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Dienstag, 20.10.2026 | Zur Online-Ansicht
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Frankfurter Allgemeine
MEINE FINANZEN
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100 Ausgabe Finanzen Premium
 
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns heute über hundert Ausgaben „Meine Finanzen“. Das ist ein guter Anlass, Ihnen von Herzen zu danken. Für Ihr Interesse, Ihre Fragen, vor allem aber dafür, dass Sie uns in einer Zeit großer Unruhe Ihr Vertrauen schenken. Denn die große Herausforderung für Privatanleger ist ja nicht der Mangel an Anlagemöglichkeiten, sondern die Fülle an schnellen und oft widersprüchlichen Signalen. Vielleicht geht es Ihnen deshalb ähnlich wie uns daheim: Die Antwort auf die Frage, was man mit Geld, das man vielleicht gerade anlegen könnte, nun ganz genau anstellen soll, ist komplizierter geworden als früher schon einmal.
Autorenbild
Carsten Knop
Herausgeber.
Plus Sign Folgen
Die Zinsen sind zurück, aber sie werden von den Banken auf Fest- oder Tagesgeldkonten nicht lange genug in ausreichender Höhe gezahlt, um eine überzeugende Antwort auf die Herausforderung der Inflation zu sein. Die Aktienmärkte sind in einer Art und Weise vom weltumspannenden Wettrennen in Sachen Künstlicher Intelligenz beherrscht, dass man nicht nur am Küchentisch daheim darüber die Stirn in Falten legen darf. ETF machen eine breite Beteiligung leichter, sie ersetzen aber nicht den Willen, Kursverluste auszuhalten zu können. Und die digitale Trading-Welt per App bringt neben mehr Möglichkeiten leider auch mehr Versuchungen.
Gerade deshalb gibt es diesen Newsletter. Nicht um Ihnen die nächste Anlageentscheidung abzunehmen. Sondern um zwischen vernünftiger Geldanlage, vielleicht gar zur Vorsorge im Alter, den großen Linien und dem bloßen Lärm zu unterscheiden. Die Kolleginnen und Kollegen, die hier für Sie schreiben, zeigen zudem Woche für Woche, welchen Wert unabhängiger Finanzjournalismus haben kann. Viel Spaß beim Weiterlesen!
Herzliche Grüße und eine gute Hand bei der Geldanlage,
Ihr Carsten Knop
P.S.: Wir haben diese Woche positive Neuigkeiten für unsere Leserinnen und Leser: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat seit Kurzem eine Partnerschaft mit dem „Wall Street Journal“ (WSJ) und dem Dow-Jones-Verlag, in dem das Blatt erscheint. Ob Wirtschaftspolitik, die Börse oder Techkonzerne – neben unseren Korrespondenten vor Ort liefert das WSJ einen weiteren Einblick in die amerikanische Finanzplatz-Seele.
Was sollten wir beibehalten, was ausbauen, was anders machen? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
 
 
 
Leser Echo / Neu
Leser-Echo
Auf die Frage der vergangenen Woche, ob man einem an Produkten verdienenden Berater oder einer unabhängigen Beratung vertrauen solle, reagierten unsere Leser mit Ablehnung beider Optionen. Sie setzen stattdessen auf selbständiges Handeln mit günstigen Produkten. Markus W. vertraut dankenswerterweise unter anderem der F.A.Z. als Informationsanker und will keine Berater bezahlen, die bis zu 3000 Euro verlangen. Matthias D. setzt auf einen Sparplan in einen handelsüblichen ETF bei einem Onlinebroker; dafür brauche niemand einen Berater. Jörg T. aus Luxemburg verweist auf die Informationsasymmetrie: Verkäufer wüssten stets mehr. Besser sei da der Kauf eines breit gestreuten, günstigen ETF über Neobroker oder Direktbanken.
 
