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Dienstag, 18.08.2026 | Zur Online-Ansicht
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Frankfurter Allgemeine
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Machen Sie es wie die ETF-Profis!
Sie verwalten Ihr eigenes ETF-Portfolio und haben schon entschieden, wie Sie Ihr Vermögen regional und thematisch aufteilen? Dann beginnt die Suche nach den Produkten. Je nach Broker oder Bank kann sie viel Zeit und Nerven kosten. Orientierung bietet ein Blick darauf, was Profis tun. In dieser Ausgabe finden Sie eine Liste der Top-Ten-Produkte, in die Vermögensverwalter für ihre Kundschaft investiert haben.
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Sarah Speicher-Utsch
Redakteurin in der Wirtschaft.
Plus Sign Folgen
Die Studie „Trendmonitor 2025“ hat 56.000 reale Kundendepots von 121 unabhängigen Vermögensverwaltern untersucht. Das Ergebnis: Die Profis setzen auf große börsengehandelte Fonds – und natürlich auf niedrige Gebühren. Denn ein wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass Depots, die konsequent auf Einzeltitel und kosteneffiziente ETF setzen, gegenüber klassischen Fonds eine signifikante Mehrrendite erzielen.
Dass dagegen Aktivismus ein Renditekiller ist, mag keine neue Erkenntnis sein, aber doch eine Mahnung, die man nicht oft genug wiederholen kann: Wer viel umschichtet, verliert Rendite. Und auch komplexe Produkte kosten mehr, als sie bringen.
Also gilt: Setzen Sie auf günstige, große ETF namhafter Emittenten. Und vergessen Sie die Schwellenländer nicht. Besonders jetzt nicht: Die Vermögensverwalter haben diesen den Vorzug vor noch mehr MSCI World gegeben. Auch das ist eine Mahnung: Vermögen sollte man wirklich breit streuen.
Handeln Sie wie die Profis!
Ihre Sarah Speicher-Utsch
Welche Rolle spielen ETF bei Ihnen? Wann kaufen Sie Einzeltitel? Und wie halten Sie es mit den Schwellenländern? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
 
 
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Geldanlage auf einen Blick
 
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Markt-Rückblick
 
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F.A.Z.-Musterstrategien
 
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Tagesgeld: Angebote für Neukunden
 
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Welche ETF die Profis kaufen
 
Märkte inside
 
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Heißer Sommer – brennen bald auch die Märkte?
 
Podcast
 
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Was an der Börse trägt – ein Jahr Musterstrategien
 
Vermögen und Vorsorge
 
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Wie sinnvoll ist „Value Investing“?
 
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Wenn der Streit um das Haus eskaliert
 
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So setzen Kinder die Pflege der Eltern richtig von der Steuer ab
 
Investieren
 
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Wie Italiens Großbank den deutschen Bankenmarkt aufmischt
 
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Wenn Börsenhüllen wieder leben
 
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Radikaler Wandel für Unternehmensanleihen
 
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Der Aufschwung am Aktienmarkt liefert neue Chancen
 
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An der Brüsseler Börse wird die Luft dünner
 
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Wort der Woche: No-Load-Fonds
 
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Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
 
 
Geldanlage auf einen Blick
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Markt-Rückblick
 
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Zusehends geht dem Aktienmarkt die Puste aus. Und weil der deutsche immer ein wenig nachläuft, tut er es auch diesmal. Gold scheint dagegen noch ein wenig Rückenwind zu haben. Insgesamt geht es dem September entgegen, der oft als Börsenmonat etwas schwieriger ist.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
F.A.Z.-Musterstrategien
Ein Jahr ist es her, seit die Musterstrategien gestartet sind. Erstmals nun haben wir auch Risiko-Rendite-Kennziffern berechnet. Die Sharpe-Ratio misst die Überrendite im Vergleich zu einer sicheren Anlage, geteilt durch das Risiko. Je höher, desto besser.  Ein höherer Wert bedeutet ein besseres Verhältnis von Gewinn zu Risiko. Die Sortino-Ratio als Weiterentwicklung misst die Überrendite im Verhältnis nur zum Abwärtsrisiko und der maximale Drawdown den größten prozentualen Verlust zwischen einem Hoch und einem Tief. Kräftig durchgewirbelt wurde das F.A.Z.-Fundamentalportfolio – Resultat des jährlichen Rebalancings.
Zu den F.A.Z.-Musterstrategien
 
