Finanzmärkten haftet der Ruf an, dass es dort besonders rational zugehe und nur Zahlen zählten. Das ist in etwa so richtig wie die Behauptung, Männer seien von Natur aus rational(er) und Frauen gefühlsbetont. Und vielleicht kommt diese Einschätzung sogar aus derselben Ecke.
Betrachtet man die Finanzmärkte mit ein wenig Abstand, wird deutlich, dass an dieser Einschätzung nicht viel dran ist. Das zeigt sich schon in Kursreaktionen auf Nachrichten zu einzelnen Aktien. Schon wenn von „sensationell“ die Rede ist, ist nicht mehr viel von Nüchternheit zu spüren.
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
Und die Reaktion fällt entsprechend emotional aus: himmelhoch jauchzend (massiv nach oben) oder zu Tode betrübt (massiv nach unten). Im Laufe der Zeit renkt sich alles ein. Denn diese heilt nicht nur (fast) alle Wunden, sondern lässt auch allzu früh verliehenen Lorbeer welken.
Ähnlich war der jüngste Umgang mit Privatkrediten. Als im März Privatanleger in den USA aus einigen Fonds in großem Umfang Mittel abzogen, waren einige Beobachter rasch dabei, eine Finanzkrise wie 2007 herbeizureden. Das ist nicht ganz ausgeschlossen, aber es gibt einiges an Unterschieden. Besonders funktioniert mit millionenschweren privaten Unternehmenskrediten das „Hütchenspiel“ nicht so wie mit Immobilienkleinkrediten. Das Risiko der Fondsmanager, darauf sitzenzubleiben, ist ungleich größer als das der Banken von damals, die hurtig Kredite so verpackten, dass am Ende die Schachteln leer blieben.
Das soll die Risiken nicht kleinreden. Und wenn aktuell nun vielerorts die Vorteile und verlockenden Renditen hervorgehoben werden, sollte man nicht ins Gegenteil verfallen und alles verdrängen, was an Warnungen in den vergangenen Wochen ausgesprochen wurde. Die Wahrheit liegt wohl, wie so oft, in der langweiligen Mitte.
Bleiben Sie nüchtern!
Ihr Martin Hock
Wo haben Sie Erfahrungen mit irrationalen Finanzmärkten gemacht? Hat Sie auch schon einmal der Überschwang hingerissen? Schreiben Sie uns gern an Premium-Finanzen@faz.de.
Über Geld – Leser-Echo
Zwei Aspekte haben sich aus den Zuschriften unserer Leser in der vergangenen Woche zum Thema Steuererklärung herauskristallisiert. Der eine positiv, der andere, nun ja, nicht so. Gelobt wird ein ums andere Mal ELSTER als Möglichkeit, eine Steuererklärung zu machen. Selbst mit komplizierten Sachverhalten wie Eigentumswohnungen und Abschreibungen, Renten und Pensionen bleibt am Ende mehr hängen, als wenn der Steuerberater aktiv wird. Ein bisschen Übung braucht es aber. Schwieriger scheint der Kontakt zum Finanzamt zu sein. Neun Monate bis zum Bescheid? „Andere lassen in dem Zeitraum Menschen entstehen.“ Und immer wieder die Bescheinigungen – aber nicht immer ist es das Finanzamt. Krankenkassen und Versorgungsämter kommen auch nicht besser weg.
„Das Bild bleibt gleich. Wall Street versprüht im Durchschnitt weiter Optimismus, während Deutschland weiter eher ein Trauerspiel bleibt. Deutlich war der Rückgang des Goldpreises. Wenn auch Goldbullen nicht müde werden, einen mögliche Stagflation als positiv zu werten, scheinen Inflationssorgen aktuell eher fallende Preise zu bewirken.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
F.A.Z.-Musterstrategien
„War die Vorwoche schon recht bewegungsarm, scheinen die Strategien in dieser Woche regelrecht erstarrt zu sein. Christoph Scherbaums Depot „Ausgewogen 15“ ist die Ausnahme, was aber nur an der Reaktion auf die guten Quartalszahlen von Google liegt.“
Martin Hock, Redakteur in der Wirtschaft und Leiter F.A.Z. Premium Finanzen.
