Diversifizieren ist wichtig. Besonders bei der Aktienanlage. Man kennt das ja: Wer alle Eier in einen Korb legt und so weiter.
Die Frage, die sich aber stellt, ist diese: Wie viele Körbe sollen es denn sein? Oder, um den Vergleich nicht zu sehr zu strapazieren – wie viel Diversifikation ist genug? Man könnte nun sagen: Bei 20 Aktien entfällt auf jede davon nur ein Risiko von fünf Prozent. Der Denkfehler liegt auf der Hand: 20 Aktien sind immer noch ein Korb voll Aktien, und sie tragen so zumindest das allgemeine Marktrisiko.
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
Nimmt man das in Kauf und diversifiziert nicht über Anlageklassen, kommt es am Ende auf das sogenannte unsystematische Risiko an, meint Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege des Family Office HQ Trust. Also das Risiko, das eben nicht vom Markt stammt, sondern von einzelnen Unternehmen oder Branchen. Bei einer Aktie (bezogen auf die 2500 Titel des MSCI All Countries) macht dieses zwei Drittel des Risikos aus.
Wer meint, das sollte doch rasch sinken, weil mehr Titel weniger Risiko bedeuten, sieht sich getäuscht. Erst mit 90 Titeln ist man bei zehn Prozent und mit 200 bei rund fünf Prozent. 200 Titel? Selbst dem, der dafür genug Geld hat, dürfte es schwerfallen, den Überblick zu behalten.
Also alle Plackerei umsonst? Mitnichten. Je mehr man es dreht und wendet, man landet wieder wo? Beim ETF. Klingt langweilig, ist aber zwingend. Die Anlage mit Einzelaktien ist nicht zur Diversifikation geeignet, wenn man keine Investmentboutique betreibt. Sie ist aber für etwas anderes gut: Gut auf lange Sicht ausgewählt und gut durchdacht, bietet sie die Chance auf mehr Rendite. Denn wer sehr diversifiziert, hat am Ende auch nur einen ETF. Das können andere billiger.
Was meinen Sie? Versuchen Sie zu diversifizieren? Oder setzen Sie lieber alles auf eine Karte? Wie gehen Sie vor? Schreiben Sie uns gern an Premium-Finanzen@faz.de.
In der vergangenen Woche hatten wir Sie nach Ihrer Meinung zu den bevorstehenden Börsengängen von SpaceX, Open AI oder Anthropic gefragt – ein durchaus heißes Thema. Die Meinung unserer Leser ist dabei recht einhellig: KI ist gekommen, um zu bleiben, aber mit den aktuellen Börsengängen soll vor allem Kasse gemacht werden. SpaceX verkaufe Rechenzentren im Weltall und Großstädte auf dem Mars, also fliegende Hunde, meint zudem etwa Georg T. Aus welchen Gründen Elon Musk den Investoren eine Chance bieten solle, große Gewinne zu realisieren, fragt sich Heinz E. aus Köln. Zu sensationsgierig, findet Jürgen W. aus Straubenhardt. Abwarten heißt daher die Devise unserer Leser.
„Eine Woche in Rot. Und doch möchte man sagen: endlich. Auslöser waren starke Arbeitsmarktdaten, mit denen an den Märkten wieder ankam, dass KI nicht alles ist, sondern dass es auch noch Inflation und Zinsen gibt. Und die machen KI-Investitionen nicht einfacher. Aber am Montag zeigt sich: Der Lerneffekt ist kurz - FOMO regiert.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
F.A.Z.-Musterstrategien
„Diese Woche war für keine Strategie wirklich gut. Im Durchschnitt gaben die Portfolios um 2,2 Prozent nach. Am härtesten erwischte es Christoph Scherbaums Zukunfts-Depot, was die Marktbewegung treffend widerspiegelt. Dem F.A.Z.-Portfolio gereicht Krypto zum Extranachteil.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Wer sein Geld noch auf dem Sparkonto parkt, verschenkt Zinsen: Tagesgeld bringt für 10.000 Euro aktuell um die drei bis vier Prozent. Wer sich länger binden kann, wie mit Festgeld über sechs Monate oder einem Sparbrief über zwei Jahre, wird dagegen nicht automatisch besser belohnt. Flexibilität kostet derzeit kaum Rendite.“
Susanne Klöpfer, Redakteurin in der Wirtschaft und für F.A.Z. Premium Finanzen.
