Weltwirtschaft
                                                           
Donnerstag, 11.12.2025 | Zur Online Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine Pro
WELTWIRTSCHAFT
Alles Wichtige zu Globalisierung, Sicherheit und Ressourcen.
Verteidigung muss groß geschrieben werden
Und wieder beherrscht dieser Mann das Schicksal der alten Welt: der amerikanische Präsident Donald Trump treibt die Ukraine und Europa vor sich her.
Mit seiner neuen Nationalen Sicherheitsstrategie setzt Trump der seit dem Zweiten Weltkrieg gewachsenen transatlantischen Partnerschaft ein Ende und macht deutlich, dass er die EU gar als ideologischen Gegner statt als Garant gemeinsamer Werte betrachtet. In einer Stunden später aufgetauchten „Langversion“ ist gar die Rede davon, die USA sollten enger mit den von populistischen Strömungen bestimmten Ländern Italien, Österreich, Polen und Ungarn enger zusammenarbeiten, um sie aus dem europäischen Block zu lösen. Würde das umgesetzt, wäre es ein Angriff auf die Institution EU.
Neu waren diese Töne nicht, auch Vizepräsident J.D. Vance stieß auf der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang des Jahres schon ins gleiche Horn. Nun aber sind die Worte Schwarz auf Weiß in einer neuen Doktrin festgeschrieben. Unser Kollege Klaus-Dieter Frankenberger ordnet sie in diesem Newsletter historisch ein.
Der US-Präsident bezeichnete Europa als einen Kontinent im Niedergang, geführt von schwachen Regierungen, die „keinen guten Job machen“. Europa rede viel, aber liefere nichts – besonders in Bezug auf den Ukrainekrieg und Migration. Trump nannte den Krieg zwischen Russland und der Ukraine einen „Krieg, der nie hätte stattfinden dürfen.“
Autorenbild
Sabine Balk
Redakteurin in der Wirtschaft
Plus Sign Folgen
All dies verheißt nichts Gutes. Wenn der wichtigste Handelspartner Deutschlands das Vertrauen aufkündigt, versetzt das viele in Alarmstimmung. Die Wirtschaft sieht mit Sorge, dass Washington Sicherheitsinteressen mit wirtschaftlichen Instrumenten verknüpft und fordert, dass Deutschland eine gemeinsame europäische Antwort auf die US-Attacken wie Strafzölle formulieren soll, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
Nie waren demokratische Freiheit, Sicherheit und Handelspolitik in der jüngsten Geschichte so eng miteinander verknüpft wie heute. Dies wurde auch bei unserer PRO Weltwirtschafts-Konferenz zum Thema „Wehrhafte Gesellschaft“ gestern Abend im Tower der F.A.Z. deutlich. Franziska Cusumano, Chefin von Mercedes-Benz Special Trucks, die auch Lkw für Militäreinsätze bauen, drängte auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen bei der Verteidigung. „Die Beschaffung ist noch im Friedensmodus“, mahnte sie. Mehr dazu im Bericht in diesem Newsletter.
Zu demselben Schluss kommen auch die Ökonomen Philipp Hildebrand von Blackrock, Hélène Rey von der London Business School und Moritz Schularick vom Kiel Institut für Weltwirtschaft in einem Gastbeitrag für die F.A.Z.: „Man mag es bedauern – aber in der Welt von heute muss die EU, Friedensnobelpreisträgerin von 2012, in ihre Verteidigung investieren, um zu überleben. Unterlässt Europa dies, bleibt es militärisch verwundbar und dann auch ökonomisch und finanziell erpressbar.“
Die Ökonomen schlagen die sofortige Einrichtung eines „Europäischen Rats für Verteidigungstechnologie“ vor, ein Gremium, das klare strategische Ziele definiert, ein mehrjähriges Budget verwaltet und die Qualität der zu entwickelnden Technologien sicherstellt.
Während unserer Konferenz mahnte Guntram B. Wolff, Ökonom der Denkfabrik Bruegel, dass sich Europa dringend Gedanken über die Finanzierung seiner Verteidigung machen müsse. Und er warnte vor der Angreifbarkeit europäischer Finanzmärkte. Die Wissenschaftler plädieren für die Ausgabe gemeinsamer Verteidigungsanleihen.
Dank solcher Instrumente hätte Europa die Schlagkraft, dem unsolidarischen Verhalten einer amerikanischen Regierung die Stirn zu bieten und die eigene Souveränität zu erhalten.
Was denken Sie darüber? Schreiben Sie uns gern Ihre Meinung: weltwirtschaft@faz.de.
Ihre Sabine Balk
 