„Beklagt man sich schon über Bewegungsarmut in den Musterportfolios, was soll man dann über die Zinslandschaft sagen? Es sind die gleichen Konditionen wie schon vor 14 Tagen. Abermals ein getreues Abbild der Leitzinsaussichten.“
Mandy Jarry, Technische Redakteurin für F.A.Z.-Newsletter und Verticals.
Privatkredite bleiben trotz Vertrauensdelle gefragt, weil sie Unternehmen schnell finanzieren und mit Besicherung sowie enger Kontrolle Ertrag und Stabilität versprechen. dpa
Im März machte sich mit Blick auf Privatkredite Krisenstimmung breit. Nunmehr ist Zeit für Gegenargumente.
Im März sorgte die Anlageklasse der Privatkredite („Private Credit“) für viel Wirbel. Nachdem einige speziell für Privatanleger konzipierte Fonds in den USA hohe Auszahlungswünsche entweder nur begrenzt oder nur auf Kulanzbasis erfüllten, verbreitete sich Krisenstimmung.
Für Nayef Perry, Leiter der Abteilung für Direktkredit-Investments bei Hamilton Lane, einer der global größten Gesellschaften im Bereich der Privatmärkte, war der Trubel vor allem eine Vertrauenskrise – einen Einbruch in der Kreditqualität gebe es nicht, betonte er in einem Pressegespräch in Frankfurt.
Private Credit hat einen enormen Aufschwung genommen. Seit 2014 hat sich das globale Volumen auf 2,4 Billionen Dollar etwa verdreifacht. Das vorsichtigere Agieren der Banken, denen nach der Finanzkrise das Geschäft mit der Fristentransformation – leihe kurz-, verleihe langfristig – erschwert wurde, machte sie zu einem wesentlichen Baustein in der Finanzierung der Wirtschaft – nicht nur in den USA.
Die Rating-Agentur Creditreform bezeichnet in einer jüngsten Studie die Anlageklasse als „festen Bestandteil des europäischen Kreditökosystems“. Der Anteil am Bestand der Unternehmensfinanzierung ist zwar noch klein, seit 2020 aber von fünf auf neun Prozent gewachsen.
Kreditqualität hat sich verbessert
Maßgeschneiderte und schnell umsetzbare Finanzierungen seien gerade im Bereich Private Equity gefragt. Diesem Vorteil stehe der Nachteil gegenüber, dass die Risiken schwer einordenbar seien. Veränderungen würden mangels Marktpreisen oft nur eingeschränkt und zeitverzögert sichtbar. Niedrigere Volatilität und moderat wirkende Ausfallraten seien kein hinreichender Indikator für geringere Risiken. Schließlich ermöglichen flexible Strukturen Anpassungen, ohne dass sich dies in den Ausfallraten niederschlägt.
Die Kreditqualität habe sich in den vergangenen Jahren nicht verschlechtert, sagt Perry. Nicht nur, weil die Ausfallraten im relevanten Markt für Unternehmenskredite weniger guter Bonität (Leveraged Loans) mit aktuell 1,36 Prozent unter dem historischen Durchschnitt lägen. Vielmehr gelte das auch, wenn man erzwungene Restrukturierungen von Krediten einschließe. Die Quote von dann 3,54 Prozent liege ebenfalls unter dem historischen Durchschnitt. Zudem sei der Eigenkapitalanteil bei Unternehmenskäufen mit 49 Prozent historisch hoch. Da Privatkredite immer vorrangig besichert seien, sichere sie das stärker ab.
Software-Befürchtungen übertrieben
Beobachten solle man indes den zuletzt von vier bis fünf auf knapp neun Prozent deutlich gestiegenen Anteil notleidender Kredite. Solche Ausreißer habe es aber immer wieder gegeben. Auch auf die Softwarebranche solle man ein Auge haben. Diese gehört zu den größten Privatkreditnehmern. Als Befürchtungen mit Bezug auf die KI-Revolution zu massiven Aktienverkäufen führten, übertrug sich das auch auf Privatkredite. Perry hält die Befürchtungen insgesamt für übertrieben. Am ehesten gefährdet seien Produzenten von Standardsoftware, am Ende komme es auf die Gesamtpositionierung eines Unternehmens an.