Wie viel Geld habe ich im Alter zur Verfügung? Viele Frauen scheuen sich vor der Frage und sorgen weniger privat für die Rente vor. Picture Alliance
„Frauen wissen nicht weniger, sondern trauen sich Investieren weniger zu“
Von Susanne Klöpfer
Frauen haben im Alter deutlich weniger Geld als Männer zur Verfügung. Obwohl sie sich dessen bewusst sind, sorgen sie seltener und zurückhaltender vor. Wie Sie das nun ändern können.
Gehen Frauen in die Rente, droht im Alter eine doppelte Vorsorgelücke: Sie erhalten nicht nur deutlich weniger gesetzliche Rente als Männer, sondern sorgen auch seltener und zurückhaltender privat vor. Das zeigt der Altersvorsorge-Report der Deutschen Bank und ihres Vermögensverwalters DWS. „Viele Frauen ignorieren das Thema Altersvorsorge, obwohl sie sich der Risiken bewusst sind“, erklärt Anna Pfau, Leiterin Datenanalyse der Deutschen Bank und Ko-Autorin des Reports.
Fast 400 Euro weniger Rente erhalten Frauen im Monat. Im Durchschnitt verdienen sie 1459 Euro brutto, Männer laut aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung hingegen 1891 Euro. Der Grund für den Unterschied liegt in gesellschaftlichen Strukturen. 49 Prozent der Frauen arbeiten zugunsten der Kindererziehung in Teilzeit und nehmen längere Elternzeiten als Männer (zwölf Prozent).
Frauen fürchten sich vor Fehlern bei der Vorsorge
Dazu kommt die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern. Frauen haben laut dem Statistischen Bundesamt 2025 im Durchschnitt 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer verdient. Das entspricht 4,24 Euro weniger pro Stunde. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit bleibt eine Lohnlücke von sechs Prozent bestehen. Beides schmälert die Rente. Diese doppelte Versorgungslücke zwingt Frauen dazu, umfassender für das Alter zu sparen. Doch nur knapp die Hälfte hat eine private Altersvorsorge.
„Frauen machen sich Sorgen, Fehler bei der Altersvorsorge zu machen“, sagt Nadin Chucher, die seit Jahren als Marktgebietsleiterin für die Deutsche Bank vermögende Kunden in Berlin zur Altersvorsorge berät. Sie seien oft weniger selbstbewusst als Männer und nähmen an, mehr wissen zu müssen, um zu handeln. Obwohl sich Frauen der Risiken bewusst seien, vermeide die Hälfte das Thema Altersvorsorge.
Zwei Drittel der Frauen fürchten, dass sie im Alter auf Sozialleistungen angewiesen sind. Sogar 68 Prozent der Frauen glauben, sich keine private Altersvorsorge leisten zu können. Über Finanzprodukte gut informiert fühlen sich nur 21 Prozent der Frauen, zeigt der Report, für den 3200 Bürger im Alter von 18 bis 65 Jahren online befragt wurden.
Über Geld sprächen Frauen seltener, beobachtet die Vermögensberaterin. Dabei könne es hilfreich sein, sich mit Freunden auch vertrauensvoll darüber auszutauschen und nachzufragen, wie andere für ein gutes Leben in der Rente sparen.
Weniger Selbstbewusstsein beim Investieren
„Frauen wissen nicht weniger über Finanzen, sondern trauen sich Investieren weniger zu“, sagt Barbara Edelmann, die Leiterin von Finanzen und Steuern und zukünftige CFO beim österreichischen Finanzdienstleister Bitpanda ist. Weibliche Investorinnen sind ihrer Erfahrung nach verantwortungsvoll, aber denken, dass sie viel Vorwissen benötigen und Expertin sein müssen, bevor sie ihr Geld anlegen. Edelmann führt aus: „Männer trauen sich beim Investieren mehr zu, obwohl sie nicht mehr Wissen besitzen.“
Als sogenannte Confidence Gap bezeichnet Edelmann das Phänomen, also die Lücke an Selbstvertrauen, bevor Frauen ihr erstes Investment tätigen. Die Gründe dafür sind fehlende Finanzbildung,nicht nur in der Schule oder im Studium. Auch Eltern reden weniger mit ihren Töchtern über Geld. Selbst später tauschen sich Frauen weniger darüber aus.
