Alles Wichtige zu Geldanlage, Vermögen und Vorsorge.
Nicht spekulieren
Bei allem Tohuwabohu an den Märkten sollte man elementare Dinge wie die Vorsorge für die Pflege nicht vergessen. Das gilt auch für den Gesetzgeber.
Wenn die Märkte in Aufruhr sind und der Ölpreis exorbitant steigt, nimmt das die Aufmerksamkeit der Anleger zu Recht sehr in Anspruch. Was es dazu zu wissen gibt, finden Sie im Teil „Märkte aktuell“. Es gibt aber Themen, die dann in den Hintergrund geraten, obwohl sie noch näher am eigenen finanziellen Wohlergehen dran sind wie fallende Aktienkurse und steigende Ölpreise.
Das ist etwa die elementare Angst vieler Menschen in Deutschland, im Fall der Pflegebedürftigkeit die schon jetzt horrenden Heimkosten nicht bezahlen zu können. Im Gegensatz dazu besitzt nur ein winziger Teil eine private Absicherung. Die meisten scheinen das Risiko und seine finanziellen Konsequenzen lieber zu verdrängen – mit möglicherweise fatalen persönlichen und gesellschaftlichen Folgen – und darauf zu bauen, dass die Gemeinschaft sie retten müsse.
Doch eine Sozialversicherung, die als Teilkasko konzipiert ist, aber als Vollkasko verstanden wird, kann langfristig nicht funktionieren. Auch ist die Finanzierung der Pflegeversicherung desolat. Denn wenn Einkommen und Vermögen der Pflegebedürftigen nicht ausreichen, muss das Sozialamt einspringen. Schon heute ist der Anteil der Heimbewohner, die Hilfe zur Pflege in Anspruch nehmen, mit knapp 30 Prozent besorgniserregend hoch.
Ohne private Vorsorge wird es in Zukunft nicht gehen. Zwar gibt es mit Pflegezusatzversicherungen eine andere Option als den Rückgriff auf die eigenen Ersparnisse. Doch wer vorsorgt, ist womöglich doppelt gekniffen: Entweder zahlt er viele Jahre Versicherungsbeiträge, um die finanzielle Lücke zu schließen, oder zehrt im Alter seine Ersparnisse auf. Es fehlt aktuell an Anreizen zum Abschluss.
Aber zu spekulieren, von Pflegebedürftigkeit nicht betroffen zu sein, ist ein Spiel mit dem Feuer. Eine Pflegezusatzversicherung ist in vielen Fällen deutlich günstiger als die Kosten für die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Heim. Der Staat muss nicht mehr für die Pflege aufbringen. Er muss die eigene Vorsorge attraktiv machen. Und schläft es sich nicht ruhiger in dem guten Wissen, für den Ernstfall gewappnet zu sein? Übrigens: Eine Baisse zur falschen Zeit kann die Ersparnisse für die Pflege deutlich reduzieren – die Versicherung zahlt auch dann vertragsgemäß.
Im Pflegeheim entscheidet am Ende weniger das Prüfprotokoll als die private Pflegepolice, ob der Eigenanteil leistbar bleibt oder die Altersvorsorge aufreißt. dpa
Die Folgen des Irankriegs machen sich auch in den Musterstrategien deutlich bemerkbar. Fast alle verzeichnen ein deutliches Minus. Vor allem Strategien mit Schwerpunkt auf deutschen und europäischen Aktien taten sich schwer. Dagegen erholt sich Bitcoin genauso wie Christoph Scherbaums „Zukunfts-Depot“. Angesichts des Krieges scheinen Anleger wohl auf die längerfristige Zukunft zu setzen.
Eine Woche, die Anleger lieber ausgelassen hätten. Besonders in Deutschland. Fast überall nur rot, gerade bei deutschen Aktien (vgl. auch die Musterstrategien). Die Gründe sind sattsam bekannt. Das macht es nicht besser. (mho.)
Die Eskalation im Nahen Osten hält die Welt in Atem. Neben der allgemeinen Unsicherheit stellt sich die Frage, was das für den Ölpreis bedeutet. Der Podcast Finanzen & Immobilien.
„Die nächste Finanzkrise wird irgendwann kommen“. Chefvolkswirt Heise und Geschichtsprofessor Straumann ordnen den Irankrieg in die Historie ein. Die Risiken sind gerade durchaus groß, aber für eine tiefe Finanzkrise fehlt womöglich ein entscheidendes Element.
Alle relevanten Daten im Blick? Der Dax rutscht nach dem Ausbruch über 24.500 Punkte wieder darunter und setzt der KI-Euphorie eine nüchterne Grenze. EPA
Hohes Interesse an Rüstungsaktien. Nach dem starken Debüt von TKMS im Herbst steht nun Gabler kurz vor einem Börsengang. Und mit Vincorion bereitet sich ein weiterer deutscher Traditionswert vor.
