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Donnerstag, 17.09.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine
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Das Wichtigste für Sie am Donnerstag: Kanadas Premierminister Mark Carney spricht in Straßburg. Der BGH entscheidet über eine wichtige Datenschutzfrage. Und Jürgen Klopp stellt erstmals seinen DFB-Kader vor.
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Simon Hüsgen
Redakteur vom Dienst FAZ.NET.
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  1. Kanada und die EU – Freunde mit gewissen Vorzügen
  2. Diese Social-Media-Regeln plant von der Leyen
  3. Deutschland bekommt das erste F-35-Kampfflugzeug
  4. Das steckt hinter der Aufregung um Ed Sheeran und Macklemore
  5. Wie weit reichen die europäischen Datenschutzregeln?
  6. Diese Filme laufen ab heute im Kino
  7. Die Ära Klopp beim DFB beginnt
 
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1. Kanada und die EU – Freunde mit gewissen Vorzügen
France EU Canada
Kanadas Ministerpräsident Mark Carney und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen AP
In ihrer Rede zur Lage der Union bietet Ursula von der Leyen Kanada eine „assoziierte Mitgliedschaft“ in der EU an. Heute spricht der kanadische Ministerpräsident vor dem Europäischen Parlament.
Flirt: Dieser Flirt hatte sich bereits angedeutet. Eine „einzigartige Allianz“ strebe Kanada mit Brüssel an, hatte der kanadische Ministerpräsident Carney zu Beginn der Woche angekündigt. Und die EU antwortete mit einem Augenklimpern auf die kanadischen Avancen. „Wir wollen die Beziehungen zu Kanada auf das höchstmögliche Niveau bringen“, kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Nation an und stellte dem Land in Aussicht, „das erste assoziierte Mitglied der EU“ zu werden.
Rede: Möchte man in diesem Bild bleiben, liegt es nun wieder an Carney, auf dem Zettelchen, das die EU ihm zugesteckt hat, „Ja“, „Nein“ oder „Vielleicht“ anzukreuzen. Heute tritt er in Straßburg ans Rednerpult des Europäischen Parlaments. Um der Rede Carneys zuhören zu können, hatte von der Leyen extra ihre Reisepläne verschoben.
Fragen: Offen bleibt derweil, was genau sich hinter von der Leyens Angebot der „assoziierten Mitgliedschaft“ genau verbirgt. Der Begriff soll nach F.A.Z.-Informationen erst kurz vor von der Leyens Rede ins Manuskript eingefügt worden sein. Für Kanada könnte das Paket Bausteine enthalten wie Energie, seltene Rohstoffe, Verteidigung und eine engere Zusammenarbeit in der Arktis. Dass Kanada mit einer „assoziierten Mitgliedschaft“ Zugang zum Binnenmarkt und die Teilhabe am unbeschränkten Austausch von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedstaaten erhält, gilt nach Einschätzung leitender Beamter dagegen als unwahrscheinlich.
Die EU und Kanada: „Assoziiertes Mitglied“, was soll das sein?
 
2. Diese Social-Media-Regeln plant von der Leyen
Plenarsitzung des Europäischen Parlaments
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen während ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union am Mittwoch dpa
Die EU-Kommission will Kinder besser vor Social Media schützen. Heute will die EU-Kommission einen entsprechenden Vorschlag präsentieren.
Vorschlag: Bereits in ihrer Rede am Mittwoch hatte von der Leyen angedeutet, wie sich die Kommission strengere Regeln für Kinder und Jugendliche im Umgang mit Social Media vorstellt. Heute will die Kommissionspräsidentin gemeinsam mit EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen auf einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament den „EU Kids Act“ offiziell vorstellen.
Regeln: Für Social Media soll nach Vorstellung der Kommission künftig ein Mindestalter gelten. „Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren“, erklärte von der Leyen in ihrer Rede. Jugendliche vom 13. bis zum 15. Lebensjahr sollen demnach von den Eltern beaufsichtigte „Mini-Konten“ nutzen können, deren Funktionsumfang und Nutzungsdauer begrenzt ist. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren sollen die Plattformen zu einem sicheren Design verpflichtet werden. Bei der heutigen Präsentation des Kommissionsvorschlags soll auch klar werden, wie EU diese Regeln durchsetzen will.
Wie geht’s weiter? Nachdem die Kommission ihren Vorschlag präsentiert hat, müssen sich Parlament und Mitgliedsstaaten auf ein Vorgehen einigen. Bis es so weit ist, können Monate oder gar Jahre vergehen. Im Herbst will die EU-Kommission außerdem einen „Digital Fairness Act“ vorstellen. Dieser soll Erwachsene vor dem suchtfördernden Design der Plattformen schützen.
Social-Media-Verbot: Seepferdchen im Haifischbecken
 
