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Dienstag, 14.07.2026 | Zur Online-Ansicht
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Frankfurter Allgemeine
MEINE FINANZEN
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Der Broker ist nicht Ihr Freund
Kürzlich wurde in Amerika wieder einmal Geschichte geschrieben. Der Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX war der größte bislang, kleiner Börsenhype inklusive. Elon Musk schafft es, seine Visionen vom Leben auf dem Mars, vom bequemen Unterwegssein ohne fossilen Antrieb oder vom Informationsaustausch über Satellitendaten börsengerecht zu vermitteln.
Auch die Tradingplattformen erhofften sich, von der hohen Nachfrage zu profitieren. Trade Republic ermutigte seine Kunden in einer Sonderaktion dazu, Anteile an SpaceX zu erwerben. Nach ansehnlichen ersten Tagen fiel der Kurs, und so stellte sich die Frage, ob es eigentlich im Sinne der Verbraucher war, allen das IPO schmackhaft zu machen.
Autorenbild
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
Plus Sign Folgen
Bei aller berechtigten Freude über eine neue Aktienkultur in Deutschland (vor allem unter Jüngeren) wird leicht vergessen, dass alle Finanzdienstleister immer eine Absicht verfolgen, die nicht deckungsgleich mit der ihrer Kunden sein muss. Trade Republic lebt von Handelsumsätzen, während Kunden manchmal besser Titel lang halten. Finanzvermittler leben von Provisionen, die eine ungünstige Produktauswahl zur Folge haben können. Finfluencer leben von Klicks auf Affiliate Marketing. Und Honorarberater kreieren Beratungsbedarf.
Diese Interessenstruktur machen sich Privatanleger am Finanzmarkt viel zu wenig klar. Deshalb lassen sie sich in die falsche Richtung lenken. Es lohnt sich, seine Ziele zu kennen und sich den Widerspruch zu den Zielen der Intermediäre klarzumachen. Dann ist man weniger anfällig für Greenwashing, für falsche Börsenprospekte, für zu hohe Abschluss- und Verwaltungskosten und zu niedrige Renditen, für zu schnelle Verkäufe von Aktien und hektisches Hin- und Herschichten.
An den Finanzmärkten handelt niemand aus Wohltätigkeit. Halten Sie die Augen auf und bleiben Sie skeptisch. Dann kommen Sie gut durch.
Herzlichen Gruß, Ihr Philipp Krohn
Woran machen Sie fest, welchen Beratern Glauben zu schenken ist und welchen nicht? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
 
 
 
Leser Echo / Neu
Über Geld – Leser-Echo
In der vergangenen Woche hatten wir Sie gefragt, ob wir mit der Künstlichen Intelligenz am Beginn einer technischen Revolution stehen, wie sie die Dampfmaschine auslöste, oder ob es sich dabei bloß um heiße Luft handelt. Die Antworten unserer Leser fielen differenziert aus und kreisten vor allem um eine grundlegende Begriffsfrage. So bezweifelt Eckhard S. bereits den Namen selbst: „Künstliche Intelligenz“ sei im Grunde falsch gewählt, denn was diese Systeme leisteten, sei letztlich schnellere Informationslogistik, kein echtes Denken. Entscheidend bleibe der Mensch am Anfang der Anfrage. Je präziser er formuliere, desto brauchbarer das Ergebnis. Eine Revolution sei KI daher nicht, sondern eine „erwartbare Entwicklung“ nach der Einführung des Computers. Die eigentliche Sorge, so Eckhard S. weiter, liege woanders: Bei all jenen, die durch mangelnde Ausbildung der Technologie schutzlos ausgeliefert seien, denn zur sinnvollen Nutzung von KI brauche es Fachwissen und Erfahrung. Knapper, aber nicht minder pointiert fällt das Leserurteil aus Berlin aus. Wolfgang W. schreibt: „Wir stehen nicht am Anfang, sondern bereits mittendrin!“
 
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Themen des Newsletters
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Geldanlage auf einen Blick
 
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Markt-Rückblick
 
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F.A.Z.-Musterstrategien
 
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Ein erklärbarer Absturz
 
Artikel der Woche
 
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Die Neuerfindung eines Investmentbankers
 
Musterstrategien
 
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Warum die Allianz neu ins Depot kommt
 
Vermögensaufbau
 
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Wann ist der richtige Zeitpunkt, zu verkaufen?
 
