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Kalkuliertes Abwarten
Der Irankrieg begann am Wochenende. Am Montag war die Marktreaktion deutlich – aber nicht panisch. Damit könnte eine Hoffnung verknüpft sein, die sich als trügerisch erweisen könnte.
Am Samstag, kurz nach sieben Uhr morgens, wurde der Angriff der USA und Israels bekannt. Zu diesem Zeitpunkt waren fast alle Börsen der Welt geschlossen. Nur Bitcoin wurde gehandelt und reagierte sogar mit leichten Abschlägen.
Als am Montag die Börsen erstmals Gelegenheit hatten, zu reagieren, hatte niemand mit stagnierenden oder gar steigenden Kursen gerechnet. Die Abschläge fielen mit zwei Prozent in Europa noch etwas stärker aus als in Japan, wo der Nikkei nur 1,3 Prozent tiefer schloss. Aber von Panik keine Spur.
Dass sich da etwas am Persischen Golf zusammenbraut, hatte sich ja schon abgezeichnet. Das wäre eine Erklärung. Eine andere gibt es auch, und die wäre weitaus fataler: Der Markt glaubt an ein schnelles Ende des Kriegs. Ein gutes Beispiel dafür ist laut Johanna Handte, Anlagechefin (CIO) der Bethmann Bank, das US-Bombardement iranischer Nuklearanlagen im Juni 2025. Einen Monat nach diesem Ereignis verzeichnete der S&P 500 ein Plus von mehr als fünf Prozent.
So kann es wieder kommen. Oder eben auch nicht. Iran nimmt die Luftschläge nicht ohne Antwort hin. Das Regime schlägt zurück, greift Israel an, ebenso die Emirate, Bahrain, Qatar und Saudi-Arabien, das als größter Widersacher Irans in der Region gilt. Die Saudis werden die Raketen und Drohnen aus Iran wohl nicht unbegrenzt lange hinnehmen. Hinzu kommt, dass auch die von Iran unterstützte Hizbullah begonnen hat, Israel vom Libanon aus anzugreifen.
Möge ich unrecht haben! Aber die Zeichen stehen mehr auf Flächenbrand in der Region denn auf einen zeitlich begrenzten Konflikt, der nur eine limitierte Volatilität an den Märkten zur Folge hätte.
Und dann ist da noch die faktische Sperrung der Straße von Hormus, der Meerenge zwischen den Emiraten und Iran, durch die täglich ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion verschifft wird. Noch ist der Preisanstieg mit knapp neun Prozent moderat. Doch stieg der Ölpreis schon in den Wochen zuvor sukzessive, seit Jahresfrist damit um 35 Prozent. Auf ein schnelles Ende des Irankriegs ist nur zu hoffen, sicher ist es mitnichten.
Beim Jenga sieht man sofort, was Anleger gern verdrängen: Nicht rote Zahlen allein kippen das Depot, sondern die falsche Konzentration. Picture Alliance
Turbulenter hätte die Kalenderwoche nicht anfangen können. Was sieben muntere Tage hätten werden können, endete am Montag mit einem Kursrutsch, von allerdings überschaubarem Umfang. Noch mehr in den USA. Da hatten die KI-Sorgen und Nvidias zu wenig enthusiastischer Ausblick die Kurse schon in der Vorwoche gedrückt, und der Krieg schreckte wenig(er). Ansonsten reagierten die Märkte berechenbar – ab in den Dollar und Gold. Wie viel Sinn das ergibt, mag sich jeder seinen Reim darauf machen. (mho.)
Wenn Bulle und Bär gleichzeitig am Portfolio zerren, entscheidet nicht der Durchschnitt, sondern die Mischung, wer am Ende die Richtung vorgibt. Jasper Hill
Wer jetzt noch schnell in die gesetzliche Rente einzahlt, kauft sich weniger Flexibilität als Schlagzeilen versprechen und dafür vor allem Zeit, Anspruch und ein Stück Planbarkeit. Jens Gyarmaty
Sollten Anleger beim Hype um Uniqlo einsteigen?
Der Konzern Fast Retailing, zu dem die Marke Uniqlo gehört, will das größte Modeunternehmen der Welt werden – und erobert nun Europa. Dahinter steckt der reichste Mann Japans.
