Das Wichtigste am Freitag und am Wochenende: Iran und die USA beginnen Gespräche in Oman, die Bahn eröffnet die nächste Großbaustelle, und Trumps Albtraum tritt beim Super Bowl auf.
AfD-Austritt: Identitären-Chef Märkl kommt Parteiauschluss zuvor
Die nächste Großsanierung des Gleisnetzes beginnt
Das Jawort wird seltener
Die Olympischen Winterspiele werden eröffnet
Auftritt von Bad Bunny beim Super Bowl
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1. Worüber die USA und Iran verhandeln
Iran möchte sich laut Außenminister Araghchi auf das Atomprogramm und eine mögliche Lockerung von Sanktionen beschränken.dpa
Unterhändler aus Washington und Teheran treffen sich in Oman. Die Erfolgschancen der Verhandlungen gelten als gering.
Themen: Der erste Streitpunkt der Gespräche ist die Frage, worum es in den Gesprächen überhaupt gehen soll. Iran will vorerst nur über sein Atomprogramm verhandeln. Die USA fordern zusätzlich eine Begrenzung der Reichweite iranischer Raketen und ein Ende der iranischen Unterstützung für Milizen wie die Hizbullah, die Huthis und die Hamas. Aus Vermittlerkreisen gibt es den Vorschlag eines Nichtangriffspakts zwischen Iran und den USA.
Atomfrage: Washington verlangt, dass Teheran vollständig auf die Anreicherung von Uran verzichtet. Iran besteht darauf, dass es laut Atomwaffensperrvertrag ein Recht auf zivile Nutzung der Kernenergie habe. Die Fähigkeit zur Urananreicherung ist für Teheran auch ein Symbol der eigenen technologischen Stärke. Als Gegenleistung für Zugeständnisse fordert Iran eine Lockerung der internationalen Sanktionen. Dass Teheran einer Begrenzung der Zahl und Reichweite seiner ballistischen Raketen zustimmt, ist schwer vorstellbar – man fürchtet, dass Zugeständnisse als Einladung für ein militärisches Vorgehen der USA verstanden werden könnten.
Angriff? Donald Trump hält an seinen militärischen Drohungen gegen Iran fest. Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region zuletzt massiv verstärkt. Vom Tisch ist ein amerikanischer Angriff auf Iran also nicht – ohnehin werden die Erfolgschancen der Verhandlungen als gering eingeschätzt, die Positionen liegen weit auseinander.
Die Verwicklung seines früheren Mitstreiters Peter Mandelson in den Epstein-Skandal wird für den britischen Premierminister Keir Starmer zum Problem.
Interna verraten: Im Unterhaus rechnete der britische Premierminister Keir Starmer zuletzt mit seinem früheren Mitstreiter Peter Mandelson ab. Der Labour-Politiker sei ein „Lügner“ und „Betrüger“ und habe die Regierung wiederholt über das Ausmaß seiner Beziehungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein getäuscht. Den jüngsten Enthüllungen zufolge soll Mandelson sogar britische Regierungsinterna an Epstein weitergegeben haben.
Entschuldigung: Vor den Abgeordneten und dem ganzen Land bat Starmer um Entschuldigung – nicht dafür, dass er Mandelson vor einem Jahr zum Botschafter in Washington berief, sondern dafür, „dass ich seine Lügen geglaubt habe“. Die Entlassung Mandelsons hatte Starmer im September verfügt. Zuvor war durch die Veröffentlichungen des US-Justizministeriums öffentlich geworden, wie herzlich das Verhältnis zwischen Mandelson und Epstein auch nach dessen Verurteilung 2008 blieb.
Angezählt: Einen Rücktritt lehnt Starmer ab, aber britische Medien haben ihn schon angezählt. Der „Guardian“ zitierte Labour-Abgeordnete mit der Aussage, dass die Tage des Premiers gezählt seien. Der Premierminister hofft nun darauf, dass die Dokumente von Mandelsons Ernennungsverfahren belegen können, wie umfassend Mandelsons Täuschung ihm gegenüber war. Doch zunächst liegen diese Dokumente bei Scotland Yard. Vorerst soll nichts öffentlich werden, was die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Mandelson erschweren könnte.
3. AfD-Austritt: Identitären-Chef Märkl kommt Parteiausschluss zuvor
Maximilian Märkl in Vetschau, Brandenburgdpa
Die AfD wollte den Chef der als rechtsextrem eingestuften Identitären Bewegung aus der Partei ausschließen.