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Die Themen in diesem Newsletter
Daten zur Weltlage
+++ F.A.Z. PRO Weltwirtschaft Sicherheitskonferenz +++
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„Niemand baut Panzer aus Freude am Fahren“
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Europa macht sich zu abhängig von US-Waffen
Sicherheit
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Die deutsche Wirtschaft kann von der Ukraine profitieren
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Große Säuberung in Pekings Militär und Rüstungsindustrie
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Trumps Doktrin richtet sich gegen China und Europa
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Asien analysiert: Warum Indien keine Alternative zu China ist
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Kolumne Weltblick: Wadephuls Coup am Werderschen Markt
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Podcast: Wie Trump Saudi-Arabiens Wirtschaft befeuert
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Drei Szenarien für das Ende der Dollarherrschaft
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Was sonst noch wichtig ist
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F.A.Z.-Zitat der Woche, Meist gelesen
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Rückspiegel: Gründung der OECD vor 65 Jahren
Daten zur Weltlage
 
 
Die Philippinen haben den Einfuhrzoll für Schwarzbleche abgeschafft, da sie für die Produktion von Konservendosen benötigt werden und es keine inländische Produktion gibt. Weitere aktuelle Handelsliberalisierungen und -beschränkungen zeigt unsere interaktive Karte.
 
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+++ F.A.Z. Sicherheitskonferenz +++
 
„Niemand baut Panzer aus Freude am Fahren“
 
Was braucht Deutschland, um wehrhaft zu werden? Den Mut, aus den Erfahrungen des Ukrainekriegs zu lernen, sagten Unternehmer und Ökonomen bei einer Konferenz von F.A.Z. PRO Weltwirtschaft. Dabei war auch Selbstkritisches zu hören – sogar von der Bundeswehr.
Von Falk Heunemann
Wenn Franziska Cusumano den Stand der deutschen Debatte über Wehrhaftigkeit illustrieren will, greift sie zu zwei Broschüren. Beide sollen die Bevölkerung informieren, wie sie sich für Krisen und Katastrophen rüsten kann. Die eine trägt auf dem Cover eine Frau mit Taschenlampe, die ihre Kellervorräte prüft. Das ist die deutsche Broschüre. Die andere zeigt eine Frau mit Stahlhelm und Waffe in der Hand. Die ist aus Schweden.
Diskussion im FAZ Tower (v.l.) : Sicherheitsberater Moritz Brake (Nexmaris), Britta Jacob vom Bodenroboter-Start-up ARX Robotics und Daimler-Lobbyist Jörg Howe im Gespräch mit F.A.Z-Ressortleiter Sven Astheimer Johannes Jost
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Europa macht sich zu abhängig von US-Waffen
 
Europa müsse stärker auf die eigene Rüstungsindustrie setzen, statt immer mehr Waffen in den USA zu kaufen, sagt der Ökonom Guntram B. Wolff. Dazu müssten die Europäer allerdings enger als bisher zusammenarbeiten.
Von Falk Heunemann
Der Verteidigungsminister ist voll des Lobes für die Maschinen: Mit ihnen beginne eine neue Ära, sagte Boris Pistorius, als kürzlich der erste von acht neuen Seeaufklärern P-8A Poseidon, einer Militärvariante der Boeing 737, aus den USA am Flughafen Berlin gelandet war. Deren Gesamtwert: 3,1 Milliarden Euro.
 