3. Deutschland bekommt das erste F-35-Kampfflugzeug
Ein Kampfflugzeug vom Typ F-35 Lightning II des US-Herstellers Lockheed Martin bei der Farnborough International Airshow 2026 in Großbritannien AFP
Nach dem erfolgreichen Treffen mit US-Verteidigungsminister Hegseth setzt Boris Pistorius seinen USA-Besuch fort. Zum Abschluss nimmt er das erste von 35 US-Kampfflugzeugen vom Typ F-35 entgegen.
Pistorius in New York: Nach seinem Besuch in Washington setzt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) seinen Besuch in den Vereinigten Staaten am Donnerstag in New York fort. Dort trifft sich Pistorius mit UN-Generalsekretär António Guterres. In Gesprächen mit UN-Vertretern soll es unter anderem um die Zukunft von UN-Blauhelmeinsätzen gehen.
Pistorius bei Hegseth: Auf sein Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth blickte Pistorius positiv zurück. Man habe sich „sehr, sehr gut ausgetauscht“. Auch von Hegseth gab es Lob für die deutschen Bemühungen um militärische Wiederaufrüstung. Im Angesicht von Produktionsengpässen auf beiden Seiten unterzeichneten Deutschland und die USA eine Absichtserklärung zur Rüstungskooperation.
 
Pistorius bei Lockheed Martin: Am Freitag reist Pistorius dann nach Texas zu Lockheed Martin. Dort wird er das erste von 35 Kampfflugzeugen vom Typ F-35 Lightning II entgegennehmen. Das modernste Kampfflugzeug der Welt soll in der Luftwaffe die veralteten Tornados ersetzen, die unter anderem die nukleare Teilhabe Deutschlands sichern. Wegen seiner Form und Beschichtung ist die F-35 vom feindlichen Radar nur schwer zu entdecken. Von 2027 an sollen die ersten F-35 auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden.
Was Pistorius in Washington bekam – und was nicht
 
 
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4. Das steckt hinter der Aufregung um Ed Sheeran und Macklemore
Music Macklemore Ed Sheeran
Ed Sheeran während eines Konzerts im Domino Square in New York im September 2025 AP Photo/Andy Kropa
US-Rapper Macklemore wird aus dem Vorprogramm der Tour von Sänger Ed Sheeran ausgeschlossen. Weitere Support-Acts sagen daraufhin ihre Teilnahme an Konzerten ab. Was steckt dahinter?
Ausgeschlossen: Propalästinensische Äußerungen von US-Rapper Macklemore haben zu dessen Aus als Support-Act bei Ed Sheerans „Loop“-Tour geführt. Medienberichten zufolge soll Macklemore bei Konzerten etwa gesagt haben: „Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine.“ Das führte zu Protesten von Veranstaltern und letztlich zu Macklemores Ausschluss von der Tour.
Das sagt Ed Sheeran: In einem Beitrag bei Instagram betonte der britische Sänger, die Entscheidung Macklemore auszuschließen habe der Tourveranstalter getroffen. Sheeran habe in den vergangenen Tagen mit Veranstaltern und Aktivisten beider Seiten gesprochen, um eine „gemeinsame Lösung zu finden, aber ohne Erfolg“. In seinem Post begründet der 35-Jährige auch, warum er sich auf seinen Konzerten mit politischen Äußerungen bewusst zurückhält. Er habe durchaus seine Ansichten zu diesem „verheerenden Konflikt“, wolle aber, dass seine Konzerte insbesondere für junge Menschen und Kinder, die zu seinen Shows kommen, ein „Ort der Sicherheit und Zuflucht“ sind.
Absagen: Nach dem Ausschluss Macklemores solidarisierten sich mehrere Support-Acts der „Loop“-Tour mit dem Rapper und sagten ihre Teilnahme an weiteren Konzerten ab. „Ich würde jeden Respekt vor mir selbst verlieren, wenn ich einfach weitermachen würde wie bisher“, teilte der irische Singer-Songwriter Aaron Rowe bei Instagram mit. Die dänische Band Lukas Graham schrieb in einem Statement: „Wir sollten in der Lage sein, über Krieg zu sprechen, über getötete Zivilisten, über Kinder, die das Recht haben, aufzuwachsen. Wo auch immer sie leben.“ Auch die Band Beoga und Finneas O'Connell sagten ihre Teilnahme an den weiteren Konzerten der Tour ab. Sheeran tourt noch bis November durch die USA, danach sollen Konzerte in Mexiko und Südamerika folgen.
Kein „Free Palestine“: Was hat Ed Sheeran sich gedacht?
 