Creditreform sieht aktuell ein „ambivalentes“ Umfeld. Volatilere und selektivere öffentliche Kreditmärkte sprächen für Private Credit. Andererseits stiegen die Anforderungen an die Manager. Perry sieht hier eine generelle Stärke der Branche. Banken konzentrierten sich darauf, Risiken zu verteilen, Privatkreditgeber schauten bei den Kreditnehmern genauer hin, weil sie die Risiken auf den Büchern behielten.
Komplexe Bonitätsstruktur
Die Klientel der Kreditnehmer ist speziell. Nicht umsonst rechnet man Private Credit zum Markt für „Leveraged Loans“. Nach der Creditreform-Analyse des europäischen Marktes ist die Klientel durch höhere Verschuldungsgrade gekennzeichnet – was auch durch die Verbindung mit dem Private-Equity-Geschäft bedingt ist.
Zudem ist die Zinsdeckung geringer. Dies liegt auch an der Zinsentwicklung, die bei den variabel verzinslichen Privatkrediten unmittelbar durchschlägt. Seit 2022 ist der Zinsaufwand von Privatkreditnehmern im Verhältnis zum Fremdkapital von vier auf mehr als sechs Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft blieb er tendenziell konstant. Andererseits ist die Zinsdeckung durch den operativen Gewinn in der Gesamtwirtschaft seit 2021 im Mittel von etwa dem Neunfachen auf weniger als das Vierfache eingebrochen, bei Privatkreditnehmern nur leicht gesunken. Allerdings erwirtschaften diese aktuell nur wenig mehr als die Zinskosten – und weisen dann doch wieder deutlich höhere Bruttomargen und größere Liquiditätspuffer auf.
Das Kreditprofil sei nicht per se schwächer, sondern komplexer und lasse sich gezielt und aktiv steuern, heißt es von Creditreform. Die Kreditvergabe erfolgreicher Fondsmanager sei durch engmaschige Kontrolle gekennzeichnet. Weil Frühwarnsysteme fehlten, sei die Qualität der Überwachung essenziell.
Perry ist optimistisch. Seit nunmehr fast 25 Jahren habe Private Credit stets eine positive Wertentwicklung erzielt und die Vergleichsmaßstäbe übertroffen. Auch jetzt könne die Anlageklasse als Ertragsquelle und Portfolio-Absicherung interessanter sein. Und gerade in unruhigen Phasen sei ein langfristiger Ansatz oft belohnt worden. Daher gelte: Kurs halten, ruhig bleiben, weitermachen.
Seit der bislang letzten Betrachtung des Depots vor knapp drei Monaten ist dessen Wertzuwachs von 22 auf 17 Prozent gefallen. Nicht schön, aber kein Beinbruch. Der Dax ist etwas weniger stark gefallen, der S&P 500 sogar gestiegen – und das trotz einer schon damals hohen Bewertung, die in der längerfristigen Zukunft eher negative Renditen erwarten lässt.
Der Ausblick ist durch den Krieg noch negativer geworden. Er wird zu einer höheren Inflation führen, was die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich bremsen wird. Bisher konnte ein Rückgang der geförderten Öl- und Gasmengen noch durch die Transitzeiten und durch Entnahmen aus Vorräten kompensiert werden. Früher oder später wird das aber nicht mehr funktionieren. Die Preise, etwa für Lebensmittel, werden verhältnismäßig stärker steigen, weil die Landwirtschaft auf Dünger und Benzin angewiesen ist.
Stagflation wahrscheinlicher
Damit ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass es zu einer Stagflation kommt, also kein oder nur geringes Wachstum bei erhöhter Inflation. Das spricht langfristig wieder für Edelmetalle. Kurzfristig wurden Edelmetalle verkauft, um schnell an Liquidität in Dollar zu kommen. Das war die Ursache der zuletzt sinkenden Preise. Das ändert aber den langfristigen Ausblick nicht.