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Sicherheit
 
Die deutsche Wirtschaft kann von der Ukraine profitieren
 
 Die Ukraine entwickelt sich zu einem Schlüsselakteur für eine sichere Zukunft Europas. Zugleich bietet sie für die deutsche Industrie viele Chancen zur Kooperation – von Rohstoffen bis Drohnentechnologie.
Von Peter Adrian, DIHK-Präsident
Im Vorfeld des 8. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums am 15. Dezember lohnt sich ein genauer Blick auf zwei Themen, die für deutsche Unternehmen entscheidend sein können: die Rohstoffvorkommen des Landes und die wachsende Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung. In diesen Feldern liegen Chancen für beide Länder, die trotz aller Herausforderungen schon jetzt gemeinsam entwickelt werden müssen.
Europa hofft in der Zukunft auf mehr Rohstoffe aus der Ukraine: Titan-Tagebau in der Zentralukraine dpa
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Große Säuberung in Chinas Militär und Rüstungsindustrie
 
Korruption, Machtkämpfe und Hinrichtungen: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping räumt unter Generälen und Managern auf. Damit dürfte sich die Strategie gegen Taiwan ändern – und die Gefahr eines Angriffs verschärfen.
Von Andreas Landwehr
Wie hart Xi Jinping gegen die weitverbreitete Korruption in China vorgeht, demonstrierte am Dienstag die Hinrichtung eines hohen Bankers: Bai Tianhui, ehemaliger Generaldirektor der staatlichen Vermögensverwaltung China Huarong International Holdings, soll 1,1 Milliarden Yuan (134 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern angenommen haben.
Der ehemalige Manager von China Huarong International Holdings, Bai Tianhui, wurde wegen Bestechlichkeit hingerichtet. AFP
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Trumps Doktrin richtet sich gegen Peking - und Europa
 
Die neue Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten betont, dass Lateinamerika wieder exklusiv dem eigenen Machtbereich unterstellt wird. Dies richtet sich gegen Europa, aber auch gegen China und Russland.
Von Klaus-Dieter Frankenberger
Seit Beginn der Angriffe auf vermeintliche Schmugglerboote Anfang September und der Verlegung großer Marineverbände in die Karibik ist klar, zu welchem Einsatz die Regierung Trump in der westlichen Hemisphäre bereit ist.
Soldaten der US-Marines bereiten sich auf Angriffe auf Ziele in der Karibik vor. AFP
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Weltwissen
 
Alles Wichtige zum Konflikt um das Lieferkettengesetz
 
Im Streit um die Reform des europäischen Lieferkettengesetzes argumentiert die eine Seite mit Bürokratieabbau, die andere mit dem Schutz von Menschenrechten. Das sind die Details und die Folgen für Unternehmen.
Von Falk Heunemann
Abgeschwächt, aber nicht abgeschafft – darauf haben sich nun Unterhändler des EU-Parlaments und der 27 Regierungen in der EU zur Reform der europäischen Richtlinie geeinigt. Der Kompromiss sieht vor, dass weniger Unternehmen die Regeln befolgen und die Firmen mit geringeren Strafen rechnen müssen als geplant.
 