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John C. Bogle
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„Die beiden größten Feinde des Aktienfondsanlegers sind Kosten und Emotionen.“
Aus: The Little Book of Common Sense Investing, 2007
Aus: The Little Book of Common Sense Investing, 2007

AP
 
Themen des Newsletters
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Geldanlage auf einen Blick
 
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Markt-Rückblick
 
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F.A.Z.-Musterstrategien
 
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Wird die Energie teurer, werden es auch die Kredite
 
Artikel der Woche
 
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Firmenkredite statt Staatspapiere
 
Märkte inside
 
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Privatmarkt-Anleger brauchen die richtigen Manager
 
100 Ausgaben Premium Meine Finanzen
 
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Was aus 100 Euro wurde
 
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Die Hundert-Wochen-Börsenreise
 
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Warum der Renditeanstieg eine gute Nachricht ist
 
Vermögen & Vorsorge
 
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Wenn die KI-Wette wackelt
 
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Scheidung kann zur Steuerfalle werden
 
Investieren
 
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Die Bären an der Börse freuen sich schon
 
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Eine Traktor-Aktie, die vom KI-Boom profitiert
 
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„Die Ausgangslage für Anleiheanleger hat sich deutlich verbessert“
 
Podcast
 
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Ist das die nächste Euro-Krise?
 
Die fünf meistgelesenen Artikel
 
Service
 
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5 Termine für 7 Tage
 
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Wort der Woche: Warrant
 
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Selbst schlaumachen: die Finanz-Services der F.A.Z.
 
 
Geldanlage auf einen Blick
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Markt-Rückblick
 
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Es ist das ewige Hin und Her. Mal steigt alles, was mit KI zu tun hat, und dann fällt es wieder in Ungnade. Die Tatsache, dass just der F.A.Z.-Index sich in Grün zeigt, spricht dafür, dass die Anleger in den vergangenen Tagen Technologie eher ungnädig aufnahmen. Und an allem schuld sind die steigenden Renditen.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
F.A.Z.-Musterstrategien
 
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Der große KI-Zweifel hat sich in dieser Woche auch in den Musterstrategien gezeigt. Satte fünf Prozent büßte Christoph Scherbaums „Zukunfts-Depot“ ein, und auch das ausgewogene Depot musste einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen. Der neue Freund heißt Trend: Für Technik- und Trendfolgedepot ging es zum Teil deutlich nach oben.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
Zu den Musterportfolios
Teure Energie, teure Kredite
Wie stark Energiepreise und der Anstieg der Anleihenrenditen in Europa zusammenhängen, veranschaulicht unsere Grafik der Woche. Die Renditen von Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit und der maßgebliche Future-Preis für europäische Gaslieferungen in einem Monat an der Amsterdamer Börse bewegten sich seit Jahresbeginn die meiste Zeit über in dieselbe Richtung. Seit Juli befinden sie sich in einem deutlichen Aufwärtstrend. Markant sind zudem die jüngsten Werte. Der Gaspreis stieg weiter, die Rendite der Bundesanleihe zuletzt nicht mehr. Das verbindende Element sind die Inflation und die erwartete Reaktion der EZB. Ob sich die Verbindung ab einem gewissen Gaspreisniveau abschwächt, andere Ursachen zuletzt überwogen oder die Loslösung nur vorübergehend ist, werden wohl erst die kommenden Monate zeigen. (jzow.)
 
 
 
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Warren Buffett
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„Erst wenn die Flut zurückgeht, merkt man, wer nackt geschwommen ist.“
Aus einem Jahresbrief von 1992
Aus einem Jahresbrief von 1992

dpa
 
Artikel der Woche
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Firmenkredite statt Staatspapiere
Händler an der Frankfurter Wertpapierbörse: Unternehmenskredite werden angesichts hoher Staatsrisiken und attraktiver Renditen für Anleger interessanter. dpa
Firmenkredite statt Staatspapiere
Von Jakob Krembzow
Hohe Renditen, klare Warnsignale: Der Anleihemarkt bietet heute so viel Ertrag wie seit Jahren nicht. Ein Blick auf Bilanzen, Ratings und Zinsaussichten zeigt, wo sich das Zugreifen lohnt und wo Vorsicht geboten ist.
Der Anleihemarkt hat seit dem Frühjahr einen rasanten Anstieg der Renditen erlebt, auf Niveaus wie zuletzt in den Jahren von Finanz- und Eurokrise. Ob das in erster Linie Chance oder Risiko ist, scheint nicht immer so klar. Französische Staatsanleihen etwa bringen ab zirka 15 Jahren Laufzeit schon fünf Prozent Rendite pro Jahr, aber bereits vor den jüngsten Unruhen war die politische Uneinigkeit über die weitere Haushaltspolitik massiv. Auch in den USA ergänzen sich Nachrichten von attraktiven Renditen mit denen über die immer weiter ansteigenden öffentlichen Schulden.
 
