Heute in Rhein-Main: So will die „Maracuja-Koalition“ in Wiesbaden regieren
Guten Abend,
mit Hundenamen ist das so eine Sache. In einem Früher, als Hunde noch ein bisschen mehr Hunde waren, hießen sie Hasso, Bello oder – ganz innovativ – Rambo. Hunde zu vermenschlichen, galt lange Zeit als unschicklich. Aber auch schon damals galt: Bellos konnten ziemlich verwöhnte Haustiere sein. Heute ist es normal, dass Hunde Menschennamen tragen. Bruno, Emma, Ida, Fritz, Karl-Heinz. Es kann amüsant sein, Hundebesitzer zu belauschen, wenn sie verzweifelt versuchen, „Hermann-Alexander – hiiiiier“ zu rufen. Falls Sie jemals Langeweile haben sollten, können wir nur ein kleines Spiel empfehlen. Es heißt „Mensch oder Hund“ und erklärt sich von selbst. Sie positionieren sich an einen Ort, an dem beide Vertreter dieser Spezies anzutreffen sind. Ein Park bietet sich an – oder am Rande eines
Kinderspielplatzes. Ein bisschen Geduld ist gefragt, denn sie müssen warten, bis ein Name laut ausgerufen wird. Dann wird getippt: Kommt ein Mensch oder ein Hund um die Ecke? Emma, Paul, Bruno, Ida – hier her! Eines vorab: Manchmal lässt sich weder Kind noch Tier blicken – Emmas, Pauls, Brunos und Idas haben nämlich gerne ihren eigenen Kopf.
Die Wartezeit zwischen dem nächsten Namensaufruf und einer neuen Spielrunde können Sie mit den Nachrichten des Tages überbrücken.
Maracuja-Koalition: Nach mehrwöchigen Verhandlungen haben sich CDU, Grüne, FDP und Volt in Wiesbaden auf eine Koalitionsvereinbarung und eine neue Verteilung der Dezernate verständigt. Wohl als Zugeständnis an Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), der qua Amt hinsichtlich der Ressortverteilung eine machtvolle Stellung hat, überlässt das Bündnis den Sozialdemokraten ein Dezernat, obwohl die SPD nicht Teil der Koalition ist, wie F.A.Z.-Korrespondent Jochen Remmert schreibt.
Wie sich die Dezernate verteilen, welches Dezernat neu geschaffen wird und welche Überraschungen und Herausforderungen es gibt, können Sie hier nachlesen.
Im Interview mit der F.A.Z. antwortet Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende
(SPD) auf die Frage, ob er selbst noch einen Gestaltungsspielraum in einer CDU-geführten Regierungskoalition habe, in der seine Partei, die SPD, nicht mehr vertreten ist, durchaus zuversichtlich. „Ja, das kann ich. Mein Ansatz war immer, der Magistrat ist ein Kollegialorgan. Das sieht auch die hessische Gemeindeordnung so vor. Ich habe auch im Wahlkampf immer darauf hingewiesen, dass viel häufiger Entscheidungen im Magistrat einstimmig getroffen werden, als man gemeinhin annimmt. Für mich bleibt ein respektvoller und anständiger Umgang miteinander der Maßstab. Ich gehe davon aus, dass das auch für den künftigen Magistrat gilt.“
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Brandstiftung in mehreren Fällen:
Im Rheingau-Taunus-Kreis häufen sich die Waldbrände. Auch Landrat Sandro Zehner (CDU) spricht in einem Video davon, dass man davon ausgehen müsse, es mit „vorsätzlich entzündeten Feuern“ zu tun zu haben. Er hoffe auf Hinweise von Bürgern auf den Täter, der in seinen Augen „einfach nur ein Knallkopp“ sei. Allein am Mittwoch wurden sieben Feuer gemeldet. Besonders schwierig war der Einsatz zwischen Bad Schwalbach und Hohenstein. Dort breiteten sich die Flammen auf rund 3500 Quadratmetern aus. In Erlensee ist die Ursache für einen Brand geklärt: Zeugen sollen beobachtet haben, wie ein Sechzehnjähriger Feuerwerk ins trockene Gras geworfen hat. Der Jugendliche wurde vorläufig festgenommen. In Hanau vermuten Polizei und Feuerwehr bei einem brennenden Baum ebenfalls „menschliches
Zutun“. Was Täter antreibt und mit welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte zu kämpfen haben, schreiben Michael Theil, Inga Janović und Hanns Mattes.
