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Dienstag, 06.10.2026 | Zur Online-Ansicht
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Frankfurter Allgemeine
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Die Euro-Schwäche ist „made in EU“
Börsen sind politisch, ja derzeit sogar hochpolitisch. Es ist eben nicht nur der Irankrieg mit seinen Folgen für die Ölversorgung, steigenden Benzinpreisen und wachsender Inflationsgefahr.  Es sind auch nicht nur die erratischen Zollentscheidungen, die der amerikanische Präsident Donald Trump trifft. Es sind auch die politischen Entwicklungen in Europa, die Kurse machen, insbesondere auf dem Anleihe- und Devisenmarkt.
Autorenbild
Archibald Preuschat
Redakteur in der Wirtschaft
Plus Sign Folgen
Der Euro etwa hat massiv an Wert verloren. Das Euro-Dollar-Paar notierte am Montagnachmittag nur noch bei 1,12 Dollar je Euro. Gut acht Monate vorher waren es noch knapp 1,21. Das liegt nicht nur daran, dass die Märkte der US-Notenbank Fed kurzfristig eher zutrauen, die steigende Inflation einzudämmen, als der EZB.
Die Euro-Schwäche ist zu einem großen Teil „made in EU“. Da sind insbesondere die Sorgen um den Haushalt in Frankreich, nach Deutschland dem wirtschaftlich zweitgrößten Land in der Eurozone. Die Renditen für französische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit haben in der vergangenen Woche sogar die magische Grenze von fünf Prozent überschritten. Dass sie jetzt gesunken sind, ist risikoaffinen Investoren zu verdanken, die die höheren Renditen mitnehmen wollen. Auch Spanien sorgt für Nervosität, nachdem Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen ausrufen musste. Vorangegangen waren Niederlagen im Parlament seiner Minderheitsregierung aus sozialistischer PSOE und dem linksalternativen Bündnis Sumar.
Jetzt ist insbesondere für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ein schwacher Euro so schlecht nicht, verbilligt er doch deutsche Waren außerhalb der Eurozone. Aber die Hypothek wiegt schwer. Ausländische Investoren nehmen den Eurokurs als Gradmesser und machen derzeit einen Bogen um die Staatengemeinschaft, deren Wirtschaft eben auch Kapital aus Drittstaaten benötigt, um nachhaltig wachsen zu können.
Es lässt sich nicht alles auf andere schieben. Europa muss sein Haus selbst in Schuss halten. Helfen Sie mit!
Herzlichst, Ihr Archibald Preuschat
Was denken Sie? Hat Europa sich seine Schwierigkeiten selbst eingebrockt? Oder wird die EU ohne eigenes Verschulden zunehmend zwischen den USA und China aufgerieben? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
 
 
 
Leser Echo / Neu
Über Geld – Leser-Echo
Die Frage an unsere Leser in der vergangenen Woche lautete: Welche Erfahrungen machen Sie bei der Immobilienfinanzierung, und was empfehlen Sie heute? Christian K. empfiehlt, nur so groß zu bauen, dass man auch bei um zwei Prozentpunkte höheren Zinsen in zehn Jahren liquide bleibe. Warum solle man sich langfristig an höhere Zinsen binden, wenn zehn Jahre lang günstigere möglich seien? Seit 30 Jahren ändere sich am Grundsatz nichts: Mit Zinsänderungen müsse man rechnen. Wer nur ausgebe, was er sich leisten könne, betreibe gesundes Wirtschaften und schlafe ruhiger.
 
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Geldanlage auf einen Blick
 
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Markt-Rückblick
 
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F.A.Z.-Musterstrategien
 
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Bitcoin so integriert wie nie
 
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Wenn die Story stärker ist als die Zahlen
 
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Renovierungsbedarf verlängert die Steuerfreiheit im Erbfall
 
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Was die geplante Reform der Selbstanzeige für Vermögende bedeutet
 
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Immobilienaktienkurse fallen weiter
 
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Mehr als ein Unilever-Restposten
 
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„Die US-Regierung hat die Kontrolle über den eigenen Staatsanleihemarkt verloren“
 
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Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
 
 
Geldanlage auf einen Blick
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Markt-Rückblick
 
