In der vergangenen Woche haben wir in unserer Tageszeitung über eine „Goldgräberstimmung“ am Finanzmarkt berichtet. Anlass war eine breit angelegte Werbekampagne des Vertriebs DVAG mit dem Versicherer Generali zur Altersvorsorgereform. Die wird zum 1. Januar greifen, und damit beginnt ein völlig legitimes Rennen um Marktanteile zwischen Fondsgesellschaften, Versicherern, den Produktanbietern sowie zwischen Vertriebskonzepten vom Neobroker bis zum klassischen Mehrfachagenten.
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
Wir haben darauf viele Leserkommentare bekommen. Ihr Tenor war kritisch gegenüber Finanzvertrieben, die auf Basis von Provisionen Produkte aus einem mal enger, mal breiter vorselektierten Angebot auswählen. Die Vertriebspower geht nicht immer einher mit der zu erwartenden Rendite. Im Gegenteil, oft hängt Schlagkraft mit hohen Vergütungen zusammen, die sich für den Kunden negativ auf die Rendite auswirken.
Dass über diese Themen geredet werden würde, war mit der Entscheidung für die Reform klar. Denn das deutsche Modell mit einer hohen Förderung in der dritten, der privaten Säule der Altersvorsorge beruht weiterhin auf dem aktiven Verkauf von Produkten. Anders wäre es mit einer obligatorischen betrieblichen Altersversorgung oder mit der geplanten Kapitalrente in der ersten, der gesetzlichen Säule.
Auf diesen vertriebsintensiven Pfad ist die Politik einst mit der Riester-Rente eingeschwenkt. Und er ist nicht falsch. Er setzt aber voraus, dass sich Verbraucher selbst mit Fallstricken und mit dem Produktangebot auseinandersetzen. Welche Lösung gut ist, hängt von den eigenen Präferenzen ab – aber auch von den messbaren Faktoren Kosten, Produktdesign und Rentenfaktor. Es lohnt sich, vor dem Kauf über alles informiert zu sein. Denn die Verkäufer wissen stets mehr.
Bleiben Sie also dran, Ihr Philipp Krohn
Was meinen Sie? Vertrauen Sie einem Berater, der an einem Produkt verdient, oder suchen Sie lieber nach einer unabhängigen Beratung? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
„In den USA erklommen die Aktienkurse vor Beginn der Berichtsaison zum dritten Quartal schonmal neue Höchsstände, in Deutschland ging es in der vergangenen Woche verhaltener zu. Die Anleihen stiegen hüben wie drüben weiter an, vor allem französische Staatsanleihen bereiten den Anlegern Sorgen.“
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
F.A.Z.-Musterstrategien
„Mehr Licht als Schatten brachten die vergangenen sieben Tage für die Musterstrategien. Außer Scherbaums „Ausgewogen 15“-Portfolio musste keiner größere Verluste hinnehmen, im Gegenteil ging es für die meisten stetig vorran. Und die Spitzenreiterin unter den Musterstrategien steckt bei einer Wertsteigerung um mehr als ein Drittel über 14 Monate ein paar Verluste locker weg.“
Bauzinsen spiegeln das Vertrauen in den deutschen Staat
Die Anleihen des deutschen Staates könnten aktuell wie ein Einäugiger unter Blinden erneut davon profitieren, dass die meisten anderen Staaten in der G-7-Gruppe noch wesentlich höhere Staatsschulden haben und noch schlechter bewertet werden. So war dies auch in der Griechenlandkrise von 2009 an, als die Währungsunion in Gefahr geriet. Im Mai 2010 warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. Die Bundesanleihen profitierten anschließend vom Vertrauen in den deutschen Staat, während weitere Euroländer in die Krise gerieten. Auch jetzt geben die Renditen der Bundesanleihe wieder leicht nach. Dadurch sei der Anstieg der Bauzinsen ebenfalls gebremst, vielleicht sogar schon gestoppt, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Der
deutsche Staat habe es in der Hand, das Vertrauen der Investoren zu rechtfertigen und Deutschland wieder vorwärtszubringen. (Quelle: FMH-Finanzberatung)
Auf Aktiengewinne ist Abgeltungsteuer fällig. In sozialen Netzwerken wird suggeriert, dass diese sich mit einer eigenen GmbH leicht umgehen ließe. Doch so einfach ist es nicht.
