Das Wichtigste für Sie am Donnerstag: In Sachsen-Anhalt hat das BSW das Gesprächsangebot der AfD angenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz wirft der AfD vor, „ethnische Säuberung“ nach Herkunft und Hautfarbe betreiben zu wollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten. Und die Europäische Zentralbank gibt ihre Zinsentscheidung bekannt.
Philip Eppelsheim
Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.
Ermittlungen gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten
Erhöht die Europäische Zentralbank die Zinsen?
EU-Erweiterungskommissarin stellt Serbiens Beitritt in Frage
Es ist bundesweiter Warntag
Der Kampf um das Bier
Erreichen die deutschen Basketballerinnen das WM-Halbfinale?
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1. Merz: AfD will „ethnische Säuberung“ betreiben
Alexander Dobrindt (CSU), Lars Klingbeil (SPD), Friedrich Merz (CDU) und Alice Weidel (AfD) am 9. September im Bundestagdpa
In Sachsen-Anhalt hat das BSW das Gesprächsangebot der AfD angenommen. Es gehe um „inhaltliche Zusammenarbeit, nicht um Koalitionsgespräche“.
Einladung angenommen: CDU, SPD, Grüne und Linke haben in Sachsen-Anhalt Gesprächsangebote der AfD über eine Regierungsbildung ausgeschlagen. Das BSW hingegen nahm die Einladung an, wie Spitzenkandidatin Claudia Wittig der F.A.Z. bestätigte. Es gehe um „inhaltliche Zusammenarbeit, nicht um Koalitionsgespräche“. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) geht fest von einer Zusammenarbeit von AfD und BSW aus. Nach seiner Wahl zum CDU-Fraktionschef sagte er: „Ich bin ziemlich sicher, dass spätestens nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die AfD und BSW die Wahrheit sagen werden, dass sie sich längst geeinigt haben, wie das kommen soll.“
„Ethnische Säuberung“: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die AfD im Bundestag scharf attackiert und ihr unter anderem „Verachtung unserer demokratischen Institutionen“ und eine „permanente Herabsetzung der Repräsentanten unseres Staates“ vorgeworfen: „Sie wollen unser Land destabilisieren.“ Merz warf der AfD auch mit Blick auf den von ihr verwendeten Begriff „Remigration“ vor, „ethnische Säuberung“ nach Herkunft und Hautfarbe betreiben zu wollen. Dass die AfD in Sachsen-Anhalt nicht die absolute Mehrheit erreicht hat, wertete Merz als Scheitern. Die Partei habe damit ihr Wahlziel verfehlt, allein regieren zu können.
Keine Kooperation: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich auf der F.A.Z.-Europakonferenz in Berlin gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgesprochen. Das Credo müsse auch nach der Wahl in Sachsen-Anhalt lauten: „Keine Kooperation.“ Es gebe „keinen Grund, mit denen jetzt zu reden“, sagte Söder. „Die AfD soll in Sachsen-Anhalt jetzt ihren Regierungsauftrag wahrnehmen. Sie soll mal zeigen, ob das, was sie dauernd ankündigen, wirklich geht.“
2. Ermittlungen gegen den Berliner Spitzenkandidaten
Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach am 9. Septemberdpa
Kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Steffen Krach.
Durchsuchungen: Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte der F.A.Z. die Ermittlungen und die Durchsuchungen in einem Objekt in Hannover und zwei Objekten in Berlin. Um welche Delikte es geht, sagte die Sprecherin nicht. Der Berliner SPD-Spitzenkandidat und Ko-Landesvorsitzende Krach ist Regionspräsident der Region Hannover und in dieser Funktion für die Zeit des Wahlkampfes beurlaubt.
Es geht um Bestechlichkeit: Der „Tagesspiegel“ schrieb unter Verweis auf Informationen „aus Sicherheitskreisen“, dass in Krachs Wohnung in Berlin-Schöneberg, in der Zentrale der Berliner SPD und in Hannover am Mittwoch „diverse Räume“ durchsucht worden seien. Laut der Zeitung wird Krach in einem Verfahren wegen möglicher Bestechlichkeit als Verdächtiger geführt. Hintergrund sind schon länger laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover. Dabei geht es um mögliche Absprachen beim Verkauf eines Grundstücks des früheren Krankenhauses in Lehrte.
Haltlose Unterstellungen: Ein Sprecher der Berliner SPD sagte, die Partei kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, „um diese haltlosen Unterstellungen auszuräumen“. Auch Krach sprach gegenüber dem rbb von „Unterstellungen“, die „absolut haltlos“ seien. Er habe nichts zu verbergen und wollte mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. „Ich will da absolute Transparenz und ich bin da ganz entspannt.“ Krach sagte weiter, er werde in den nächsten elf Tagen weiter Wahlkampf machen. „Die Staatsanwaltschaft Hannover muss jetzt sagen, welche konkreten Vorwürfe es mir gegenüber gibt.“ Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt.