Die neuerdings wieder erklecklichen Erträge auf Anleihen haben häufig zwei Seiten. In vielen Fällen steht neben der Nachricht von den attraktiven Erträgen eine die Anleger abschreckende Erklärung dazu, warum die Kurse für Bestandsanleihen so niedrig notieren, was die Renditen im Gegenzug auf ihre höchsten Stände in jüngerer Zeit trieb.
Was also heißt das für Anleger? Wie sind die Chancen am Anleihemarkt am besten zu nutzen und wie die Risiken zu umschiffen? Ein Anleihenportfolio müsse heute etwas anders aufgestellt sein, als das in den Jahren zuvor der Fall war, sagt Mohammed Kazmi, leitender Portfoliomanager in der Global-Multi-Sector-Credit-Gruppe der Union Bancaire Privée. Zum Ausgangspunkt seiner Analyse macht er die Bilanzen und erkennt ein klares Muster: „Während die öffentlichen Finanzen sich kontinuierlich verschlechtert haben, haben sich die Bilanzen der Unternehmen verbessert.“
„Die Zeit der Austerität ist vorbei“
Zwar seien die Renditen am gesamten Anleihemarkt gestiegen, aber es gelte, die Relationen zu beachten: Investment-Grade-Anleihen von Unternehmen in den USA brächten sechs bis sieben Prozent ein, amerikanische Staatsanleihen etwas mehr als fünf Prozent. Der größte Teil des Risikos käme von Staatsanleihen und nur sehr wenig aus Unternehmenskreditrisiken. „In diesem Umfeld sind wir der Meinung, dass man diese Risiken etwas gleichmäßiger ausbalancieren sollte.“
Was er damit meint, ist ein stärkeres Engagement im Markt für Unternehmenskredite. Das gelte nicht nur für Unternehmen guter Bonität mit Investment-Grade-Rating, sondern auch für Titel von Emittenten darunter, so Kazmi. Anleihen von Emittenten mit BB-Bewertung, die gerade so nicht mehr in die höchste Kategorie der Ratingagenturen fielen, hätten historisch ein ähnliches Ausfallrisiko wie BBB-Anleihen, die noch zum Investment-Grade-Segment gehören. Sie böten aber eine deutlich bessere Rendite.
Zu den soliden Unternehmensbilanzen käme die makroökonomische Dynamik hinzu, sagt Kazmi. Die nominalen Wachstumsraten aus BIP-Zunahme und Inflation seien derzeit vergleichsweise hoch, in den USA betrage sie mehr sechs Prozent. Die hohen Schuldenstände verleiteten die Politik dazu, ein hohes nominales Wachstum inklusive Inflation anzustreben, weil das der einzige Weg sei, die Schuldendynamik zu stabilisieren. Eine Folge von hohem Nominalwachstum sei, dass weniger Unternehmen Schwierigkeiten bei der Schuldenbedienung bekämen, was Investoren vor Zahlungsausfällen schütze. Dass die öffentlichen Haushalte durch Kürzung der öffentlichen Ausgaben konsolidiert werden, erwartet Kazmi nicht, da das nicht durchsetzbar sei. „Die Zeit der Austerität ist vorbei.“
Gegen einen KI-Crash absichern
Auch Florian Hertlein, Geschäftsführer und Partner der Alpha Portfolio Advisors, sieht gerade in Unternehmensanleihen Chancen für Anleger. Allerdings sei es unerlässlich, auch dabei zu diversifizieren. „Das heißt für mich: Die Liste an Emittenten sollte 80 bis 100 Namen umfassen, um bei einem unvorhergesehenen Bilanzbetrug oder einem technischen Störfall einer einzelnen Anleihe den Impact auf Portfolioebene relativ gut begrenzen zu können.“ Die Kreditanalyse für so viele Titel sei aber von einem Privatinvestor nicht zu stemmen, weswegen Hertlein dafür plädiert, die Auswahl Fondsmanagern zu überlassen, trotz der zusätzlichen Kosten.
Bisweilen werden zudem Sorgen laut, die hohen Anleiherenditen könnten die wirtschaftliche Dynamik gefährden und auch die Aktienmärkte nachhaltig belasten. Wie es mit dem KI-Boom weitergeht, muss sich ohnehin noch zeigen. Sowohl Kazmi als auch Hertlein sehen in den höheren Renditen die Chance, das Portfolio zu diversifizieren und so für mögliche Einbrüche am Aktienmarkt besser abgesichert zu sein. „Wenn die Aktienmärkte 20 Prozent verlieren und ich für die Zeit dazwischen mit einem gut diversifizierten aktiven Anleihenportfolio zwischen vier und sechs Prozent vergütet werde, ist die Wartezeit angenehm“, sagt Hertlein.
Falls der KI-Aufschwung merklich abebben sollte, geht Kazmi zudem davon aus, dass die Zentralbanken zügig auf einen Kurs der geldpolitischen Entspannung umschwenken würden. Sollten weitere Zinssenkungen ausbleiben oder die Zinsen gar wieder sinken, würde das die Anleihekurse steigen lassen und die Renditen sänken wieder. Wer im gegenwärtigen Umfeld zugekauft hätte, könnte somit nicht nur die attraktiven Renditen bis zum Laufzeitende behalten, sondern auch vorzeitig mit Gewinn die eigenen Anleihen verkaufen.
 
