Heute in Rhein-Main: Eine linke Kneipe wird gerettet
Guten Abend,
was ist das überhaupt – eine linke Kneipe? Eine linke Buchhandlung, das lässt sich ja noch eher verstehen, da gibt es bestimmt nur Bücher über den bösen Kapitalismus und andere Verschwörungstheorien. Aber eine linke Kneipe? Haben da die Biergläser den Griff auf der linken Seite? Das Veranstaltungsprogramm wird doch wohl politisch ausgewogen sein, wenn die Stadt Frankfurt Zuschüsse an die Einrichtung überweist. Aber egal. Der „Club Voltaire“ ist eine altehrwürdige linke Kneipe in Frankfurt und musste gerettet werden, alle bis hin zum linken Oberbürgermeister waren in allergrößter Sorge. Jetzt wird das Gebäude an der Kleinen Hochstraße seitlich der Freßgass’ von der Stiftung der Hilfsorganisation Medico International übernommen
und die Kneipe damit gerettet, wie Michael Theil berichtet. Ist doch schön, dass nach dem Ende aller linken Utopien wenigstens das linke Milieu in Frankfurt noch lebt.
Manfred Köhler
Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Wenn in Hessen ein veritabler Industriebetrieb vor dem Aus steht, zum Beispiel, weil kluge Politiker entschieden haben, dass die Stromkosten in diesem Land zu den höchsten weltweit zu zählen haben, wird nicht immer so viel Wirbel gemacht wie um eine Gaststätte. Zumindest aber haben jetzt das hessische Wirtschaftsministerium, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und die Gewerkschaften ein gemeinsames Papier vorgelegt,
wie der Industrie des Bundeslandes zu helfen sei. Man laufe sonst in eine regelrechte Deindustrialisierung hinein, hieß es. So soll in Nordhessen ein „Innovationshub Mobility & Defense“ entstehen, das zivile mit militärischen Anwendungen verbindet. Jetzt fehlt nur noch, dass an den Hochschulen des Bundeslandes angesichts neuer Bedrohungen Denkverbote abgelegt werden und die militärische Forschung ausgebaut wird. Darüber ließe sich gewiss einmal im „Club Voltaire“ diskutieren.
Muss nicht mehr die Schließung fürchten: Der altehrwürdige „Club Voltaire“ in der Frankfurter Innenstadt ist gerettet.Helmut Fricke
Vielleicht auch ein Thema für einen Diskussionsabend dort: Wann soll man mit Schmerzen um, sagen wir, Mitternacht zur Notaufnahme, und wann soll man den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen? Und wann soll man einfach bis zum nächsten Morgen warten und zu seinem vertrauten Hausarzt gehen? Im Main-Taunus-Kreis, im Main-Kinzig-Kreis und im Landkreis Gießen wird nun getestet, wie die Leitstellen besser zusammenarbeiten können,
damit Patienten dort behandelt werden, wo sie richtig sind. Immerhin die Hälfte derjenigen, die sich in die Notaufnahme eines Krankenhauses schleppen, sei dort falsch, heißt es. Da ist Abhilfe in der Tat nötig, wie unsere Korrespondentin Andrea Diener schreibt.
Das Wetter für Mittwoch Von früh bis spät blauer Himmel, sonnig und trocken. Höchstwerte um 21 Grad. Mäßiger, in Böen frischer Wind aus Ost.
Geburtstag haben am Mittwoch Michael Paris, Vorsitzender des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald, früherer ehrenamtlicher Stadtrat in Frankfurt (71); Thomas Gauly, Gründer und Gesellschafter der Beratungsagentur H/Advisors Gauly, Frankfurt, alleiniger Gesellschafter der Deutschlandstiftung Integration (66); Volker Breid, Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH (64); Anke Kuhl, Frankfurter Illustratorin und Kinderbuchautorin (56); Martin Bosch, Geschäftsführer des Wiesbadener und des Rüdesheimer St.-Josefs-Hospitals (49).
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