5. Wie weit reichen die europäischen Datenschutzregeln?
Weiterleitung privater Chat-Nachrichten an Dritte
Darf man private Chat-Nachrichten an den Arbeitgeber weiterleiten? Darüber entscheidet nun der BGH. dpa
Zwei Fälle, eine Frage: Wann gilt die DSGVO-Haushaltsausnahme? An diesem Donnerstag entscheidet der Bundesgerichtshof.
Ausnahme: Die Regeln zum Datenschutz reichen weit in Europa. Doch es gibt Ausnahmen. Eine solche ist die sogenannte Haushaltsausnahme der DSGVO. Diese besagt, dass die europäischen Datenschutzregeln nicht für rein persönliche oder familiäre Tätigkeiten gelten. Heute stellt sich dem Bundesgerichtshof (BGH) in gleich zwei Fällen die Frage: Wie weit reicht die Haushaltsausnahme?
Gefilmt: In einem Fall geht es um eine Frau aus Niedersachsen, die ihre Tochter und deren Mann verklagt. Diese hatten die Klägerin in ihrer Wohnküche heimlich mit einer Videokamera gefilmt. Die Aufnahmen, auf denen die Klägerin zu sehen ist, leiteten sie im Zusammenhang mit einer Strafanzeige wegen eines möglichen Diebstahls von Geldmünzen aus der Küche an die Polizei weiter. Die Mutter hält das Anfertigen und Weiterleiten des Videos durch ihre Tochter und deren Mann für rechtswidrig.
Weitergeleitet: Der zweite Fall scheint auf den ersten Blick zwar völlig unterschiedlich, doch berührt er die gleiche Frage. Eine Frau leitete nach einem Streit mit einer Freundin private Chatnachrichten an deren Arbeitgeber weiter. Der Freundin wurde daraufhin gekündigt. In den Chats hatten sich die beiden Parteien über die Verhältnisse in der Arztpraxis ausgetauscht, in der die Klägerin angestellt war.
 