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Mit Podcasts gibt es an der Börse nichts zu gewinnen
 
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Dieser Mann sucht die Millionenerben
 
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Erbschaftsteuer trotz kleinem Erbe
 
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„Soll ich meinem Sohn einen Kredit fürs Haus geben?“
 
Aktien und Anleihen
 
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Der stille Hightech-Champion aus Hessen
 
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Italiens Börse schlägt abermals die Konkurrenz
 
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Dem Dax-Rekord ist nicht zu trauen
 
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Die Inflation sinkt, aber die Renditen steigen trotzdem
 
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Wie die KI-Welle viele Investitionen und Anlageoptionen antreibt
 
Die fünf meistgelesenen Artikel
 
Service
 
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5 Termine für 7 Tage
 
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Wort der Woche: Implizierte Volatilität
 
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Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
 
 
Geldanlage auf einen Blick
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Markt-Rückblick
 
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
Nach dem Hoch zu Beginn der vergangenen Woche ging es für deutsche Aktienindizes bergab, der F.A.Z.-Index machte da keine Ausnahme. Wegen der neuen Eskalation zwischen Iran und den USA ließ zudem der Euro im Verhältnis zum Dollar nach. In Amerika gingen aus dem gleichen Grund die Aktienkurse zunächst zurück, erholten sich aber zügig wieder.
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
 
 
F.A.Z.-Musterstrategien
 
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
Eine Woche, die fast nur Verluste für die Musterstrategien brachte. Das technische Depot traf es besonders hart, Continental, M-Dax und Euro Stoxx 50 zogen es mehrere Prozentpunkte nach unten. Sowohl das Trendfolge-Portfolio von Quant4You als auch die F.A.Z.-Fundamentalstrategie notieren wieder unter dem Anfangsinvest.
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
 
 
Zu den Musterportfolios
Ein erklärbarer Absturz
Im Mai ging das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite den zweiten Monat in Folge deutlich zurück. Nachdem bereits im April ein Rückgang um zwölf Prozent zu beobachten gewesen war, lag er nun sogar bei knapp 19 Prozent. Damit fielen die neuen Wohnungsbaukredite auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2024. Der wesentliche Grund dürfte laut der Unternehmensberatung Barkow Consulting in einer Umkehr von Vorzieheffekten wegen des Irankriegs liegen. Im März haben demnach viele Kreditnehmer, getrieben von berechtigten Sorgen vor künftigen Zinsanstiegen, ihre Kreditentscheidung nach vorn gezogen, was nun das Neukreditvolumen senkt. Das erhöhte Zinsniveau könnte aber auch in den kommenden Monaten die Kreditnachfrage dämpfen.
 
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
„Der Markt wirkt stabilisiert, aber nicht wirklich gesund: Die Nachfrage bleibt unter dem Tiefpunkt von 2023, bleibt jedoch durch das weiterhin erhöhte Zinsniveau und die schwächere Kaufkraft gebremst. Für Banken und Vermittler heißt das: Das Geschäft ist zurück, aber von den alten Volumenhochs jenseits der 30 Mrd. Euro ist der Markt weit entfernt.“
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
Zu den Finanzrechnern
 