In dem Youtube-Tutorial wirkt alles simpel und bestechend. Ein paar Klicks, und die Tore zur Steuerersparnis scheinen weit offen. Es ist das große Ding in den sozialen Netzwerken. Die „Spardosen GmbH“.
Die Spardosen GmbH, manchmal auch Trading GmbH genannt, ist eine normale Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Sie hat vor allem den Zweck, das eigene Vermögen zu verwalten. Dazu können Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen ebenso gehören wie Aktien.
Das Grundprinzip wirkt denkbar einfach. Das Vermögen wird in die GmbH eingebracht oder dort aufgebaut. Gewinne können in der Gesellschaft bleiben und weiter investiert werden. Zur „Spardose“ wird das Konstrukt dann, wenn das Geld nicht laufend entnommen wird. Motiviert für dieses Konstrukt sind Aktienanleger, die sich über 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag ärgern.
Steuern sparen – zunächst
Der Social-Media-Trend ist längst in Fachkreisen angekommen. „Wir hatten danach immer den Eindruck, dass sich die Spardosen GmbH bei Aktien für jeden lohnt“, sagt der Heidelberger Steuerberater Tobias Staat. „Das ist jedoch – hier sprechen wir aus langjähriger Erfahrung in diesem Bereich – keineswegs der Fall.“
Staat erklärt das Prinzip der Spardosen GmbH: „Indem steuerpflichtiges Vermögen in einer GmbH gebündelt wird, sollen Steuervorteile dieser Rechtsform bei bestimmten Kapitalanlagen den privaten oder betrieblichen Vermögensaufbau beschleunigen. Die Besteuerung der GmbH und ihres Gesellschafters verläuft getrennt voneinander.“
Über eine GmbH kann in Aktien investiert werden. In diesem Fall greift die Abgeltungsteuer auf Gewinne nicht. 95 Prozent bleiben damit zunächst steuerfrei. Die GmbH versteuert die restlichen Kapitalerträge mit einem Steuersatz von circa 30 Prozent, der abhängig von der Gemeinde variieren kann. Damit reduziert sich der Steuersatz auf 1,5 Prozent. Eine Zahl, die Anleger ganz offensichtlich elektrisiert.
Bei Ausschüttungen muss gezahlt werden
Es ist aber nur eine zeitliche Verschiebung. Denn wenn die Gewinne der Spardosen GmbH an den Gesellschafter ausgeschüttet werden, fallen auch hier danach weitere Steuern an. Da sich die Gesamtsteuerbelastung so über zwei Stufen erstreckt, halten manche die Spardosen GmbH sogar für gänzlich unattraktiv.
Den Vorteil des Spardosen-Konstrukts erklärt der Steuerberater Staat so: Aufgrund der beschriebenen Kumulation der anfallenden Ertragsteuern über zwei Ebenen hinweg könne sich eine Spardosen GmbH langfristig nur lohnen, wenn die zweite Besteuerungsebene zeitweise umgangen werde. „Das bedeutet konkret, dass eine Gewinnausschüttung der Spardosen GmbH an ihren Gesellschafter so lange wie möglich vermieden werden muss“, sagt der Fachmann. „Denn nur solange keine Ausschüttung stattfindet, werden aufgrund der besonderen Besteuerung von Aktien und Aktienfonds Steuerstundungseffekte genutzt.“ Hier greift auch das lukrative Prinzip des Zinseszinses.