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„An den Börsen fährt man mit Standard-Index-ETF immer noch sehr gut. Nur eine Musterstrategie schnitt über ein Jahr risikoadjustiert besser ab als das ‚Wunderportfolio‘ der Sonntagszeitung. Scherbaums ‚Ausgewogen‘-Portfolio hat sich außergewöhnlich gut entwickelt. Ein Jahr ist indes eher ein kurzer Zeitraum. Insofern sollte man auch die Kennziffern nicht überinterpretieren.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
 
 
Zu den Musterportfolios
Tagesgeld: Angebote für Neukunden
Hohe Tagesgeldzinsangebote von Banken, die diese zur Neukundengewinnung für die Dauer von einigen Monaten anbieten, stoßen oft auf negative Reaktionen. Schließlich müssen die neuen Kunden als Bestandskunden anschließend wesentlich niedrigere Zinsen akzeptieren. Oder aber, sie schauen sich dann nach neuen Top-Zins-Angeboten um. Man spricht dabei vom Tagesgeld-Zinshopping.
Eine Studie der FMH-Finanzberatung zeigt über die vergangenen vier Jahre, was „Zinshopper“ bei Anlagebeträgen von 50.000 Euro gegenüber Kunden an Zinsen vereinnahmt hätten, die bei ihren Direkt- oder Filialbanken geblieben waren. Mit 6744 Euro war der Ertrag eines Zinshoppers in diesen vier Jahren um ein Vielfaches höher. Direktbankkunden mussten sich im Vergleich mit 1567 Euro, Filialbankkunden gar mit gerade einmal 797 Euro bescheiden.
 
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
„Dass es sich lohnen kann, immer wieder neue zinsstarke Tagesgeldkonten zu eröffnen, ist eigentlich klar. Doch die Zahlen von FMH zeigen eine ganz neue Dimension: Faktor vier gegenüber Direkt- und Faktor acht (!) gegenüber Filialbanken. Da lässt sich nur sagen: Untreue wird belohnt.“
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
Zu den Finanzrechnern
 