Entschädigung für gesperrte Dachterrasse: Muss ein Wohnungseigentümer eine Sanierung am Gemeinschaftseigentum dulden, die seine Dachterrasse über Jahre unbenutzbar macht, kann er von der Eigentümergemeinschaft eine Geldentschädigung verlangen – auch ohne Verschulden, entschied das LG Frankfurt (Az. 2-13 S 26/24).
Jahresabrechnung: Zuständig ist der Verwalter am 1. Januar.
Für die Jahresabrechnung einer Wohnungseigentümergemeinschaft ist die Gemeinschaft verantwortlich; intern zuständig ist der Verwalter, der am 1. Januar im Amt ist. Der BGH stellte klar: Wechselt der Verwalter zum 31. Dezember, muss der neue Amtsinhaber die Abrechnung für das Vorjahr erstellen (Az. V ZR 206/24).
Geldgeschenke zu Anlässen wie Ostern sind nicht automatisch steuerfrei: Nach einem Urteil des FG Rheinland-Pfalz können hohe Beträge schenkungsteuerpflichtig sein.dpa
Übliche Gelegenheitsgeschenke zu Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten sind schenkungsteuerfrei – was „üblich“ ist, ist aber nicht gesetzlich definiert. Das FG Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass 20.000 Euro zu Ostern kein übliches Gelegenheitsgeschenk mehr sind und deshalb grundsätzlich der Schenkungsteuer unterliegen (FG Rheinland-Pfalz, 04.12.2025, 4 K 1564/24).
Maßgeblich seien nicht die Vermögensverhältnisse des Schenkers, sondern das, was breite Bevölkerungskreise üblicherweise schenken; als Orientierung nennt das Gericht einen Wert von unter 800 Euro. Praktisch fällt Steuer dennoch oft erst an, wenn die persönlichen Freibeträge (400.000 Euro pro Elternteil an Kinder in zehn Jahren) überschritten werden. (Quelle: Jürgen Lindauer, Steuerberater bei KPMG.)
Selbst schlaumachen: Forward-Darlehen-Rechner & Vergleich
Illustration: Katharina Hofbauer
Wer sich einen Baukredit für später sichern will, greift zum Forward-Darlehen. Das Vergleichstool auf FAZ.NET hilft, die attraktivsten Angebote kompetent und unabhängig zu sondieren.
Donnerstag, 12. März: Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das Ifo-Institut legen ihre Frühjahrskonjunkturprognosen vor.
Donnerstag, 12. März: Die Deutsche Bank legt ihren Geschäftsbericht vor.
Donnerstag, 12. März: Die Internationale Energieagentur (IEA) veröffentlicht ihren Monatsbericht (März) zum Ölmarkt.
Montag, 16. März: Das Bundesministerium für Wirtschaft informiert mit einer Pressemeldung zur wirtschaftlichen Lage im Januar.
Montag, 16. März: 9. Tag der Aktie.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Namensaktien
Namensaktien sind in den Vereinigten Staaten oder auch Japan weit verbreitet. Beim Verkauf von Namensaktien bedarf es Indossaments zur Übertragung der mit der Aktie verbundenen Rechte, da sie auf den Eigentümer ausgestellt sind.
Das F.A.Z. Börsenlexikon ist zum Preis von 24 Euro auch als Buch erhältlich! Bestellen
Last, not least: Containerverkehr in der Straße von Hormus stark rückläufig
Containerschiffe liegen derzeit lieber vor Anker als die Straße von Hormus zu durchfahren.Reuters
Die jüngsten Schifffahrtsdaten des Datenanalysedienstleisters von Dun & Bradstreet zur Straße von Hormus zeigen, wie schnell geopolitische Spannungen reale Handelsströme beeinflussen.
Zwischen dem 1. und 3. März gingen neu gebuchte Importvolumina für Containertransporte im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorwoche um 59 Prozent zurück, die Stornierungen stiegen um 364 Prozent. Die neu gebuchten Exportvolumina fielen um 40 Prozent, die Stornierungen stiegen um 56 Prozent. Innerhalb weniger Tage sei damit das Verhältnis zwischen neuen Containerbuchungen und Stornierungen deutlich gekippt.
Die Daten zeigten zudem erste Anpassungen der Logistikrouten, etwa Umleitungen innerhalb der Vereinigten Arabischen Emirate. „Wenn Stornierungen über mehrere Tage hinweg die Neubuchungen übersteigen, ist das ein klares Signal dafür, dass Unternehmen ihre Lieferketten kurzfristig neu kalibrieren“, sagt Dirk Radetzki, bei Dun & Bradstreet verantwortlich für die Region Mitteleuropa. (mho.)