Alles Wichtige zu Geldanlage, Vermögen und Vorsorge.
Rüstungsaktien sind kein Spontankauf
Es ist verlockend, auf die Rüstungsgewinner zu setzen. Wer sein Depot ausmistet, sollte aber wie beim Kleiderschrank überlegen, was man langfristig braucht – und teure Spontankäufe vermeiden.
„Es ist eine Art von traditionellem Ritual, das auch ein Gefühl von Neuanfang und Erneuerung mit sich bringt“, schreibt ChatGPT über den Frühjahrsputz. Aufräumen, alte Kleider ausmisten, von denen man gar nicht mehr wusste, dass man sie besitzt, gibt vielen Menschen ein gutes Gefühl. Und einen Grund, sich etwas Neues zu gönnen. Auch mal etwas Teureres.
Wie wäre es also damit, das Portfolio etwas aufzurüsten? Vom erwarteten Boom der Rüstungsindustrie zu profitieren, ist verlockend. Raus mit verstaubten Titeln, die ihre beste Zeit hinter sich haben. Und hinein mit Rheinmetall, Hensoldt, Renk & Co. Deren Wertentwicklung in den vergangenen Wochen ist gigantisch. Die Pläne von Union und SPD, Schulden in Höhe von 500 Milliarden Euro zu machen, um die Verteidigung und Infrastruktur Deutschlands zu stärken, haben in der Vorwoche ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Auch die Kurse von Bauriesen wie Heidelberg Materials zogen kräftig an. Anleger hoffen auf mehr Aufträge aus den Milliarden des Bundes für die Infrastruktur.
Konjunkturpakete sind keine Hausse-Garanten
Aber erstens: Es sind nur Pläne, die am Montag schon wieder einen gewaltigen Dämpfer erfuhren, als die Grünen ankündigten, die geplanten Grundgesetzänderungen nicht mittragen zu wollen. Und zweitens: Selbst wenn das Finanzpaket durch Bundestag und Bundesrat gebracht wird, sind mögliche Impulse an der Börse vermutlich schon eingepreist. Die Aussicht auf Konjunkturpakete hat schon oft Kurse beflügelt. Das ist kein Garant für eine dauerhafte Hausse.
Die Frage, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie ihr Aktienportfolio aufräumen wollen, ist die nach Ihrer Gesamtstrategie. Sind Sie ein Zocker oder eine Zockerin und auf die schnellen Euros aus? Falls ja, gibt es derzeit in dem volatilen Marktumfeld viel Gelegenheit zum Pokern.
Wenn Sie aber eher der risikoaversere Typ sind und eine längerfristige Strategie verfolgen, sollten sie darauf achten, breit diversifiziert zu sein. Rüstungsaktien können in einem angemessenen Verhältnis ins Depot passen. Aber denken Sie an die Streuung und die Gefahr von Klumpenrisiken, wenn sie allzu viel auf ähnliche Karten setzen.
Zurück zum Kleiderschrank: Was will man mit fünf blauen Jeans, die alle gleich aussehen? Hingegen kann das kleine Schwarze, das schon ein paar Jahre ungetragen im Schrank hängt, bei passendem Anlass gute Dienste erweisen. Und nicht jedes neue Kleidungsstück, das man nach der Ausmistaktion inmitten von Frühlingsgefühlen vielleicht sogar viel zu teuer ersteht, erweist sich als neues Lieblingsteil. Zweimal zu überlegen, was man wirklich zu welchem Preis will und langfristig braucht, ist ratsam – während der Ausmistaktion im Kleiderschrank wie im Depot.
Es waren turbulente Tage. Am vergangenen Mittwoch ging es heftig abwärts und am Donnerstag - Zack! - wieder nach oben. Rüstung und Staatsausgaben hieß das Thema, bevor klar wurde: So einfach ist es nicht. Derweil sorgt die Trump-Politik in den USA für Unsicherheit, was die Aktienmärkte weiter nicht mögen und sich dann sowohl in einer Aufwertung des Euro als auch im Goldpreis zeigt. (mho.)