Das Modell hat aber auch bedenkenswerte Tücken. Veräußerungsverluste bei Aktien sind in der GmbH steuerlich nicht abzugsfähig. Zudem sind Dividenden abweichend von Veräußerungsgewinnen im Regelfall voll steuerpflichtig und nur in Ausnahmefällen zu 95 Prozent steuerfrei.
Kostenintensiv
Dazu kommt, dass die GmbH durchaus kostenintensiv sein kann, da die Bilanzierungs- und Publizitätspflichten zu beachten sind, die sich auf mehrere Tausend Euro belaufen können. Daher ist auch klar, dass sich der Aufwand für eine solche GmbH erst bei einer gewissen Höhe des Anlagevolumens rechnet. Die Entscheidung ist natürlich individuell, aber mehrere Hunderttausend Euro sollten es schon sein.
Wichtiges Detail zudem: „GmbH-Anteile mit hohen Wertpapiervermögen an die nächste Generation zu verschenken oder zu vererben, kann schwierig werden“, sagt Steuerberater Staat. Hintergrund dessen sei der sogenannte Verwaltungsvermögenstest (§ 13b Abs. 2 Satz 2 ErbStG). Denn Wertpapiere zählen als Verwaltungsvermögen.
Übersteige dieses die gesetzlichen Quoten, entfalle die erbschaft- und schenkungsteuerliche Privilegierung für die Anteile an der Spardosen GmbH vollständig. Sollen die Anteile an die nächste Generation übertragen werden, könnten so Erbschaft- oder Schenkungsteuer auf das gesamte Vermögen anfallen.
Trade Republic mit eigenem Angebot für GmbHs und UGs
Die Berliner Bank Trade Republic hat sich des Themas übrigens mit einem eigenen Produkt angenommen. Sie bietet inzwischen ein neues Kontomodell für GmbHs und haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaften (UGs). Unter dem Namen „Trade Republic Private Holdings“ kann Vermögen deutscher GmbHs und UGs nun zu gleichen Konditionen wie für Privatanleger angelegt werden.
„Milliarden liegen in deutschen Holdings und arbeiten kaum“, hatte Trade-Republic-Gründer und Geschäftsführer Christian Hecker das neue Produkt begründet. Das wolle seine Bank nun ändern. Die Zielgruppe sind alleinige Eigentümer oder Gesellschafter einer deutschen GmbH oder UG. Solche Gesellschaften werden nicht zwingend für produzierende Unternehmen gegründet, sondern dienen auch vielen Privatleuten als Vehikel der Vermögensaufbewahrung.
Ein Vorteil dieser Gesellschaftsform, so Trade Republic, sind steuerliche Regeln, die Aktiengewinne nur mit 1,5 Prozent besteuern, wenn die Erträge in der Holding bleiben. Prinzip Spardose eben.
Nach 14 Monaten stehen alle drei F.A.Z.-Musterstrategien von Christoph Scherbaum deutlich im Plus. Ein Blick hinter die Zahlen zeigt, wie sie auf die anstehende Berichtsaison vorbereitet sind.
Von Christoph Scherbaum
Eigentlich dürfte es diese Börse nicht geben. Trotz Anleihe-Ausverkaufs, steigender Zinsen und hoher Ölpreise markierten S&P 500 und der Nasdaq 100 in den vergangenen Tagen neue Rekordhochs. Nun beginnt die Berichtsaison, und die Latte hängt hoch: Im dritten Quartal erwarten Analysten für die im S&P 500 gelisteten Konzerne ein Gewinnplus von über 30 Prozent. Auch für unsere drei Musterdepots wird es in den kommenden Tagen ernst: Mit Johnson & Johnson, ASML, LVMH, SAP und Tesla legen mehrere der größten Positionen ihre Quartalszahlen vor.
