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Mittwoch, 12.11.2025 | Zur Online Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine
IMMOBILIEN
Liebe Leserin, liebe Leser,
was passiert bloß mit den Bauruinen in den deutschen Städten? Ob nun der halb fertige Elbtower in Hamburg oder die Betonskelette am Kaiserlei in Offenbach: Auf den Großbaustellen des Landes kann sich langsam wieder etwas bewegen. Das gibt doch etwas Hoffnung im trüben Novemberlicht.

Damit herzlich willkommen zum Immobilien-Newsletter der F.A.Z. in der Mitte der Woche! Alles rund um Haus, Heim und Heizung: Hier finden Sie die aktuellen Beiträge und die wichtigsten Themen für Eigentümer, Mieter und Investoren.

Im Fall der Türme in Offenbach lautet die Lösung: Abriss im Frühjahr. Jahrzehntelang standen die Betonreste einer früheren Siemens-Tochtergesellschaft leer. Zuletzt war die Immobilie im Besitz der Adler Group, die in Schwierigkeiten geraten war. Nun kauft die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG das Gelände, um dort 1200 Mietwohnungen für mehr als 500 Millionen Euro zu bauen. Der Kaufvertrag wurde gerade notariell beurkundet.

Die Siemens-Türme am Kaiserlei in Offenbach machen Platz für Neubauten.  Lucas Bäuml
Das bekannteste Beispiel einer Bauruine in Deutschland ist wahrscheinlich der halb fertige Elbtower, der als Gerippe nicht nur Bahnfahrern in Hamburg auffällt. Das Bauwerk aus dem Reich der insolventen Signa-Gruppe des österreichischen Immobilienentwicklers René Benko soll sogar weitergebaut werden. Der Hamburger Bauunternehmer Dieter Becken plant die Rettung des markanten Hochhauses an der Elbe: etwas kleiner und mit dem staatlichen Naturkundemuseum auf den unteren Etagen. Sicher ist das noch nicht, aber fast ohne Alternative. Bis zum Einzug wird noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen.

Der Elbtower in Hamburg wartet auf ein Museum.  dpa
In Deutschland verteilen sich dennoch kleinere und größere Bauruinen, für die noch kein Weiterbau absehbar ist. In Frankfurt ruht das verlassene Polizeipräsidium in der Nähe des Hauptbahnhofs und wartet auf Wiederbelebung. Noch wird der rettende Investor gesucht. Auf welchen Baustellen tut sich sonst wenig bis nichts?

F.A.Z.
Immer in Bewegung sind die Immobilienpreise: Die Wohnimmobilienpreise sind innerhalb eines Jahres im Durchschnitt um 3,8 Prozent gestiegen. Das geht zurück auf eine Auswertung des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (vdp), der dafür tatsächliche Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten betrachtet hat.

Höher war das Wertwachstum in den Großstädten: In München war es im dritten Quartal ein Plus von 5,3 Prozent, in Hamburg und Köln von 5,2 Prozent, in Düsseldorf von 5,1 Prozent, in Frankfurt von 4,9 Prozent und in Berlin von 4,3 Prozent. Abgeschlagen landet dieses Mal Stuttgart in der Rangliste mit einem Anstieg um 2,4 Prozent.

Mehrfamilienhäuser kosteten im dritten Quartal sogar 5,2 Prozent mehr. Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen war es ein Plus von 2,4 Prozent. Für Neuvertragsmieten gab es insgesamt in Deutschland einen Anstieg um 3,7 Prozent von Juli bis September. Die Bandbreite in den Großstädten reicht von 3,3 Prozent in Berlin bis zu 5,1 Prozent in Düsseldorf. Verbandshauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt erwartet, dass es so weitergeht: „Seit dem Frühjahr 2024 geht es für die Immobilienpreise aufwärts. Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestigt sich weiter – getragen vor allem von der Entwicklung der Wohnimmobilienpreise.“

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Von der Belebung am Immobilienmarkt profitieren auch die Vermieter bis hin zum Wohnungskonzern LEG, der am Mittwoch seine Geschäftszahlen mit einer höheren Immobilienbewertung präsentiert hat. Das Unternehmen hat die Nettokaltmiete im dritten Quartal um 6,8 Prozent auf 687,7 Millionen Euro erhöht. Die Mieterhöhungen betreffen aber aktuell nicht den geförderten Wohnraum – dort werden die Mieten erst im kommenden Jahr wieder erhöht. So liegt für eine LEG-Wohnung die durchschnittliche Kaltmiete bei 6,99 Euro je Quadratmeter.

In den Städten ist der Wohnraum begrenzt. Das spüren nun auch Arbeitgeber, wenn es um die Suche nach Fachkräften und Azubis geht. Manches Unternehmen investiert deswegen selbst in Wohnungen, schreibt unser Autor Hans-Jörg Werth. Nun wächst die Nachfrage in Hamburg nach Werkswohnungen. Wer gerade an der Elbe eine günstige Wohnung findet oder schon länger darin wohnt, darf sich freuen – und wird dort kaum so schnell wieder ausziehen.

Wohnungen in Düsseldorf werden teurer.  dpa
Manchen Lichtblick verspricht auch die neue Folge im F.A.Z. Podcast Finanzen und Immobilien. Darin habe ich mit Anlagestratege Ingo Speich von der Deka über mehrere börsennotierte Unternehmen in Deutschland gesprochen. Da verrät er die Schwachstellen, aber auch die Stärken und Chancen für Konzerne wie Siemens, SAP und Adidas. Um Immobilien ist es aber weniger gegangen.

Die Immobilienseiten erscheinen wieder am Freitag in der gedruckten und digitalen Tageszeitung. Online können Sie sich mit FAZ+ in viele Texte davon vertiefen. Weiter unten finden Sie eine Auswahl an Beiträgen zum Lesen und die aktuelle Podcastfolge zum Hören. Leiten Sie diesen Newsletter gern weiter: Hier kann sich jeder eintragen , um den Immobilien-Newsletter jeden Mittwoch zu erhalten.

Sie erreichen die Immobilienmannschaft der F.A.Z. mit Madeleine Brühl, Gregor Brunner, Hanna Decker und mir unter immobilien@faz.de. Erzählen Sie uns doch, welche Baustellen und Bauruinen Sie am meisten stören. Welche Themen sind Ihnen wichtig? Vielen Dank für das Interesse und bis nächsten Mittwoch!

Herzliche Grüße

Ihr
Jan Hauser
Verantwortlicher Redakteur für Immobilien
Frankfurter Allgemeine Zeitung

 
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