Es ist in Italien wie anderenorts: Die Aussicht auf Verteidigungsausgaben in Milliardenhöhe treibt die Kurse der Rüstungsaktien. Aber auch Bankaktien sind in Mailand gefragt
Von Christian Schubert
Wenn fast überall in Europa die Werte der Rüstungsaktien steigen, bleibt der führende Anbieter Italiens nicht außen vor: Der Aktienkurs des Leonardo-Konzerns, der früher Finmeccanica hieß, legte in der Vorwoche an der Mailänder Börse um 22 Prozent bis auf knapp 47 Euro zu, bevor es seitdem auf rund 43,30 Euro wieder nach unten ging.
Die Aermacchi M-346 gehört zu den Aushängeschildern des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo. Bloomberg
Der Februar war kein guter Monat für die Digitalaktien. Während Tesla sowie Krypto- und Quantencomputer-Titel nachgaben, erlebten aber viele China-Aktien ein fulminantes Comeback – darunter auch zwei alte Bekannte.
Holger Schmidt zieht in PRO Digitalwirtschaft Bilanz.
Die als Technologiebörse bekannte Nasdaq plant, schon im kommenden Jahr die Handelszeiten an fünf Tagen in der Woche auf 24 Stunden auszuweiten. Auch der Broker Charles Schwab hatte schon angekündigt, den Handel großer US-Aktien rund um die Uhr ermöglichen zu wollen.
Versteckte Gebühren machen viele Gratis-Kreditkarten teuer. Barclays und Hanseatic Bank nutzen automatische Rückzahlungsoptionen geschickt aus.
Von Archibald Preuschat
Der Trend zum bargeldlosen Zahlen ist ungebrochen – ob mit Karte, Smartphone oder Bezahlring. Wer eine echte Kreditkarte will, muss bei seiner Bank oder Sparkasse meist zahlen – und oft nicht zu wenig. Wirklich benötigt wird eine Kreditkarte mitunter nur im Urlaub.
Bei den meisten Gratiskreditkarten werden im Unterschied zu Karten klassischer Banken und Sparkassen bei Bezahlung im Ausland keine Gebühren berechnet. Picture Alliance
Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). dpa
Trumps Zölle, höhere Rüstungsausgaben, Dax-Rekord: In dieser Gemengelage steht die EZB vor dem nächsten Zinsentscheid. Welche Folgen hat das für Geld und Immobilien?
Den stärksten Einbruch der Tagesgeldzinsen seit mehr als zwölf Jahren verzeichnet der Online-Makler Verivox im Februar. Die Durchschnittszinsen seien von 1,56 auf 1,48 Prozent gefallen. Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres sind die Tagesgeldzinsen kontinuierlich gesunken.
Die Zinssätze für Baufinanzierungen mit zehnjähriger Laufzeit sind in der vergangenen Kalenderwoche um 33 Basispunkte auf 3,69 Prozent gestiegen. Dies sei nicht nur der höchste Stand seit sieben Monaten, sondern zugleich der stärksten Wochenanstieg seit 18 Jahren, schreibt Barkow Consulting, die dies auf das Investitionsprogramm der künftigen Bundesregierung zurückführen.
Selbst außergewöhnliche Objekte können ohne die richtige Strategie viele Jahre leer stehen. Denkmalschutz und Erbengemeinschaften sind oft die Gründe. Doch es gibt Lösungsansätze.
Von Inken Schönauer
Dieses Haus dürfte in einer der besten Wohnlagen Deutschlands stehen. Im Frankfurter Nordend, liebevoll Holzhausenviertel genannt. Mehrstöckig, großzügig, fußläufig zum Park, in dem ein barockes Wasserschloss zu finden ist. Die Villa dürfte eine Perle sein, mutmaßlich mehrere Millionen wert.
Die Botschaftsvilla von Sambia in Berlin steht seit 2002 leer - so geht es vielen einstigen Luxusimmobilien in Deutschland. Imago
Bei einer Eigenbedarfskündigung ist nicht allein entscheidend, ob jemand in die Wohnung einziehen will, sondern auch ob sie sich zuvor mit der Wohnung und deren Zustand auseinandergesetzt hat, befand das AG Hamburg (Az 49 C 86/24). Es reiche nicht aus, dass jemand theoretisch an der Wohnung interessiert sei. Vermieter müssen nachweisen können, dass der Bedarfsträger eine bewusste Entscheidung getroffen hat und die zukünftige Nutzung konkret durchdacht ist.
