haben Sie auch manchmal den Verdacht, dass in den Künsten nichts Neues mehr kommt? Hoffentlich nicht, denn gerade dieses Neue versuchen wir Ihnen Tag für Tag vorzustellen. Nun ist das ästhetische oder soziologische Argument der Erschöpfung der Avantgarden selbst nichts Neues, aber es verdient, regelmäßig überprüft zu werden. Dazu gibt W. David Marx mit seiner Kulturgeschichte des 21. Jahrhunderts Anlass.
Ein Protagonist der Avantgardepflege im Musiktheater war der langjährige Stuttgarter Opernintendant Klaus Zehelein. Wie er deshalb einmal eine unerfreuliche Überraschung in New York erlebte, erzählt er in seinen Memoiren.
Wem Dieter Langewiesches Buch „Der gewaltsame Lehrer“ von 2019 zu lang war, der findet jetzt auf 55 Seiten konzise Gedanken des Tübinger Historikers über die Kriege der Europäer in Afrika, für 18,90 Euro oder kostenlos als Download.
Erstmals stellt die Londoner Tate Gallery die beiden Nationalhelden der englischen Malerei einander gegenüber, John Constable und J. M. W. Turner. Das Berliner Museum Scharf-Gerstenberg wiederum zeigt Stücke aus der Privatsammlung seiner Mäzenin Julietta Scharf.
Beim Musikfestival Ultraschall hat der dänische Tenor, Performancekünstler und Komponist Mathias Monrad Møller ein Stück über Sexphantasien mit Hitler als Objekt zur Aufführung gebracht. Es beruht auf untadeliger Quellengrundlage.
Devid Striesow fehlt, sonst hat Thorsten Lensing für seinen neuen Theaterabend „Tanzende Idioten“ bei den Berliner Festspielen wieder die Stammtruppe zusammengebracht, die sein Publikum liebt.
Rolf Dieter Brinkmann dokumentierte in den Siebzigern seinen Autorenalltag mit dem Tonbandgerät. Wolfgang Menardi bringt „Die Wörter sind böse“ nun im Schauspiel Köln auf die Bühne.
Thilo Mischke, der nach Protesten aus dem Kulturbetrieb nicht Moderator des Kulturmagazins „Titel, Thesen, Temperamente“ wurde, kehrt mit einer Reportage im ZDF zurück. Das denkbar anspruchsvolle Thema ist „German Guilt“.
Die HBO-Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“ erzählt von einem Ritter mit großem Herzen. Und kommt nicht ohne Gewalt aus.
Christoph Maria Herbst und Hape Kerkeling können die Kinoklamotte „Extrawurst“ über Kulturkämpfe im Tennisclub leider auch nicht retten.
Unsere Hörbuchbesprechungen befassen sich mit der „Causa Jeanne d’Arc“ von Kai Grehn, den von Matthias Kratzenstein und einem virtuosen Schauspiel-Ensemble vertonten Gedichten von Jürgen Nendza – und dem Podcast „Allison Mack after NXIVM“.
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Weil Klickzahlen wichtiger sind als Qualität, leidet das 21. Jahrhundert an kultureller Erstarrung, so W. David Marx. Seine These: Der herrschende „Poptimismus“ hat zum Erstarken der Rechtspopulisten beigetragen.
Klaus Zehelein machte Frankfurt und Stuttgart zu Zentren eines kontrovers diskutierten, heftig attackierten Musiktheaters. Seine Autobiographie zeigt, wie Qualität entsteht, wenn Kunst sich dem schnellen Zugriff entzieht.
Der Historiker Dieter Langewiesche erinnert daran, dass der humanitär eingehegte Krieg ein geschichtlicher Ausnahmefall ist. In Afrika war entgrenzte Gewalt auch vor der Kolonisierung üblich.
Seit Dürer hat die Kunst einen siebten Sinn für das Hässliche: Das Museum Scharf-Gerstenberg in Berlin zeigt Meisterstücke aus der Privatsammlung seiner Mäzenin Julietta Scharf.
Jedes Tabu steigert den Reiz: Ultraschall, das Festival für neue Musik in Berlin, entdeckt politisch unkorrekte Formen der Queerness in Zeiten der Brandmauer.
Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ zeigt die Zerbrechlichkeit des Lebens. Ursina Lardi und Sebastian Blomberg berühren mit eingebildeter Pfoteneitelkeit und einem von ernsthafter Haltlosigkeit durchdrungenen Spiel.
Rolf Dieter Brinkmann dokumentierte 1974 für den WDR seinen Autorenalltag mit dem Tonbandgerät. Wolfgang Menardi bringt „Die Wörter sind böse“ jetzt im Schauspiel Köln auf die Theaterbühne.
In „German Guilt“ fragt der Reporter Thilo Mischke nach der Schuld der Deutschen und befasst sich mit seinen eigenen Vorfahren. Das soll ein junges Publikum erreichen, wirkt aber so, als sei über Schoa und NS-Diktatur kaum etwas bekannt.
In der Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“ bricht HBO mit der grausamen Härte von „Game of Thrones“. Doch auch die Geschichte eines armen Ritters mit großem Herzen kommt nicht ohne Derbheit und Gewalt aus.
Christoph Maria Herbst und Hape Kerkeling sind große Komödianten. Doch auch sie können die Kinoklamotte „Extrawurst“ über Kulturkämpfe im Tennisclub nicht retten.
Das bemerkenswerte Hörspiel „Die Causa Jeanne d’Arc“ von Kai Grehn inszeniert den Prozess gegen Joanna von Orléans als akustisches Kammerspiel mit fast vierzig Sprechern.
Wenn Wortkunst zu grandioser Klangkunst wird: In „Sagen die Luftwurzeln“ vertonen Matthias Kratzenstein und ein virtuoses Schauspiel-Ensemble die Gedichte von Jürgen Nendza.
In dem Podcast „Allison Mack after NXIVM“ erzählt die einst gefeierte Schauspielerin, wie sie vom Star der Serie „Smallville“ zur Kriminellen wurde. Ist das nur ein Versuch, sich zu rehabilitieren?
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