 
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Artikel der Woche
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Welche ETF die Profis kaufen
Neu: Schwellenländer-ETF sind bei Vermögensverwaltern beliebt. Picture Alliance
Welche ETF die Profis kaufen
Von Sarah Speicher-Utsch
ETF boomen und Vermögensverwalter setzen verstärkt auf kostengünstige Fonds. Ein Produkt klettert innerhalb eines Jahres auf Platz zwei der Top Ten – und überholt den MSCI World.
Im Juli steckten Anleger so viel neues Geld in ETF wie noch nie. Fast 363 Milliarden Dollar flossen nach Daten des größten Vermögensverwalters der Welt, Blackrock, global in börsengehandelte Fonds (ETF). Vor allem Aktien-ETF kauften Anleger schon den dritten Monat in Folge verstärkt.
Der ETF-Markt in Europa erzielte mit erstmals mehr als 50 Milliarden Euro an Nettozuflüssen das stärkste Monatsergebnis seiner Geschichte. „Der anhaltende Trend bleibt bestehen und zeigt deutlich, wie etabliert ETF mittlerweile über alle Anlegertypen hinweg sind“, sagt dazu Claus Hecher, Leiter des ETF-Vertriebs in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den nordischen Ländern bei BNP Paribas Asset Management.
ETF schlagen Investmentfonds
Immer mehr Vermögensverwalter kaufen für ihre Kunden ETF und ETC (börsengehandelte Rohstoffe). Auch wegen der niedrigen Kosten. Fast ein Drittel der durchschnittlichen Depotpositionen machten diese zum Jahresende 2025 aus. Ende 2024 waren es erst 20 Prozent, 2023 nur 16 Prozent, zeigt eine Studie des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) und der Softwareplattform für digitale Vermögensverwaltung, QPLIX. Damit haben klassische Investmentfonds in der unabhängigen Vermögensverwaltung an Bedeutung verloren, auch wenn sie immer noch die Depots dominieren. Einzeltitel kommen auf rund elf Prozent.
Die Direktinvestitionsquote bietet den größten Renditehebel: „Depots, die konsequent auf Einzelaktien, Direktanleihen und kosteneffiziente ETF setzen, erzielen eine signifikante Mehrrendite von durchschnittlich 1,74 Prozentpunkten pro Jahr gegenüber klassisch gemanagten Publikumsfonds“, heißt es in der Studie. Renditekiller sei dagegen hektischer Aktivismus. Umschichtungsquoten von mehr als 50 Prozent kosteten im Durchschnitt gut einen Prozentpunkt Rendite. Außerdem warnen Fachleute vor komplexen Produkten wie Zertifikaten oder Dachfonds. Diese belasteten die Wertentwicklung um mehr als zwei Prozentpunkte.
Gold-ETC der Deutschen Börse baut seine Spitzenstellung sogar aus
Der Spitzenreiter war auch im Jahr 2025 der Xetra-Gold-ETC der Deutschen Börse. Dieser steckt weiter in rund 15.800 Portfolios. Der ETC bildet den Goldpreis über eine Inhaberschuldverschreibung ab, die einen Lieferanspruch auf physisches Gold verbrieft. Statt einer Verwaltungsgebühr berechnet der ETC eine jährliche Lagergebühr von 0,3 Prozent, zuzüglich der Mehrwertsteuer.
 
Aufsteiger: Schwellenländer-ETF von Xtrackers auf Platz zwei
Auf Platz zwei der zehn beliebtesten ETF steht ein Neuling mit einer ganz anderen Anlagedestination. Der Xtrackers MSCI Emerging Markets-ETF investiert in Schwellenländer und war Ende 2025 in mehr als 7100 Depots enthalten. Damit verdrängte er den iShares ETF auf den S&P 500 von Platz zwei.
Allerdings, so vermerkt die Studie, habe der Schwellenländer-ETF eine niedrige Gewichtung. In drei Viertel der Depots kommt er auf einen Anteil von weniger als 8,5 Prozent. Schwellenländer-Aktien dienen oft als Beimischung, um regionale Abhängigkeiten zu begrenzen.
Der Xtrackers-ETF investiert in Dollar über den Index MSCI Emerging Markets in fast 1200 Aktien aus 20 Schwellenländern. Mit einem Fondsvermögen von mehr als 14 Milliarden Dollar ist er der größte Schwellenländer-ETF, den man in Europa kaufen kann.
 
Größte Position war Ende Juli der Halbleiterhersteller TSMC mit einem Gewicht von 15 Prozent. Dahinter folgen Samsung mit 6,6 Prozent und der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix mit gut fünf Prozent. Im Jahr 2025 kam der 2017 aufgelegte ETF auf eine Rendite von 19 Prozent. Seit Jahresanfang 2026 stieg der Kurs um mehr als 26 Prozent (Stand 17. August). Im Jahr 2024 legte er um 14 Prozent zu, 2023 um knapp sechs Prozent.
MSCI World rutscht ab
Auch der dritte Rang hat gewechselt. Statt des MSCI World ETF von iShares steht dort nun der iShares Core MSCI Europe. Er ist der größte ETF, der diesen Index nachbildet und findet sich in fast 4200 Depots. Der MSCI Europe Index bietet Zugang zu den größten und liquidesten Unternehmen aus den europäischen Industrieländern.
Auf Platz zehn schaffte es ein weiterer MSCI Europe ETF. Der iShares MSCI Europe SRI ETF kommt in gut 2400 Depots vor. SRI steht hier für den Zusatz „Socially Responsible Investing“ – also sozial verantwortliches Investieren. Berücksichtigt werden nur Unternehmen, die im Vergleich zur Konkurrenz ein hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) aufweisen und bestimmte Kriterien hinsichtlich des Klimaschutzes erfüllen.
Mit dem Aufstieg des MSCI Europe fällt der MSCI World, der nur Aktien aus Industriestaaten enthält und mit mehr als 70 Prozent klar von US-Titeln dominiert wird, auf Platz vier hinter Gold, Schwellenländeraktien und europäischen Unternehmen. „Die Sorge vor Handelsbarrieren führte zu einer temporären Flucht aus US-Werten und bescherte dem europäischen Heimatmarkt ein überraschendes Comeback“, erklären die Studienautoren.
Wichtig ist der MSCI World noch immer. Die Anzahl der Depots, in denen er enthalten ist, hat sich sogar auf mehr als 3400 erhöht. Die Profis setzen also nicht weniger auf den MSCI World, sondern bilden stärker regionale Schwerpunkten.
 