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
„Die steigenden Anleiherenditen drücken auf die Kurse. Der F.A.Z.-Idex notiert rote Zahlen, in den USA sind die Zugewinne überschaubar. Der Goldpreis litt besonders, der starke Dollar und die Erträge auf Anleihen machen das Edelmetall weniger attraktiv.“
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
 
 
F.A.Z.-Musterstrategien
 
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
„Ein Fokus auf europäischen Aktien scheint derzeit nicht einträglich. Sowohl Achim Matzkes Depot als auch das Trendfolgeportfolio müssen weitere Verluste hinnehmen, Matzke rutscht gar ins Minus. Die globalen Strategien von Christoph Scherbaum hingegen profitieren diese Woche deutlich, das „Zukunft 20“-Portfolio gewinnt mehr als vier Prozent in einer Woche.“
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
Zu den Musterportfolios
 
 
Bitcoin so integriert wie nie
Bitcoin wurde nicht nur erdacht, um sich von staatlichen Währungen und Zentralbanken unabhängiger zu machen. Auch Banken und andere Finanzintermediäre sollten mit einer dezentralen Blockchain nicht mehr gebraucht werden. Der heutige Chart zeigt, wie weit entfernt die Kryptowährung mittlerweile von diesem Versprechen ist. Spot-Bitcoin-ETF haben den Zugang für institutionelle Investoren laut Jonathan Osswald, Crypto-Analyst der DZ Bank, deutlich vereinfacht. Fonds, Vermögensverwalter und professionelle Anleger könnten Bitcoin inzwischen über etablierte Kapitalmarktstrukturen erwerben. Die Treiber der Preisbildung hätten sich damit spürbar verändert. Der enge Gleichlauf von Zu- und Abflüssen aus diesen ETF und dem Bitcoin-Kurs zeige, wie stark die Kursentwicklung von der institutionellen Nachfrage geprägt sei. Da treten selbst die steigenden Anleiherenditen und das Ringen um die Regulierung der Kryptowährungen in den Hintergrund. (jzow.)
 