„Frauen sollten einfach mit dem Investieren anfangen“
Dabei spricht die Datenlage für Frauen. Wer an der Börse investiert, erzielt im Schnitt sogar bessere Ergebnisse als Männer: Laut einer Erhebung der ING hatten Frauen 2023 eine um 0,5 Prozentpunkte höhere Portfolio-Wertentwicklung. Der Grund: Sie handeln weniger impulsiv und schichten seltener um.
„Frauen sollten einfach mit dem Investieren anfangen“, sagt Edelmann. Denn nur 19 Prozent der Frauen nutzen einen ETF-Sparplan (versus 35 Prozent der Männer), und nur 16 Prozent investieren in Aktien oder Aktiensparpläne (versus 34 Prozent der Männer), um für das Alter privat vorzusorgen. Ein Depot könne man dabei mittlerweile schon mit geringen Beträgen online eröffnen, ermutigt Edelmann und fügt hinzu: „Ein MSCI-World-ETF ist für viele die Einstiegsdroge zum Investieren.“
Ein ETF-Sparplan kann ein guter Anfang sein: Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index wie den Dax in Deutschland oder den der ganzen Welt mit dem MSCI World nachbildet und das Geld so automatisch auf viele Aktien verteilt. Aber auch eine Aktie eines Unternehmens, zu dessen Produkten man einen Bezug hat, könne ein guter Anfang sein. Dadurch beschäftigt man sich Edelmann zufolge automatisch mehr mit dem Thema, lernt dazu und baut so mit der Zeit mehr Wissen auf. Eine Expertin muss man dafür nicht gleich sein.
Anteil an Anlegerinnen bei Jüngeren auf Augenhöhe
Zumindest bei Jüngeren scheint sich die Lücke zu schließen: 34 Prozent der Frauen zwischen 18 und 29 Jahren investieren in eine private Altersvorsorge und 37 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe. Jedoch setzen auch die jüngeren Frauen offenbar auf mehr Sicherheit als die Männer und sparen weniger in Aktien, Aktienfonds und ETF-Sparpläne.
Schon mit zehn oder 50 Euro im Monat könne man mit kleinen Beträgen starten, rät die Vermögensberaterin Chucher als Tipp. Dadurch etabliere man die Gewohnheit zu sparen und könne den Betrag mit der Zeit auf 100, 200 Euro oder mehr erhöhen. Je früher man mit dem Sparen anfängt, desto mehr profitiert man vom Zinszins. Denn Erträge verzinsen sich im Zeitverlauf selbst – das Vermögen wächst dadurch zunehmend schneller. Letztlich ist der größte Fehler, für Frauen wie auch Männer, aus Angst überhaupt nicht mit dem Investieren und damit der privaten Altersvorsorge anzufangen.
Ronald Read war Hausmeister und Tankstellenwart. Trotzdem hat er einen Wikipedia-Eintrag – weil nach seinem Tod bekannt wurde, dass er ein Vermögen von acht Millionen Dollar hinterließ. Read hatte Aktien guter Unternehmen gekauft und etwas getan, das nur wenige Anleger schaffen: Er ließ sie in Ruhe. Seine Leistung bestand darin, den Zinseszinseffekt nicht zu stören. Diese Geduld lässt sich im Rückblick leicht bewundern. Im Moment aber ist sie schwer auszuhalten.
Die moderne Finanzwelt lebt vom Gegenteil dessen, was langfristig funktioniert. Sie macht aus jeder Unsicherheit eine Handlungsaufforderung: reagieren, absichern, umschichten, aussteigen. So entsteht der Eindruck, kluge Anleger müssten ständig etwas tun. Wer viel weiß, hat zu allem eine Meinung. Und wer zu allem eine Meinung hat, greift häufiger ein.
