte sind chronisch unzuverlässig, vor allem je mehr es heißt: This time is different. Und wer wollte angesichts der KI-Szenarien bezweifeln, dass es die aktuelle Losung ist? Doch ist die Zeit anders, sind die Marktsignale uneindeutiger. Für Anleger heißt das, dass sie das machen sollten, was der Anleihemarkt womöglich aus den Augen zu verlieren droht: Nüchtern rechnen und zweimal überlegen.
 
 
Vermögen & Vorsorge
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Warum gerade langweilige Aktien das Depot retten
Europäische Aktien erleben eine Renaissance, da professionelle Investoren ihre Europa-Gewichtung zuletzt deutlich erhöht haben. Steigende Unternehmensgewinne, wachsende Verteidigungsausgaben und die Erholung der Bankenbranche trieben die Börsen in Frankfurt, Paris, Madrid und Mailand auf neue Rekordstände. Der europäische Markt ist breiter aufgestellt als der amerikanische mit seiner hohen Techkonzentration. Dennoch bleibt Skepsis angebracht, da US-Unternehmen weiterhin deutlich profitabler sind als europäische.
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So prüfen Sie, ob Ihr Grundstück steuerfrei vererbt wird
Von Jürgen Lindauer
Der Bundesfinanzhof hat mit einem Urteil entschieden, dass beim steuerfreien Vererben eines Familienheims nicht nur das bebaute Flurstück, sondern die gesamte wirtschaftliche Einheit begünstigt sein kann. Im konkreten Fall erbte ein Sohn ein Anwesen mit Wohnhaus sowie angrenzenden Garten- und Wegegrundstücken. Eigentümer können im Grundsteuerwertbescheid prüfen, welche Flächen dazugehören. Diese Zuordnung entscheidet im Erbfall über den Umfang der Steuerbefreiung.
So prüfen Sie, ob Ihr Grundstück steuerfrei vererbt wird
Beim Vererben eines Grundstücks kommt es nicht nur auf die bebaute Fläche an. Picture Alliance
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Podcast: Staatlich gefördert an die Börse
Von Jan Hauser, Inken Schönauer
Vom 1. Januar 2027 an sollen und können Menschen sich staatlich gefördert den Kapitalmarkt zunutze machen. Es soll die private Vorsorge stärker an den Kapitalmarkt heranführen und aus den Schwächen der Riester-Rente lernen: mit geringeren Kosten, weniger Verwaltungsaufwand und mehr Möglichkeiten für Aktien und Fonds.

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Aktien
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Warum Diversifikation nicht immer schützen kann
Von Martin Hock
Geopolitische Schocks wirken je nach wirtschaftlichem Umfeld unterschiedlich auf die Märkte, wie eine Auswertung zeigt. Die Korrelationen zwischen Aktien und vermeintlich schützenden Anlageklassen wie Anleihen, Gold oder Dollar verschieben sich in jeder Krise anders. Schroders-Stratege Joven Lee warnt davor, in Krisen taktisch umzuschichten, da Schocks oft bereits eingepreist seien und Anleger systematisch zu spät reagierten. Unsicherheit sei kein Versagen der Diversifikation, sondern ein strukturelles Merkmal der Märkte. Gerade deshalb bleibe ein breit diversifiziertes Portfolio der beste Schutz für verschiedene Szenarien.
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Die Billionenwette des Elon Musk
Teslas Börsenwert von 1,4 Billionen Dollar wird weniger durch das Autogeschäft als durch Zukunftsversprechen getragen. Im zweiten Quartal stiegen die Umsätze zwar deutlich, doch die Margen brachen ein und der freie Mittelfluss rutschte ins Negative. Die Investitionsausgaben verdoppelten sich nahezu, um Projekte wie autonomes Fahren, Robotaxis und den humanoiden Roboter Optimus voranzutreiben. Die Tesla-Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 19 Prozent im Minus.
 