 
Märkte inside
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Schlaglicht / Neu
 
Privatmarkt-Anleger brauchen die richtigen Manager
Privatmarktanlagen bleiben attraktiv, aber die Zeiten, in denen ein Engagement in der Anlageklasse allein schon gute Ergebnisse versprach, sind vorbei.
Gastbeitrag von Detlef Mackewicz
Unter Privatmärkten oder Private Markets versteht man Kapitalmärkte, auf denen Investitionen außerhalb der öffentlich gehandelten Börsen stattfinden. Anleger investieren direkt oder indirekt in Unternehmen, Infrastruktur oder Kredite, die nicht an einer Börse gehandelt werden. Der Markt ist groß: 2025 wurden global rund 1,06 Billionen Dollar für Private-Market-Fonds eingeworben, davon 679 Milliarden für Private Equity, 204 Milliarden für Infrastruktur und 180 Milliarden für Private Debt.
Wesentlicher Unterschied zur Börse für Anleger: Während auf dem Aktienmarkt kaum ein Manager den Index schlägt und ein ETF somit die beste Wahl ist, kommt es auf den privaten Märkten in hohem Maße auf den Manager an.
In den vergangenen Jahren konnten viele Marktteilnehmer von außergewöhnlich günstigen Rahmenbedingungen profitieren. Niedrige Zinsen, steigende Bewertungen und reichlich verfügbares Fremdkapital sorgten dafür, dass auch durchschnittliche Fondsmanager respektable Ergebnisse erzielen konnten.
Private Equity: Fokus auf Ausschüttungen statt auf Buchgewinne
In den vergangenen Jahren sind nun die Ausschüttungen an die Investoren deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im September 2025 entsprachen diese nur acht Prozent des Nettoinventarwerts, gegenüber einem langfristigen Durchschnitt von 21 Prozent. „Cash Performance“ wird für Anleger daher wichtiger als „Paper Performance“.
Die Folge ist eine Konzentration des Kapitals auf Manager, die ihre Versprechen tatsächlich eingehalten haben. Für die besten Häuser ist das eine gute Nachricht. Für viele andere dürfte es unangenehm werden.
Chancen sehen wir insbesondere im mittelständischen Buyout-Segment, wo es Unternehmen mit hohem Wachstumspotential und niedrigeren Einstiegspreisen gibt. Doch es kommt auf den richtigen Manager an: Europäische Buyout-Fonds erzielten laut dem Datenanbieter CEPRES langfristig eine Medianrendite von rund zwölf Prozent – das obere Quartil dagegen mehr als 21 Prozent. Im Venture-Capital-Bereich ist die Streuung noch größer.
Private Credit: Kreditqualität entscheidet
Private-Credit-Fonds schließen Finanzierungslücken und bieten Investoren laufende Zinserträge. Die Strategien reichen von Direct Lending bis zu opportunistischen Krediten. Bei rund 1,78 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen 2025 kommt es auf sorgfältige Kreditprüfung, angemessene Verschuldung und die Fähigkeit zum Umgang mit Ausfällen an.
Infrastruktur bietet langfristige Perspektiven
Infrastruktur bietet oft planbare Mittelflüsse und profitiert aktuell von Energiewende, Digitalisierung und Modernisierungsbedarf. Das Mittelaufkommen stieg 2025 auf rund 204 Milliarden Dollar. Doch regulatorische Eingriffe, Baukosten und überhöhte Kaufpreise stellen Risiken dar. Die einzelnen Strategien sind daher differenziert zu beurteilen.
Konsequenzen für Investoren
Eine ausgewogene Diversifikation der Portfolios über Regionen, Stile und vor allem auch Ursprungsjahre (Vintage) ist einer der fundamental wichtigen Bausteine für nachhaltige Erfolge an den Privatmärkten. Bei der Managerauswahl zählen realisierte Ergebnisse, operative Kompetenz, Investitionsdisziplin und gleichgeschaltete Interessen zwischen den Fondsmanagern und ihren Investoren. Ko-Investments und Zweitmarktinvestments können Primärfonds sinnvoll ergänzen und die Portfoliosteuerung verbessern.
Private Markets bleiben attraktiv. Doch künftig entscheidet weniger der Name oder die Größe eines Fondsmanagers als vielmehr dessen Fähigkeit, auch unter schwierigen Marktbedingungen nachhaltig Wert zu schaffen und diesen Wert in Ausschüttungen zu verwandeln.
 