 
Märkte inside
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Schlaglicht / Neu
 
Heißer Sommer – brennen bald auch die Märkte?
Die Märkte wirken erstaunlich robust. Doch das Fundament ist fragiler, als die Rekorde vermuten lassen. Öltransportwege, Inflation und KI-Investitionen könnten schon bald für deutlich heftigere Ausschläge sorgen.
Gastbeitrag Von Martin Lück
Die Börsen haben den geopolitischen Schock dieses Sommers erstaunlich schnell weggesteckt. Der Dax markiert Rekorde, Technologieaktien erholen sich, selbst heftige Ölpreissprünge erscheinen nur als Störgeräusche. Doch unter der Oberfläche haben sich drei Risiken miteinander verbunden: der Konflikt um die Ölwege des Nahen Ostens, eine immer schwerer berechenbare US-Geldpolitik und die Frage, ob der KI-Boom die gewaltigen Investitionen rechtfertigen kann.
Am sichtbarsten ist die Verwundbarkeit bei Öl. Die Sperrung der Straße von Hormus machte die saudische Ost-West-Pipeline zur Ausweichroute. Doch ein großer Teil dieser Mengen muss anschließend durch die Meerenge Bab al-Mandab am Südende des Roten Meers. Drohen dort Angriffe der von Iran unterstützten Huthi, entsteht der nächste Engpass. Längere Transportwege, höhere Frachtkosten und steigende Energiepreise wären die Folge. Die jüngste Entspannung ist deshalb kein Frieden, sondern allenfalls eine Pause.
Geldpolitik und Märkte werden weniger berechenbar
Die US-Regierung trägt zur Unsicherheit bei. Präsident Trump setzt im Irankonflikt auf einen Kurs zwischen Eskalationsdruck und taktischer Zurückhaltung. Das kann kurzfristig Verhandlungsspielräume schaffen. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet es jedoch schwankende Energiepreise, schwer kalkulierbare Kosten und zusätzliche Inflationsrisiken. Politische Kommunikation wird so selbst zum Marktfaktor. Anleger sollten darauf mit Risikodisziplin reagieren.
Denn der Ölpreis trifft auf eine schwierige geldpolitische Lage. Die US-Kerninflation sank zwar zuletzt auf 2,6 Prozent. Zugleich hält die Federal Reserve aber am restriktiven Grundton fest: Drei Stimmen plädierten zuletzt sogar für eine Zinserhöhung. Will der neue Fed-Chef Kevin Warsh den Märkten weniger Orientierung geben, drohen abrupte Neubewertungen. Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen von mehr als 4,5 Prozent sind nicht nur Konkurrenz für Aktien, sondern zusätzlich Druck auf hoch bewertete Wachstumsunternehmen.
Damit rückt das dritte Risiko ins Zentrum: die Rentabilität der KI-Investitionen. Knapp 700 Milliarden Dollar wollen die „Hyperscaler“ in diesem Jahr in Rechenzentren stecken. Tatsächlich haben 83 Prozent der berichtenden Unternehmen im S&P 500 die Gewinnerwartungen übertroffen, und auch die Technologiekonzerne liefern. Doch starke Quartalszahlen beantworten nicht die entscheidende Frage: Welche Rendite erwirtschaftet das zusätzliche Kapital in drei, fünf oder zehn Jahren? Enge Abhängigkeiten und kreislaufartige Finanzierungen im KI-Ökosystem machen die Rechnung anfälliger.
Die Märkte ignorieren diese Risiken nicht. Sie gewichten sie nur erstaunlich gelassen. Das kann noch eine Weile gut gehen, zumal die Gewinndynamik trägt. Anleger sollten Rekordstände aber nicht mit Stabilität verwechseln. Geopolitische Engpässe, unsichere Inflation, hohe Langfristzinsen und extremer Investitionsbedarf sind kein Fundament für eine sorglose Rally, sondern ein Rezept für stärkere Ausschläge.
Die richtige Antwort ist nicht, Technologie zu meiden oder aus Aktien zu fliehen. Gefragt sind robuste Bilanzen, nachvollziehbare Cashflows, Preissetzungsmacht und eine breitere Streuung über Regionen und Sektoren. Wer nur auf die nächste Entspannung, die nächste Zinshoffnung oder den nächsten KI-Rekord setzt, verwechselt Momentum mit Sicherheit. Der Sommer 2026 zeigt: Die Rally läuft weiter – aber auf brüchigem Grund.
 
