Künstliche Intelligenz bedeutet eine vergleichbare Zäsur wie die Erfindung der Dampfmaschine. Dieser These eines erfahrenen Volkswirts wird angesichts der disruptiven Kraft der Technologie kaum jemand widersprechen. Service-Tätigkeiten, für die man bisher eine umfassende Ausbildung brauchte, können zum Teil schon jetzt von der Maschine erledigt werden. Industrielle Prozesse könnten zielgenauer, individueller und stärker auf die Nachfrage ausgerichtet werden.
Bislang ist das allerdings in den Produktivitätsstatistiken noch nicht nachgewiesen. Sofern der Vergleich mit der Dampfmaschine stimmt, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein. Noch aber sind Ökonomen auf Plausibilitätserwägungen angewiesen, die auch das Notenbankertreffen im portugiesischen Sintra in der vergangenen Woche geprägt haben. Neue Volatilitäten an den Finanzmärkten, das Risiko von Cyberangriffen über KI-Instrumente und eine wachsende Inflationsdynamik waren Stichworte der dortigen Vorträge.
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
So wie für alle anderen Berufe (auch den Journalismus) stellt sich die Frage, wie KI die Kernarbeit der Notenbanker verändert. Seit längerem sind sie bestrebt, eine regelbasierte Geldpolitik zu betreiben und stringent deren kurz- und mittelfristige Ziele zu kommunizieren. Manchmal misslingt das, wie etwa im Fall des Inflationsanstiegs infolge der Lieferkettenengpässe in der Corona-Pandemie. Kann die KI helfen, Daten besser zu deuten, Entscheidungen besser vorzubereiten und den Pfad klarer zu kommunizieren? Vieles wird sich durch die Technologie verändern, auch vor der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve wird die Entwicklung nicht haltmachen. Doch in welche Richtung es geht, ist noch nicht vollständig abzusehen.
Als Geldanleger sind Sie, liebe Leser, es längst gewohnt, sich mit Künstlicher Intelligenz zu befassen. Dass auch die Rahmenbedingungen etwas mehr von der KI beeinflusst werden, dürfte also nichts Neues sein. Finanzmarkt und Geldpolitik kommen im 21. Jahrhundert an.
Ihr Philipp Krohn
Was meinen Sie? Stehen wir am Beginn einer technischen Revolution, wie sie die Dampfmaschine auslöste, oder ist das bloß heiße Luft? Schreiben Sie uns gern an Finanzen-Premium@faz.de.
In der vergangenen Woche hatten wir Sie gefragt, welche Rolle die Kosten bei Ihren Anlageentscheidungen spielen, ob sie nur eine Randnotiz sind oder am Ende doch den Ausschlag geben. Die Antwort scheint für die meisten Anleger klar: Wer einmal verstanden hat, wie sich ein halber Prozentpunkt Unterschied über Jahrzehnte im Depot bemerkbar macht, schaut zweimal hin. Denn es geht nicht nur um den Betrag, den man direkt spart – es geht um den Zinseszins, den dieses Geld in den Folgejahren nicht mehr erwirtschaftet. Kosten schmerzen eben nicht sofort, sie wirken schleichend. Und werden deshalb gerne unterschätzt.
Der Dax ist auf Rekordjagd, am Montag verschob er die Latte den dritten Handelstag in Folge weiter nach oben. Die Marke von 26.000 Punkten scheint nicht mehr außer Reichweite. Die Entspannung auf dem Ölmarkt, die Hoffnung auf einen Rückgang der Inflation und spätere Zinserhöhungen stimmen die Anleger optimistisch. Nicht zuletzt heizt das Reformpaket der Koalition offenbar die Wachstumsfantasien an.
Jakob Krembzow, Redakteur in der Wirtschaft.
F.A.Z.-Musterstrategien
Eine solide Woche für die F.A.Z.-Musterstrategien, einziger Ausreißer ist Christoph Scherbaums „Zukunft 20“, das per saldo nur noch marginal über dem Ausgangsinvestment liegt, nachdem es in der Woche zuvor noch vor dem „Wachstum 10“-Depot rangierte. Gerade die Zukunfts-Werte ziehen das Portfolio diese Woche nach unten. Mit einem langen Anlagehorizont gehören solche Phasen eben dazu.