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Artikel der Woche
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So finden Profis Aktien zum Schnäppchenpreis
Kauflaune? Value-Investoren wollen auf keinen Fall zu viel für ihre Aktien zahlen. iStock
So finden Profis Aktien zum Schnäppchenpreis
Von Sarah Speicher-Utsch
Wer billige Aktien sucht, schaut oft aufs KGV. Doch die Kennzahl hat Tücken. Vier Fondsmanager erklären, wie sie wirklich unterbewertete Titel mit Potential finden – von Mexiko bis China.
Mit Schnäppchen ist es so eine Sache. Kauft man billig, riskiert man eine schlechte Qualität. Kauft man teuer, bleibt oft der Gedanke, zu viel bezahlt zu haben. Aber wie bekommt man ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis? Oder gar Gutes zu attraktiven Konditionen?
Bei Aktien ist die Herausforderung noch größer als bei Alltagsgegenständen. Viele Analysten und Anleger ziehen das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis heran, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen im Vergleich zu anderen seiner Branche eher günstig oder eher teuer ist. Die kurz KGV genannte Kennzahl zeigt, wie viel Anleger für einen Euro Jahresgewinn je Aktie zahlen. Liegt ein KGV zum Beispiel bei sechs, zahlen Anleger das Dreißigfache des prognostizierten Jahresgewinns je Aktie.
Aber ist das billig? „Das KGV hat so viele Tücken“, sagt Andreas Wosol von der französischen Fondsgesellschaft Amundi. Als Head of Value ist er dort für die Strategien zuständig, die auf Aktien mit einem hohen inneren Wert setzen – im Gegensatz zu Wachstumsstrategien (Growth). „Es gibt keine verbindliche Definition, welche Gewinnkennziffern für das KGV benutzt werden“, kritisiert der Fachmann im F.A.Z.-Gespräch. Daher seien diese Kennzahlen sehr manipulativ. Oft wird der prognostizierte Jahresgewinn für das laufende oder das nächste Jahr herangezogen. „Aber die Zukunft kennen wir nicht“, so Wosol. Das könnte zu Fehlentscheidungen führen. Er versucht daher, solide Unternehmen zu finden, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Börse unter ihrem Wert notieren.
Worauf Value-Investoren achten
Es gibt verschiedene Ansätze, wie Value-Investoren agieren. Wosol schaut auf eine stabile Ertragskraft der Unternehmen und analysiert, ob diese auch in der Zukunft noch vorhanden sein kann. Anlegern rät er, sich folgende Fragen zu stellen: Hat das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil – und kann es ihn behalten? Kann das Unternehmen freie Cashflows produzieren, also bleibt nach den laufenden Kosten und nötigen Investitionen tatsächlich noch Geld übrig? Und am allerwichtigsten ist ihm diese: „Verstehe ich das Unternehmen?“
In den vergangenen Jahren waren vor allem Wachstumstitel aus der Technologiebranche die Gewinner am internationalen Aktienmarkt. „Auch wir hatten Halbleiterunternehmen im Portfolio, aber wir haben sie kürzlich verkauft“, erklärt der Fachmann über den europäischen Value-Fonds von Amundi. „Wir als Value-Investoren wollen auf Wachstumstitel nicht verzichten – aber ich will nicht zu viel dafür bezahlen.“
Einen ähnlichen Ansatz, wenngleich in unterschiedlichen Regionen, verfolgen Vera German und Juan Torres, die den neuen Value-Schwellenländerfonds des US-Vermögensverwalters Neuberger verwalten. Auch sie kaufen aus ihrer Sicht fehlbewertete Aktien. Das Portfolio setze sich größtenteils aus den 20 Prozent der Schwellenländeraktien zusammen, die das Team gemessen am zyklusbereinigten KGV für am günstigsten hält, erklären sie im F.A.Z.-Gespräch. Dieses KGV soll unter 15 liegen. „Wir kaufen fehlbewertete Wertpapiere – je stärker die Fehlbewertung, desto besser.“ KI-Aktien halten sie derzeit keine. Nicht, weil sie diese generell ablehnten. Aber deren Bewertungen seien derzeit viel zu hoch.
Mexiko lockt mit Bewertungsabschlägen
Eine beliebte Anlagedestination sei Mexiko, vor allem weil viele mexikanische Unternehmen mit ihrer Lage nah am Hauptabsatzmarkt Amerika produzieren. Die Kurse am mexikanischen Aktienmarkt seien zurückgegangen. Daher setzen sie zum Beispiel auf Unternehmen wie Becle. Das mexikanische Spirituosenunternehmen gilt als einer der größten Tequila-Produzenten der Welt, der Aktienkurs ist im Keller. Aber in den USA sei der Tequila von Becle sehr beliebt – und das Land ein großer Abnehmer. Auch El Puerto de Liverpool aus Mexiko halten sie für werthaltig. Das Unternehmen betreibt Kaufhäuser und Einkaufszentren. Zusammen mit Megacable, einem großen mexikanischen Telekommunikationsanbieter, diversifizierten sich die drei zudem gegenseitig.
Zoe Kan, die bei der Bank of New York Mellon den Asian Income Fund verwaltet, verbindet bei ihrer Titelauswahl in Asien Dividendenrendite mit Qualitäts- und Wachstumskriterien. „Der Markt ist derzeit nach Sektoren und Ländern stark konzentriert“, sagt sie der F.A.Z. Technologieunternehmen werden im Portfolio ihres Fonds daher untergewichtet. Sie sucht indes Aktien mit einer attraktiven Dividendenrendite und prüft anschließend, ob die Dividende tragfähig ist – und wächst. Und das sei erfolgreich: „Wir haben den Index geschlagen“, so Kan. Asien hält sie für eine sehr gute Anlagedestination, wenngleich sich die Länder unterschiedlich entwickelten. Sich vorschnell von dem KGV blenden zu lassen – in beide Richtungen –, davor warnt sie Investoren ebenso wie Wosol: „Ein hohes KGV könnte auch ein Zeichen für nachhaltige Gewinne sein“, so die Fachfrau.
Für aussichtsreich gemäß ihrer Qualitätsanforderungen hält sie zum Beispiel den Klimaanlagenhersteller Midea aus China. „Midea hat eine dominante Position im Markt.“ Wichtig ist Kan dabei, dass die Entwicklung der Branche eine solche Position auch künftig stützt. Kühle Luft ist gefragt und wird es wohl auch bleiben – nach diesem Jahrhundertsommer auch in Deutschland. Ein Schnäppchen waren die Geräte aber nicht. Dafür vielleicht die Aktie?
 