 
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Artikel der Woche
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Die Neuerfindung eines Investmentbankers
Dirk Notheis hat seine Anteile an Ratum Capital verkauft, bleibt aber an Bord. picture alliance
Die Neuerfindung eines Investmentbankers
Von Hanno Mußler, Inken Schönauer
Dirk Notheis hat mehr als zehn Jahre mit Rantum Capital den deutschen Mittelstand finanziert. Mit seiner Zeit als Morgan-Stanley-Banker hat er längst abgeschlossen.
Breit gestreiftes Hemd, blaues Sakko, Dreitagebart. Dirk Notheis erscheint leger zum Gespräch. Die Zeiten haben sich geändert. Im Banking allgemein, für Notheis im Speziellen – mal wieder. Notheis hat verkauft. Zusammen mit seinen Partnern hat der inzwischen Achtundfünfzigjährige alle Anteile, 100 Prozent seines Unternehmens Rantum, an Janus Henderson verkauft.  Ein Unternehmen mit Anlagen von rund 1,2 Milliarden Euro schlüpft unter das Dach der Amerikaner, die mehr als 480 Milliarden Dollar verwalten. Setzen sich Notheis und seine Partner jetzt zur Ruhe? Vielleicht nach einer gewissen Frist nach dem Verkauf, der noch nicht ganz abgeschlossen ist? „Nein“, sagt Notheis bestimmt. „Ich habe nicht verkauft, um mich zur Ruhe zu setzen, sondern um durchzustarten. Wir bleiben an Bord, außer der Eigentümerstruktur ändert sich bei den bestehenden Fondsstrategien praktisch nichts“, sagt Notheis. Wie viel hat der Verkauf ihm eingebracht? „Darüber ist Stillschweigen vereinbart.“
Karriere bei Morgan Stanley
Entspannt wirkt Notheis heute. Entspannter als zu den Zeiten, als er in Anzügen in gedeckten Farben und meist mit Krawatte große Deals am laufenden Band einfädelte. Als Deutschlandchef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley war er von 2009 bis 2012 an vielen großen Transaktionen beteiligt und stolperte genau über eine solche. Beim Rückkauf des Anteils am Energieversorger EnBW durch die baden-württembergische Landesregierung hatte es Spekulationen über zu enge Beziehungen und überhöhte Kaufpreise gegeben. Ermittlungen dazu wurden am Ende vollumfänglich eingestellt, Notheis verließ Morgan Stanley.  „Ich bin stolz auf meine Zeit bei Morgan Stanley. Wir haben als Team zusammen viel erreicht.“ Zur EnBW-Transaktion will der studierte und promovierte Betriebswirt heute nicht mehr sprechen. „Das ist 16 Jahre her. Tempi passati.“
Dirk Notheis war von 2009 bis 2012 Deutschland-Chef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley. privat
Seitdem ist tatsächlich viel passiert. Notheis machte sich schon kurz nach seinem Ausscheiden bei Morgan Stanley selbständig, mit der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen – sogenannten Private-Debt- oder auch Private-Equity-Transaktionen. Private Debt stellt den Großteil. Er sei zusammen mit Marc Pahlow, einem jüngeren Private-Equity-Investor, damals in eine Marktlücke gestoßen. Ausländische Finanzinstitute hätten sich eher sporadisch in Deutschland um mittelständische, meist familiengeführte Kunden bemüht, die in besonderen Situationen eine zusätzliche Finanzierung als Alternative oder in Ergänzung zum klassischen Bankkredit brauchten. Etwa in Wachstumssituationen, bei einem Generationenwechsel oder auch beim Rückkauf von Minderheitsbeteiligungen. Als Konsequenz der Finanzkrisen waren die Regulierungsschrauben bei den Banken deutlich angezogen worden, daher konnten Banken weniger freizügig agieren. In diese Lücke sei Rantum gestoßen.
Zudem: Ein deutscher Private-Debt-Fonds mit Sitz in Deutschland, von Deutschen investiert und von deutschen Regulierungsbehörden beaufsichtigt, das habe es bis dahin so nicht gegeben. Das habe so manche Tür geöffnet, weil es eine besondere Art von lokalem Vertrauen schaffe.
Markt in Konsolidierung
Warum dann jetzt der Verkauf? „Der Markt ist in der Konsolidierung“, sagt Notheis. „Das ist ein Megatrend.“ Es gebe Größenvorteile in der Branche, die Rantum allein nicht erreichen werde. „Mit dem Verkauf können wir das Wachstumstempo beschleunigen.“
Der Markt um Kapital ist umkämpft und von großen Kapitalanlagegesellschaften wie KKR, Blackstone, EQT oder auch Blackrock dominiert. „Zu 90 Prozent“, sagt Notheis. „Den Rest teilen sich alle anderen.“ Und damit sei der Verkauf an Janus Henderson nun ein Glücksfall. Damit würde der globale Assetmanager sein Portfolio ergänzen, da er bislang eher in Public Markets, also Aktien und Anleihen, nicht aber in Private Markets unterwegs sei. Interessanterweise steht bei Janus Henderson demnächst selbst eine Transformation an. Janus Henderson wurde von Trian Fund Management sowie dem Technologie- und Wachstumsinvestor General Catalyst übernommen und hat die Börse inzwischen verlassen.
Rantum ist heute ein Unternehmen mit rund 40 Menschen, die für den Assetmanager arbeiten. Die sogenannten Industriepartner lesen sich wie das Who’s who der deutschen Industrie. Darunter sind der ehemalige Merck-Chef Karl-Ludwig Kley genauso wie der ehemalige BASF-Chef Kurt Bock oder auch Frank-Jürgen Weise. „Wir Finanzleute können Zahlen analysieren, aber das reicht nicht“, sagt Notheis. „Man braucht industrielles Know-how, um die Zyklizität von Branchen oder auch die Wettbewerbsfähigkeit von Technologien verstehen zu können.“ Sie hielten bisher auch Anteile an der Firma.
Rantum sei in der ganzen Bandbreite der deutschen Industrie und Dienstleistungsbranchen vertreten, allerdings häuften sich aktuell die Anfragen aus dem Automobilzuliefererbereich. „Das ist durchaus dramatisch“, sagt Notheis. Dabei sei man aber sehr zurückhaltend. „Es geht nicht alles.“ Viele Unternehmen seien mit ihren Kostenstrukturen für die neue Welt nicht mehr gerüstet. „Da wird es viele Insolvenzen geben.“ Solch gefährdete Unternehmen kämen dann vielleicht noch bei „distressed financing“ zum Zuge. Dieses Geschäftsmodell biete Rantum aber nicht an.
 
