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Ein Taco, der im Magen liegt
Donald Trumps Politik ist schwere Kost, auch für die Finanzmärkte.
Tacos lassen sich nun wirklich mit fast allem füllen, was die Küche hergibt. Süß mit Sahne und Erdbeeren oder herzhaft mit Hackfleisch oder Kichererbsen. Je nachdem erhält man ein mehr oder weniger gutes Bild, was drin ist. Eines ist aber sicher, außen drum ist eine Tortilla.
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. PRO Finanzen.
Das klingt sehr lecker, oft genug ist es das auch. Auch die Finanzmärkte kennen ihren Taco. Angepriesen wird er stets mit markigen Worten als das Größte vom Größten, was drinnen steckt, vermag man auch einigermaßen zu erkennen.
Und auf eines scheint Verlass. Es ist ein TACO – „Trump Always Chickens Out“, Trump kneift immer. Nicht immer das Schlechteste, denn niemand konnte die angedrohte Eskalation wollen. Befriedigend ist das alles nicht, selbst wenn auf den Präsidenten in diesem Punkt Verlass zu sein scheint.
Denn es macht die Märkte unberechenbar und extrem volatil. Der Grund ist: Was, wenn Trump nun doch mal nicht kneift? Niemand will kalt erwischt werden, also heißt es: ständig bremsen und wieder Gas geben. Wie angenehm so eine Autofahrt als Beifahrer ist, weiß wohl jeder.
Und es würde nichts besser, wenn Trump seine großspurigen Pläne umsetzte: Grönland annektieren, Iran zerbomben, nicht direkt ein Traum. Und was, wenn Trump keiner mehr glaubt? Dann könnten sich die Märkte von der Realität entfernen, die Folgen wären noch gravierender als jetzt.
Insofern scheint der Optimismus des Montags reichlich übertrieben und muss dieser Taco Anlegern schwer im Magen liegen. So ein bisschen Diät wäre sicher mal ganz angenehm.
Der negative Wochenstart hat in allen Musterportfolios für eine tiefrote Wochenbilanz gesorgt – weil die Bewertung am Montagmorgen erfolgt. Was die Wochenbilanz daher nicht abbildet, ist die starke Kurserholung vom Montag. Stichpunktbewertungen hängen nun einmal vom Zeitpunkt der Bewertung ab. Das ändert wenig daran, dass sich der Absturz des Goldpreises bemerkbar macht, nicht zuletzt in Daniel Walthers edelmetalllastiger Strategie. Doch in den Strategien geht es um die langfristige Entwicklung – zwischenzeitliche Rückschläge sind da nicht auszuschließen.
Der Schreck am Montagmorgen saß erst einmal tief. Für den F.A.Z.-Index ging es erstmals seit elf Monaten wieder unter 3000 Punkte. Aber auf Trump ist Verlass: Groß auf die Pauke hauen und dann doch klein beigeben. Der Tag, an dem niemand mehr darauf hört, könnte aber noch schlimmer ausgehen. Schlimm genug sind die Folgen für die Weltwirtschaft, wenn Trump nicht wirklich Frieden schließt. Hohe Ölpreise, mehr Inflation, höhere Zinsen. Und ein Ende der goldenen Träume – denn die großen Gewinne müssen ja zu was gut sein. Am besten als Kasse. (mho.)
Ein Vereinsmitglied kann verlangen, E-Mail-Adressen von Mitgliedern zu erhalten, um vor einer Versammlung mit ihnen zu sprechen. Mitgliedern stehe zu, ihre Rechte wirksam auszuüben, befand der BGH. Wer beitrete, müsse damit rechnen, dass Kontaktdaten intern bei berechtigtem Interesse weitergegeben werden. Die Entscheidung könnte auch für Wohnungseigentümergemeinschaften Bedeutung haben (Az II ZR 132/24).
Ein Eigentümer eines Hauses haftet nicht automatisch, wenn auf seinem Grundstück ein Brand entsteht und die genaue Ursache nicht nachgewiesen werden kann. Nachbarschaftliche Ausgleichsansprüche greifen nur, wenn die Einwirkung auf den Nachbarn auf den Willen des Eigentümers oder Besitzers zurückgeht (OLG Stuttgart, Az 12 U 117/25).
Der Börsengang des Start-ups Swarmer überraschte die Anleger. Der Aktienkurs des US-Drohnenspezialisten schoss nach oben und machte das kleine, verlustreiche Unternehmen bekannt. Was steckt dahinter?