 
Podcast
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Was an der Börse trägt – ein Jahr Musterstrategien
Von Inken Schönauer, Martin Hock
Seit August 2025 erproben wir mit unseren Musterstrategien im F.A.Z.-Premium-Newsletter verschiedene Anlagewege mit Aktien, Edelmetallen, technischen Signalen, fundamentalen oder quantitativen Modellen. Nach einem Jahr liegen erstmals alle Strategien im Plus. Im Podcast „Finanzen und Immobilien“ sprechen Inken Schönauer und Martin Hock darüber, was hinter den Depots steckt – und warum es nicht um kurzfristige Börsenwetten geht. Es geht um die neue Ära stärkerer Schwankungen und höherer Zinsen, um Gewinner und Nachzügler, die Tücken der Deutschlandlastigkeit – und dass Ausgewogenheit mehr leisten kann als große Börsenwetten.

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Vermögen und Vorsorge
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Wie sinnvoll ist „Value Investing“?
Von Daniel Walther
Finanzanalyst Daniel Walther erläutert anhand einer Fernsehdebatte zwischen Value-Investor Jeremy Grantham und einem CNBC-Moderator den Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren. Grantham warnte vor überhöhten Bewertungen amerikanischer Aktien, während der Moderator auf steigende Kurse verwies. Value Investing aber bedeutet, Anlagen unter ihrem tatsächlichen Wert zu kaufen und geduldig auf eine Kursanpassung zu warten. Seth A. Klarmans Konzept der „Margin of Safety“ beschreibt dabei die Sicherheitsspanne zwischen Preis und Wert. Wer nur auf steigende Kurse setzt, spekuliert darauf, einen Käufer zu finden, der mehr bezahlt.
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Wenn der Streit um das Haus eskaliert
Von Barbara Brandstetter
Die Teilungsversteigerung ermöglicht es Erben, eine gemeinsame Immobilie in Geld umzuwandeln, wenn keine Einigung über deren Nutzung oder Verkauf gelingt. Jeder Miterbe kann das Verfahren beim Amtsgericht beantragen. Der erzielte Preis liegt jedoch häufig unter dem Marktwert, und es fallen zusätzliche Gerichts-, Gutachter- und Anwaltskosten an. Auch nach der Versteigerung sind Konflikte oft nicht beendet, da die Erlösverteilung erneut Streit auslösen kann. Vor dem Verfahren sollten Betroffene das Grundbuch auf bestehende Belastungen prüfen. Experten empfehlen, zunächst eine außergerichtliche Einigung oder Mediation zu versuchen, um Kosten zu senken und bessere Verkaufserlöse zu erzielen.
Wenn der Streit um das Haus eskaliert
Eine Teilungsversteigerung kann den Streit unter Erben um eine Immobilie beenden, aber auch neue Kosten und Konflikte auslösen. dpa
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So setzen Kinder die Pflege der Eltern richtig von der Steuer ab
Von Nicolas Thoma
Kinder können Pflegekosten für ihre Eltern steuerlich geltend machen. Entscheidend ist die Art der Aufwendungen. Unterhaltsleistungen sind bis zu bestimmten Höchstbeträgen als außergewöhnliche Belastung absetzbar, wobei Einkünfte und Vermögen der Eltern den Abzug mindern können. Kosten für Pflegedienste oder Heimunterbringung werden berücksichtigt, sofern die Kinder sie tatsächlich tragen. Sie sind dann als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar, was die Steuerlast direkt mindert. Seit 2025 ist Überweisung Pflicht. Eine lückenlose Dokumentation aller Belege ist ratsam.
So setzen Kinder die Pflege der Eltern richtig von der Steuer ab
Wer Pflegekosten für seine Eltern übernimmt, kann diese unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen. Picture Alliance
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Investieren
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Wie Italiens Großbank den deutschen Bankenmarkt aufmischt
Die italienische Großbank Unicredit hält mittlerweile knapp 50 Prozent an der Commerzbank und verfügt über eine Hauptversammlungsmehrheit. Nach langem Widerstand zeigt sich die Commerzbank unter Vorstandschefin Bettina Orlopp nun gesprächsbereit, auch die EZB hat keine Einwände. Unicredit-Chef Andrea Orcel plant keinen großen Kahlschlag beim Filialnetz und will Commerzbank und Hypovereinsbank noch zwei bis drei Jahre eigenständig lassen. Die Unicredit operiert aus einer Position der Stärke und hat gerade die besten Quartals- und Halbjahresergebnisse ihrer Geschichte vorgelegt. Analysten reagieren überwiegend positiv und heben ihre Kursziele an.
 
