Alles Wichtige zu Geldanlage, Vermögen und Vorsorge.
Bankchefs haben es auch nicht einfach
Der US-Finanzminister ruft Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing an, Jamie Dimon von J.P. Morgan wird im Interview auf der Bühne in Davos gegrillt.
Die vergangene Woche bewegte die Märkte durchaus. Noch am Wochenende vor dem Weltwirtschaftsgipfel stand die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump im Raum: Sollten sich europäische Staaten, darunter auch Deutschland, seinem Wunsch widersetzen, sich Grönland einzuverleiben, würde er Zölle fordern.
In diesem Zusammenhang hat eine Analyse des Devisenspezialisten George Saravelos der Deutschen Bank Weltpolitik gemacht. Er hatte ganz nüchtern durchgerechnet, ob sich die USA eine derartige Brüskierung ihrer europäischen Verbündeten überhaupt leisten könnten. Denn Europa ist der größte Kreditgeber der USA. Seine Staaten besitzen US-Anleihen und Aktien im Wert von acht Billionen Dollar, fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen.
„In einem Umfeld, in dem die geoökonomische Stabilität des westlichen Bündnisses existenziell bedroht ist, ist unklar, warum die Europäer bereit sein sollten, diese Rolle zu übernehmen“, schrieb Saravelos. „Die Entwicklungen der letzten Tage könnten eine weitere Neugewichtung des Dollars begünstigen.“ Schaut man jetzt auf das Währungspaar, wird klar: So unrecht hat Saravelos nicht. Ein Euro kostet derzeit rund 1,1850 Dollar. Damit ist die Gemeinschaftswährung ihrem 52-Wochen-Hoch von 1,1922 Dollar deutlich näher als dem Tiefstand von 1,0211 Dollar vom Februar 2025.
Dass man so etwas in den USA nicht gern hört, ist verständlich. So verkündete US-Finanzminister Scott Bessent in Davos: „Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank hat angerufen, um mitzuteilen, dass die Deutsche Bank nicht zu diesem Analystenbericht steht.“ Die Replik von Deutschlands größter Geschäftsbank, deren Umsatzanteil in den USA bei etwas mehr als 18 Prozent liegt, war knapp: „Deutsche Bank Research arbeitet unabhängig; daher spiegeln in einzelnen Research-Berichten geäußerte Einschätzungen nicht notwendigerweise die Ansicht des Managements der Bank wider.“
Sewing war nicht der Einzige, dem in Davos der raue Wind der Weltpolitik ins Gesicht schlug. Jamie Dimon, Chef von J.P. Morgan, musste sich am Ende eines halbstündigen Interviews von Economist-Chefredakteurin Susan „Zanny“ Minton Beddoes die Frage gefallen lassen, ob unter den US-Wirtschaftskapitänen ein „Klima der Angst“ herrsche, wenn es um die Politik von Trump geht.
Geopolitik hat schon immer Märkte bestimmt, aber die Märkte sind politischer geworden. Bleibt zu hoffen, dass die Politik sie nicht alsbald dominiert.
Wieder eine goldene Woche! Ein Plus von mehr als acht Prozent für das Edelmetall – ungehört. Doch der massive Drang von Privatanlegern in Gold lässt dunkle Vorahnungen zu. Wenn diese einem steigenden Preis noch einmal einen Schub geben, ist das oft das Ende einer Hausse. Dass der Dollar abwertet, ist wieder einmal spiegelbildlich. Logisch: Wer Gold kauft, gibt Dollar her. Der Aktienmarkt verblasst dagegen: Das Auslaufen des Haushaltskompromisses in den USA belastet und eine Zinssenkung der Fed ist nicht zu erwarten.
Für viele Menschen ist die eigene Immobilie ein Lebensziel. Die F.A.S. hat einen neuen Rechner entwickelt. Er zeigt, wie lange es dauert, bis das nötige Eigenkapital zusammenkommt.
Patrick Bernau, Rahel Golub, Sarah Huemer, Sarah Wehrlin
Viele Menschen träumen vom eigenen Haus – individuell eingerichtet, mit Garten für Gemüse, Obst oder eine Schaukel. Doch Immobilien sind teuer, vor allem in Städten und deren Umland. Viele, besonders junge Paare und Familien, fragen sich: Reicht ihr Erspartes, um von der Bank einen Baukredit zu erhalten? Schließlich wird der Hauskauf meist durch eine Kombination aus Kredit und Eigenkapital finanziert. Aber wie lange muss man dafür sparen?
Traumhäuser auf einen Blick – doch der wahre Schlüssel zum Eigenheim liegt oft im Kontoauszug, nicht im Katalog.dpa
Heimlicher Zutritt mindert Miete Betritt ein Vermieter heimlich die Wohnung mit einem zurückbehaltenen Zweitschlüssel, darf der Mieter die Miete deutlich mindern. Das Amtsgericht Bielefeld sah darin einen schweren Eingriff in die Privatsphäre (Az. 408 C 108/24).