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Gemischte Zwischenbilanz nach fünf Jahren Dax-Reform
Die Dax-Reform mit der Erweiterung auf 40 Werte hat die Indexqualität gesteigert, doch die Bilanz fällt insgesamt gemischt aus. Die erhoffte bessere Branchenrepräsentanz blieb weitgehend aus, und vier der damals neu aufgenommenen Titel haben ihre Mitgliedschaft bereits wieder verloren. Die Konzentration bleibt hoch, die fünf größten Werte machen rund 45 Prozent des Index aus. Zudem hat die Zahl der Indexwechsel deutlich zugenommen, was die Kontinuität schwächt.
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Ungarns Börsenrally setzt auf ein Ende der EU-Isolation
Von Michaela Seiser
Ungarns Börse erlebt seit dem Wahlsieg von Péter Magyar und seiner Tisza-Partei im April eine kräftige Rally. Der Leitindex Bux liegt seit Jahresbeginn rund 40 Prozent im Plus, auch der Forint hat deutlich aufgewertet. Hinter der Neubewertung steht die Hoffnung, dass Ungarn seine EU-Isolation überwindet und eingefrorene Mittel von rund 16,5 Milliarden Euro erhält. Am Markt wird bereits eine Euro-Beitrittsperspektive für die frühen Dreißigerjahre eingepreist. Analysten sehen weiteres Aufwärtspotential als begrenzt, da viel Positives vorweggenommen sei. Das Hauptrisiko bleibt ein fehlendes überzeugendes Konzept zur Haushaltskonsolidierung.
Ungarns Börsenrally setzt auf ein Ende der EU-Isolation
Die Wahl von Péter Magyar zum Ministerpräsidenten Ungarns bewerten Anleger positiv. AFP
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Anleihen
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„Staatsanleihen-ETF sind am günstigsten“
Von Martin Hock, Jakob Krembzow
Anleihen bieten Anlegern derzeit attraktive Renditen, die zehnjährige Bundesanleihe erreichte mit 3,27 Prozent den höchsten Stand seit 2011. Der einfachste Einstieg gelingt über Staatsanleihen-ETF, die mit Kosten ab 0,05 Prozent jährlich günstiger als Aktien-ETF sind. Sie bieten Flexibilität und können per Sparplan bespart werden, garantieren aber keine feste Rendite zum Kaufzeitpunkt. Einzelanleihen ermöglichen dagegen eine fixierte Rendite bis zur Fälligkeit, erfordern jedoch Aufmerksamkeit bei Stückzinsen und Briefkursen.
„Staatsanleihen-ETF sind am günstigsten“
Ist die Anleihe erst mal im Portfolio, weiß der Anleger, mit wie viel Geld er künftig rechnen kann. Lucas Bäuml
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Sind Anleihen endlich wieder ein Schutzschild fürs Depot?
Von Sarah Speicher-Utsch
Anleihen sind wieder attraktiver für Anleger. Das klassische Portfolio aus Aktien und Anleihen steht jedoch vor einer Bewährungsprobe. Seit der Corona-Krise korrelierten Anleihen zeitweise positiv mit Aktien und boten keinen Schutz mehr vor Kursverlusten. Alexander Raviol von Lupus alpha sieht den Diversifikationseffekt einfacher Staatsanleihen als verschwunden an. Bastian Gries von Oddo BHF hält Unternehmensanleihen mit guter Bonität dennoch für attraktiv, da sie die Portfolio-Volatilität reduzierten und mittelfristig als Stoßdämpfer dienten.
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 Illustration: Katharina Hofbauer
MSCI World fällt zurück: In diese zehn ETF investieren Profis am liebsten
Kolumne Märkte Inside: Das klassische Anleger-Portfolio hat ausgedient
Hauspreise: So sehr verteuern sich die eigenen vier Wände
Immobilie erben: Wenn der Streit um das Haus eskaliert
Frühzeitige Schenkungen: Wie Sie das Erbe gerecht verteilen
 
 
Service
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5 Termine für 7 Tage
Dienstag, 25. August
• Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Details zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal.
Mittwoch, 26. August
• Nvidia veröffentlicht die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres.
Donnerstag, 27. August
• In Jackson Hole beginnt das 50. internationale Notenbankertreffen. Thema: „Financial Innovation: Implications for Payments and Policy“
Freitag, 28. August:
• Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht ihren Arbeitsmarktbericht für August.
Montag, 31. August:
• Das Statistische Bundesamt gibt die Inflationsrate für August bekannt.
 
 
 
 
 
Wort der Woche / Neu
Wort der Woche: Outperformer
Vermögenswerte, die in einem bestimmten Betrachtungszeitraum eine bessere Wertentwicklung aufweisen als eine als Vergleichsmaßstab herangezogene Größe, bezeichnet man als Outperformer. Die Vergleichsgröße können Indizes sein, aber auch eine Gruppe von vergleichbaren anderen Vermögenswerten.
Zum F.A.Z.-Börsenlexikon
 
 
 
 
Finanzservices / Neu
Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.
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Dr. Martin Hock
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Geschäftsführung: Dr. Volker Breid
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