Anleihen sind vielleicht bald besser zugänglich: Apple gehört zu den beliebtesten Emittenten, hier der Apple-Store an der 5th Avenue in New York. Reuters
Beseitigter Mangel – keine Offenbarungspflicht. Wer einen Mangel vor dem Hausverkauf repariert, muss darüber nicht aufklären, solange es keine konkreten Hinweise gibt, dass die Reparatur fehlgeschlagen ist. Käufer scheiterten mit Forderungen wegen späterer Feuchtigkeit; Haftungsausschluss blieb wirksam (OLG Celle, 19.12.2025, 4 U 156/25).
Naturschutzgebiet – Kaufpreis kann sinken. Die Lage von Ackerland im
Naturschutzgebiet kann ein Sachmangel sein, wenn der Verkäufer sie verschweigt: Nutzungsbeschränkungen mindern den Wert und die vereinbarte Nutzung (OLG Hamm, 18.09.2025, 22 U 52/24).
Eine Lebensversicherung als Altersvorsorgevertrag kann bei der Auszahlung zum Steuerthema werden.dpa
Viele Beschäftigte nutzen die betriebliche Altersversorgung, häufig über Entgeltumwandlung: Teile des Bruttogehalts fließen direkt in einen Vorsorgevertrag. Das spart Sozialabgaben in Höhe des Umwandlungsbetrags (in dieser Höhe muss sich auch der Arbeitgeber beteiligen); zudem können die Arbeitnehmerbeiträge unter Voraussetzungen steuerfrei sein.
Streitpunkt ist oft die Besteuerung der Auszahlung. Der BFH entschied zu einer Direktversicherung mit freiem Kapitalwahlrecht: Lässt sich der Arbeitnehmer das Kapital in einer Summe auszahlen, ist die Fünftelregelung (Tarifermäßigung für außerordentliche Einkünfte) nicht automatischanwendbar. Zwar kann die Zahlung „mehrjährig“ sein, „außerordentlich“ ist sie aber nur, wenn statistisch belegt ist, dass vergleichbare Arbeitnehmer die Einmalzahlung typischerweise nicht wählen. Der BFH sah anhand vorliegender Daten eher, dass das Kapitalwahlrecht häufig genutzt wird; Gründe dafür spielten keine Rolle.
Folge: Die Einmalzahlung wird mit voller Progressionswirkung zum persönlichen Steuersatz besteuert und ist in Summe oft teurer als eine Auszahlung in Teilen. (Quelle: Jörg Bartnik, Steuerberater bei EY.)
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Dienstag, 3. März 2026: In Berlin beginnt die Internationale Tourismus-Börse ITB.
Mittwoch, 4. März 2026: Der Maschinenbauverband VDMA berichtet über den Auftragseingang im Januar.
Donnerstag, 5. März 2026: In China beginnt der Nationale Volkskongress.
Donnerstag, 5. März 2026: Die Deutsche Pfandbriefbank legt ihr vorläufiges Jahresergebnis vor.
Donnerstag, 5. März 2026: In den USA wird die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Management Buy-out
Übernimmt die Geschäftsführung mehrheitlich die Anteile einer Gesellschaft, spricht man von einem Management-Buy-out (MBO). Solche Transaktionen erfolgen meist nicht allein aus dem Privatvermögen, sondern mit Banken oder Finanzinvestoren. Bei (überwiegender) Fremdfinanzierung handelt es sich um ein Leveraged Buy-out (LBO). Davon abzugrenzen ist der MBO bei einer angeschlagenen Gesellschaft: Befindet sich das Unternehmen in einer tiefen Krise, kann der MBO auch durch einen Aktienübertrag zum symbolischen Preis erfolgen.
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Last, not least: Kryptomärkte als Frühindikatoren
Wenn Gold wieder zum Sicherheitsgefühl gehört, zeigt der Tokenhandel oft schon am Wochenende, wie nervös der Montag wird.dpa
Der Goldpreis ist zu Wochenbeginn deutlich gestiegen, weil viele Anleger in unsicheren Zeiten in „sichere Häfen“ flüchten. Spannend ist der Blick auf den Token‑Markt: Schon am Wochenende stieg die Nachfrage nach goldgedeckten Token wie XAUT und PAXG – aufgrund ihrer kontinuierlichen Handelbarkeit wurden sie damit zu einer Art Frühindikator, bevor die Börsen am Montag öffneten. Kurz gesagt: Der Kryptomarkt kann in vielerlei Hinsicht Signalgeber sein – wenn man diese richtig zu lesen versteht.