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6. Diese Filme laufen ab heute im Kino
Film Review - Resident Evil
Austin Abrams als Kurierfahrer Bryan in „Resident Evil“ Sony Pictures via AP
Kuriere leben gefährlich: In gleich zwei Filmen steht der abenteuerliche Berufsalltag von Lieferfahrern im Fokus.
Resident Evil: In Zach Creggers Horrorfilm „Resident Evil“ wird eine gewöhnliche Lieferung an ein Krankenhaus für Kurier Bryan (Austin Abrams) zu einem Albtraum, in dem er es mit einer Seuche und blutrünstigen Mutanten zu tun bekommt. Konnten die bisherigen Adaptionen des Videospielklassikers eher mäßig überzeugen, zeigen sich Kritiker von Creggers Verfilmung begeistert und sehen in „Resident Evil“ teils gar einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre.
Runner: Wer danach noch immer mit einer Karriere als Lieferfahrer liebäugelt, den könnte „Runner“ endgültig eines Besseren belehren. Auch hier wird eine Kurierfahrt in ein Krankenhaus zum Kampf um Leben und Tod für den früheren Elitesoldaten Hank Malone (Alan Ritchson) und den medizinischen Kurier Ben (Owen Wilson). Anders als in „Resident Evil“ bekommen es Hank und Ben in „Runner“ aber nicht mit Mutanten, sondern mit einem Verbrecherboss und einer Gruppe brutaler Killer zu tun.
Kalter Hund: Wem das zu viel Action und Horror ist, dem sei „Kalter Hund“ empfohlen. Die Komödie über einen Patriarchen einer wohlhabenden bayerischen Familie, der sich unmittelbar vor der Feier zu seinem 100. Geburtstag das Leben nimmt, glänzt nicht nur als Film voller Psychologie und schwarzem Humor, sondern auch dank des Schauspiels, allen voran von Corinna Harfouch, die die deutlich jüngere Ehefrau des Patriarchen verkörpert.
„Kalter Hund“ im Kino: Der Hundertjährige, der morgens tot im Bett lag
 
7. Die Ära Klopp beim DFB beginnt
Jürgen Klopp
The Surprising One: Bundestrainer Jürgen Klopp gibt heute erstmals seinen Länderspiel-Kader bekannt dpa
An diesem Donnerstag gibt der neue Bundestrainer seinen Kader für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande und Griechenland bekannt. Es dürfte einige Überraschungen geben.
Nominierung: Wie wird die Männer-Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp aussehen? Einen ersten Eindruck wird der Bundestrainer an diesem Donnerstag um 10 Uhr geben, wenn er seinen DFB-Kader für die Länderspiele gegen die Niederlande (24. September), Griechenland (27. September) und Serbien (1. Oktober) nominiert.
Überraschungen: Bei seiner Vorstellung Ende Juli hatte Klopp angekündigt, dass „Spieler Möglichkeiten bekommen, die jetzt möglicherweise noch gar nicht damit rechnen“. Diesem Versprechen scheint der frühere Liverpool-Trainer nun Taten folgen zu lassen. So darf sich offenbar Frankfurts Younes Ebnoutalib ebenso über seine erste Nominierung für das DFB-Aufgebot freuen wie Elversbergs Felix Keidel. Dem Vernehmen nach wird der Klopp-Kader deutlich größer ausfallen als die 23 Spieler, die laut UEFA-Regeln dem Spieltagskader angehören dürfen. Bis zu 57 Feldspieler mit Nationalelf-Potenzial soll Klopp identifiziert haben.
Wer fehlt? So groß er auch ausfallen mag, für einige WM-Fahrer ist offenbar kein Platz mehr im Klopp-Kader. Antonio Rüdiger und Manuel Neuer haben ihre DFB-Karriere nach der WM im Sommer endgültig beendet. Für Neuer soll wohl Marc-André ter Stegen ins Tor rücken. Oliver Baumann wird im Aufgebot dagegen wahrscheinlich fehlen. Auch für Deniz Undav sollen die Chancen auf eine Nominierung schlecht stehen, ebenso für Leroy Sané und Nick Woltemade.
Die Nacht in Kürze
Die US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins auf eine neue Spanne von 3,75 bis vier Prozent. Und das, obwohl sich US-Präsident Donald Trump zuvor wiederholt für niedrigere Zinsen ausgesprochen hatte.
Die Hacking-Attacke durch KI-Software von OpenAI verstärkte zuletzt die Ängste vor der Technologie. Jetzt gibt der ChatGPT-Entwickler neue Probleme bekannt.
Bayer Leverkusen ist trotz schwacher Chancenverwertung mit einem Heimsieg in die Europa League gestartet.
Einen guten Start in den Tag wünscht Ihnen
Simon Hüsgen
 
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