 
Musterstrategien
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Schlaglicht / Neu
 
Warum die Allianz neu ins Depot kommt
Von Achim Matzke
Die Energiepreise sind gefallen, trotzdem machen die instabile Lage im Nahen Osten und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine den internationalen Finanzmärkten weiter zu schaffen. Die Unsicherheit über die Inflationsdaten bewirkte einige Leitzinserhöhungen und dass viele Konjunkturprognosen gesenkt wurden. Da darf es nicht überraschen, dass neben Ölaktien auch Edelmetalle sowie einige Minenaktien technische Eintrübungen aufweisen.
Auch im Bereich KI und KI-Zulieferer steht vor dem Hintergrund der US-Technologie-Großemissionen nach den vielen Neubewertungen eine etwas realistische Betrachtungsweise auf der Tagesordnung. Trotzdem konnten bis zuletzt in Europa die Aktienmärkte in Italien, der Schweiz, Spanien und Deutschland Allzeithochs erklimmen, was auch im Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 zu einer Fortsetzung der Hausse-Bewegungen führt.
Der Euro Stoxx 50 befindet sich seit dem Corona-Baisse-Tief bei 2302 Punkten im März 2020 in einer Hausse-Bewegung. Die sechsjährige Hausse-Trendlinie liegt zurzeit bei 5300 Punkten. Leicht unter diese Linie sollte der strategische Sicherungsstopp gelegt werden. Im vierten Quartal 2025 war der Index mit einem Investment-Kaufsignal über die seit März 2020 bestehende Widerstandszone um 5550 gesprungen, sodass der Index die Chance auf eine technische Neubewertung mit höheren Notierungen andeutet. Zuletzt hat sich direkt oberhalb der steigenden 200-Tage-Linie bei zurzeit 5800 Punkten ein mittelfristiger Aufwärtskanal ergeben. Nach dem letzten Trading-Kaufsignal und neuen Allzeithochs ist der Index insgesamt weiter auf dem Weg zum nächsten Etappenziel von 6500 Punkten.
Ideen beim Positionsumbau
Was heißt all das für das technische Depot? Im Portfolio befindet sich neben dem Euro Stoxx 50 der M-Dax weiter in einer Aufwärtsbewegung. Neu aufgebaut wurde zuletzt eine passive Position im Tec-Dax, der sehr volatil am Sprung über die langjährige Widerstandszone um 4000 arbeitet. Bei den Einzelwerten ist die Dividendenposition Freenet aus technischer Sicht zurzeit die schwächste Portfolio-Position. Brenntag hat zuletzt den Korrekturtrend bis zur 200-Tage-Linie mit einem Trading-Kaufsignal beendet. Die Aufwärtsbewegung für Continental-Aktien ist trotz Schwankungen weiterhin intakt. Bei der Trading-Position Symrise wurde nach dem Anstieg ein Trading-Take-Profit vorgenommen. Neu ist eine Allianz-Position.
Die Allianz-Aktie hatte nach dem Investment-Kaufsignal, dem Sprung über die Widerstandszone um 232,6 Euro zum Jahreswechsel 2023/2024, eine Hausse bis auf 396 Euro etabliert. Im Anschluss folgte eine Seitwärtskonsolidierung – mit einem trendbestätigenden Charakter nach oben. Zuletzt ist der Wert mit einem neuen Kaufsignal losgelaufen. Dabei sollte nach dem Heranlaufen an das alte Etappenziel bei 430 Euro das neue mittelfristige technische Etappenziel aufgrund der guten technischen Gesamtlage bei 450 Euro liegen.
 