 
100 Wochen Premium Finanzen
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Was aus 100 Euro wurde
Von Martin Hock
Zum hundertsten Premium-Briefing zeigt eine Rückschau auf die Themen der ersten Ausgabe, was aus 100 Euro seit Dezember 2024 geworden wäre. Große Aktien-ETF brachten je nach Wahl zwischen 116 und 125 Euro, an der Spitze steht der Gold-ETC der Börse Stuttgart. Geld in Euro-‚Staatsanleihen ‘verlor dagegen trotz Zinszahlungen an Wert. Bankeinlagen decken immerhin die Inflation ab, die amtlich seitdem spürbar gestiegen ist. Gut entwickelten sich billige Aktien.
 
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Die Hundert-Wochen-Börsenreise
Von Jakob Krembzow
An den Börsen ging es in den vergangenen hundert Wochen fast überall bergauf, der Weltindex MSCI ACWI legte um 28 Prozent zu. Ein von F.A.Z. Premium selbst konstruierter Index mit geringerer US-Gewichtung brachte etwa zehn Prozentpunkte mehr Rendite. Regional lag Asien ohne China und Japan mit 75 Prozent vorn, getrieben vom KI-Boom. Die Einmalanlage schnitt in diesem Zeitraum klar besser ab als ein Sparplan. Ob die Börsen weiter so stetig steigen, ist aber unklar, bei stärkeren Schwankungen fiele das Ergebnis anders aus.
 
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Warum der Renditeanstieg eine gute Nachricht ist
Gastbeitrag von Thomas Gitzel
Der Anstieg der Renditen von Staatsanleihen, zuletzt der zehnjährigen Bundesanleihe auf das höchste Niveau seit 2008, ist laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, keine Krise, sondern eine Normalisierung. Die Notenbanken EZB und Fed stützen die Kurse nicht mehr, sodass Investoren wieder eine Risikoprämie verlangen. Doch mit einem Aufschlag von 0,9 Prozentpunkten auf den EZB-Einlagensatz für zehnjährige Anleihen ist die Zinskurve historisch weiterhin flach, ein weiterer Anstieg ist möglich. Das ist positiv, denn Anleihen stabilisieren Portfolios wieder besser. Zugleich greift das Marktkorrektiv: Nicht nur in Frankreich entsteht wieder Sparwille.
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Benjamin Graham
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„Im kurzen Zeitraum ist der Markt eine Abstimmungsmaschine, langfristig jedoch eine Waage.“
Aus: Security Analysis, 1934
Aus: Security Analysis, 1934

