Donald Trump scheut sich nicht, Wasser auf die rhetorischen Mühlen des iranischen Regimes zu gießen. Seine Botschaft, dass „die USA bereitstehen“, um den Demonstranten „zu helfen“, und die Berichte über eine enge Abstimmung mit Israel lesen sich zwar als Bestätigung der alten Teheraner Leier, hinter jedem Aufstand im eigenen Land steckten ebenjene beiden „Satane“.
Doch das wird in der Bevölkerung nicht verfangen, nachdem wohl Hunderte Demonstranten getötet oder schwer verletzt worden sind. Ein amerikanischer Militärschlag führte jetzt genauso wenig zum Schulterschluss der Unterjochten mit ihren Herrschern wie im Juni, als Trump iranische Atomanlagen bombardieren ließ.
Andreas Ross
Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.
Weniger klar ist, ob sich Iran abermals mit einer eher kosmetischen Antwort begnügen würde oder ob Israel sowie amerikanische Stützpunkte in der Region mit heftigen Gegenangriffen rechnen müssten. Sorgen um den möglichen Preis für ein Eingreifen wiegen umso schwerer, als der Ertrag viel weniger kalkulierbar ist als bei den Luftangriffen auf Atomanlagen. Auch in Iran lässt sich ein Regimewechsel, gar der Aufbau einer amerikafreundlichen Regierung, nicht über Nacht herbei bombardieren.
Trump mag sich ein bescheideneres Ziel setzen, nämlich die Botschaft zu bekräftigen, die seine Gehilfen schon seit dem Venezuela-Coup auf allen Kanälen verbreiten: dass mit ihm nicht zu scherzen sei.
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Das leitet zwar auch noch Wasser auf die Mühlen der Hardcore-Isolationisten in Trumps MAGA-Bewegung, die den Präsidenten immer unwirscher an seine eigene Parole „Amerika zuerst“ erinnern. Doch auch da muss Trump nicht zu sehr bangen: Iran ist in der amerikanischen Politik nicht irgendein fernes Land.
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