 
Vermögensaufbau
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Wann ist der richtige Zeitpunkt zu verkaufen?
Von Christiane von Hardenberg
Der richtige Zeitpunkt für den Aktienverkauf hängt von klaren Regeln ab, nicht von Emotionen. Breit gestreute Index-ETFs sollten Anleger möglichst nie verkaufen, da selbst schwere Krisen langfristig nur kleine Dellen im Aufwärtstrend hinterlassen. Bei Einzelaktien gelten fünf Verkaufsregeln: wenn die eigene Investmentthese nicht mehr stimmt, wenn es bessere Anlagemöglichkeiten gibt, wenn eine Position zu groß fürs Depot geworden ist, wenn die Markterwartungen unrealistisch hoch sind oder wenn man das Geld für das eigene Leben braucht.
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Mit Podcasts gibt es an der Börse nichts zu gewinnen
Von Martin Hock
Eine Studie hat anhand von 25.000 Podcast-Episoden aus den Jahren 2017 bis 2021 den Einfluss von Investmentpodcasts auf den Aktienmarkt untersucht. An Tagen, an denen eine Aktie in einem Podcast besprochen wird, steigt das Handelsvolumen im Schnitt um rund 30 Prozent. Besonders stark reagieren Privatanleger, deren Aktivität bei podcastbegleiteten Unternehmensnachrichten um ein Vielfaches zunimmt. Negative Besprechungen lösen dabei stärkere Marktreaktionen aus als positive. Simulierte Handelsstrategien auf Basis von Podcast-Inhalten konnten passives Investieren nicht dauerhaft schlagen. Die besprochenen Informationen sind in der Regel bereits öffentlich bekannt und weitgehend eingepreist.
 