Wer sich mit den Bauzinsen beschäftigt, hat bestimmt schon registriert, dass sich Baukredite wieder etwas verbilligen. Was vielen noch nicht so bewusst sein könnte, sind die Rabatte und Zinsaufschläge, welche die Banken abhängig von den Energieeffizienzklassen einräumen. Diese werden im Energieausweis mit verschiedenen Kennzahlen dokumentiert: A+ bis B ist sehr gut, F bis H gehören zu den schlechten Energieeffizienzklassen (EEK). Vor allem beim Kauf von bestehenden Objekten belohnen immer mehr Banken zukunftsweisende Energieinvestitionen mit einem verbilligten Bauzins oder bestrafen schlechte EEK mit einem Zinsaufschlag für das gesamte Darlehen. Die FMH hat 16 Banken befragt: Zehn von ihnen räumen einen Rabatt ein, sieben erheben einen Aufschlag. (Quelle:
FMH)
An der Börse in New York läuft es für viele Aktien außerordentlich gut. dpa
Warum die Vermögensverwalter der Reichen auf Amerika setzen
Von Sarah Speicher-Utsch
In den USA scheinen die Aktienkurse nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Ist es an der Zeit, Gewinne mitzunehmen? So agieren die Profis.
„Viele Kunden kaufen viel Tech.“ Gemeint sind die Kunden der Schweizer Privatbank Pictet. Und das sind nicht irgendwelche Kunden. Es sind sehr vermögende Menschen, die ihr Geld von dem inhabergeführten Haus aus Genf verwalten lassen. Künstliche Intelligenz bleibe das beherrschende Thema, sagt Chefstratege Luca Paolini am Deutschlandsitz der Bank in Frankfurt anlässlich des Kapitalmarktausblicks für das zweite Halbjahr 2026.
Dabei sind die Kurse vor allem vieler KI-Konzerne aus den USA wie Apple, Alphabet (Google), Amazon und Nvidia in den vergangenen zwölf Monaten stark gestiegen und die Bewertungen gleich mit. Teuer nennt man das an der Börse, wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hoch ist. Es gibt an, wie viele Jahre ein Unternehmen bräuchte, um seinen aktuellen Börsenwert über den Gewinn wieder einzuspielen.
„Ja, die Bewertungen sind insgesamt hoch“, sagt Paolini. Aber sie seien niedriger als früher, weil die Gewinne der Unternehmen so stark gestiegen seien. Der Chipdesigner Nvidia zum Beispiel kommt Analystenschätzungen zufolge in diesem Jahr auf ein KGV von gut 20. Im nächsten Jahr soll es sogar nur noch rund 15 betragen. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen die prognostizierten Gewinne auch erwirtschaftet.
Goldman Sachs: Währungsrisiko nicht vergessen
Luke Barrs von Goldman Sachs warnt davor, als Anleger nur auf das KGV zu schauen. „Ein niedriges KGV kann auch ein Risiko bergen“, sagt Barrs im Gespräch der F.A.Z., der bei Goldman Sachs Asset Management im Bereich fundamentale Aktienanlage die Kundenbeziehungen verantwortet. Es könne stets einen Grund geben, warum eine Aktie günstig bewertet ist.
Für internationale Anleger zähle außerdem nicht nur der Vermögenswert selbst, sondern immer auch die Währung. Die Rendite in Euro hängt nicht nur von der Kursentwicklung der Aktien in Dollar ab, sondern auch vom Dollar-Euro-Wechselkurs. Nur die Gesamtbetrachtung von Kursrendite, Dividendenrendite, Gewinnwachstum und KGV-Veränderung gebe ein vollständiges Bild ab.
Apobank: Das Gewinnwachstum bleibt der Anker
„Das Gewinnwachstum bleibt für uns der entscheidende Anker an den Aktienmärkten“, sagt Reinhard Pfingsten, Anlagechef der Apobank, die Gelder von institutionellen und privaten Kunden verwaltet, meist selbständigen Apothekern und Ärzten. Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenzentren stützten die Unternehmensgewinne, insbesondere in den USA und in ausgewählten Schwellenländern.
„Die Gewinnmargen explodieren nicht nur in den USA, sondern auch in China“, sagt Paolini von Pictet. In den USA seien niedrige Finanzierungskosten ein wichtiger Grund für diese Entwicklung. „Free Lunch“ nennt er das. Die Unternehmen bekommen das Geld gleichsam umsonst. Außerdem sei die Liquidität im Markt sehr hoch. US-Banken vergäben daher viele Unternehmenskredite. Außerdem gebe es viele vermögende Menschen, die gelernt hätten: „Buy the dip.“ Wenn die Kurse fallen, werde zugekauft.