Blick auf die Europäische Zentralbank in FrankfurtMaximilian von Lachner
Die EZB entscheidet an diesem Donnerstag über den weiteren Kurs. Die Zinsentscheidung gilt als relativ sicher.
Treffen mit Merz: Erwartet wird, dass die EZB alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Der wichtigste Leitzins ist der Einlagensatz, den Banken für ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen. Er dürfte damit auf 2,5 Prozent steigen. Der Rat der Europäischen Zentralbank trifft sich zur Zinssitzung ausnahmsweise in Berlin. Geplant ist auch ein Zusammentreffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). In der Sitzung wollen die Notenbankökonomen auch ihre neuen Prognosen für Inflation und Wachstum vorlegen.
Die Inflation frisst die Sparzinsen: Im August war die Inflationsrate für den Euroraum von 2,9 auf 3,3 Prozent gestiegen. Für Sparer sorgt die Inflation derzeit dafür, dass die Sparzinsen zu einem großen Teil aufgefressen werden. Aber: „Aktuell steigen die Zinsen für Tages- und Festgeld langsam, aber kontinuierlich“, sagt Rudolf Krux, der für die Verbraucherplattform Biallo die Zinsmärkte beobachtet. Dass die durchschnittlichen Zinsen die Inflation bald ausgleichen werden, ist allerdings nicht sehr wahrscheinlich. Aber einzelne Angebote, die das tun, könnten mehr werden.
Weitere Zinserhöhungen? Dirk Schumacher, Chefökonom der KfW Bankengruppe, geht für die Zeit nach September von einer längeren Zinspause aus. Mark Wall von der Deutschen Bank dagegen hält es für wahrscheinlicher, dass die EZB im Dezember die Zinsen weiter anhebt bis auf 2,75 Prozent. Die Terminmärkte haben mittlerweile sogar zwei weitere Zinserhöhungen nach September bis Mitte kommenden Jahres „eingepreist“, wie Commerzbank-Ökonom Marco Wagner sagt: „Das dürfte aber überzeichnet sein.“
4. EU-Erweiterungskommissarin stellt Serbiens Beitritt in Frage
Während der Beerdigung von Ratko Mladić am 7. September in Belgraddpa
Grund ist die Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić mit staatlichen Ehren am Montag in Belgrad.
An einem Wendepunkt: EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte im Gespräch mit der F.A.Z., Serbien stehe an einem Wendepunkt und man müsse prüfen, inwieweit Serbien es mit dem europäischen Weg noch ernst meine. Mit Blick auf die Beisetzung von Mladić sagte sie weiter, es könne nicht sein, dass diejenigen verherrlicht würden, die so vielen Menschen Leid zugefügt hätten. Der Beitrittsprozess erfordere die „Aufarbeitung der Vergangenheit“ und „echte Versöhnung“.
Salz in die Wunden: Kos hat den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić für die posthume Ehrung des früheren Generals verantwortlich gemacht, der der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, die er bis zu seinem Tod in Den Haag verbüßte. „Es liegt in der Verantwortung politischer Führung, die Wunden der Vergangenheit zu heilen, statt immer wieder neues Salz hineinzustreuen“, sagte Kos. Am Dienstag hatten schon die Spitzen der EU-Institutionen, Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin von der Leyen sowie EVP-Parteichef Manfred Weber (CSU) scharfe Kritik an der Beisetzung geübt.
Vorgezogene Wahlen: Vučić hat am Mittwoch per Dekret die Auflösung des Parlaments verfügt. Am 25. Oktober soll es vorgezogene Parlamentswahlen geben. Vučić erhofft sich von diesem Schritt nach Beurteilung von Beobachtern die Konsolidierung seiner Macht. Seine Amtszeit als Staatschef endet nächstes Jahr – und nach zwei Mandaten darf er nicht erneut kandidieren. Vučić hat allerdings mehrfach erklärt, als Ministerpräsident für eine neue Regierung zur Verfügung zu stehen.
5. Es ist bundesweiter Warntag
Eine Sirene in Brandenburgdpa
Um 11 Uhr heulen die Sirenen und schrillen die Handys. Im ganzen Land werden die Alarmsysteme getestet.
Was soll das? Es wird getestet, ob die Behörden im Notfall die Bevölkerung gut erreichen. „Im Grunde simulieren wir damit einen Ernstfall: Kommt die Warnung an? Und wissen die Menschen, was sie damit anfangen sollen?“, heißt es beim Bonner Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Ein Ernstfall könnte beispielsweise eine Naturkatastrophe sein oder ein Angriff auf Deutschland.
Wie wird gewarnt? Das Modulare Warnsystem des Bundes löst zentral die Warnung aus. Der Alarm wird dann über Sirenen, digitale Anzeigetafeln, Apps auf dem Handy, den UKW-Rundfunk, das Digitalradio und die Technologie Cell Broadcast verbreitet. Laut Umfragen des BKK wurden so im vergangenen Jahr mehr als 90 Prozent der Befragten über mindestens einen Warnkanal erreicht.