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Dieser Mann sucht die Millionenerben
Von Daniel Mohr
Erbenermittler Bernd Clasen spürt mit seiner 35-köpfigen Hamburger Firma gesetzliche Erben auf, wenn Verstorbene kein Testament hinterlassen haben und keine nahen Angehörigen bekannt sind. Rund drei Viertel der Deutschen verfassen kein Testament, weshalb jährlich Zehntausende ohne letzten Willen sterben. Clasens Team recherchiert in Kirchenbüchern, Standesämtern und internationalen Archiven, oft bis zur vierten oder fünften Erbordnung. Die Suche dauert häufig Jahre und erfordert Hunderte Urkunden. In 99 Prozent der Fälle werden die Erben gefunden. Für seine Dienstleistung berechnet Clasen marktüblich rund ein Viertel des Nachlasses.
Dieser Mann sucht die Millionenerben
Erbenermittler Bernd Clasen in seinem Büro am Schloßmühlendamm in Hamburg Aaron Leithäuser
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Erbschaftsteuer trotz kleinen Erbes
Von Jürgen Lindauer
Das Stichtagsprinzip bei der Erbschaftsteuer bedeutet, dass der Vermögenswert am Todestag die Steuerhöhe bestimmt, spätere Wertverluste ändern daran nichts. Ein Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt, wie hart dies wirken kann: Ein Erbe erhielt faktisch kaum noch etwas vom Nachlass, weil ein fehlerhafter Erbschein andere Personen in den Besitz gebracht hatte. Eine Steuermilderung aus Billigkeitsgründen ist laut BFH nur möglich, wenn den Erben am Vermögensverlust kein Verschulden trifft. Erben sollten den voraussichtlichen Steuerbetrag frühzeitig ermitteln und liquide Mittel dafür zurücklegen.
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„Soll ich meinem Sohn einen Kredit fürs Haus geben?“
Von Dennis Kremer
Herbert Krüss erwägt, sein Haus im Wert von rund einer Million Euro per Darlehen an seinen Sohn zu verkaufen, um Schenkungsteuer zu vermeiden. Steuerberaterin Tanja Schienke-Ohletz von Flick Gocke Schaumburg warnt jedoch vor Risiken: Der Darlehenszins muss fremdüblich sein, und die Zinseinkünfte unterliegen bei nahestehenden Personen dem höheren Einkommensteuersatz statt der Abgeltungsteuer. Besonders problematisch wird es im Erbfall, da der Sohn auf die geerbte Darlehensforderung gegen sich selbst Erbschaftsteuer zahlen müsste. Als Alternative empfiehlt Schienke-Ohletz eine Teilschenkung mit Nießbrauch, bei der beide Eltern ihre Freibeträge von je 400.000 Euro nutzen könnten.
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Aktien und Anleihen
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Der stille Hightech-Champion aus Hessen
Von Christoph Scherbaum
PVA TePla aus dem hessischen Wettenberg, ein Ausrüster der Halbleiterindustrie mit über 1000 Mitarbeitenden, gehört zu den stillen Gewinnern des KI-Booms. Die Aktie hat seit Anfang 2026 mehr als 70 Prozent zugelegt und zählt damit zu den Topwerten in TecDAX und SDAX. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen mit über 121 Millionen Euro einen Rekordauftragseingang, getrieben durch Nachfrage nach KI-relevanter Mess- und Kristallzuchttechnik. Mehrere Analysten hoben ihre Kursziele deutlich an und bestätigten ihre Kaufempfehlungen. Wer vor zehn Jahren investierte, erzielte eine Rendite von mehr als 1400 Prozent.
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Italiens Börse schlägt abermals die Konkurrenz
Von Christian Schubert, Rom
Die italienische Börse hat im ersten Halbjahr 2026 erneut die europäische Konkurrenz übertroffen. Der FTSE MIB legte seit Jahresbeginn um gut 15 Prozent zu, deutlich mehr als Dax, CAC 40 oder FTSE 100. Größter Kurstreiber war der Halbleiterhersteller ST Microelectronics mit einem Plus von 165 Prozent, befeuert durch die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität und Künstlicher Intelligenz. Auch Energie- und Bankenwerte stützten den Index. Enttäuschungen lieferten dagegen die Auto-, Mode- und Rüstungsbranche, allen voran Stellantis mit einem Kursverlust von 47 Prozent. Analysten sehen weiteres Aufwärtspotential, warnen aber vor gestiegenen Bewertungen italienischer Aktien.
Italiens Börse schlägt abermals die Konkurrenz
Blick auf den Eingang zur Börse von Mailand Reuters
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Dem Dax-Rekord ist nicht zu trauen
Von Wieland Staud
Der Dax feiert zwar Allzeithochs, doch als weltweit einzigartiger Performanceindex rechnet er Dividenden und Sonderzahlungen ein, was ihn gegenüber reinen Kursindizes wie dem S&P 500 systematisch bevorteilt. Der reine Kurs-Dax, der K-Dax, hat seine alten Bestmarken bei 9556 Punkten nicht überwinden können. Seit 1988 vervielfältigte sich der Kurs des K-Dax nur um den Faktor 9,5, während der S&P 500 es in der gleichen Zeit auf den auf den Faktor 31 bringt. Technischer Analyst Wieland Staud hält die Dax-Rekorde ohne entsprechende K-Dax-Rekorde für eine Bullenfalle – Solange der K-Dax nicht nachziehe, sollten Anleger den Aufbruchssignalen des Dax nicht trauen.
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Die Inflation sinkt, aber die Renditen steigen trotzdem
Von Christian Siedenbiedel
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe hat trotz rückläufiger Inflation die Marke von drei Prozent überschritten. Im Euroraum sank die Inflationsrate im Juni von 3,2 auf 2,8 Prozent, nachdem der Irankrieg und die Ölkrise die Preise zuvor angetrieben hatten. Laut Michael Heise, Chefvolkswirt von HQ Trust, erwarten die Märkte ein stabiles oder leicht steigendes Leitzinsniveau, solange die Stabilitätsziele der Notenbanken verfehlt werden. Zudem treibe die steigende Staatsverschuldung die Risikoprämien nach oben. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verweist auf den Kapitalhunger westlicher Staaten und der KI-Unternehmen als wesentliche Ursache. Der Anstieg der Realrenditen stütze diese Einschätzung.
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Wie die KI-Welle viele Investitionen und Anlageoptionen antreibt
Von Jan Hauser, Inken Schönauer
Der massive Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt den weltweiten Energiebedarf stark an. Investorin Saskia Bruysten, Partnerin von Carbon Equity, warnt im F.A.Z.-Podcast, die KI-Blase könne platzen, wenn der Energiehunger nicht gestillt werde. Die weltweiten Investitionen in Rechenzentren stiegen laut Allianz Trade im Jahr 2025 auf 580 Milliarden Dollar. Bis 2030 könne der KI-Anteil am Stromverbrauch von Rechenzentren auf rund 40 Prozent wachsen. Bruysten sieht Chancen in jungen Unternehmen mit Techniken wie Geothermie oder Fusionsreaktoren. Zugleich wächst in Amerika der Widerstand der Bevölkerung gegen große Rechenzentren.