Die Value-Position Lithiumbank wird von steigenden Preisen für Lithium ebenfalls profitieren, zumal das Unternehmen E3 als vergleichbarer Wettbewerber deutlich höher bewertet ist. Eine Angleichung würde zu einem fünf- bis zehnfachen Kurs der Aktie von Lithiumbank führen. Eine Ergänzung im Bereich Kupfer könnte in den nächsten Wochen in Betracht kommen, wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges sichtbarer geworden sind.
Das Ergebnis der Konglomerate ist im Wesentlichen unverändert, wobei die Kurse einiger Werte leicht gestiegen und die anderer ein wenig gefallen sind. An Berkshire Hathaway, mit seiner großen Liquiditätsposition in kurz laufenden Anleihen, ist am Kursrückgang um vier Prozent in den vergangenen drei Monaten zu sehen, dass die Positionierung zwar im makroökonomischen Umfeld angemessen erscheint, die Entwicklung des Marktes das jedoch nicht belohnt hat.
Keine Notwendigkeit für Änderungen
Ärgerlicher ist der Rückgang im Block der Einzelaktien, bei der Barry Callebaut mit einem Rückgang um 20 Prozent heraussticht. Der ist verkraftbar, weil der Kurs der Aktie noch immer um 25 Prozent über dem Einstandspreis liegt. Henkel sind deutlich gefallen, wohingegen Shell zulegen konnten. Insgesamt sind die Einzelaktien ebenso wie die Konglomerate noch mit gut vier Prozent im Plus.
Samsung wurde nach einem Kurszuwachs um 100 Prozent und Erreichung des Kursziels verkauft. Dadurch ist die Liquidität gewachsen. Das passt zur aktuellen Unsicherheit im Markt. Sie kann dann eingesetzt werden, wenn der wirtschaftliche Ausblick klarer ist.
Es gibt keine Notwendigkeit, etwas an der Aufstellung zu ändern. Die Wahrscheinlichkeit für einen Konjunktureinbruch ist größer als für eine Weiterführung des Trends steigender Kurse.
Drei Denkfehler sind bei Anlegern in Deutschland immer wieder anzutreffen. Erstens werde zu viel Energie auf minimale Zinsunterschiede verwendet, obwohl etwa Tagesgeld nur Liquiditätsreserve und langfristiges Investieren wichtiger für die Rendite ist. Zweitens wird Gold oft ohne klares Ziel gekauft, obwohl dies darüber entscheidet, wie und wie viel Gold gekauft werden sollte. Drittens wird der Steuerspareffekt weithin überschätzt. Steuersparmodelle wie denkmalgeschützte Immobilien sind komplex und teuer, ihre Vorteile oft mit dem Kaufpreis mitbezahlt. Entscheidend für den Vermögensaufbau sind Strategie, Investmentqualität und ein langer Atem.
Wie es glänzt: Goldbarren im Tresor des Goldhandels Pro Aurum München Picture Alliance
Die Entlastungsprämie soll nach Zustimmung des Bundesrats am Freitag kommender Woche kommen und erlaubt Arbeitgebern, Beschäftigten bis zu 1000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn zu zahlen. Begünstigt sind Geld- oder Sachleistungen ohne Umwidmung bestehender Lohnbestandteile. Einen konkreten Nachweis eines Bezugs zu Preissteigerungen verlangt der Entwurf nicht, eine passende Bezeichnung in der Gehaltsabrechnung soll genügen. Wie bei der Inflationsausgleichsprämie gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz, wobei das Bundesarbeitsgericht einen pauschalen Ausschluss in der Freistellungsphase der Altersteilzeit für unzulässig halten kann. Die Prämie soll nicht auf einkommensabhängige Sozialleistungen angerechnet werden, nicht den Steuersatz erhöhen
und muss nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
Alphabet hat mit starken Zahlen für das erste Quartal 2026 und einem optimistischen Ausblick den Börsenwert auf knapp 4,7 Billionen Dollar gesteigert und liegt damit nur noch knapp hinter Nvidia. Treiber sind Cloud-Dienstleistungen, deren Umsatz um 63 Prozent auf rund 20 Milliarden Dollar wuchs. Die freien Mittelflüsse lagen bei 10,11 Milliarden Dollar, das bereinigte operative Ergebnis übertraf die Prognosen deutlich. Das Management spricht vom bislang stärksten Quartal im Endkundengeschäft mit der KI-App Gemini. Analysten hoben Kursziele an und verweisen auf beschleunigtes Werbewachstum durch Gemini in der Anzeigeninfrastruktur, was als mögliches Signal eines Wendepunkts im KI-Wettbewerb gilt.