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Wenn Börsenhüllen wieder leben
Von Martin Hock
Börsenmäntel ermöglichen Unternehmen einen schnelleren Weg an die Börse, indem sie in die Hülle einer bereits notierten, aber inaktiven Gesellschaft schlüpfen. So wurde etwa aus der insolventen Softmatic das Spezialchemieunternehmen Alzchem. Seit 2023 gibt es mit der Börsenmantelaktiengesellschaft ein deutsches Pendant zum internationalen SPAC, bislang jedoch ohne bekannte Notierung. Laut der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade ist ein Mantel vor allem attraktiv, wenn wichtige Strukturen fehlten und Zeitdruck besteht. Als Spekulationsobjekt für Privatanleger eignen sich Börsenmäntel weniger: Hohen Chancen stehen große Risiken gegenüber.
Wenn Börsenhüllen wieder leben
Das Warenhaus lebt nicht mehr, die Aktie schon noch: kurz vor der Insolvenz 2009 an der Arcandor-Zentrale AP
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Radikaler Wandel für Unternehmensanleihen
Von Martin Hock
Der amerikanische Markt für Unternehmensanleihen bester Bonität erlebt einen strukturellen Umbruch. Jumbo-Emissionen mit mehr als zehn Milliarden Dollar haben sich vervielfacht, dabei entfallen 60 Prozent des Volumens auf die Technologiebranche. Zum Branchenrisiko gesellt sich angesichts langer Laufzeiten das Durationsrisiko. Gleichzeitig kommen große Emissionen vermehrt ohne lange Vorankündigung auf den Markt, da sie selten noch mit Übernahmen verknüpft sind. Goldman Sachs erwartet, dass diese Struktur im neuen Zinszyklus bestehen bleibt. Für Anleger bedeutet das höhere Risiken durch längere Laufzeiten und weniger Planbarkeit.
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Der Aufschwung am Aktienmarkt liefert neue Chancen
Von Achim Matzke
Die Sommerrally an den US-Börsen mit neuen Allzeithochs stützt auch die europäischen Aktienmärkte, wo die seit Oktober 2022 laufenden Haussen intakt bleiben. Der Dax wurde Anfang August aus seiner Seitwärtsbewegung nach oben herausgezogen. Bei Diageo hat die Aktie nach einem massiven Kursverlust den mehrjährigen Baisse-Trend mit einem Kaufsignal verlassen und die 200-Tage-Linie durchbrochen. Auch SAP ist aus einer Trading-Bodenformation mit einem Kaufsignal nach oben ausgebrochen. Beide Titel bieten laut technischer Analyse ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis für neue Investments.
Der Aufschwung am Aktienmarkt liefert neue Chancen
SAP-Chef Christian Klein und Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Hannover Messe im April 2026, als die SAP-Aktie nach einem kräftigen Kursrückgang noch an der charttechnischen Wende arbeitete Reuters
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An der Brüsseler Börse wird die Luft dünner
Von Werner Mussler
Der belgische Leitindex Bel-20 erreichte Anfang Juli ein neues Allzeithoch, doch nun dürfte die Dynamik nachlassen. Die belgische Nationalbank erwartet für dieses Jahr nur wenig Wachstum, während die Inflation wegen gestiegener Energiepreise deutlich über der Zielmarke der EZB liegt. Zudem steigt die Staatsverschuldung und belastet die mittelfristigen Aussichten. Die Datenplattform Trading Economics rechnet mit einer Abschwächung des Bel-20 auf etwa 5200 Punkte binnen eines Jahres. Da der Index stark von wenigen Schwergewichten wie Argenx und UCB abhängt, bleiben unternehmensspezifische Sonderentwicklungen jederzeit möglich.
An der Brüsseler Börse wird die Luft dünner
Das Palais de la Bourse in Brüssel ist die Kulisse für Belgiens Aktienmarkt. Picture Alliance
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Die fünf meistgelesenen Artikel
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Top 5 / Neu
 Illustration: Katharina Hofbauer
Steuertipp: Ein Verzicht aufs Erbe kann teuer werden
Vermögensaufbau: Warum Superreiche so simpel investieren
Klug investieren:  Diese drei Denkfehler kosten Anleger Geld
Statt MSCI World:  Dieser ETF ersetzt ein ganzes Depot
Sandisk, Corning & Co: Die 50 Unternehmen, die am KI-Boom definitiv verdienen
 
