Alles Wichtige zu Geldanlage, Vermögen und Vorsorge.
Trump und die Sprache des Geldes
Der US-Präsident interveniert in Venezuela und will unbedingt Grönland. Stoppen können ihn eigentlich nur die Märkte. Denn Trump agiert nicht wie ein Politiker.
Zugegeben, der Gedanke stammt nicht von mir. Sondern vom Kollegen Martin Hock. Man solle endlich aufhören, US-Präsident Donald Trump als Politiker zu sehen. Er sei kein Politiker, sondern Geschäftsmann.
An dem Gedanken ist etwas dran. Trump führt die Vereinigten Staaten nicht wie ein Anführer der freien Welt, sondern wie der Chairman and CEO der USA Inc. Da ist die Intervention in Venezuela und die Entmachtung des Präsidenten Nicolás Maduro. Das südamerikanische Land verfügt über die größten Rohölvorkommen der Welt. Und darauf habe es Trump abgesehen.
Ja und nein. Es gibt Stimmen, die sagen, die USA brauchten das schwer zu verarbeitende Öl gar nicht. Aber etwa China, denn das schwefelhaltige Schweröl kommt überwiegend in der Herstellung von Bitumen zum Einsatz, das im Straßenbau verwendet wird. Mit der Intervention hat Trump den Daumen drauf.
Jetzt will er Grönland: eine riesige Insel – ungefähr sechsmal so groß wie Deutschland – zwischen Europa und Kanada, auf der zwar nur ein paar Zehntausend Menschen leben, die aber voll von Rohstoffen sein könnte. An deren Ausbeutung zeigte China in der Vergangenheit Interesse. Trump will die Insel für 700 Milliarden Dollar kaufen. Warum verlangt Dänemark, dem Grönland gehört, anstatt die EU in einen Handelskrieg mit den USA hineinzuziehen, nicht einfach fünf Billionen Dollar? Am Ende kann man sich ja auf drei Billionen Dollar einigen – „Deal“.
Das wäre nämlich Geld, das Trump und die USA nicht haben. Schon heute stehen die Vereinigten Staaten mit satten 38 Billionen Dollar in der Kreide. George Saravelos, leitender Währungsanalyst der Deutschen Bank, hat errechnet, dass europäische Staaten US-Staatsanleihen und US-Aktien im Wert von acht Billionen Dollar besitzen – fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen.
Vielleicht wäre es eine gute Idee, anstatt in einen Handelskrieg zu ziehen, mit Trump in der Sprache zu sprechen, die er wirklich versteht: der Sprache des Geldes.
Die vergangene Woche verlief ruhig am Aktienmarkt. Bis der US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern am Samstag Zölle androhte. Ab Februar soll ein Aufschlag von zehn Prozent gelten. Die Auswirkungen zeigten sich am Montag an den Börsen: Der F.A.Z.-Index und S&P 500 gaben nach. Anleger setzten wieder mehr auf Gold als Sicherheit, während der Dollar gegen den Euro wieder abwertete. (sukl)
Maklervertrag: Zahlung nur bei klarer Button-Beschriftung Ein online geschlossener Maklervertrag ist nur wirksam, wenn der Käufer durch einen eindeutig beschrifteten Button („zahlungspflichtig bestellen“) zustimmt. Ein neutraler Klick auf „Senden“ reicht nicht. BGH stärkt damit den Verbraucherschutz (Urteil vom 9.10.2025, I ZR 159/24).
Sittenwidriger Grundstücksverkauf bei Notlage Verkauft jemand in finanzieller Not weit unter Wert, kann der Vertrag trotz Grundbucheintrags nichtig sein. Grobes Missverhältnis indiziert Ausnutzung der Zwangslage, Eigentum ist zurückzuübertragen (BGH, 7.11.2025, V ZR 155/24).
Steuertipp: Erleichterungen für Arbeitnehmer im Ausland
Wer für den Arbeitgeber im Ausland tätig ist, muss nun eine Änderung mit Blick auf die Steuererklärung beachten.Picture Alliance
Für im Ausland tätige Arbeitnehmer bringt eine Änderung einer Bestimmung des Bundesministeriums für Finanzen Erleichterungen, bleibt aber bürokratisch. Neu ist ein bundesweit einheitlicher Vordruck einer Arbeitgeberbescheinigung, mit dem Arbeitende offenlegen, ob und in welchem Umfang Gehälter zwischen Landesgesellschaften verrechnet werden.
Dadurch entfällt meist die aufwendige Prüfung, wessen Interesse die Entsendung dient. Der Arbeitnehmer hat darauf keinen Einfluss, muss aber weiter erhöhte Mitwirkungspflichten erfüllen. Dies gilt rückwirkend ab 2025 – daher sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt aktiv werden. (Jens Goldstein ist Steuerberater und Partner bei EY.)
Montag, 19., bis Freitag, 23. Januar: 56. Weltwirtschaftsforum in Davos
Dienstag, 20. Januar: ZEW veröffentlicht die Konjunkturerwartungen für Januar.
Mittwoch, 21. Januar: Das hessische Digitalministerium veranstaltet in Gießen die Reihe „Innovation meets Finance“, die Innovatoren mit Kapitalgebenden vernetzen soll.
Mittwoch, 21. Januar: Der Oberste Gerichtshof der USA verhandelt über den Antrag von Präsident Donald Trump auf Entlassung von Fed-Direktoriumsmitglied Lisa Cook.
Montag, 26. Januar:
Das ifo-Institut veröffentlicht den Geschäftsklimaindex für Deutschland.
Börsenlexikon
F.A.Z.
Wort der Woche: Gewinnmitnahme
Erklärungsansatz für fallende Kurse, die nicht durch einen äußeren Anlass erklärt werden können. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass Anleger aufgelaufene Kursgewinne durch Verkäufe sichern.
Das F.A.Z. Börsenlexikon ist zum Preis von 24 Euro auch als Buch erhältlich! Bestellen
Last, not least: Mieten steigen doppelt so stark wie Inflation
Wohnen wird immer teurer: Die durchschnittliche Kaltmiete lag Ende 2025 in München bei 23,35 Euro je Quadratmeter.dpa
Wer eine Wohnung in deutschen Städten sucht, begibt sich auf einen umkämpften Markt. Die Mieten in Deutschland haben zum Jahresende 2025 vielerorts deutlich angezogen. Im vierten Quartal stiegen die Angebotsmieten um 4,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum, rund doppelt so stark wie die allgemeine Inflation. Das zeigt der Greix-Mietpreisindex, der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft herausgegeben wird.
Verglichen mit dem dritten Quartal lag das Plus in den 37 untersuchten Städten und Regionen bei einem Prozent. Zugleich sei der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote auf Rekordniveau gewachsen. In den acht größten Städten liege der Anteil bei fast einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.
In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen laut der Analyse die Angebotsmieten im Quartalsvergleich, besonders in Köln mit 3,4 Prozent und München mit 1,9 Prozent. Am höchsten war die durchschnittliche Kaltmiete in München mit 23,35 Euro je Quadratmeter, vor Frankfurt mit 17,36 Euro – deutlich mehr als der Schnitt von 14,41 Euro. Insgesamt seien die Angebotsmieten seit 2015 um 14 Prozent stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung. (dpa)