Sanierung: Gleich abziehbar oder nur auf lange Sicht?Picture Alliance
Das Bundesfinanzministerium hat die Regeln zur Abgrenzung von sofort abziehbaren Erhaltungsaufwendungen und aktivierungspflichtigen Herstellungskosten aktualisiert.
Wer in mindestens drei der vier Ausstattungsbereiche Heizung, Sanitär, Elektroinstallation und Fenster deutliche Verbesserungen vornimmt, löst einen Standardsprung aus. In diesem Fall müssen die Kosten als Herstellungskosten über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
Maßgeblich ist der Standard zum Zeitpunkt des Erwerbs. Bei Erbschaften zählt der Zeitpunkt des ursprünglichen Kaufs oder Baus. Was damals als mittlerer Standard galt, darf wiederhergestellt werden, ohne dass Herstellungskosten entstehen.
Für Sanierungen in Etappen gelten nun nur noch die vorangegangenen drei Jahre. Wird eine Immobilie neu erworben, gelten alle Modernisierungskosten in diesem Zeitraum als Herstellungskosten, sofern sie 15 Prozent der Gebäudekosten (netto) übersteigen – auch ohne Standardsprung. Wärmedämmung zählt nicht mehr zu den zentralen Ausstattungsmerkmalen. (Quelle: Jürgen Lindauer, Steuerberater bei KPMG)
Selbst schlaumachen:Rechner für Bonus- und Prämiensparen
Illustration: Katharina Hofbauer
Viele Sparverträge sehen eine Bonus- oder Prämienzahlung vor. Das macht die Rendite schwer errechenbar. Dieser Rechner sorgt für die Vergleichbarkeit der Angebote.
Mittwoch, 25. März: Die Energy Information Administration der USA gibt die Rohöllagerbestandsdaten bekannt.
Mittwoch, 25. März: Das Ifo-Institut veröffentlicht den Geschäftsklimaindex für Deutschland.
Donnerstag, 26. März: Die Gesellschaft für Konsumforschung gibt ihren Konsumklimaindikator bekannt.
Freitag, 27. März: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit stellt sein „IAB-Arbeitsmarktbarometer November“ zur Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts für die nächsten drei Monate vor.
Freitag, 27. März: Die F.A.Z. veranstaltet ihren Kongress „Zukunft gestalten“ im Kap Europa mit Teilnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Pip
Ein Pip bezeichnet die kleinste Preisstufe in einer Währung, oft und mittlerweile häufiger als „Ticks“ bezeichnet, vor allem im Terminhandel. Zum Beispiel stellt beim Euro-Dollar-Wechselkurs eine Bewegung von 1,1534 auf 1,1535 Dollar eine Bewegung um einen Pip dar.
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Last, not least: Irankrieg sorgt für Vollauslastung bei Kenya Airways
Bis zum letzten Platz gebucht wegen des Irankriegs: Flugzeuge von Kenya AirwaysReuters
Kenias Fluggesellschaft Kenya Airways will auf mehreren Strecken zusätzliche Flüge anbieten, nachdem die Sitzplatzauslastung zu einigen Zielen auf ein Rekordniveau gestiegen ist. Grund ist, dass viele Passagiere die Dienste der Luftfahrtgesellschaft nutzen, um der Konfliktregion im Nahen Osten aus dem Weg zu gehen.
Der Auslastungsfaktor sei auf einigen Routen von durchschnittlich 70 auf 99 Prozent gestiegen, sagte Vorstandschef George Kamal in der Hauptstadt Nairobi. Dies sei das erste Mal überhaupt in der Nebensaison.
Durch den Angriff der USA und Israels auf Iran sind Reisende auf dem Weg von Asien nach Nordamerika gezwungen, den bisherigen Drehkreuzen im Nahen Osten auszuweichen und etwa über Nairobi oder Addis Abeba in Äthiopien zu fliegen. Kenya Airways verzeichne die höchsten Kabinenauslastungen auf Flügen nach Europa, in die USA und nach Asien, sagte Kamal. Er erwartet, nach Kriegsende rund 40 Prozent der neuen Passagiere halten zu können.
Die Gesellschaft verfüge noch über Treibstoff für mindestens 50 Tage, suche aber nach zusätzlichem Nachschub, sagte Flugbetriebsdirektor Paul Njoroge. Gespräche mit Raffinerien in Indien liefen, um die Vorräte aufzustocken. (Bloomberg)