 
Märkte inside
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Schlaglicht / Neu
 
Wenn die Story stärker ist als die Zahlen
Gestern die Energiewende, heute KI und Verteidigung: Megatrends werden immer wieder herangezogen, um jede Kursphantasie zu rechtfertigen. Anleger sollten davor auf der Hut sein.
Von Kai Jordan
Wir wissen alle, ein Kapitalmarkt ohne Investorenphantasie kann nicht funktionieren. Aber ein Kapitalmarkt, der nur aus Phantasie oder Trends besteht, der funktioniert eben auch nicht. Kapitalmaßnahmen, egal ob Eigen- oder Fremdkapital, sollten sich fundamental am Umsatz, Gewinn oder schlichtweg der Bilanz orientieren.
Heute sind das die Zauberwörter, die jede Kursphantasie rechtfertigen: KI, Robotik, Defense, Drohnen, Rechenzentren und kritische Infrastruktur. Selbst wenn der Umsatz aus heutiger Sicht fast schon vergessen werden kann, werden Wachstumserwartungen geschürt. So manches Mal stellt sich der intensive Kapitalmarktbeobachter die Frage, ob hier nicht nur die Zukunft für potentielle Investoren konstruiert wird. Verkaufen Unternehmen Anlegern derzeit mehr Zukunft, als ihre Zahlen hergeben?
Aus einem normalen Geschäft wird ein Megatrend. Maschinenbauer entdecken Robotik oder Defense für sich, der Zulieferer ebenfalls, und ein Stromtechniker ist auf einmal unverzichtbar für den Aufbau von KI-Rechenzentren. Der sachliche Zusammenhang ist zumeist nicht an den Haaren herbeigezogen, nur die wirtschaftliche Bedeutung muss nicht unbedingt wirklich evident sein.
Ein Zahlenwerk lässt sich nicht beliebig verändern
Kapitalmarktkommunikation kann aus einem kleinen Geschäftsbereich den dominierenden Teil der Equity- oder Bonds-Story machen. Also aufgepasst: Was wird im Prospekt realistisch abgebildet, und was steht vielleicht demgegenüber in der Unternehmenspräsentation?
Wenn Trends im Vordergrund stehen, ist die Story häufig stärker als die Zahlen. Ein schwaches und unspektakuläres Zahlenwerk lässt sich nicht beliebig verändern. Aber mit Wachstumspotential und Skalierbarkeit wird manchmal ein Markt versprochen, der gerade erst entsteht. Solange Risiken und Annahmen klar benannt werden, lässt sich dagegen schwer was sagen, denn Klappern gehört überall zum Handwerk. Problematisch wird es da, wo ein Randgeschäft kommunikativ zum Kern der Investmentstory aufsteigt.
Von 2010 an gab es eine andere Zukunftsphantasie. Als Beispiele seien BondM und Green Energy genannt. Unter den frühen KMU-Anleihen häuften sich Unternehmen, die genau diese Themen sich auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Die Kapitalmarktstory wurde von gesellschaftlichen und politischen Themen getragen. Es stand nicht mehr die unternehmerische Substanz im Mittelpunkt der Emission.
Gerade hier haben spätere Ausfälle brutal gezeigt, wie weit Zukunftsversprechen und Unternehmensqualität auseinanderliegen können. Windreich und German Pallets, zwei Emittenten der frühen Mittelstandsanleihenwelle, warben mit Energiewende und Nachhaltigkeit und rutschten 2013 in die Insolvenz. Die Themen allein waren nicht die Ursache, aber die Story hatte die Schwächen in Bonität und Struktur lange überdeckt.
Das heißt für Anleger: genauer hinschauen. Was ist Story – was ist wahr? Wie hoch ist der Umsatz des angepriesenen Trends am Gesamtgeschäft? Wächst die Marge mit den Ankündigungen mit? Oder bleibt sie trotz vollmundiger Präsentationen unverändert? Wird im Prospekt derselbe Optimismus formuliert wie auf der Investorenkonferenz, oder klaffen Rhetorik und rechtliche Risikohinweise auseinander? Wer sich diese Fragen stellt, erkennt schneller, ob ein Unternehmen einen echten Wachstumstreiber besitzt oder ob es lediglich einen Trend für die eigene Refinanzierung instrumentalisiert.
Gestern Green Energy, heute KI und Defense in all ihren Facetten, morgen ist es etwas anderes. Die Begriffe wechseln, die Mechanik bleibt. Das soll nicht heißen, dass jedes Narrativ mit Etikettenschwindel gleichzusetzen ist. Investoren suchen den Kapitalmarkt nach der Zukunftsbranche, nach dem „Kapitalvermehrer“, ab. Das ist ihre Aufgabe. Aber Bilanzen sind nicht mit Marketingsprech zu verwechseln.
 