Kündigung: Nach Angaben des bayerischen AfD-Landeschefs Stephan Portschka hat Maximilian Märkl die Mitgliedschaft in der Partei am Donnerstag aufgekündigt. „Herr Märkl ist dem Parteiausschluss zuvorgekommen und hat mir soeben die Kündigung der Mitgliedschaft der AfD zukommen lassen“, schrieb Protschka in einer Pressemitteilung. Er werde die Kündigung annehmen.
Unvereinbarkeitsliste: Die deutsche Sektion der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Die Mitgliedschaft in der Partei schließt also eine Mitgliedschaft bei der IB aus. Von Märkls Doppelrolle wollen weder die Bundesspitze der Partei noch der Vorsitzende des bayerischen Landesverbandes, Stephan Protschka, etwas gewusst haben. Nach einer entsprechenden Recherche der Zeitung „Welt“ hatte die AfD dies am Donnerstag indirekt bestätigt.
Thema im Landtag: Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Protschka zuvor gesagt, er finde nirgends, „dass dieser Herr Bundessprecher der IB sein soll“. Dabei gabe es eindeutige Hinweise. So hatten die Grünen im Landtag mehrfach Märkls Verbindungen zum IB thematisiert. In einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage 2025 bezeichnete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Märkl als „einen der Bundessprecher der rechtsextremistischen Identitären Bewegung“. In einem Videointerview, das von der IB im Mai 2025 verbreitet wurde, trat Märkl öffentlich als IB-Sprecher auf.
4. Die nächste Großsanierung des Gleisnetzes beginnt
Ein ICE fährt durch Wuppertal.dpa
Zwischen Hagen, Wuppertal und Köln startet das nächste Großprojekt der Bahn. Nicht alle sind damit zufrieden.
„Zuverlässiger“: In Nordrhein-Westfalen beginnt heute die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hagen, Wuppertal und Köln. Die Bahn verspricht: „Der rund 65 Kilometer lange Streckenabschnitt wird dadurch künftig wesentlich robuster, der Zugverkehr pünktlicher und zuverlässiger.“
Modern? Von „Generalsanierungen“ könne nicht die Rede sein, bemängeln Kritiker, denn wichtige Arbeiten würden nicht miterledigt. Dabei geht es unter anderem um die ausbleibende Modernisierung malader Stellwerke und darum, dass das hochmoderne Zugbeeinflussungssystem ETCS nicht eingebaut wird. ETCS dient dazu, den künftigen Zugverkehr stärker automatisiert ablaufen zu lassen.
Mammutprojekt: Die Großbaustelle in Nordrhein-Westfalen ist die vierte Großsanierung des deutschen Gleisnetzes. Bis 2036 hat sich die Bahn rund 40 hochbelastete Gleiskorridore vorgenommen. Zuletzt wurden 2,5 Milliarden Euro für die Bauarbeiten veranschlagt, die über neun Monate hinweg für eine Vollsperrung der 280 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg und Berlin sorgen.
5. Das Jawort wird seltener
In Deutschland wird mehr geheiratet als im EU-Schnitt.dpa
Immer weniger Menschen heiraten in Deutschland. Dafür halten geschlossene Ehen länger als früher.
Tiefstand: Nur noch jeder Zweite in Deutschland heiratet, vor 30 Jahren waren es noch 60 Prozent der Erwachsenen. Die Zahl der Eheschließungen ist auf den niedrigsten Stand seit Erhebung der Statistik im Jahr 1950 gefallen. Im Jahr 2024 wurden knapp 350.000 Ehen geschlossen, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Welttags der Ehe am Sonntag mitteilt.
Haltbarkeit: Ein Grund für die sinkende Zahl der Eheschließungen ist, dass sich die Deutschen immer mehr Zeit bis zum ersten Jawort lassen. Das Durchschnittsalter stieg innerhalb von 30 Jahren um rund sechs Jahre. Dafür halten Ehen inzwischen länger. Die Durchschnittsdauer bis zur Scheidung lag 2024 bei 14,7 Jahren, 1994 waren Ehepaare im Schnitt zwölf Jahre verheiratet.
