Alles Wichtige zu Globalisierung, Sicherheit und Ressourcen.
So denken Sie über Trump und die Zukunft Europas
Es freut uns sehr, dass uns jede Woche zahlreiche Leser-Mails und Meinungsbekundungen zu aktuellen Themen erreichen. Besonders beschäftigen Sie Trumps Vorgehen, die Ereignisse rund um die Ukraine, die Rolle Europas in der Welt und die Churchill-Rede vor 80 Jahren in Zürich zur Einigkeit der EU, an die mein Kollege Christoph Hein zu Beginn dieses Jahres erinnerte. Auszüge aus den Leserbriefen finden Sie in diesem Newsletter.
Die meisten Leser stimmen der Einschätzung zu, dass die Worte des damals gerade abgewählten britischen Kriegspremiers Winston Churchill aktueller denn je sind. Dieser plädierte dafür, eine „Art Vereinigte Staaten von Europa“ zu errichten, damit Wohlstand gesichert wird.
Unser Leser Hemjö Klein, ehemals Vorstand bei Lufthansa und Deutsche Bahn, vermisst Führung in Europa und „den politischen Willen und den Mut Einzelner“, diese Vereinigten Staaten von Europa als Ziel zu formulieren und ihre Vorteile zu benennen. Alfons Siepert aus Bad Wörishofen sieht als größtes Hindernis für ein geeintes Europa die „nationalen Parlamentarier“, die ihre Berechtigung verlören. Er ergänzt: „In Deutschland bremst darüber hinaus ein stark ausgeprägter Föderalismus die europäische Idee.“
Leserin Anja Hein macht aus ihrer Abneigung gegenüber Donald Trump keinen Hehl: „Er taugt nicht als Präsident der USA und stiftet mit all seinen Taten nur Unruhe auf der Welt! Seine Gier nach Geld und Rohstoffen ist maßlos! Er ist skrupellos. Es wird Zeit, dass dieser Mann durch eine neue Präsidentin/einen neuen Präsidenten ersetzt wird.“ So divers die Meinungen in der Redaktion der F.A.Z. sind, so divers sind auch die unserer Leser. Es gibt auch zustimmende Worte für Trumps Politik.
Uns freut es, dass Sie unsere Plattform für einen Meinungsaustausch nutzen, uns konstruktiv kritisch begleiten und Anregungen für weitere Artikel wie zur Verbesserung dieses Newsletters geben.
Die USA haben Antisubventionszölle für Betonstahl aus Ägypten, Algerien und Vietnam verhängt, in Höhe von bis zu 72,94 Prozent. Weitere aktuelle Handelsliberalisierungen und -beschränkungen zeigt unsere interaktive Karte.
Die EU will das ukrainische Militär mit 60 Milliarden Euro unterstützen, weitere 30 Milliarden Euro seien für den Kiewer Staatshaushalt gedacht, heißt es von der EU-Kommission. Diese 90 Milliarden Euro werden als zinsloses Darlehen gewährt. Den Hilfskredit hatten zuvor die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beschlossen.
So abhängig ist Venezuela von China und Russland Damit Venezuela Erdöl exportieren kann, ist das Land bislang auf chinesische Investitionen und russisches Naphtha angewiesen. Diese zu ersetzen, könnte für die USA kostspielig werden – und der eigenen Produktion schaden.
Rückspiegel
Vor 25 Jahren:Wikipedia geht online. Auf Wikipedia, dem weltgrößten und mittlerweile wohl bedeutendsten Nachschlagewerk der Welt, gibt es natürlich auch einen Eintrag über die Gründung von „Wikipedia“. Dass es am 15. Januar 2001 seinen Namen erhielt, als Kofferwort aus „Wiki“ (Hawaiianisch für schnell) und „encyclopedia“ (Englisch für Enzyklopädie). Dass es nach einem Monat schon 1000 Einträge umfasste, nach zwei Jahren 100.000.
Dabei ist es nicht geblieben: 7,1 Millionen Artikel umfasst allein die englische Wikipedia, mehr als eine Million sind es auf Deutsch. 500 bis 600 Millionen Mal wird diese Online-Enzyklopädie aufgerufen – täglich. Suchmaschinen zeigen Wikipedia-Einträge oft als Erstes an. Nie war der Zugang zu Wissen weltweit schneller, einfacher und günstiger, sofern man Internetzugang hat.
Das ist möglich, weil Wikipedia nicht länger, wie Lexika zuvor, Fachautoren beschäftigt. Sie setzt auf die „Schwarmintelligenz“ und das Engagement der Internetnutzer: Jeder kann im Prinzip Autor werden, Einträge sofort online ergänzen, korrigieren oder auch streichen. Allein die deutschen Einträge werden aktuell von rund 15.000 aktiven Autoren betreut. Mit diesem schnellen und kostenlosen Angebot können einstige Marktführer wie Encyclopædia Britannica oder Brockhaus mit ihren teuren Bänden und Fachautoren nicht mithalten und werden eingestellt.
Jimmy Wales, einer der Gründer von Wikipediadpa
Das Modell macht darüber hinaus mit seinen offenen Standards und rechtefreien Inhalten Schule: Unter dem Begriff Open Source entstehen wikiartige Plattformen für Software, Bildmaterial und wissenschaftliche Forschung. Und Wikipedia zeigt, dass spendenbasierte, transparente Plattformen gegen Techkonzerne mit geschlossenen Ökosystemen bestehen können.
Frei von Kritik ist Wikipedia nicht: Die große Mehrheit der Autoren ist männlich und in Industrieländern ansässig. Bestimmte Themen, Sichtweisen und Sprachversionen, gerade aus dem Globalen Süden, werden vernachlässigt. Außerdem fehlen zunehmend Autoren, und es lassen sich mehr und mehr faktische Fehler in Artikeln nachweisen, wie F.A.S.-Kollegen recherchierten. Nachgeschlagen werden kann allerdings auch dies alles bei Wikipedia.