Die Kehrseite des Informiertseins
Dabei überschätzen Anleger ihre Fähigkeit, aus aktuellen Entwicklungen verlässliche Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. In der Krise wirkt der weitere Absturz logisch. In der Euphorie erscheint selbst die höchste Bewertung gerechtfertigt. Aus Unsicherheit wird scheinbare Gewissheit. Aus Gewissheit wird Aktivität. Besonders anfällig sind ausgerechnet gut informierte Anleger. Sie haben nicht weniger Emotionen als andere. Sie haben nur bessere Begründungen dafür.
Die Finanzökonomen Brad Barber und Terrance Odean untersuchten Zehntausende Privatanlegerdepots. Das Ergebnis ist unbequem: Je mehr Anleger handeln, desto schlechter schneiden sie im Durchschnitt ab. Im jeweiligen Moment wirkt es fahrlässig, nichts zu tun. Im Rückblick war der Eingriff häufig der Fehler.
Read wurde nicht reich, weil er Prognosen traf oder die neueste Bankmeinung kannte. Er profitierte davon, dass gute Unternehmen über Jahre Gewinne erwirtschafteten, einen Teil ausschütteten, den Rest reinvestierten und dadurch ihren inneren Wert steigerten. Der Zinseszinseffekt entsteht zuerst nicht im Depot, sondern im Unternehmen.
Die Konsequenz ist nicht, Aktien zu kaufen und die Augen zu schließen. Wer investiert, sollte wissen, was er besitzt – und warum. Aber er sollte auch wissen, wann neue Informationen tatsächlich relevant sind.
Ein schwankender Kurs ist nicht automatisch Risiko
Langfristige Anleger stellen deshalb andere Fragen. Nicht: Was macht der Markt nächste Woche? Sondern: Besitze ich Unternehmen, die in fünf oder zehn Jahren mehr verdienen als heute? Sind ihre Bilanzen robust? Kann ihr Management Kapital sinnvoll einsetzen? Ist die Bewertung attraktiv genug, damit ein angemessener Teil der Wertschöpfung beim Anleger ankommt?
Wer so investiert, braucht weniger Meinung zur Weltlage, als täglich angeboten wird. Er muss nicht jedes Ereignis in eine Portfolioentscheidung übersetzen.
Ein schwankender Kurs ist nicht automatisch Risiko. Risiko ist, wenn die Ertragskraft eines Unternehmens dauerhaft beschädigt wird. Wer diesen Unterschied versteht, verwechselt Volatilität nicht länger mit echtem Risiko. Der teuerste Fehler des Anlegers ist selten die Kursbewegung selbst. Es ist das, was er daraus macht.
Anleger beginnen oft erst nachzudenken, wenn der Markt sie emotional dazu zwingt. Das ist meist der schlechteste Zeitpunkt. Gute Anleger erledigen ihre Arbeit vorher. Sie verkaufen nicht, weil Kurse fallen. Sie verkaufen, wenn die ursprüngliche Investmentthese nicht mehr trägt.
Vermögen entsteht nicht dadurch, auf jede neue Information zu reagieren. Sondern dadurch, das Entscheidende vom scheinbar Wichtigen zu trennen und diszipliniert zu bleiben. Nicht die bessere Prognose schafft Vermögen. Sondern das bessere Verhalten.
Deutliche Mittelabflüsse aus semi-liquiden Private-Equity-Fonds sorgen für Unruhe. Erhöhte Rückgabewünsche bei einem Fonds der Partners Group sorgen für fallende Aktienkurse. Tikehau-Geschäftsführer Thomas Friedberger sieht ein grundlegenderes Thema: Die Ära der Überoptimierung durch billige Schulden und Globalisierung sei vorbei. Private Equity müsse konservativer und substanzwertorientierter werden, näher an Warren Buffetts Ansatz. Für Anleger bedeute das längere Haltedauern und etwas niedrigere Renditen.
KI-Rechenzentrum: Liegt die Zukunft für Private Equity in Sachinvestitionen? Reuters
Die Rechtsprechung zur Scheinselbständigkeit wird in Deutschland zunehmend schärfer. Wer nur einen Auftraggeber hat oder die gleichen Aufgaben wie Festangestellte übernimmt, gilt schnell als abhängig beschäftigt. Rund 40 Prozent der Prüfungen führten zur Annahme einer nicht-selbständigen Tätigkeit. Wird Scheinselbständigkeit festgestellt, haftet der Auftraggeber rückwirkend für Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer, bei Vorsatz bis zu 30 Jahre. Auch für die betroffene Person kann sich das zu versteuernde Einkommen erhöhen, da bisherige Betriebsausgaben nur eingeschränkt als Werbungskosten gelten.