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Außer Kuscheln nichts gewesen
 
Verliert der Westen Indien an Russland und China? Nach dem ergebnisarmen Gipfel von Putin und Modi scheint sich Neu-Delhi nun stärker nach Europa zu orientieren – trotz eines diplomatischen Zwischenfalls.
Von Hendrik Ankenbrand
Im Vorfeld des Treffens von Ministerpräsident Narendra Modi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hatte es Gerüchte gegeben, Indien wolle russische Su-57-Tarnkappen-Kampfjets und das Raketenabwehrsystem S-400 kaufen sowie russische Jagd-U-Boote leasen. Nichts davon wurde in Neu-Delhi beschlossen.
Handshake und freundliche Worte beim Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin und dem indischen Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi Reuters
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Warum Indien keine Alternative zu China ist
 
 Wenn deutsche Unternehmen ihre Abhängigkeit von China reduzieren wollen, wird oft Indien genannt. Doch indische und deutsche Interessen passen nicht überall zusammen.
Von Luisa Kinzius, Managing Partner bei Sinolytics
Geopolitisch positioniert sich Indien geschickt: Verteidigungskooperation mit den USA trotz Zollkonflikt, Ölimporte aus Russland, Annäherung an China. Mit dem geplanten EU-Indien-Freihandelsabkommen könnte Indien als politisch stabiler Partner für Europa auftreten. Aber wirtschaftlich unterscheiden sich die Stärken Indiens und Chinas fundamental.
 
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Wadephuls Coup am Werderschen Markt
 
Mit seinem Umbau setzt Außenminister Johann Wadephul klare Prioritäten – Sicherheit und Wirtschaft gehen künftig vor. Das hält unser Kolumnist für sinnvoll – mahnt aber, dass es dafür nun mehr Unternehmergeist braucht.
Von Christian von Soest
In der gerüchtefreudigen Hauptstadt überrascht der Außenminister Johann Wadephul selbst die Diplomaten am Werderschen Markt mit dem größten Umbau des Auswärtigen Amts seit Jahrzehnten.
Unser Kolumnist hat die Welt im Blick. Jasper Hill
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Podcast: Wie Trump Saudi-Arabiens Wirtschaft befeuert
Von Kati Schneider, Falk Heunemann
Podcast: Wie Trump Saudi-Arabiens Wirtschaft befeuert
18.11.2025, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump trifft den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Oval Office des Weißen Hauses. Foto: Evan Vucci dpa

 
Die Beziehung des US-Präsidenten zu Kronprinz Mohammed bin Salman ist eng. Was bedeutet das für die Machtverhältnisse am Golf und für die Weltwirtschaft?
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Finanzen
 
Drei Szenarien für das Ende der Dollarherrschaft
 
 Mit der Schwächung des Dollars hat die Zeit eines finanziellen Interregnums begonnen. Das globale Währungssystem wird anfälliger, weil kein Akteur in der Lage ist, im Krisenfall das gesamte System zu stützen.
Von Johannes Petry, Politikökonom, Tobias Pforr, Politikökonom, Fabian Pape, Politikökonom
Die umfassenden Zölle, die Donald Trump im April 2025 auf nahezu alle Handelspartner verhängte, schockten die Märkte: Aktienkurse stürzten kurzfristig ab, der Dollar verlor zweistellig an Wert, und die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten wurde herabgestuft. Doch diese unmittelbaren Folgen sind nur Symptome eines weit größeren Problems.
Fed-Chef Jerome Powell ist mit Donald Trumps Geldpolitik nicht einverstanden. Reuters
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Lesezeichen
 