Alphabets starke Quartalszahlen und der KI-getriebene Cloud-Schub bringen den Konzern beim Börsenwert bis auf Schlagdistanz zu Nvidia. EPA
Indiens Aktienmarkt schwächelt, obwohl das Land stark wächst und weiter Produktion nach Indien verlegt wird. Ein Mangel ist das Fehlen von Aktien mit KI-Bezug. Ein Lehrstück liefern die Vorgänge um RRP Semiconductor, das sich ohne Chip-Fertigung, Halbleiterumsätze oder Gewinn als Branchenhoffnung gerierte, bevor die Börsenaufsicht eingriff. Während inländische Anleger auf solche Geschichten ansprangen, zogen Ausländer seit September 2024 rund 30 Milliarden Dollar ab. Als Gründe werden der Irankrieg und das Risiko eines Energiepreisschocks genannt. Zudem bedroht Künstliche Intelligenz Indiens IT-Outsourcing, auch wenn die Sorge um wegbrechende Dienstleistungsexporte von rund 400 Milliarden Dollar übertrieben sein dürfte.
Die rasch steigende Staatsverschuldung Deutschlands stößt an den Kapitalmärkten auf wachsende Skepsis, nachdem publizierte Inflationserwartungen und der Bundeshaushalt 2027 Verkäufe von Bundesanleihen auslösten. Die Zinsausgaben des Bundes steigen von rund 30 auf 79 Milliarden Euro im Jahr 2030, während die Nachfrage bei zehnjährigen Aufstockungen nur mäßig bleibt. Auch wenn die Kreditwürdigkeit weiterhin hoch ist, fehlt es an Ausgabendisziplin. Die Finanzierungskosten für deutsche Schuldtitel mit zwei Jahren Laufzeit sind auf rund 2,7 Prozent gestiegen. Nur wenigen Ländern wurde das Vertrauen stärker entzogen. Etwas besser sieht es in den längeren Laufzeiten aus. Doch wenden sich Anleger eher Unternehmens- und Wandelanleihen zu.
„Sie sind doch ein Profi, Herr Doktor“, „Da müssen Sie dabei sein“, „Wenn Sie jetzt nicht abschließen, sind Sie nicht dabei“: Sätze aus dem Standard-Repertoire von Menschen, die andere mit dubiosen Anlageangeboten um Ihr Geld bringen wollen. F.A.Z.-Finanzredakteur Mark Fehr hat sie alle schon gelesen und gehört. Mit Host Martin Hock, ebenfalls lange im Graumarktbereich unterwegs, spricht er im F.A.Z. Podcast Finanzen & Immobilien über seine Erfahrungen.
Vorgezogene Erbschaften werden in Deutschland häufiger. Auslöser ist oft der Hauskauf, weil gerade in Großstädten viele junge Paare ohne zusätzliches Eigenkapital kaum noch Immobilien erwerben können. Dahinter stehen das aufgebaute Vermögen der Babyboomer, die in Rente gehen und teils selbst erben sowie der Wunsch, die Verwendung des Geldes noch zu erleben. Steuerlich wird frühes Schenken begünstigt, weil Eltern je 400.000 Euro und Großeltern 200.000 Euro pro zehn Jahre steuerfrei übertragen können. Früh sichtbare Privilegien verschärfen Spannungen zwischen Erben und Nicht-Erben und Konflikte in Familien durch Erwartungen an Verwendung und Gegenleistungen.
Das vorgezogene Erbe wird zum Trend. Stefan Finger
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