Der Übergang vom Berufsleben in die Rente verändert die Liquiditätssituation grundlegend. Es stellen sich grundlegende Fragen: Soll man ein Aktienvermögen aufzehren, wenn die Rente nicht reicht, um die Ausgaben zu decken? Soll man Wohnungen verkaufen oder vermieten? Und wann kann man in Rente gehen? Wer früher geht, erhält niedrigere, dafür aber länger Rentenzahlungen. Wirtschaftlich spricht vieles für den Verkauf renditeschwacher Immobilien und eine Anlage in Anleihen.
Die Ökonomen von Goldman Sachs prognostizieren, dass Spanien Fußball-Weltmeister wird – mit einer Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent. Das Modell der US-Bank basiert auf Tausenden Pflichtspielen und berücksichtigt Torjägerqualität und Turniermentalität. Deutschland soll laut der Prognose im Achtelfinale an Frankreich scheitern, da es dem Team vor allem an Torjägerqualität fehle. Allerdings erfasst das Modell weder defensive Qualität noch Zufälle. Volkswirtschaftlich bringt die WM nichts, sind sich die Analysten einig – die diesjährige noch weniger als frühere.
Die deutsche Nationalmannschaft um Kapitän Joshua Kimmich hat laut der amerikanischen Bank Goldman Sachs keine großen Chancen auf den WM-Titel. dpa
Johnson & Johnson übertrifft trotz eines Umsatzeinbruchs beim Blockbuster Stelara die Markterwartungen und hebt die Jahresziele an. Wachstumstreiber sind vor allem das Krebsmedikament Darzalex und die Schuppenflechte-Behandlung Tremfya. Die Aktie erreichte zuletzt mit 251 Dollar ein Rekordhoch und legte seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent zu. Analysten sehen den Konzern gut aufgestellt. Als defensiver Qualitätstitel mit mehr als 60 Jahren ununterbrochener Dividendensteigerung bietet Johnson & Johnson gerade in unsicheren Zeiten Stabilität.
Ein Banner von Johnson & Johnson hängt an der Wall Street in New York. Reuters
Eine technische Vergleichsanalyse der deutschen Auswahlindizes zeigt, dass S-Dax und Tec-Dax derzeit die besten Kursaussichten bieten. Als Kurstreiber wirken die schuldenfinanzierten Konjunkturprogramme der neuen Bundesregierung und der KI-Boom, die in den kleineren Indizes stärker repräsentiert sind. Seit Jahresanfang liegt der Tec-Dax mit einem Plus von knapp 16 Prozent deutlich vor dem Dax. Im Tec-Dax hat der nachhaltige Sprung über eine sechsjährige Widerstandszone ein übergeordnetes Kaufsignal ausgelöst. Die technische Hausse in beiden kleineren Indizes sollte sich fortsetzen.
Anleihen solider Staaten wie Deutschland und der USA verlieren derzeit gleichzeitig an Wert und damit ihre traditionelle Schutzfunktion in Krisen. Laut EZB-Finanzstabilitätsbericht werden die Anleihemärkte erheblich herausgefordert. Kapitalmarktstratege Harald Preißler von Bantleon hat eine ungewöhnlich hohe Korrelation zwischen Ölpreis und Anleihezinsen festgestellt. Steigende Energiepreise durch die Blockade der Straße von Hormus treiben die Inflationserwartungen und damit die Renditen nach oben. Deutschlands Sonderstatus schwindet zudem durch das große Verschuldungspaket für Infrastruktur und Verteidigung. Anleger müssen laut Preißler je nach Krisentyp differenzieren, statt pauschal auf Staatsanleihen zu setzen.
Unter Deflation versteht man das anhaltende Sinken des Preisniveaus einer Gütergruppe oder des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus. Es resultiert daraus, dass die Nachfrage dauerhaft unter dem Angebot liegt, also nachhaltige Überkapazitäten bestehen. Erfahrungsgemäß geht eine Deflation mit einer Verringerung der umlaufenden Geldmenge und/oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einher.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.