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Klumpenrisiken und wie man ihnen (nicht) entgeht
Anleger sind verunsichert: Ist KI doch nur eine Blase, wie es einst Dotcom war? Selbst wenn es das nicht ist, ein Klumpenrisiko ist stets vorhanden. Aber Geduld zahlt sich immer aus.
Jeder Anlagestratege predigt gebetsmühlenartig: Diversifizieren Sie Ihre Investments möglichst breit. Das ist sicherlich das Mittel der Wahl, wenn einem mehrere Millionen Euro Vermögen zur Verfügung stehen. Aktien hier, Anleihen da, ein bisschen Gold, ein paar Bitcoin und noch ein wenig Private Debt für die Rendite.
Nur hat nicht jeder Anleger ein paar Millionen Euro auf der hohen Kante. Bei manchen sind es „nur“ ein paar Hundert- oder gar nur zehntausend Euro. Da wird es mit der Diversifikation schon schwieriger. Aktien sind möglich, ETF sowieso. Aber hochvolatile Bitcoin oder Anleihen, die häufig nur in großen Stückelungen von 50.000 Euro oder mehr begeben werden, scheiden aus. Und Private Debt – obwohl sich der Markt etwas öffnet – bleibt den sogenannten Affluents, die sechsstellige Summen zur Verfügung haben, verschlossen.
Wie also diversifizieren? Auch ETF eignen sich nur bedingt. Denn wo die Indizes stehen, das bestimmen die Schwergewichte an der Börse entscheidend mit. Und das sind eben jene, die an der Börse gerade kritisch beäugt werden: Etwa SAP im Dax. Die Aktie mit einem Börsenwert von derzeit 208 Milliarden Euro liegt seit Jahresbeginn 16 Prozent im Minus. Ähnliche Beispiele gibt es in den USA unter den ehemals „glorreichen Sieben“.
Anleger kleinerer oder mittlerer Beträge können an den Märkten dem Klumpenrisiko kaum entkommen. Denn ein Crash wird sich kaum auf eine Börse oder eine Branche beschränken. Hoffnung macht stets nur die langfristige Perspektive. Auf Sicht von Jahrzehnten haben Aktienanleger immer gewonnen, wenn sie sich nicht auf einen hochgejubelten Einzelwert gestürzt haben, sagen wir auf Wirecard oder auch Enron.
Bleiben Sie hoffnungsfroh und im Falle des Falls geduldig!
Außer Spesen... Blickt man auf die Veränderung des F.A.Z.-Index seit dem vergangenen Dienstag ist das, was einem einfällt. In den USA gab es noch ein paar Verluste hinzu. Warum sich Deutschland besser hält, ist klar. Zweifeln Anleger am Segen von KI, trifft es Deutschland weniger. Ist das positiv? Das ist eine andere Frage. Gold erwischte es auch und die Lage sieht grüner aus, als sie ist. Gold WAR mal ein Sicherheitsinvestment. Nach dem starken Preisanstieg ist es eher eine Risikoanlage. Zu viel Geld, zu wenig Werte? Es lohnt sich, darüber nachzudenken. (mho.)
Untervermietung: BGH: Wer eine Wohnung nur zur Gewinnerzielung untervermietet, hat keinen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters. Im Berliner Fall (460 € kalt, Weitervermietung für 962 €) blieb die Revision erfolglos; persönliche Gründe können Untervermietung rechtfertigen, Geschäftsideen nicht (BGH, 28.01.2026, VIII ZR 228/23).
Diskriminierung durch Makler: BGH: Ein Makler kann nach dem AGG haften, wenn er wegen eines ausländisch klingenden Namens Besichtigungen verweigert. Vergleichsanfragen sind zulässig; 3000 € Entschädigung wurden bestätigt (BGH, 29.01.2026, I ZR 129/25).
In Los Angeles füllen Ehrenamtliche Tüten für die Not, während die eigentliche Armutsgrenze längst dort verläuft, wo Arbeit zwar zählt, aber Zeit und Kinderbetreuung unbezahlbar werden. EPA
Dr. Copper misst hohes Fieber. Der Kupferpreis gilt als wichtiger Indikator für die Gesundheit der Weltwirtschaft. Zuletzt ist er stark angestiegen. Was ist da los?