Ein gemeinsames Mietverhältnis kann grundsätzlich nur von allen Mietparteien gemeinsam gekündigt werden. Entscheidend war im vorliegenden Fall, dass der in der Wohnung verbliebene Mieter sich treuwidrig verhalten und durch Auswechseln der Türschlösser der ehemaligen Mitmieterin den Zugan verwehrte. Daher müsse er sich so behandeln lassen, als habe er der Kündigung zugestimmt. (AG Bad Segeberg, Az 17b C 66/23).
Nach der Scheidung wird nicht nur das Vermögen aufgeteilt. Auch die Rentenansprüche werden verglichen und neu aufgeteilt. Dank frühzeitiger Vorsorge haben beide im Alter mehr.
Von Madeleine Brühl
„Ich möchte mit dir zusammen alt werden“, ist ein beliebter Satz in Heiratsanträgen. Es ist eine verlockende Vorstellung, einträchtig auf einer Bank im Garten zu sitzen und den Enkelkindern beim Spielen zuzusehen. Doch oft genug kommt es anders.
Neben dem Vermögen werden auch Rentenansprüche nach einer Scheidung neu aufgeteilt. Picture Alliance
Gut die Hälfte der Deutschen fürchtet, dass sie im Alter zu wenig Geld haben werden. Sogar reiche Leute haben Sorge. Doch dagegen lässt sich etwas tun.
Von Sarah Huemer
Den folgenden Satz zu vervollständigen, dürfte kaum jemandem schwerfallen. „Später, wenn ich irgendwann mal etwas mehr Zeit habe, würde ich gerne . . .“ Die einen träumen davon, im Alter einfach mit dem Campingbus loszufahren, die anderen wünschen sich mehr Zeit mit der Familie oder den Ruhestand im Gartenstuhl. Ganz so unbeschwert schauen viele jedoch nicht auf ihren Lebensabend, genauer gesagt auf ihre Rente.
Die Vorsorgemöglichkeiten sind oft begrenzt. Picture Alliance
Anleger sollten Risiken im Depot bewusst steuern. Spannend bleibt, wie eine kluge Mischung das Gesamtrisiko reduziert.
Von Daniel Walther
Jeder von uns geht täglich Risiken ein, sei es im Alltag, bei kurzfristigen finanziellen Entscheidungen oder langfristigen Investitionen. Doch ab wann ist ein Risiko so groß, dass es den erholsamen Schlaf gefährdet? Und wie lässt sich die individuelle Risikosituation sinnvoll bewerten?
Riskante Spiele führen oft zur Bruchlandung. Getty
Steuertipp: Pech beim Vermieten – Glück bei der Grundsteuer
Noch bis zum 31. März haben Vermieter die Möglichkeit, einen Antrag auf Teilerlass der Grundsteuer des Vorjahres zu stellen. Dies ist möglich, wenn es zu einer Ertragsminderung kommt, etwa weil die Miete nicht oder nicht vollständig gezahlt wurde oder die Wohnung leer stand. Die Frist kann nur in absoluten Ausnahmefällen, wie bei Krankheit oder Unfall, verlängert werden. Der Antrag ist formlos bei der jeweiligen Gemeinde einzureichen, mit Ausnahme der Stadtstaaten, wo der Antrag an das Finanzamt geht.
Wenn schon keiner dort wohnt, dann wenigstens einen Rabatt auf die Grundsteuer. Picture Alliance
Der Grundsteuerteilerlass wird in Abhängigkeit von der Höhe des Mietausfalls gewährt. Sind die Mieteinnahmen des Kalenderjahres um mehr als 50 Prozent niedriger als die übliche Jahreskaltmiete, kann ein Erlass in Höhe von 25 Prozent beantragt werden. Wurde das ganze Jahr keine Miete gezahlt, ist sogar ein Erlass von 50 Prozent möglich. Maßgeblich ist immer die sogenannte wirtschaftliche Einheit, wie sie bei der Grundsteuer angesetzt ist. Vermieter eines Mehrfamilienhauses müssen also die Mieteinnahmen des gesamten Hauses heranziehen. Bei einer eigengenutzten Wohnung ohne Mieteinnahmen ist ein Grundsteuererlass möglich, wenn die Wohnung nicht genutzt werden konnte.