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Die fünf meistgelesenen Artikel
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Top 5 / Neu
 Illustration: Katharina Hofbauer
Falsche Signale: Warum die Erbschaftsteuer neu erfunden werden muss
Wie Profis investieren:  Warum die Vermögensverwalter der Reichen auf Amerika setzen
Umfrage:  Wie Social Media finanzielle Ängste schüren
Steuervorteil Aktivrente:  Warum sich Arbeiten im Ruhestand jetzt lohnen kann
Kolumne Märkte inside:  An Gewinnen fehlt es zwar nicht
 
 
Service
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5 Termine für 7 Tage
Dienstag, 14. Juli
• Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht die Inflationszahlen für Juni.
Freitag, 17. Juli
• Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Baugenehmigungsdaten und den Auftragsbestandsindex im verarbeitenden Gewerbe im Mai.
• Die EZB legt die Leistungsbilanz des Euroraums im Mai vor.
• Die Universität Michigan aktualisiert ihren Index zur Verbraucherstimmung um die vorläufigen Daten für Juli. Sie gelten als wichtiger Frühindikator für die Konsumentenstimmung in den USA.
Montag, 20. Juli
• Das Statistische Bundesamt gibt die Entwicklung der Erzeugerpreise im Juni bekannt.
 
 
 
 
 
Wort der Woche / Neu
Wort der Woche: Implizierte Volatilität
Unter implizierter Volatilität versteht man die erwarteten, künftigen Kursausschläge des Basiswertes einer Option über die Restlaufzeit. Dabei wird angenommen, dass die tatsächlichen den theoretischen Optionspreisen entsprechen. Sie wird berechnet, indem der aktuelle Marktpreis der Option als fairer Wert in ein Optionspreismodell eingesetzt wird. Bei gleicher Basis, Laufzeit und gleichem Bezugsverhältnis ist ein Optionsschein mit geringerer implizierter Volatilität günstiger.
Zum F.A.Z.-Börsenlexikon
 
 
 
 
Finanzservices / Neu
Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.
Zu den Finanz-Services
 
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USt.-IDNr.: DE 114 232 732

Geschäftsführung: Dr. Volker Breid
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube,
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