Pictet: Techflation in den USA
Wenn die Zinsen stark anstiegen oder es zu einem Markteinbruch komme, sei das etwas anderes. Dann könnte die Liquidität sinken. „Aber das ist sehr unwahrscheinlich.“ Die Inflation als Risikofaktor sei aber durchaus relevant. „Meine Sorge ist, dass die Inflation in den USA steigt und die Verbraucher negativ trifft“, sagt sein Kollege Frederik Ducrozet, der den Strategiebereich und die makroökonomische Analyse verantwortet. Wenn sich das reale Einkommen – nach Berücksichtigung der Inflation – negativ entwickle, könnten die USA in eine Rezession geraten. Ducrozet spricht von einer „Techflation“ – einer technologiegetriebenen Inflation, die auf einen Höchststand gestiegen sei, weil die Investitionen in Künstliche Intelligenz so hoch seien wie noch nie.
Auch Goldman Sachs traut US-Aktien weitere Kursgewinne zu. „Der Markt erzielt trotz hoher Bewertungen weiterhin sehr hohe Renditen, weil die Gewinne weiter wachsen“, sagt Barrs. Die dominierenden Technologiekonzerne hätten sich außerordentlich gut entwickelt. Sie profitierten in besonderem Maße vom Investitionszyklus rund um Künstliche Intelligenz.
Die Chancen beschränkten sich aus seiner Sicht jedoch nicht auf diese Konzerne. Auch in anderen Teilen des Technologiesektors sieht er Potential, insbesondere im Hardwarebereich. Besonders zuversichtlich äußert er sich zu amerikanischen Nebenwerten. „Der Investitionszyklus beginnt, sich zunehmend auf die breitere Wirtschaft auszudehnen, wovon kleinere börsennotierte Unternehmen über Nachholeffekte profitieren könnten.“
Generell komme es den USA zugute, die Produktion ins eigene Land zu holen. „Außerdem ist Amerika weitgehend energieunabhängig.“ Am 4. Juli jährt sich die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung zum 250. Mal – und wirtschaftlich setzt das Land derzeit ebenfalls auf Eigenständigkeit.
Den Optimismus für den US-Markt trägt aus Sicht von Pictet-Stratege Paolini vor allem eines: die hohe Liquidität im Markt. Solange so viel Geld im System ist, fänden Aktien immer Käufer. „Wer wettet schon gegen die Liquidität?“
Parallelen zur Technologieblase der Jahre 1999 und 2000 werden derzeit häufig gezogen. Tatsächlich greift dieser Vergleich zu kurz. Vor einem Vierteljahrhundert wurden viele Unternehmen auf Grundlage von Hoffnungen, Klickzahlen oder Nutzerwachstum bewertet. Gewinne spielten oft nur eine untergeordnete Rolle.
Heute ist die Lage anders. Der KI-Boom wird von umfangreichen Investitionen der Hyperscaler wie Amazon und Alphabet sowie von einer tatsächlichen Nachfrage nach KI-Infrastuktur getragen. Diese Ausgaben erhöhen die Umsätze, Gewinne und Cashflows von Halbleiterherstellern, Netzwerkausrüstern und Energieunternehmen. Die entscheidende Frage heute lautet nicht, ob Gewinne vorhanden sind, sondern ob die hohen Erwartungen an ihr künftiges Wachstum erfüllt werden können.
Dennoch folgt daraus nicht, dass die Märkte frei von Risiken wären. Das von Robert Shiller entwickelte zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit deutlich über seinem historischen Durchschnitt. Hohe Bewertungen sind zwar kein verlässlicher Indikator für kurzfristige Kursrückgänge, gehen aber häufig mit niedrigeren langfristigen Renditeerwartungen und einer höheren Volatilität einher.
Auch die Geldpolitik bleibt ein wichtiger Einflussfaktor. Über viele Jahre profitierten die Kapitalmärkte von niedrigen Zinsen und reichlich Liquidität. Angesichts steigender Zinsen geraten heute Bereiche unter Druck, die besonders stark vom Niedrigzinsumfeld profitiert haben. Sichtbar wird dies etwa im Private-Equity- und Private-Debt-Sektor. Viele Beteiligungsgesellschaften kämpfen mit sinkenden Bewertungen, erschwerten Unternehmensverkäufen und zunehmendem Rückgabedruck ihrer Anleger. Einige Anbieter sahen sich bereits gezwungen, Rücknahmen zeitweise auszusetzen.