Immer wieder müssen Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrücken, um in Hessen Waldbrände zu löschen, so wie hier vor einigen Tagen in einem Waldstück zwischen Ober- und Niederrodenbach.dpa
Gesucht: Ein Büro mit 2500 Arbeitsplätzen: Es gilt als das spannendste Projekt auf dem Frankfurter Immobilienmarkt. Die Deutsche Bundesbank hat den Wettbewerb um ihre künftige Zentrale gestartet: In einem europaweiten Verhandlungsverfahren sucht die Notenbank nach einem schlüsselfertigen Gebäude in zentraler Frankfurter Lage. Die Anforderungen sind anspruchsvoll: Gesucht wird eine Immobilie für rund 2500 Arbeitsplätze
sowie etwa 15.000 Quadratmeter Nutzfläche. Der Zuschlag soll bis Ende 2027 erfolgen. Mit dem Ausschreibungsverfahren nimmt der geplante Umzug aus dem Frankfurter Norden konkrete Formen an. Die bisherige Zentrale an der Wilhelm-Epstein-Straße, die seit 1972 genutzt wird, sollte ursprünglich für rund 1,7 Milliarden Euro saniert und erweitert werden. Aus Kostengründen entschied sich die Bundesbank stattdessen für den Kauf eines neuen Hauptsitzes in der Innenstadt. Auf dem bisherigen Gelände in Bockenheim soll künftig die Europäische Schule einziehen.
Der Tipp zum Wochenende Das Gourmetrestaurant im Favorite Parkhotel in Mainz hat seit gut einem Jahr einen neuen Küchenchef: Aniello Casalino ist noch jung, hat aber schon Erfahrung in der Sternegastronomie gesammelt, unter anderem in der „Traube Tonbach“. Er steht für eine aus dem Italienischen hergeleitete Küche mit französischen Elementen, die auf eine ungekünstelte Art die Produkte in den Mittelpunkt stellt und die Anzahl der Komponenten auf dem Teller überschaubar hält. Eine Möglichkeit, ihn und seine Küche kennenzulernen, sind die regelmäßig stattfindenden Küchenpartys des Hauses.
Das Wetter für Freitag: Abermals zahlreiche Sonnenstunden. Es bleibt den ganzen Tag über trocken. Hohe Hitzebelastung mit Höchsttemperaturen um 38 Grad.
Geburtstag haben am Freitag Uta Zapf (SPD), langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestags, Offenbach (85); Marie-Theres Deutsch, Frankfurter Architektin und Landschaftsplanerin (71); Joachim Kunkel (CDU), Kreistagsvorsitzender im Landkreis Bergstraße (68); Wolf Truchsess von Wetzhausen, geschäftsführender Gesellschafter der Westend Film & TV Produktion GmbH, Frankfurt (64); Thomas Ranft, Moderator und Wetterexperte beim Hessischen Rundfunk (60); Arne Weick, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse (60);
am Samstag Wolfram Dette (FDP), ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar, Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille (75); Gregor Amann (SPD), von 2011 bis März 2026 Stadtverordneter in Frankfurt, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags (64); Birgit von Hellborn, Geschäftsführerin des Capitol-Theaters und der Stadthalle Offenbach (60); Michael Stegmann, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Hessen, Frankfurt (57); Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG (55); Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums, Frankfurt, Trägerin des Hessischen Kulturpreises (54); Astrid Wallmann
(CDU), Präsidentin des Hessischen Landtags, Wiesbaden (47); Hanna-Lena Neuser, Direktorin der Evangelischen Akademie Frankfurt (46); Nils Beckmann, Geschäftsführer der Delta Pronatura GmbH / Dr. Beckmann Group, Egelsbach (43);
am Sonntag Bärbel Grässlin, Frankfurter Galeristin (72); Ulrich Peters, Geschäftsführer der Licher Privatbrauerei (60); Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbands Hessen, Frankfurt (51); Marcus Gwechenberger (SPD), Planungsdezernent der Stadt Frankfurt (50); Thomas Guggeis, Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt (33).
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