 
Vermögen & Vorsorge
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Steuern sparen im Studium
Von Christiane von Hardenberg
Steuerlich lohnt sich die Förderung von Studium und Ausbildung der Kinder erst bei der zweiten Ausbildung, schreibt Christiane von Hardenberg. Bei der ersten Ausbildung bringen Freibeträge und Sonderausgaben wenig, weil Kinder meist zu geringe eigene Einkünfte haben. Beim Master oder Zweitstudium können Kinder dagegen Werbungskosten wie Miete am Zweitwohnsitz, Umzug und Studiengebühren in tatsächlicher Höhe absetzen. Diese lassen sich als Verlust vortragen und mit dem ersten Gehalt verrechnen. Eltern sollten Verträge auf den Namen des Kindes abschließen lassen und Kosten nachweisbar dokumentieren.
Steuern sparen im Studium
Erste Wohnung, erste Steuererklärung? Steuerlich interessant wird es erst von der zweiten Ausbildung an. dpa
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Renovierungsbedarf verlängert die Steuerfreiheit im Erbfall
Von Jürgen Lindauer
Der Bundesfinanzhof stärkt Erben, die ein geerbtes Elternhaus vor dem Einzug renovieren. Die Erbschaftsteuerbefreiung fürs Familienheim setzt grundsätzlich einen unverzüglichen Einzug voraus, in der Regel innerhalb von sechs Monaten. Im Streitfall zog der Sohn wegen umfangreicher Modernisierung, Lieferengpässen und des Wohnrechts der Mutter erst fast zwei Jahre nach dem Tod des Vaters ein. Das Gericht gab ihm recht, weil entscheidend sei, ob der Erbe alles Zumutbare für eine rasche Selbstnutzung unternehme. Wer die Frist nicht schafft, sollte das Finanzamt schriftlich informieren und Verzögerungsgründe dokumentieren.
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Was die geplante Reform der Selbstanzeige für Vermögende bedeutet
Gastbeitrag von Christoph Juhn
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig haben einen 26-Punkte-Aktionsplan gegen Steuer- und Finanzkriminalität vorgelegt, der die strafbefreiende Selbstanzeige „in ihrer heutigen Form“ abschaffen soll. Zudem sollen Behörden Daten zentral zusammenführen und KI-gestützt auswerten, wodurch das Entdeckungsrisiko steigen könnte. Für besonders schwere Steuerhinterziehung ist laut Aktionsplan ein Verbrechenstatbestand vorgesehen. Konkrete Details sind noch offen. Vermögende mit Altlasten in Auslandsdepots oder Stiftungen sollten laut Steuerrechtsprofessor Christoph Juhn nicht abwarten, solange die Selbstanzeige nach geltendem Recht noch gilt.
Was die geplante Reform der Selbstanzeige für Vermögende bedeutet
Ein Ferienhaus auf Sardinien kann bei komplexen Privatvermögen steuerliche Fragen aufwerfen, die künftig schneller ins Visier der Finanzbehörden geraten könnten. Picture Alliance
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Investieren
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Immobilienaktienkurse fallen weiter
Von Wieland Staud
Der deutsche Immobilienaktienindex Dimax hat laut Wieland Staud, Leiter der Staud Research GmbH, sein Tief noch nicht erreicht. Er unterbot vor wenigen Tagen die Tiefs von 62 Punkten aus dem Jahr 2023, was aus technischer Sicht den Abwärtstrend bestätigt. Staud hält weitere Abschläge von bis zu 30 Prozent für möglich. Er verweist auf wieder deutlich gestiegene Zinsen. Berliner Vergesellschaftungspläne hält er für ein schlechtes Zeichen, da dadurch keine Wohnungen entstünden und Investitionen ausblieben.
 