 
Service
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5 Termine für 7 Tage
Dienstag, 18. August
• Das ZEW veröffentlicht die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten.
Mittwoch, 19. August
• Die EZB veröffentlicht ihre Leistungsbilanz (Juni).
Donnerstag, 20. August
• Das Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht den Monatsbericht August.
• Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht ihren Monatsbericht für August.
• Die Philadelphia Fed veröffentlicht ihren monatlichen Konjunkturindex.
 
 
 
 
 
Wort der Woche / Neu
Wort der Woche: No-Load-Fonds
No-Load-Fonds sind Investmentfonds, die ohne Aufgeld (Ausgabeaufschlag, Agio) verkauft werden. Zumeist ist aber die Verwaltungsvergütung höher. Sie eignen sich besser für eine kürzere Anlagezeit und werden daher auch Trading-Fonds genannt.
Zum F.A.Z.-Börsenlexikon
 
 
 
 
Finanzservices / Neu
Selbst schlaumachen: Die Finanz-Services der F.A.Z.
Auf FAZ.NET informieren wir Sie nicht nur über die aktuelle Nachrichtenlage, klären über Hintergründe auf und geben Tipps zu aktuellen Themen. Wir bieten Ihnen auch eine Vielzahl von Finanz-Tools, die bei wichtigen Entscheidungen hilfreich sein können.
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Verantwortlicher Redakteur für F.A.Z. Premium Meine Finanzen:
Dr. Martin Hock
Kontakt: finanzen-premium@faz.de

 
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Pariser Straße 1, 60486 Frankfurt am Main, Hessen, Germany
Tel.: (0)69 7591-0, E-Mail: info@faz.net

HRB 7344, Amtsgericht Frankfurt am Main,
USt.-IDNr.: DE 114 232 732

Geschäftsführung: Dr. Volker Breid
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube,
Carsten Knop, Berthold Kohler
 
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