Was sonst noch wichtig ist
  • Die US-Notenbank Fed hat die Leitzinsen gesenkt, um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 bis 3,75 Prozent. Sie begründete dies damit, dass die wirtschaftliche Aktivität zwar moderat expandiere, die Beschäftigungszuwächse jedoch schwach blieben. Abermals fiel die Entscheidung nicht im Konsens, sondern mit neun zu drei Stimmen.
  • Die USA wollen alle ausländischen Geschäftsreisenden und Touristen auffordern, ihre Social-Media-Aktivitäten aus den vergangenen fünf Jahren offenzulegen, auch wenn sie nur kurzzeitig in die USA reisen und bisher kein Visum benötigen. Bislang gilt die Offenlegungspflicht nur bei Visa-Anträgen.
  • Die Inflation in China ist auf dem höchsten Stand seit knapp zwei Jahren, vor allem wegen gestiegener Lebensmittelpreise. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im November um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zugleich droht weiter Deflation: Die Erzeugerpreise sanken um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat.
  • Dank wachsender Exporte und einem starken Aufschwung in Indien hat die Asiatische Entwicklungsbank (Asian Development Bank, ADB) ihre Wachstumsprognosen für Asien-Pazifik angehoben. Die Wirtschaft der Weltregion dürfte 2025 um 5,1 Prozent und 2026 um 4,6 Prozent zulegen.
  • Die Wälder und bewaldeten Savannen Afrikas haben ihre CO₂-bindende Wirkung verloren und sind seit einigen Jahren Kohlenstoffquelle, fanden Klimaforscher heraus. Sie nutzten dafür neue hochauflösende, aus Satellitendaten abgeleitete Biomassekarten.
 
Business Class
 
F.A.Z.-Zitat der Woche
„Manchmal muss man selbst ein Angebot haben, das der andere nicht ablehnen will.“
Patrick Bernau, verantwortlicher Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, kommentiert die Rohstoffstrategie Europas.
Meist gelesen in F.A.Z. PRO Weltwirtschaft
Europa verschläft das Zeitalter der „Dark Factories“
Billigstromland statt Billiglohnland: Chinas voll automatisierte Fabriken schreiben dank günstigen Ökostroms die Regeln der globalen Industrie neu. Europa läuft Gefahr, diesen Wandel zu verpassen.
Rückspiegel
Vor 65 Jahren: Der Thinktank der Industrieländer wird gegründet. Kaum eine Institution steht so für weltweite Wirtschaftsförderung wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) wird am 14. Dezember 1960 mit dem Ziel gegründet, in den Mitgliedsländern eine optimale Entwicklung, hohe Beschäftigung und steigenden Lebensstandard bei Wahrung finanzieller Stabilität zu fördern. Zusätzlich strebt sie Wirtschaftsunterstützung in Entwicklungsländern an, sowie die Ausweitung und Liberalisierung des Welthandels. Damit ist die OECD bis heute die wichtigste Plattform der Industrieländer zur Koordinierung von Wirtschafts‑, Handels‑ und Entwicklungspolitik.
FRANCE OECD MEETING IN PARIS
Der 2006 neu gewählte OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría aus Mexiko zeigt die Gründungsurkunde der OECD von 1960 Picture Alliance
Gegründet wird die OECD als Nachfolgeorganisation der OEEC (Organisation for European Economic Co-operation) und des Marshallplans. Aus dem europäischen Wiederaufbauinstrument wird ein ständiges Forum für globale Wirtschaftskoordination, in das nach und nach auch Länder außerhalb Europas aufgenommen werden.
In den 1960er- und 1970er‑Jahren konzentriert sich die Organisation darauf, Handelshemmnisse abzubauen und gemeinsame wirtschaftspolitische Leitlinien zu entwickeln, etwa im Umgang mit Konjunkturzyklen und den Ölkrisen. Seit den 1990er‑Jahren markiert die Aufnahme neuer Mitglieder aus Mittel‑ und Osteuropa sowie aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie Mexiko, Chile und Kolumbien den Wandel von einem „Club der alten Industrieländer“ zu einem Forum für marktwirtschaftlich orientierte Demokratien. Parallel gewinnt die Rolle der OECD als „Think Tank“ mit umfangreicher Statistik‑ und Studienarbeit an Bedeutung.
Seit 15 Jahren engagiert sich die OECD verstärkt in Klima- und Umweltpolitik. Der damalige OECD‑Generalsekretär José Ángel Gurría forderte schon 2013 in einem Bericht, CO₂‑Bepreisung zum Eckpfeiler der internationalen Klimapolitik zu machen, um das Zwei‑Grad‑Ziel zu erreichen.
 
 
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