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Mehr als ein Unilever-Restposten
Von Christoph Scherbaum
Die Magnum Ice Cream Company, seit Dezember 2025 von Unilever abgespalten und börsennotiert, ist keine Wachstumsstory, sondern eine Margenstory. Der Eismarkt wächst laut Unternehmensangaben nur um drei bis vier Prozent jährlich, der Hebel liegt in der Effizienz. Ein Produktivitätsprogramm soll mittelfristig 500 Millionen Euro jährlich einsparen. Der Aktienkurs geriet dennoch unter Druck, weil das organische Wachstum zurückfiel und die Jahresprognose nicht angehoben wurde. Analysten urteilen geteilt: UBS empfiehlt den Kauf, Jefferies und Deutsche Bank raten zum Halten. Ob Magnum liefert, entscheidet, ob es mehr als ein Unilever-Restposten ist.
 
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„Die US-Regierung hat die Kontrolle über den eigenen Staatsanleihemarkt verloren“
Von Hanno Mußler
Die Renditen am Anleihemarkt steigen deutlich, am stärksten bei US-Staatsanleihen: Zehnjährige Treasuries rentieren erstmals seit 2007 mit mehr als 5 Prozent, zuletzt mit 5,3 Prozent. Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management, sagt, die US-Regierung habe die Kontrolle über den eigenen Staatsanleihemarkt verloren. Anders als zum „Liberation Day“ gelinge es Präsident Trump nicht mehr, die Märkte zu beruhigen. Christian Hille, Gründer der Vermögensverwaltung Caplign, sieht die Notenbanken derzeit nicht als Rettung. Er setzt deshalb auf kurze Duration und Qualität.
„Die US-Regierung hat die Kontrolle über den eigenen Staatsanleihemarkt verloren“
US-Finanzminister Scott Bessent Reuters
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Das Wunderportfolio im Profi-Check
Von Dennis Kremer
Das Analysehaus Absolut Research hat das von der F.A.S. empfohlene „Wunderportfolio“ aus zwei ETF mit international anlegenden Fonds verglichen. Laut Geschäftsführer Michael Busack liegt es auf Sicht von zehn Jahren vor 52 Prozent der Konkurrenten, und zwar ohne Berücksichtigung der deutlich niedrigeren Gebühren. Bei den zusammengefassten Risikomaßen schneidet es besser ab als rund 60 Prozent der Vergleichsgruppe. Auch das erweiterte Portfolio aus sechs ETF überzeugt. Beide haben jedoch einzelne schlechte Jahre. Busack zufolge bleiben sie mit niedrigen Gebühren ernst zu nehmende Konkurrenten für Fondsmanager.
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Die fünf meistgelesenen Artikel
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Top 5 / Neu
 Illustration: Katharina Hofbauer
Statt Tagesgeld: Auf diese unscheinbaren ETF setzen die Profis
Anleihen und ETF: Wie Anleger jetzt von Renditen profitieren
Haus verschenken: Das Erbe gerecht auf Kinder verteilen
Günstigerprüfung:  Wie Sie Steuern auf Kapitalerträge sparen können
Abfindung:  Welche Fehler Sie vermeiden sollten
 
 
Service
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5 Termine für 7 Tage
Dienstag, 6. Oktober
• Das Statistische Bundesamt gibt Auftragseingang und Umsatz des verarbeitenden Gewerbes im August bekannt.
Mittwoch, 7. Oktober
• Die Federal Reserve veröffentlicht das Protokoll ihrer geldpolitischen Ausschusssitzung im September.
Donnerstag, 8. Oktober
• Die Bundesregierung legt ihre Herbstprojektion zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor.
• Die EZB veröffentlicht die Zusammenfassung ihrer geldpolitischen Sitzung im September.
Montag, 12. Oktober
• Der diesjährige Träger des Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften wird bekannt gegeben.
 
 
 
 
 
Wort der Woche / Neu
Wort der Woche: Umbrella-Fonds
Fondskonstruktion, in der unter einem gemeinsamen Schirm Anlagemöglichkeiten in verschiedenen Einzelfonds der gleichen Investmentgruppe möglich sind. Jeder Unterfonds hat spezielle Anlageschwerpunkte. Je nach Markteinschätzung und Risikoneigung können Anleger ohne oder zu geringen Gebühren zwischen Unterfonds wechseln. Nur beim Einstieg in den Umbrella-Fonds fällt ein Ausgabeaufschlag an.
Zum F.A.Z.-Börsenlexikon
 
 
 
 
Finanzservices / Neu
Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.
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Dr. Martin Hock
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