Hinzu kommt die hohe Verschuldung vieler Staaten. In den USA übersteigt die Staatsverschuldung inzwischen die jährliche Wirtschaftsleistung deutlich. Historisch folgen auf lange Phasen niedriger Zinsen häufig steigende Schuldenstände, Anpassungsprozesse bei stark fremdfinanzierten Anlageklassen sowie geringere wirtschafts- und finanzpolitische Handlungsspielräume.
Ein weiteres Risiko liegt in der außergewöhnlichen Konzentration der Aktienmärkte. Die Gewinnentwicklung wird derzeit von einer kleinen Gruppe großer Technologieunternehmen getragen. Sollte sich die Dynamik rund um die Künstliche Intelligenz abschwächen, könnten die Auswirkungen auf die Gesamtmärkte erheblich sein.
Die implizite Volatilität der Aktienmärkte liegt langfristig im Durchschnitt bei rund 17 Prozent und stieg in Stressphasen an den Finanzmärkten wiederholt deutlich auf mehr als 100 Prozent. Für Anleger spricht derzeit angesichts der hohen Unsicherheit vieles für Anlagestrategien, die Renditechancen nutzen, aber zugleich ein klar definiertes Risikobudget einhalten.
Provisionsbasierte, vermeintlich „kostenlose“, Finanzberatung ist letztlich ein qualifizierter Produktverkauf, während Honorarberatung auf individuelle Ziele wie Risikoaufklärung oder Alternativenbewertung abzielt. Der Berater muss die Lebensziele des Kunden klären, auch wenn diese widersprüchlich oder unrealistisch sind. Die Zukunft ist unbekannt, weshalb weder die optimale Aktienquote noch der Nutzen einer Versicherung sicher vorherzusagen sind. Kunden treffen bewusst Entscheidungen, die Geld kosten können, etwa beim Eigenheimkauf oder bei niedrig rentierenden Immobilien. Der Berater kann Alternativen und Konsequenzen aufzeigen, doch die Umsetzung liegt stets in der Verantwortung des Kunden.
Wer langfristig Vermögen aufbaut, braucht keinen Produktverkäufer, sondern einen Berater, der Ziele kennt und Konsequenzen benennt. Plainpicture
Mangelndes Finanzwissen bei Beschäftigten wirkt sich laut einer Civey-Umfrage unter 500 Führungskräften spürbar auf die Arbeitsleistung aus. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht deutliche Wissenslücken bei Mitarbeitenden in finanziellen Fragen. Fast 60 Prozent beobachten finanzielle Fehlentscheidungen als konkrete Folge, 36 Prozent nennen Stress und mentale Belastung. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Zwar befürworten 52 Prozent der Entscheider betriebliche Finanzbildung, doch weniger als ein Viertel setzt dies tatsächlich um.
Die Nachfrage nach Split-Klimaanlagen wächst, doch der nachträgliche Einbau führt regelmäßig zu Konflikten mit Miteigentümern und Vermietern. Eigentümer benötigen einen Beschluss der Eigentümerversammlung, Mieter die Erlaubnis des Vermieters. Nachbarn fürchten Lärm, Kondenswasser und Schäden an der Gebäudedämmung. Der BGH und das Landgericht München I haben in aktuellen Verfahren den Einbau grundsätzlich erlaubt, verweisen aber darauf, dass Eigentümergemeinschaften den Betrieb nachträglich regeln dürfen. Betroffene stehen damit vor dem Paradox, eine Klimaanlage installieren zu dürfen, deren Nutzung anschließend stark eingeschränkt werden kann.
Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass Abgeltungszahlungen für Resturlaub aus mehreren Jahren ermäßigt besteuert werden können. Die sogenannte Fünftelregelung, die sonst etwa für Abfindungen gilt, sei auch auf mehrjährige Urlaubsansprüche anwendbar. Im konkreten Fall hatte eine gekündigte Mitarbeiterin nach einem Vergleich eine Zusatzzahlung für nicht genommenen Urlaub erhalten. Die Finanzverwaltung hat allerdings Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Betroffene sollten Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Seit 2025 muss die Fünftelregelung zudem über die Einkommensteuererklärung beantragt werden.