EU-Schnitt: Gemessen an der Bevölkerung wird in Deutschland etwas häufiger geheiratet als im EU-Durchschnitt. 2023 wurden im EU-Schnitt vier Ehen pro 1000 Einwohner geschlossen, in Deutschland waren es 4,3. Die meisten Ehen wurden laut EU-Statistikbehörde Eurostat in Rumänien (5,8), Lettland (5,6) und Ungarn (5,2) geschlossen.
Bundespräsident Steinmeier vertritt Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Mailand. Mehr als 6000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.
Eröffnung: Die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele geht heute Abend im San Siro in Mailand über die Bühne (20 Uhr/ARD). Italiens Präsident Sergio Mattarella spricht die Eröffnungsformel, Deutschland wird durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten, und auch sonst wird viel Politprominenz erwartet – aus den USA werden Vizepräsident J. D. Vance und Außenminister Marco Rubio erwartet.
ICE: Knapp 3000 Athleten gehen bei Olympia an den Start, und mehr als doppelt so viel Polizei soll für ihre Sicherheit sorgen. Bis zum Ende der Spiele am 22. Februar sind mehr als 6000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Für Aufregung sorgte der Umstand, dass zum Schutz von US-Offiziellen auch Agenten der Behörde ICE nach Italien kommen, die derzeit für ihre gewalttätigen Einsätze in Minneapolis kritisiert wird. Die Regierung in Rom betonte mehrfach, es kämen ausschließlich italienische Kräfte zum Einsatz. In Mailand gingen Demonstranten mit Plakaten wie „No ICE in Milano“ auf die Straße.
Niederlage: Die deutschen Eishockey-Frauen starteten schon am Donnerstag mit einer Niederlage in die Spiele. In einem für das Turnier umgebauten Gebäude auf dem Mailänder Messegelände unterlagen sie mit 1:4 gegen Schweden. „Wir haken es ab, arbeiten es auf und machen es besser“, sagte die Kapitänin Daria Gleißner mit Blick auf die zweite Vorrundenpartie gegen Japan an diesem Samstag.
Der meistgehörte Künstler der Welt ist der Albtraum der MAGA-Anhänger. Beim Super Bowl wird der Sport fast zur Nebensache.
Populär: In der Nacht von Sonntag auf Montag deutscher Zeit startet mit dem Super Bowl das US-Sporthighlight des Jahres. Kick-off ist um 0:30 Uhr. In Deutschland überträgt RTL das Duell zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks im Levi’s Stadium in Santa Clara, weltweit wird der Super Bowl von etwa 200 Millionen Menschen verfolgt und ist damit das beliebteste Einzelsportereignis der Welt.
Trump-Kritiker: Nicht nur der Sport, auch die Halbzeitshow steht im Fokus. Gelegentlich übertrumpfen ihre Einschaltquoten die des eigentlichen Spiels. Diesmal wird Bad Bunny auf der Bühne stehen. Der Rapper ist nicht nur der meistgestreamte Künstler des vergangenen Jahres auf Spotify, sondern auch ein prominenter Kritiker von Donald Trump und seiner Einwanderungspolitik. In seiner Grammy-Dankesrede sagte der Puerto Ricaner, der durchgehend auf Spanisch singt, zuletzt über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde: „Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!“
Gegenveranstaltung: Trump will dem Super Bowl diesmal fernbleiben. Die Reise sei zu weit, hieß es zur Begründung. Tatsächlich fürchtet er wohl Pfiffe von den Rängen. Nachdem der US-Präsident gegen die Wahl von Bad Bunny für die Halbzeitshow gewettert hatte, engagierte die NFL auch noch die Band Green Day, die ihr Publikum gelegentlich zu Gesängen mit der Zeile „Fuck Donald Trump“ dirigiert. Immerhin: Turning Point USA, die Organisation des im September ermordeten Aktivisten Charlie Kirk, hat ein „durch und durch amerikanisches Gegenprogramm“ mit „patriotischen“ Künstlern wie Kid Rock angekündigt. Der US-Präsident kriegt also seine eigene Halbzeitshow.
Nach den jüngsten Veröffentlichungen zum Fall Epstein hat die norwegische Polizei Ermittlungen gegen den früheren Ministerpräsidenten Thorbjoern Jagland eingeleitet. Es bestehe der Verdacht der schweren Korruption.
Sogar an Gymnasien kommen immer häufiger Klassiker in einfacher Sprache zum Einsatz. An einem Beispiel von Lessing ist zu sehen, was Schülern verloren geht, wenn ihnen das Original vorenthalten wird.
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