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Mittwoch, 08.07.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine
IMMOBILIEN
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie digital ist die Immobilienwirtschaft? Roboter auf der Baustelle, Vorfertigung in der Fabrik, Künstliche Intelligenz in der Gebäudesteuerung: An vielen Stellen zeigen sich die technischen Möglichkeiten schon, auch wenn alles noch nicht in der Breite angekommen ist. Künftig darf die Digitalisierung gern zulegen und hoffentlich die Kosten senken.
Autorenbild
Jan Hauser
Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für Immobilien.
Plus Sign Folgen
Von Architekten über Makler bis zu Handwerkern: Die Immobilienwirtschaft wird digitaler. Was alles dahintersteckt, darüber durfte ich im Podcast Digitalwirtschaft Auskunft geben. Darin hat Herausgeber Carsten Knop mich zu allen Bereichen befragt. Jetzt ist das Gespräch zu hören: Wie Roboter, KI und digitale Zwillinge den Bau retten sollen. Die Podcasts finden Sie in der F.A.Z.-App, auf unserer Internetseite und auch auf Spotify oder Apple Podcasts.
Wie sieht es in einer Wohnungsfabrik aus? Immer mal wieder bin ich in der Produktion zu Gast. Im Werk des Wohnungsherstellers Gropyus soll fast alles automatisch ablaufen: „Der eine Roboter bohrt ein Loch in die Holzwand, der nächste füllt den Innenraum per Einblasdämmung, woanders wird die Wand aufgerichtet.“ Ähnlich läuft es in der Halle des Fertighausherstellers Oikos: „Schneller als der Mensch arbeitet der Roboter in der Fertighausfabrik im hessischen Schlüchtern längst. Immer wieder packen allerdings auch die Arbeiter in der Produktionshalle mit an, um die verschiedenen Wandelemente zu bauen.“ Künftig ist mehr Automatisierung zu erwarten. Einen Zeitvorteil bringt die Vorarbeit jedenfalls: Das Anbringen von Wänden und Zusammenbauen von Wohnungen geht auf der Baustelle schneller.
Gropyus - Das Unternehmen aus Eppingen-Richen will den Wohnungsbau durch Automatisierung günstiger machen und stellt die laufende Fabrik, eine Smart Factory, in Aktion vor.
Vorfertigung: Roboter setzen die Wand zusammen. Frank Röth
Wie lebt es sich im Alter? Womöglich wird dann das Häuschen zu groß sein. Manche ziehen in eine Wohngemeinschaft, wie Autor Dirk Engelhardt beschreibt: „Zwei von drei Senioren sollen sich demnach vorstellen können, mit fremden Menschen zusammenzuwohnen. Diese Art der WG richtet sich allerdings eher an rüstige Senioren. Für pflegebedürftige Senioren gibt es einen eigenen Markt mit betreuten Wohnungen.“ Welche Vorteile und Nachteile die Bewohner einer Wohngemeinschaft erleben, erzählen sie dort.
Die Heizungsförderung schrumpft: Nach neuen Regierungsplänen gibt der Staat künftig weniger Geld für den Einbau einer Wärmepumpe. Mit der Zeit werden die Zuschüsse sinken, hat die Berliner Korrespondentin Julia Löhr erfahren: Die maximal förderfähigen Kosten für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung – ob Wärmepumpe, Biomasse oder andere erneuerbare Energien – sollen von derzeit 30.000 Euro sinken, zunächst um 2000 Euro, dann alle sechs Monate um weitere 750 Euro.
Die Basisförderung von 30 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Kosten soll bestehen bleiben. Allerdings soll es die Hälfte davon vom kommenden Jahr an nur noch für Geräte aus europäischer Herstellung geben. Weitere Details hat sie auch aufgeschrieben: Schnell noch eine Wärmepumpe kaufen? Wer ohnehin eine Wärmepumpe einbauen will, sollte sich für die Fördermittel nicht zu viel Zeit lassen.
Wohngeld wird auch gekürzt. Das Bundesbauministerium soll für den nächsten Haushalt sparen. Ministerin Verena Hubertz (SPD) hatte sich schon festgelegt, dass dadurch die Ausgaben für das Wohngeld sinken werden. Jetzt ist klar, dass ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte künftig kein Wohngeld mehr erhalten soll. „Wer heute zum Beispiel einen Betrag von 50 bis 60 Euro erhält“, werde künftig auf Wohngeld „verzichten müssen“, hieß es aus Regierungskreisen. Die Änderungen sollen zum Jahreswechsel gelten.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe steht vor einem Haus
Heizung: Den Einbau von Wärmepumpen will die Regierung weniger als bisher fördern. dpa
Ministerin Hubertz stellt im kommenden Jahr auch die Neubauförderung um. Geplant ist, die verschiedenen Programme zu vereinheitlichen. Wie genau das aussehen wird, soll sich in den nächsten Monaten zeigen. Was sie will, ist ein Förderbonus für serielle Modulbauweise. Die Politikerin erwartet, dass dadurch schneller neue Wohnungen gebaut werden. Doch ob das gelingt? Mein Kommentar: „Zweifel bleiben, ob damit der Wohnungsbau abhebt. Wenn die Vorzüge der Modulbauweise so klar wären, bräuchte es den staatlichen Anreiz kaum.“
Vermieter spüren in Berlin schon länger, wie Stimmung gegen sie gemacht wird. Das besorgt auch die Bundesregierung, die nun die Vergesellschaftung von Mietwohnungen per Bundesgesetz untersagen will. So hat es der Koalitionsausschuss geplant, der auch noch einer Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen zugestimmt hat. Abwarten, wie beides genau aussieht.
Wohnungen Berlin
Sonnenuntergang: In Berlin gibt es Streit über steigende Mieten. dpa
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Herzliche Grüße
Ihr
Jan Hauser
Verantwortlicher Redakteur für Immobilien
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
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