Heute in Rhein-Main: Schadensersatz für Diskriminierung
Guten Abend,
haben es Migranten schwerer, eine Wohnung zu finden? Zumindest in diesem Fall war es so: Die 30 Jahre alte Humaira Waseem hatte bei einem Makler in Groß-Gerau nach einem Besichtigungstermin für eine annoncierte Wohnung gefragt und war darauf beschieden worden, es seien keine mehr verfügbar. Als sie es dann unter dem Namen Julia Schneider versuchte, war der Weg zur Besichtigung prompt frei. Waseem zog daraufhin vor Gericht, am Donnerstag befasste sich in letzter Instanz der Bundesgerichtshof
damit. Er bestätigte die Diskriminierung und entschied auch, dass nicht der Vermieter, sondern der Makler 3000 Euro Schadensersatz an die Frau zahlen müsse.
Schadensersatz, Schadensersatz ... wer sich derzeit mit einem bestimmten Neubauvorhaben der Deutschen Bahn befasst, müsste eigentlich auch Schadensersatz bekommen, weil es gerade drunter und drüber geht. Die Wallauer Spange
ist ein kurzes Stück Schienenstrecke unweit des Wiesbadener Autobahnkreuzes, auf der, falls sie denn je gebaut wird, Züge schneller von der Landeshauptstadt zum Flughafen gelangen können. Nun hieß es erst, es bestehe Baurecht, doch fehle es an Geld. Dann hieß es, es bestehe noch gar kein Baurecht. Und jetzt lässt sich die Behörde, die Bauanträge der Bahn prüft, sie hat den schönen Titel Eisenbahnbundesamt, das ganze Verfahren stoppen, weil die von der DB eingereichten Unterlagen nicht zureichend seien. Man muss Geduld haben bei der Eisenbahn, egal ob man auf einem zugigen Bahnsteig auf den Zug oder auf eine ganz neue Verbindung wartet.
So schön könnte es dereinst werden: Visualisierung des neuen Bahnhofs Delkenheim an der geplanten Wallauer Spange. Visualisierung Landeshauptstadt Wiesbaden
Das ZDF hat es gut, es hat schon einen Schienenanschluss. Zur Sendezentrale in Mainz fährt seit einigen Jahren in flotter Fahrt eine schicke Straßenbahn. Ob Norbert Himmler, der Intendant des Senders, morgens auf der Schiene anreist, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass er sich gegen die Skepsis am öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu wehren weiß. „Ich kann nicht pauschal erkennen, dass weite Flächen unseres Programms einseitig seien“, sagte er am Mittwochabend im Frankfurter Presse-Club. Journalismus sei ein Handwerk. Da hat der gute Mann recht.
Der Tipp zum Wochenende Long Tran hat in der legendären „Kinly Bar“ im Frankfurter Bahnhofsviertel sein Handwerk gelernt. Mit seiner eigenen Speakeasy-Bar „Chroma“ setzt der in Leipzig geborene und seit elf Jahren in Frankfurt lebende Barkeeper ebenfalls auf Kreativität – aber auch auf Klassiker. Dabei bringt er ohne viel Aufhebens und unnötigen Zierrat sehr gute, originelle Kreationen in die Gläser und macht die meisten Zutaten dafür selbst.
Das Wetter für Freitag Viele Wolken, nur selten Sonnenschein. Bis zum Abend noch weitgehend trocken. Höchsttemperaturen am Nachmittag um 4 Grad.
Geburtstag haben am Freitag Peter Mensinger (CDU), von 1994 bis November 2022 Vorsitzender des Frankfurter Denkmalforums, früherer ehrenamtlicher Stadtrat in Frankfurt (85); Dagmar Wucherpfennig (SPD), Vorsitzende des Kreistags Darmstadt-Dieburg (73); Conrad Skerutsch, von 2014 bis März 2025 Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft für das Frankfurter Arbeitsmarktprogramm (FRAP-Agentur) (67);
am Samstag Christoph Ullrich, Frankfurter Pianist, Leiter des Schulprojekts „laterna musica“ (67); Ralf Wolter, Gründer des Unternehmens „living Monuments“, früherer Kurdirektor der Stadt Bad Homburg (65); Holger Seyfahrt, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbands, Offenbach (64); Tilman Michael, von 2014 bis Februar 2025 Chordirektor der Oper Frankfurt (51); Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Frankfurt (44);
am Sonntag Oliver Habighorst, Präsident der Notarkammer Frankfurt (63); Thomas Schäfer, Direktor des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (59).
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