Erhöhung über Mietspiegel unzulässig Eine Vermieterin scheiterte in Saarbrücken mit einer fast 20‑prozentigen Mieterhöhung. Das Gericht entschied, die Forderung überschreite die ortsübliche Vergleichsmiete (Az. 120 C 378/24).
Trumps Zolldrohung: Für französische Luxuskonzerne wie LVMH und andere ist die Lage nach der Androhung von Einfuhrzöllen über 200 Prozent besonders delikat. Die Börsenreaktion fällt deutlich aus.
Service
Steuertipp: Mehr Pauschale für Pendler
Stau oder Radweg – beides zählt: Ab 2026 gilt die höhere Entfernungspauschale von 38 Cent ab dem ersten Kilometer.dpa
Die Entfernungspauschale steigt auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer – egal ob Auto, Rad oder Bahn. Pendler mit 20 Kilometern Arbeitsweg sparen so rund 130 Euro im Jahr. Fürs Homeoffice gilt weiter die 6‑Euro‑Tagespauschale plus Absetzung von Arbeitsmitteln. Die Tagespauschale von sechs Euro entspricht einer Entfernung zur Tätigkeitsstätte von rund 16 Kilometern. Ist die Entfernung zur Tätigkeitsstätte kürzer, führt Homeoffice zu höheren Werbungskosten. Ein gleichzeitiger Ansatz wird im Regelfall nicht anerkannt. Wer keinen Büroplatz hat, kann Raumkosten geltend machen. Wichtig: Arbeitstage genau dokumentieren – sonst verschenkt man Geld.
Selbst schlaumachen:Zinsentwicklung
Illustration: Katharina Hofbauer
Hier können Sie grafisch die Entwicklung verschiedenster Kredit- und Anlagezinsen über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vergleichen.
Mittwoch, 28. Januar 2026: Der Bundesgerichtshof (BGH) verkündet sein Urteil zur Frage der Zulässigkeit einer „gewinnbringenden“ Untervermietung von Wohnraum
Mittwoch, 28. Januar 2026: Der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank (FOMC) entscheidet über die Zinssätze
Mittwoch, 28. Januar 2026: Das Bundesministerium für Wirtschaft legt den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung und die aktualisierte Konjunkturprognose vor.
Samstag, 31. Januar 2026: In den Vereinigten Staaten endet der Haushaltskompromiss
Sonntag, 1. Februar 2026: Die acht OPEC+ Länder entscheiden über die Ölförderquoten
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Horizontaler Spread
Bei einem horizontalem Spread (auch (auch Calendar oder Time-Spread genannt) wird die Laufzeit einer im Depot befindlichen Option durch Tausch mit einer Option mit dem selben Ausübungspreis aber anderem Verfallsdatum verändert. Bezogen auf Kaufoptionen (Call) wird die Laufzeit verlängert, weil der Anleger erwartet, dass die Aufwärtsbewegung am Markt über das ursprüngliche Verfallsdatum hinaus anhält. Bezogen auf Verkaufoptionen (Put) wird die Laufzeit verkürzt.
Das F.A.Z. Börsenlexikon ist zum Preis von 24 Euro auch als Buch erhältlich! Bestellen
Last, not least: Musk gegen O’Leary – WLAN, Wut und Werbung
Kein WLAN an Bord: Ryanair-Chef O’Leary sieht keinen Bedarf für Elon Musks Starlink.AFP
Nach seiner Wortschlacht mit Elon Musk zeigt sich Ryanair-Chef Michael O’Leary wieder versöhnlich und nennt eine mögliche Musk-Beteiligung an der Airline ein „gutes Investment“. Doch ein Starlink-WLAN sei für Europas größten Billigflieger weiter schlicht zu teuer und ineffizient.
Der jüngste Schlagabtausch zwischen O’Leary und Starlink-Chef Elon Musk zeigte, dass selbst ein Streit über WLAN zum transatlantischen Showdown werden kann. Nach Tagen gegenseitiger „Idioten“-Rufe öffnet O’Leary Musk nun die Tür: Eine Beteiligung an Ryanair sei willkommen, solange sie unter der EU-Grenze für Nicht-EU-Investoren bleibe.
Ein Starlink-WLAN biete aber keinen Nutzen auf Kurzstrecken. Das verbrauche mehr Treibstoff, als sich durch zahlende Passagiere wettmachen ließe.
Die Börse blieb unbeeindruckt, die Ryanair-PR-Abteilung hingegen nicht: Sie startete eine Rabattaktion namens „Idioten-Special“ und verzeichnete prompt mehr Buchungen. (Reuters)