„Wachstum 10“ – ein ehrliches Depot
Ein Depotwert von 32.912 Euro und ein ausgewiesenes Plus von knapp zehn Prozent: Dahinter arbeitet ein Depot, das im Stillen ordentlich verdient. Johnson & Johnson führt mit plus 54 Prozent, der Pharmakonzern legt nun Zahlen vor und hat die Messlatte durch seinen Lauf selbst hoch gehängt. Der iShares Core MSCI World trägt mit plus 25 Prozent die breite Basis, die Allianz steuert plus zwölf Prozent bei – ein Versicherer, der von höheren Anleiherenditen eher profitiert, als darunter zu leiden. Microsoft hat die Verlustzone verlassen (plus sieben Prozent), Nestlé und Linde schleichen mit jeweils fünf Prozent voran. Das sind keine Renner, aber Verlässlichkeit verlangt Geduld.
Der Sorgenfall heißt weiterhin SAP: minus 19 Prozent, immerhin deutlich weniger als im Sommer, und auch charttechnisch hat sich das Bild aufgehellt. Denn der Kurs liegt klar über der 200-Tage-Linie. Am 21. Oktober wird sich zeigen, ob der Softwarekonzern seine Cloud-Dynamik gegen die Zinsangst verteidigt.
Mein Fazit: „Wachstum 10“ ist nach knapp 14 Monaten ein solides, kein spektakuläres Depot, dafür ohne Klumpenrisiko: Keine Position wiegt mehr als 16 Prozent. Bei SAP würde ich vor den Zahlen weder nachlegen noch verkaufen.
„Zukunft 20“ – Die Rally und ihr Preis
35.907 Euro Depotwert, plus 20 Prozent Gesamtperformance. Das Depot hat den Sommer genutzt: ein Gewinn von 6545 Euro, getragen von einer Technologiebörse, die auf Rekordniveau notiert. Crowdstrike, der Cybersecurity-Spezialist, notiert nahe seinem Allzeithoch und weist mit plus 168 Prozent die beste Performance im gesamten Depot aus. Ein Gewinn von rund 2479 Euro.
Nvidia bestätigt mit plus 33 Prozent seine Rolle als verlässlicher KI-Anker, der ETF auf den Nasdaq 100 liefert plus 34 Prozent. Shopify hat die Wende längst geschafft und steht bei plus 28 Prozent, Tesla hat mit plus 21 Prozent aufgeholt, und auch der iShares-Digital-ETF notiert mit plus zwölf Prozent im Plus. Auf der Schattenseite: Ørsted steht mit minus 38 Prozent weiter tief im Minus. Steigende Zinsen sind Gift für kapitalintensive Projektentwickler, und genau diese Zinsen ziehen an. Der Preis der Rally: Sechs der acht Positionen – zusammen 86 Prozent des Depotwerts – hängen an Technologie und Wachstum.
Mein Fazit: Alle Titel bleiben im Depot. Kein Wechsel. Dass Ørsted im Minus verharrt, während Technologiewerte Rekorde feiern, zeigt, wie unterschiedlich sich vermeintlich ähnliche Wachstumswerte entwickeln. Die Strategie funktioniert im Kern, die Schwankungsbreite bleibt hoch.
„Ausgewogen 15“ – Wie ausgewogen ist ein Depot an zwei Fäden?
41.589 Euro, plus 39 Prozent: „Ausgewogen 15“ bleibt der Primus. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass der Name ein Versprechen ist, das die Zahlen es aber nur halb halten. ASML mit plus 153 Prozent und Alphabet mit plus 80 Prozent machen zusammen knapp 40 Prozent des Depotwerts aus und steuern mehr als drei Viertel des Gewinns bei.
Entsprechend aufmerksam wird der Mittwoch erwartet. ASML hat die Umsatzprognose für 2026 in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, zuletzt auf 43 bis 45 Milliarden Euro. Bei einem Kurs, der so viel Gutes längst vorwegnimmt, bleibt wenig Platz für Enttäuschungen. Am Donnerstag legt wiederum mit TSMC der größte Chipauftragsfertiger der Welt nach.