Service
Steuertipp: Die Steuererklärung wird komplizierter
Am Schreibtisch wirkt Steuer 2025 noch wie Belegsortieren, die neue Zeile 37 verlangt vor allem eine saubere Begründung.Picture Alliance
In der Einkommensteuererklärung 2025 wird der Mantelbogen (offiziell Hauptvordruck ESt 1 A) wichtiger, weil die neu gefasste Zeile 37 „ergänzende Angaben“ jetzt per Kennziffer konkretisiert. Steuerpflichtige müssen angeben, warum sie zusätzliche Hinweise machen: 1 bei steuererheblichen Sachverhalten, die noch nicht vollständig erklärt werden können (etwa fehlende Bankdaten zu Kryptoeinkünften), 2 bei bewusster Abweichung von der Auffassung der Finanzverwaltung (z.B. BFH-Rechtsprechung trotz Nichtanwendungserlass), 3 wenn eine manuelle Prüfung durch einen Finanzbeamten gewünscht ist, 4 bei mehreren Gründen.
Das erleichtert der Behörde die Fallauswahl im Massenverfahren und deutet auf ein verfeinertes Risikomanagement hin. Wer eine relevante Abweichung nicht korrekt kennzeichnet, kann sich dem Vorwurf unrichtiger oder unvollständiger Angaben aussetzen, im Extremfall mit strafrechtlicher Dimension.
Daher die Empfehlung: Für 2025 Zeile 37 gezielt prüfen, die aktuelle Verwaltungsauffassung einordnen und im Zweifel Steuerberater oder verbindliche Auskunft nutzen. Quelle: Marcus Geuenich, Rechtsanwalt und Partner bei EY.
Selbst schlaumachen: Lebensversicherungsrendite
Illustration: Katharina Hofbauer
Versicherungsgesellschaften geben als Rendite einer Kapitallebensversicherung stets die Anlagerendite ohne Berücksichtigung von Provisionen, Verwaltungskosten und Risikoanteilen an. Mit diesem Rechner lässt sich die Beitragsrendite ermitteln, also das, was die Versicherung wirklich einbringt.
Dienstag, 17. Februar: Das ZEW–Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung veröffentlicht die Konjunkturerwartungen.
Dienstag, 17. bis Mittwoch, 18. Februar: Feiertagsbedingt bleiben die Börsen in China, Südkorea und Singapur geschlossen. In China bleibt die Schließung bis Ende der Woche bestehen.
Donnerstag, 19. Februar: Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht den Monatsbericht für Februar, indem sie die Wirtschaftslage in Deutschland um die Jahreswende erläutert.
Freitag, 20. Februar
: Der Bundesgerichtshof verhandelt die Frage der Zuständigkeit der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer für eine Balkonsanierung trotz Übertragung der Erhaltungslast auf die einzelnen Wohnungseigentümer.
Montag, 23. Februar: Das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlicht seinen Geschäftsklima-Index für Deutschland.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Kryptoanlagen
Kryptoanlagen sind nach dem Stand der Technik nicht fälsch- und duplizierbare Werteinheiten innerhalb einer Blockchain. Sie können, auch gegen konventionelles Geld, erworben und gehandelt werden. Die sich so verändernden Preise ermöglichen es, damit Gewinne und Verluste in der Werteinheit zu erzielen. Diese können in andere Kryptoanlagen oder konventionelles Geld überführt werden.
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Last, not least: EZB will Euro-„Sicherheitsnetz“ global ausbauen
In turbulenten Marktphasen soll ein erweitertes Euro-Liquiditätsnetz helfen, Engpässe abzufedern und den Zahlungsverkehr zu stabilisieren.Frank Röth
Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Zugang zu ihrem Euro-Liquiditäts-Backstop ausweiten und daraus ein global verfügbares, dauerhaftes Instrument machen. Ziel ist es, die internationale Rolle des Euro zu stärken.
Hinter dem technisch klingenden Begriff steckt im Kern ein Sicherheitsnetz: In Krisenzeiten kann Euro-Geld im globalen Finanzsystem knapp werden. Wenn Zentralbanken dann schwer an Euro-Liquidität kommen, kann das Stress an den Märkten verstärken. Mit einem global angelegten Sicherheitsnetz soll es für Zentralbanken leichter werden, bei Bedarf an Euro zu gelangen und so Zahlungsverkehr und Finanzstabilität zu stützen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat das keine unmittelbaren Folgen. Es ist Währungspolitik mit Langzeitwirkung: Je verlässlicher der Euro auch in turbulenten Phasen ist, desto eher wird er international genutzt und als stabile Reservewährung wahrgenommen.