Voraussetzung ist stets, dass der Eigentümer den Leerstand oder Mietausfall nicht selbst verschuldet hat, etwa weil sich nicht um einen Nachmieter bemüht oder eine überhöhte Miete verlangt wurde. Ausreichende Vermietungsbemühungen können darin bestehen, die gängigen Immobilienportale im Internet zu nutzen. Sind Inserate erfolglos geblieben, kann es auch geboten sein, einen Makler einzuschalten. Die Angemessenheit der Miethöhe kann durch den Mietspiegel nachgewiesen werden.
Eine umfassende und gut dokumentierte Nachweislage kann die Chancen auf einen Teilerlass erhöhen. Dies umfasst unter anderem die Aufbewahrung von Korrespondenzen mit potentiellen Mietern, Anzeigen und Inseraten sowie jegliche Kommunikation mit dem bisherigen Mieter bezüglich Mietrückständen.
(Quelle: Jürgen Lindauer, Steuerberater bei KMPG)
Selbst schlaumachen: Fonds-Rendite
Illustration: Katharina Hofbauer
Von Fonds veröffentlichte Renditezahlen gelten nur für die Beträge, die im Fonds investiert werden. Dieser Renditerechner berücksichtigt die Ausgabeaufschläge und Depotkosten, die die meisten Anleger bezahlen müssen.
Mittwoch, 12. März: Die flächendeckenden Importzölle der USA von 25 Prozent auf Aluminium und Stahl treten in Kraft.
Donnerstag, 13. März: Der Bundestag soll in erster Lesung über die angekündigten Grundgesetzänderungen beraten.
Donnerstag, 13. März: Die Deutsche Bank veröffentlicht den Geschäftsbericht für das Jahr 2024.
Freitag, 14. März: Die Frist für eine Haushaltseinigung im US-Kongress läuft ab.
Sonntag, 16. März: 9. Tag der Aktie
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: odd lot
Als „odd lot“ werden Handelsaufträge bezeichnet, die geringer sind als die den Gepflogenheiten entsprechende Stückzahl, in den USA für Aktien weniger als 100 Stück. Diese Aufträge werden dort bisweilen nachrangig bearbeitet, und es werden darauf höhere Gebühren erhoben.
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„Das F.A.Z. Börsenlexikon kann ... eine nützliche Hilfestellung bieten und im weiteren Verlauf der eigenen Anlagehistorie sogar als Nachschlagewerk genutzt werden. Die leicht verständlichen Erläuterungen können dabei ebenso überzeugen wie die Auswahl der Fachbegriffe, die in ihrer Gesamtheit einen breiten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten eröffnen, die die Kapitalanlage an der Börse bietet.“ (Adrian Witt, webcritics.de)
Last – not least: Asien in der Liquiditätskrise
Der Versuch von China und anderen asiatischen Ländern, den Dollar zu schwächen, hat zu steigenden Kreditkosten geführt, obgleich die schwächelnden Volkswirtschaften aktuell mehr Liquidität benötigen. In China stiegen die kurzfristigen Zinsen im Februar stark, ebenso wie die Anleiherenditen. Die Bankenliquidität in Indien verzeichnete Anfang des Jahres ihr größtes Defizit seit mindestens 14 Jahren, und auch in Indonesien und Malaysia zeigt sich ein Mangel an Liquidität.
Die indische Zentralbank will ihre Wechselkurspolitik jetzt ändern. Bloomberg
Laut ökonomischer Theorie können in der Geldpolitik stets nur zwei der drei folgenden Ziele gleichzeitig erreicht werden: offene Kapitalmärkte, stabile Wechselkurse und unabhängige Geldpolitik. Eine Wechselkursstabilisierung bei offenen Kapitalmärkten führt zu steigenden Zinsen, was dann das Wirtschaftswachstum untergräbt. Die Reserve Bank of India will nun über Anleihekäufe und Swap-Auktionen 21,5 Milliarden Dollar in das Finanzsystem einspeisen. Die People’s Bank of China konzentriert sich trotz deflationärer Entwicklungen dagegen weiter auf den Wechselkurs.
Angesichts der großen Unsicherheiten könnten die Zentralbanken gezwungen sein, künftig ihre Politik täglich zu ändern, meinen Händler: an einem Tag ihre Währungen zu verteidigen und am nächsten die Liquiditätsengpässe zu lindern. (Bloomberg)