Die zweite Reihe kann sich aber auch sehen lassen: Der Xtrackers-Emerging-Markets-ETF kommt auf plus 42 Prozent, Coca-Cola und der Clean-Energy-ETF auf je plus 31 Prozent, Novartis auf plus 22 Prozent und Schneider Electric auf plus 21 Prozent. Die Nachzügler sind Telekom und LVMH mit jeweils minus 20 Prozent. Beim Luxuskonzern schlägt die Stunde der Wahrheit, wenn der Umsatz des dritten Quartals vorliegt. Die Telekom enttäuscht als vermeintlich defensiver Dividendenwert. Hier dürften steigende Renditen mitspielen, denn wenn Anleihen wieder mehr abwerfen, verliert die Dividendenaktie an Reiz.
Mein Fazit: „Ausgewogen 15“ ist ausgewogen im Aufbau, aber zuletzt nicht in der Wirkung. Die gute Nachricht: Mit rund elf Prozent Liquidität über den Geldmarkt-ETF – gut 4.470 Euro – bleibt Spielraum. Ich würde nach den ASML-Zahlen darüber nachdenken, einen Teil der Gewinne zu realisieren und die Konzentration zu senken.
Keines der drei Depots ist für das nächste Quartal gebaut, sondern für Jahre, und jedes folgt seiner eigenen Logik. Nach knapp 14 Monaten stehen alle drei im Plus. Die kommenden Wochen werden Antworten liefern, einzelne Positionen mögen schwanken. Der Weg bleibt derselbe, und er sieht, bei aller Unruhe an den Märkten, gut aus.
Ein Bausparvertrag kann laut Finanzanalyst Daniel Walther als Versicherung gegen steigende Zinsen bei der Anschlussfinanzierung sinnvoll sein. Sinnvollste Nutzung ist die Darlehensphase mit garantiertem Zins, der meist unter den Bankzinsen für Immobiliendarlehen liegt. Die Sparphase ist dagegen kein gutes Geschäft, weil Guthabenzinsen zum Teil nur 0,01 Prozent betragen und eine Abschlussgebühr anfällt. Der Preis der Absicherung sind die entgangenen höheren Zinsen, zudem braucht der Bausparer zusätzliche Mittel. Für kürzere Zeiträume bietet sich eher ein Forward-Darlehen der Bank an.
Als Versicherung gegen höhere Zinsen kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein. dpa
Ein Gutachten lohnt sich für Erben, die Immobilien verkaufen. Der Bundesfinanzhof entschied, dass Finanzämter und Gerichte ein plausibles Sachverständigengutachten zum niedrigeren gemeinen Wert nicht allein wegen eines späteren höheren Verkaufspreises ablehnen dürfen. Im Streitfall setzten Finanzamt und Finanzgericht für verkaufte Grundstücke 900.000 Euro statt gutachterlicher 515.000 Euro an. Einem solchen Gutachten sei in aller Regel zu folgen. Ein höherer Kaufpreis rechtfertige keinen höheren Steuerwert, weil das Bewertungsgesetz dafür keine Rechtsgrundlage biete. Die Kosten eines qualifizierten Gutachters können sich daher lohnen.
Wer Bitcoin langfristig hält oder vererben will, muss laut Wolfgang Amadeus Vitale von Bitcoin Suisse nichts überstürzen, sollte aber vorsorgen. Quantencomputer könnten eines Tages bei Beständen mit sichtbarem öffentlichem Schlüssel den geheimen Schlüssel errechnen und Bitcoin unbefugt übertragen. Eine solche Maschine gibt es heute nicht, ein verlässliches Datum lässt sich nicht nennen. Bei einer Umstellung müssten Bestände voraussichtlich aktiv auf neue Adressen übertragen werden, wobei das Verwahrmodell bestimmt, wer dies ausführen und freigeben darf. Anleger sollten daher Verwahrung, Vollmachten und Nachlassregelungen für digitale Vermögenswerte klären.