Trade-Republic-Gründer Christian Hecker erklärt, warum das Ende der Rückvergütungen für den Neobroker eine Chance ist. Die Gebühren bleiben unverändert, der ETF-Sparplan kostenfrei und die Aktienorder bei einem Euro. Statt Payment for Orderflow setzt Trade Republic nun auf eine Bestpreistechnologie, die Kurse an mehr als 25 Börsen weltweit in Echtzeit vergleicht und den günstigsten Preis liefert. Kunden erhalten zudem Zugang zu Orderbuchdaten großer Börsen direkt in der App. Ein neues kostenloses Web-Trading-Terminal soll auch professionelle Anleger ansprechen. Die Profitabilität sei trotz wegfallender Rückvergütungen gestiegen.
Christian Hecker, CEO von Trade Republic Picture Alliance
Sinkende Ölpreise infolge der OPEC+-Förderausweitung und der Entspannung in der Straße von Hormus geben der Lufthansa-Aktie deutlichen Auftrieb. Im ersten Quartal 2026 steigerte der Konzern seinen Umsatz um 8 Prozent auf den Rekordwert von 8,7 Milliarden Euro. ‚Lufthansa ‘Technik und Lufthansa Cargo erwiesen sich dabei als wichtige Wachstumstreiber. UBS-Analyst Jarrod Castle hob das Kursziel auf 11,00 Euro an und bestätigte seine Kaufempfehlung, verwies aber auf ein voraussichtlich schwieriges zweites Quartal. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem Aufwärtstrend mit einem Kursplus von gut 24 Prozent seit Ende Mai. Langfristig bleibt die Bilanz mit rund 28 Prozent Wertzuwachs über zehn Jahre jedoch ernüchternd.
Frankreichs politische Starre vor der Präsidentenwahl 2027 belastet Wirtschaft und Märkte zunehmend. Die jüngste Defizitsenkung gelang vor allem durch höhere Abgaben für Unternehmen und Vermögende, während die Staatsausgaben kaum gekürzt wurden. Arbeitgeberpräsident Patrick Martin kritisierte, dass die milliardenschwere Sonderabgabe für Großunternehmen wohl bestehen bleibe. Am Anleihemarkt verschuldete sich Italien im Juni zeitweise günstiger als Frankreich, was als Warnsignal gilt. Die Wachstumsprognose wurde auf bestenfalls 0,7 Prozent gesenkt. Trotz der Unsicherheit sehen Analysten bei den wertvollsten Börsenkonzernen wie LVMH, Schneider Electric und Airbus erhebliches Kurspotential.
Inflationsgeschützte Anleihen, sogenannte Linker, passen Zinszahlungen und Nennwert an die Teuerungsrate an und sichern so eine reale Rendite. Ob sich der Kauf lohnt, hängt von der „Break-even-Inflation" ab – der Schwelle, ab der Linker herkömmliche Anleihen übertreffen. Laut BNP-Paribas-Vermögensverwalterin Elida Rhenals haben Linker in den vergangenen fünf Jahren ihre nominalen Pendants stets geschlagen. Kapitalmarktstratege Sebastian Dörr von HQ Trust warnt jedoch, dass der Schutz nur greift, wenn die tatsächliche Inflation die bereits eingepreisten Erwartungen übersteigt.
Sitzungssaal des EZB-Rats: Die Notenbank soll sich um die Inflation kümmern. Lucas Bäuml
VW ist wieder in den Schlagzeilen. Stehen 100.000 Jobs auf der Kippe? Warum kommt Volkswagen nicht aus der Krise? Warum kehrt dort nie Ruhe ein? Was ist der allgemeinen Lage geschuldet, was ist ein strukturelles Problem? Ein Gespräch mit unserem F.A.Z.-Korrespondenten und VW-Experten Christian Müßgens über die Schwierigkeiten des Konzerns und die Entstehung des sechsteiligen F.A.Z.-Features „Die VW-Story“.
Sammelbezeichnung für Zertifikate, mit denen es möglich ist, überproportional an der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts teilzuhaben, das heißt, weniger Geld einzusetzen als es dem Wert des Basiswerts entspricht. Der Kurs des Zertifikats entwickelt sich um ein Vielfaches stärker als der des Basiswerts (Hebelung). Es können so höhere Gewinne, aber auch höhere Verluste erzielt werden, als es dem Kapitaleinsatz entspricht.
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