Picture Alliance
 
Vermögen & Vorsorge
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Wenn die KI-Wette wackelt
Von Christiane von Hardenberg
Die Weltbörsen sind so konzentriert wie lange nicht, weshalb Anleger ihr Portfolio breiter aufstellen sollten, ohne gegen KI zu wetten. Der MSCI World besteht zu mehr als 70 Prozent aus amerikanischen Aktien, und auch Schwellenländer-Indizes hängen an Chipherstellern. Historisch ist Konzentration nichts Neues, doch ETF-Sparpläne und Herdenverhalten verstärken sie, während offen bleibt, ob die erwarteten KI-Gewinne eintreffen. Anleger sollten ihre ETF auf Klumpenrisiken prüfen und gleichgewichtete Indizes oder andere Branchen beimischen. Geringe Korrelation mit der KI-Wette haben die Aktienmärkte Großbritanniens, Australiens und Indiens sowie Gold und Liquidität.
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Scheidung kann zur Steuerfalle werden
Von Jürgen Lindauer
Wer sich scheiden lässt und seinen Anteil am Familienheim an den Ehegatten überträgt, kann nach geltender Rechtslage unerwartet Einkommensteuer zahlen müssen. Besteuert wird der Gewinn, wenn die Immobilie noch keine zehn Jahre gehalten wurde, weil der Bundesfinanzhof dem ausgezogenen Ehegatten die weitere Nutzung durch die Familie nicht als eigene Nutzung zurechnet. Der Bundesrat schlägt vor, solche Übertragungen im Zusammenhang mit einer Scheidung steuerfrei zu stellen, auch in allen offenen Fällen. Ob der Bundestag folgt, ist offen. Betroffene sollten Bescheide auf Änderbarkeit prüfen und künftige Übertragungen vorab steuerlich klären lassen.
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Warren Buffett
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„Der Preis ist das, was man bezahlt. Der Wert ist das, was man bekommt.“
Aus einem Brief an die Teilhaber der Buffett Partnership vom 22. Januar 1969
Aus einem Brief an die Teilhaber der Buffett Partnership vom 22. Januar 1969

AP Photo/Nati Harnik
 
Investieren
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Die Bären an der Börse freuen sich schon
Von Wieland Staud
Halbleiter- und KI-Aktien tragen den Markt ähnlich einseitig wie einst die Internetwerte vor dem Rückschlag im März 2000. Der Philadelphia Semiconductor Index (Sox) hat sich seit dem Sommer des vergangenen Jahres in der Spitze rund vervierfacht, und der MACD-Indikator signalisiert eine mögliche Übertreibung. Auch den plötzlichen Kurssprung der zuvor zurückgebliebenen Infineon-Aktie wertet Staud als Warnsignal: Investoren suchten offenbar Alternativen zu Nvidia. Ein Rückgang des Index auf 7300 bis 8400 Punkte sei möglich. Fundamental drohe, dass Nachahmer die Pioniergewinne bei KI-Chips aufzehren.
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Eine Traktor-Aktie, die vom KI-Boom profitiert
Von Christoph Scherbaum
Die Deere-Aktie steigt trotz dreijähriger Durststrecke für den Konzern samt Halbierung des Konzerngewinns, weil der Markt auf den nächsten Agrarzyklus setzt. Während die Sparte Produktion und Präzisionslandwirtschaft schwach bleibt, boomt das Baugeschäft dank Infrastruktur und Rechenzentren. Konzernvorstand John May hält 2026 für das Tief des Agrarzyklus und hob die Gewinnprognose an. Ein Risiko bleiben Zölle, die laut Finanzvorstand Brent Norwood Deere im Jahr 2027 netto rund eine Milliarde Dollar kosten dürften. Analysten sind uneins, und bei etwa dem 30-Fachen des erwarteten Gewinns könnte die Erholung schon eingepreist sein.
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„Die Ausgangslage für Anleiheanleger hat sich deutlich verbessert“
Von Susanne Klöpfer
Steigende Zinsen machen Anleihen wieder attraktiv, doch laut Vermögensverwaltern lohnt sich nicht jede Anleihe. Christian Schwab von Rothschild sieht für langfristige Anleger wieder interessante Ertragschancen. George Catrambone von der DWS warnt vor Staatsverschuldung und Inflation, weshalb die Auswahl entscheidend bleibe. Berenberg hält Unternehmensanleihen für attraktiver als Staatsanleihen. Wegen sehr niedriger Risikoaufschläge sei bei höherem Kreditrisiko die gezielte Emittentenauswahl entscheidend, sagt Ulrich Urbahn.
Zum Beitrag
 