Die Sicherheit bestimmter Bitcoin-Bestände hängt langfristig von einer rechtzeitigen Umstellung auf quantensichere Verfahren ab. Reuters
Der Tec-Dax zeigt laut dem Technischen Analysten Achim Matzke unter den deutschen Auswahlindizes das beste Bild. Während steigende Anleiherenditen und anstehende Leitzinsanhebungen viele Aktienindizes belasten, gewinnen moderater bewertete Indizes an relativer Stärke. Seit Jahresanfang 2026 liegt der Tec-Dax mit plus 13,17 Prozent vor S-Dax, Dax und M-Dax, wozu das Ende der Kursschwäche von SAP beiträgt. Auch Infineon, Siemens Healthineers und Qiagen zeigen technische Verbesserungen. Der Index steuert nach einem übergeordneten Kaufsignal das nächste Etappenziel von 4600 Punkten an.
Levi Strauss muss den Konzernumbau unter Konzernchefin Michelle Gass in nachhaltiges Wachstum übersetzen, denn die Aktie liegt seit dem Börsengang 2019 im Minus. Die starken Zahlen des dritten Quartals profitierten erheblich von Zollrückerstattungen, ohne die der „bereinigte “Gewinn je Aktie bei etwa 37 statt 48 Cent gelegen hätte. Schwach entwickeln sich der Direktvertrieb und das US-Geschäft. Trotz angehobener Jahresprognose reagiert die Börse kühl und mehrere Analysten kürzen ihre Kursziele. Entscheidend ist, ob dauerhaft stärkeres Wachstum entsteht, nicht nur ein vorübergehend höherer Gewinn.
Der Mobilfunkanbieter Jio, Teil des Reliance-Konzerns von Mukesh Ambani, geht am 21. Oktober in Mumbai an die Börse und soll Indiens bisher größte Neuemission werden. Anleger erhalten damit erstmals direkten Zugang zur Digitalisierung des Landes, ohne wie bei Reliance das Geschäft mit Öl und Chemie mitzukaufen. Jio profitiert von den Ausgaben seiner Mobilfunkkunden und erschließt mit günstigen 4G-Tastenhandys wie „Jio-Bharat“ die Landbevölkerung. Der Gewinn stieg zuletzt etwas langsamer als zuvor um 15 Prozent.
Die EU-Kommission ist mit ausstehenden Anleihen von 860 Milliarden Euro einer der größten Schuldner der Staatengemeinschaft. Trotz höherer Emissionen schrumpfte der Renditeabstand zur Bundesanleihe zunächst, was laut Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran zeigt, dass der Euroraum als sicherer gilt als seine Mitgliedstaaten. Subran beklagt strukturelle Mängel, etwa fehlende Aufnahme in wichtige Staatsanleihenindizes. Von 2028 an sollen die Corona-Kredite getilgt werden, doch laut Pimco-Portfoliomanager Konstantin Veit rechnet der Markt mit fortlaufender Emission. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft fordert deshalb ein dauerhaft verfügbares Kreditinstrument.
Am Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel: Erlebte die EU mit der Ausgabe gemeinsamer Schulden einen „Hamilton-Moment“? AFP
Übersteigen die steuerlichen Aufwendungen eines Fonds (Abschreibungen inkl. Sonderabschreibungen, Finanzierungszinsen, Bewirtschaftungskosten, Verwaltungskosten) die steuerlichen Einnahmen (Mieterträge, Guthabenzinsen o. Ä., sogenannter Werbungskostenüberschuss), entstehen Verluste, die den Fondsanlegern zugewiesen werden. Das ist typischerweise in der Anlaufphase eines geschlossenen Fonds der Fall. Die Anleger können diese Verlustzuweisungen mit anderen, positiven Einkünften verrechnen.
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