Gibt es auch eine Entwarnung? Die wird gegen 11:45 Uhr gesendet. „Für die Bevölkerung ist es ebenso wichtig, zu erfahren, wenn eine Gefahr vorbei ist“, heißt es vom BBK. Während ein an- und abschwellender Sirenen-Heulton Warnung bedeutet, signalisiert ein heulender Dauerton die Entwarnung. Erstmals werden Entwarnungen in diesem Jahr auch über Cell Broadcast verschickt.
Der Preis pro Maß liegt in diesem Jahr auf dem Oktoberfest zwischen 14,80 und 15,90 Eurodpa
Bislang dürfen nur sechs Brauereien ihr Bier auf dem Oktoberfest ausschenken. Das schmeckt nicht jedem.
Die sechs Brauereien: Die sechs Traditionsbrauereien Augustiner, Hofbräu, Löwenbräu, Spatenbräu, Paulaner und Hacker-Pschorr schenken ihr Bier auf den Wiesn aus. Das Geschäft in den vierzehn großen Bierzelten ist lukrativ: Auf dem größten Volksfest der Welt werden bis zu sieben Millionen Maß Bier verkauft. Der Preis pro Maß liegt bei 14,80 Euro bis 15,90 Euro.
Er will auch: Steffen Marx, den Gründer und Geschäftsführer der Münchner Brauerei Giesinger Bräu, sammelt Stimmen für ein Bürgerbegehren, um in Zukunft sein Bier auf der Wiesn ausschenken zu dürfen. Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sagte dazu der F.A.Z: „Der Bierausschank auf der Wiesn ist an bestimmte Kriterien geknüpft, das Bier muss zum Beispiel mit Münchner Grundwasser gebraut werden.“ Er sei „offen für weitere Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest, sofern sie diese Kriterien erfüllen.“
Gelebte Brautradition: Unterstützt wird das Bürgerbegehren von Giesinger Bräu von Prinz Luitpold von Bayern, dem Urenkel des letzten bayrischen Königs. Er hat jahrelang vergeblich versucht, das Bier seiner König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg auf dem Oktoberfest auszuschenken. Im Bürgerbegehren heißt es: „Wir meinen: Es ist Zeit, dass sich etwas ändert! Die Münchner Brautradition wird auch von neuen, jungen, aber nicht weniger traditionsverbundenen Brauereien gepflegt und gelebt.“
7. Erreichen die deutschen Basketballerinnen das WM-Halbfinale?
Die deutsche Mannschaft feiert am 8. September den Sieg im Spiel gegen Malidpa
Die deutschen Basketballerinnen spielen ihr erstes WM-Viertelfinale überhaupt. Auf sie wartet ein harter Gegner.
Der Europameister: Im Viertelfinale an diesem Donnerstag muss sich das deutsche Team gegen Europameister Belgien durchsetzen. „Das ist auf jeden Fall ein Brocken. Ich weiß gar nicht, wie oft wir in den letzten Jahren gegeneinander gespielt haben. Meistens ist es besser für Belgien ausgegangen. Aber wir werden natürlich alles dafür tun, dass wir den Sieg holen können“, sagte Spielerin Leonie Fiebich.
Deutlich verloren: Die jüngsten drei Duelle gegen Belgien haben die Deutschen deutlich verloren. Bei der EM im vergangenen Jahr war gab es mit 59:83 eine Klatsche. Hoffnung aber macht ein Sieg gegen die Belgierinnen in der Gruppenphase bei Olympia in Paris vor zwei Jahren. Die Deutschen konnten das Spiel dort mit 83:69 gewinnen.
Verbundenheit: Mit einem Sieg gegen Belgien würde Deutschland erstmals seit EM-Bronze im Jahr 1997 wieder nach Edelmetall bei einem großen Turnier greifen. Bundestrainer Olaf Lange sagt, das Team habe über die letzten Spiele an Verbundenheit und Glauben ineinander gewonnen. In Teilbereichen würde die Auswahl „besser spielen als wir sind. Das ist Ausdruck dieser Verbundenheit.“ Doch gelte es die noch vorhandenen „vielen Lücken“ in der Offensive gegen Belgien dringend zu schließen.
Alexander Zverev ist in New York auf Titelkurs. Im Viertelfinale gelingt ihm ein souveräner Sieg – nun ist er erneut klarer Favorit. In einer herausragenden Saison überflügelt er sogar Boris Becker.
Wenn draußen der Regen prasselt, kommt das Laufband mit Steigungssimulation ins Wohnzimmer – oder die Fahrradrolle, das Indoor-Bike oder die Rudermaschine. Welches Gerät passt für welchen Nutzertyp?
Alexander Davydov
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