am Dienstag feiert der Architekt Daniel Libeskind seinen achtzigsten Geburtstag. Sein berühmtestes Werk, das Jüdische Museum Berlin, ist Gegenstand einer neuen Ausstellung über die Geschichte des Baus. Auch das Deutsche Historische Museum zeigt, während der Altbau saniert wird, einen Vorgriff auf die Dauerausstellung von 2031: Sammlungsstücke und ihre Provenienz.
Günther Uecker ist vor elf Monaten gestorben; der Bahnhof Rolandseck widmet ihm eine erste postume Werkschau. In der Pariser Münze, heute kein Prägeort mehr, sondern Museum, werden Comics rund ums Thema Geld ausgestellt – die Originale sind unbezahlbar teuer.
Benjamín Labatuts Roman über den Mathematiker John von Neumann (2023) hat Calixto Bieito in Zürich für die Bühne adaptiert. Nicole Heesters, 89, beherrscht die Bühne des Berliner Renaissance-Theaters ganz allein. Der Kinofilm „Der verlorene Mann“ erzählt von einer Dreiecksbeziehung unter Demenz-Prämisse, mit Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer und August Zirner.
Lea Singer variiert den alten Stoff vom Maler und seinem Modell mit Lucian Freud und Königin Elisabeth II. Marleen Stoessels synästhetische Erzählungen erscheinen in zwei bibliophilen Heften.
Wolfgang Fortners „Bluthochzeit“ nach García Lorca, 1957 zur Eröffnung des Kölner Opernhauses uraufgeführt, erlebt nun ihre Frankfurter Erstaufführung. Zur Wiedereröffnung der Kölner Oper im September ist „Der Rosenkavalier“ angesetzt.
„Jedenfalls enden sie mit der Rückkehr zu Bertha“, sagte Nikolaus Harnoncourt 1999 beim ORF-Gesprächskonzert mit dem Chamber Orchestra of Europe – über Ausbrüche aus der Spießbürgerlichkeit wie in Grillparzers Drama von der schönen Melusine, zu dem Mendelssohn die Musik schrieb. Ein Künstler vom Rang Harnoncourts ist selbst der frechste Kritiker. Die Enfield Tennis Academy aus David Foster Wallaces „Unendlicher Spaß“ gibt es auch in Los Angeles – dort rekrutierte der Jazzmusiker Jeff Parker sein neues Quartett. Tomek Mirt und Magda Ter setzen R. Murray Schafers Klangfeldforschung mit Tempelaufnahmen aus Thailand fort. Kurzkritiken widmen sich Franz Xaver Richter, A. S. Fanning, La Compagnia del madrigale und The Bobby Lees.
Wer nach all dem Hören eine Pause braucht: David Ungers Dokumentarfilm „Eine kleine Geschichte der Fahrstuhlmusik“ bei Arte erklärt, warum die Stille der größte Konkurrent der Hintergrundmusik ist.
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Mit seinem Erweiterungsbau für das Jüdische Museum Berlin hat Daniel Libeskind unsere Vorstellung von Gedenkarchitektur für immer verändert. Dafür feiert ihn das Museum mit einer Ausstellung.
Das Berliner Zeughaus mit der Dauerausstellung zur deutschen Geschichte bleibt bis 2031 geschlossen. In der Zwischenzeit gibt das Deutsche Historische Museum Einblicke in seine Bestände – und in die seiner Vorgänger.
Kann es Freundschaft geben zwischen Hammer und Nagel? Das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck zeigt die letzte Ausstellung, an der der im vorigen Jahr verstorbene Künstler Günther Uecker noch mitgewirkt hat.
In Paris zeigt die ehemalige Münzstätte der Stadt die Ausstellung „Cling!“: Es geht um Geld als Thema von Comics. Aber noch besser lässt sich daran sehen, wie mit Comics selbst Geld gemacht wird.
Wenn ein Mensch aus Krankheitsgründen eine alte Trennung vergisst, stellt das die zerstörte Verbindung neu her? Im Kino sucht „Der verlorene Mann“ eine Antwort.
Intimität bei streng gewahrter Distanz: Die deutsche Schriftstellerin Lea Singer stellt sich vor, wie der britische Künstler Lucian Freud das Porträt seiner Königin gemalt hat.
Die 1943 geborene Schriftstellerin Marleen Stoessel hat ein mehrwöchiges Koma erlebt. In ihrer Erzählung „An den Grenzen des Lichts“ findet sie eindrucksvolle Worte für das Gefühl der Rückkehr ins Leben.
So karg wie stark: Wolfgang Fortners Oper „Die Bluthochzeit“ nach Federico García Lorca überzeugt an der Oper Frankfurt sowohl musikalisch wie szenisch.
Ein ORF-Mitschnitt zeigt den Dirigenten Nikolaus Harnoncourt als scharf zeichnenden Wagner-Dirigenten, der für sein Publikum die Katastrophen kommentierte, wenn Spießbürger sich verlieben.
Auf dem Album „Happy Today“ des Jeff Parker ETA IVtet ereignen sich Sensationen auf der Mikroebene: Ein Rhythmuswechsel ist da fast so erschütternd wie ein Erdbeben.
Seit R. Murray Schafer das Genre prägte, halten Menschen für „Field Recordings“ Mikrofone in Bäume, Städte oder Vulkane: Über einige historische Aufnahmen und neue „Temple Soundscapes“ des Duos Mirt/Ter.
Symphonien von Franz Xaver Richter, ein neues Album von A.S. Fanning, Madrigale von Giaches de Wert und die junge Band The Bobby Lees werden vorgestellt in vier Kurzkritiken.
Werner M. Grimmel, Jan Wiele, Anja-Rosa Thöming, Rolf Thomas
Was vor dem Streaming kam: Arte erzählt, wie die Fahrstuhlmusik erfunden wurde, wie sie sich in der ganzen Welt verbreitete und was sie mit den Menschen macht. Das ist sehr aufschlussreich.
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