André Kostolany
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„Was schon jeder weiß, macht mich nicht heiß.“
Aus: Die Kunst, über Geld nachzudenken, 2000
Aus: Die Kunst, über Geld nachzudenken, 2000

Picture Alliance
 
Podcast
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Ist das die nächste Euro-Krise?
Von Dennis Kremer
Steigende Renditen französischer Staatsanleihen, die teils über den Werten der Euro-Krise liegen, nähren die Sorge vor einer neuen Euro-Krise. Dennis Kremer diskutiert im Podcast Finanzen & Immobilien mit Christian Siedenbiedel aus der Finanzredaktion der F.A.Z., ob dem Euro erneut eine Zerreißprobe droht. Sie vergleichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen heute und der Euro-Krise. Zudem erklären sie, welche Rolle die EZB als Rückhalt spielen könnte und was hinter ihrem umstrittenen Kriseninstrument TPI steckt. Außerdem geht es um die hohen Schulden der Vereinigten Staaten, Gold als Währungsreserve und die Attraktivität von Anleihen.

Zum Beitrag
 
John Maynard Keynes
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„Den meisten professionellen Anlegern geht es nicht darum, was eine Anlage wirklich wert ist, sondern darum, welchen Wert der Markt ihr in drei Monaten oder einem Jahr beimessen wird.“
Aus: The General Theory of Employment, Interest and Money, 1937
Aus: The General Theory of Employment, Interest and Money, 1937

Picture Alliance
 
Die fünf meistgelesenen Artikel
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Top 5 / Neu
 Illustration: Katharina Hofbauer
MSCI World: In diese zehn ETF investieren Vermögensverwalter am liebsten
Tagesgeld war gestern:  Auf diese unscheinbaren ETF setzen die Profis
Rekord-Renditen:  „Staatsanleihen-ETF sind am günstigsten“
Günstigerprüfung:  Warum Deutsche zu viel Steuern auf ihre Aktiengewinne zahlen
Steuertipp: Renovierungsbedarf verlängert die Steuerfreiheit im Erbfall
 
 
Service
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5 Termine für 7 Tage
Dienstag, 20. Oktober
• Das ZEW präsentiert die Konjunkturerwartungen der Finanzbranche.
• In Berlin beginnen an der European School of Management and Technology (ESMT) der erste Investorengipfel der Bundesregierung „Invest in Germany Summit“ und der 4. Berlin Global Dialogue „Advancing Alliances for the New Era“. Bundeskanzler Friedrich Merz spricht am Mittwoch.
Donnerstag, 22. Oktober
• Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellt das Ergebnis der Sitzung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ vor.
Freitag, 23. Oktober
• Die Rating-Agentur Moody’s gibt das Ergebnis ihrer Überprüfung der Bonität Frankreichs bekannt.
Montag, 26. Oktober
• Das ifo-Institut legt den Geschäftsklimaindex für Deutschland vor.
 
 
 
 
 
Wort der Woche / Neu
Wort der Woche: Warrant
Englische Bezeichnung für Optionsschein.
Zum F.A.Z.-Börsenlexikon
 
 
 
 
Finanzservices / Neu
Selbst schlaumachen: die Finanz-Services der F.A.Z.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.
Zu den Finanz-Services
 
Peter Lynch
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„Hinter jeder Aktie steht ein Unternehmen. Finden Sie heraus, was es tut.“
Aus: Beating the Street, 1993.
Aus: Beating the Street, 1993.

REUTERS
 
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Verantwortlicher Redakteur für F.A.Z. Premium Meine Finanzen:
Dr. Martin Hock
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