Heute in Rhein-Main: „Bücher zu schätzen und Bücher zu kaufen, sind zwei verschiedene Dinge“
Guten Abend, kennen Sie das Doppel-Such-Phänomen? Erst wird ein Parkplatz, Tage später das Auto gesucht. Wo stand es noch mal gleich? Links die Straße runter? Oder doch in der kleinen Einbahnstraße rechts? Glücklich schätzen können sich all jene, deren Auto über eine App zu orten ist. Aber auch wer ein altes Modell fährt, kann die Suche abkürzen. Kopflose Parker waren Google offenbar eine eigene Funktion wert. Die App „Maps“ bietet die Möglichkeit, den Parkplatz mit einem einfachen Klick auf der Karte zu markieren. Wieso Sie diesen Hinweis hier lesen? Weil die Autorin sich gewünscht hätte, jemand hätte dieses Hoheitswissen mit ihr früher geteilt. Allein die jüngste Suche nach dem Auto dauerte doppelt so lange wie die nach dem Parkplatz. Zeit, die sie besser hätte nutzen können.
Zum Lesen der Nachrichten, beispielsweise. Wie gut, dass es für all jene, die sich beeilen müssen, diesen Newsletter hier gibt.
Großes Interesse trifft auf geringere Kaufkraft:
Bücher, Bücher, Bücher! Und Menschen, die diese feiern und lieben. Frankfurt versprüht wieder diese besondere Atmosphäre, die sich verlässlich mit Beginn der Buchmesse einstellt. Kaum vorstellbar bei den Besuchermassen, dass auch in der Rhein-Main-Region zahlreiche Buchhandlungen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen. Auch Andrea Tuscher wird ihre traditionsreiche „Buchhandlung am Markt“ am Offenbacher Wilhelmsplatz Ende des Jahres schließen. Stark gestiegene Miet- und Betriebskosten gehören ihren Angaben zufolge zu den Gründen. Aber auch die nachlassende Kaufkraft der Kunden sowie ein zu beobachtender „Bedeutungsverlust des Buches“ haben laut Tuscher dazu beigetragen, dass sie das Geschäft nicht mehr weiterführen kann und will. Wieso manch ein unabhängig geführter
Buchhandel auf Partnermodelle mit Handelsketten wie Thalia oder Hugendubel setzt, hat unsere Autorin Petra Kirchhoff aufgeschrieben. Die Redakteure unserer Kulturredaktion hingegen haben in dieser Woche ihren Arbeitsplatz weitestgehend auf das Messegelände verlegt. Sie berichten jeden Tag von der Buchmesse, den dortigen Begegnungen zwischen Autoren, Verlagen und Lesern, schreiben über Trends und Kuriositäten.
Marie Lisa Kehler
Stellvertretende Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Gefiederte Allesfresser: Geahnt haben wir es schon immer, nun ist es amtlich: Nilgänse sind wahrlich keine Feinschmecker. Ob sie hingegen fein schmecken, ist eine Frage, die an anderer Stelle geklärt werden muss. Eine Studie des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums hat jetzt ergeben, dass Nilgänse nicht nur, wie bisher angenommen, Gräser und Getreide fressen, sondern nahezu alles vertilgen, was ihnen unter den Schnabel kommt. In den Kröpfen der eigentlich als vegetarisch geltenden Tiere fanden sich neben Regenwürmern auch Muschelreste – und Erdbeeren. Zudem haben die Wissenschaftler 17 unterschiedliche Parasiten nachgewiesen, die auch Haus- und Zuchtgeflügel befallen können.
Für die Studie wurden innerhalb von vier Jahren 100 Nilgänse aus der regulären Jagd in der Wetterau untersucht.
Allesfresser: Nilgänse ernähren sich nicht nur von Gräsern und Getreide. Auch Würmer und sogar Muscheln gehören laut einer Studie zur bevorzugten Nahrung.Picture Alliance
Bewegung nach rechts?: Die Stadtbild-Debatte ist wieder da. Diesmal angefacht von Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der zudem dafür plädiert, die AfD im Bundestag weniger auszuschließen. Seiner Ansicht nach sollen Vertreter der AfD Vorsitze in den Fachausschüssen übernehmen können. Bewegen sich Hessens Christdemokraten nach rechts?
Für seine Haltung und seine Forderungen bekommt Rhein durchaus Zuspruch. So sagt beispielsweise der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Korbach aus Wiesbaden: „Boris Rhein schärft damit das bürgerlich-konservative Profil und positioniert die CDU Hessen damit stärker mitte-rechts.“ Kritik gibt es unter anderem von den Grünen. Wer Rechtsextremisten Ämter und Bühnen verschaffe, der bekämpfe sie nicht politisch, sondern stärke und legitimiere sie, heißt es. Unser Autor Robert Maus fasst die ganze Debatte zusammen.
Das Wetter für Donnerstag Im Tagesverlauf immer weniger Regen und ab und zu Sonne. Höchstwerte von 15 bis 17 Grad, zunächst frische bis starke Böen.
Geburtstag haben am Donnerstag Horst Raule, in Wiesbaden lebender Unternehmer, Gründer und Vorsitzender der Kleine Füchse Raule-Stiftung (90); Ingo Endrick Lankau, Rechtsanwalt, Honorarkonsul der Republik Bulgarien, Darmstadt (81); Manfred Kaufmann, ehemaliger Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Frankfurt (80); Frank-Jürgen Weise, früherer Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Frankfurt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (75); Michael Kercher, Organisator des Musikfestivals „Open Doors“, Neu-Isenburg (71); Andrzej Klamt
, in Wiesbaden lebender Filmemacher (62); Jörg Klärner, Direktor des Caritasverbands für die Diözese Limburg (62); Ivo Ivanov, Vorstandsvorsitzender der DE-CIX Group AG und Geschäftsführer der DE-CIX Management GmbH, Betreibergesellschaft des DE-CIX-Internetknotens, Frankfurt (50); Max Hartung, Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Frankfurt (37).
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