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And the winner is...
...hieß es bei den Oscars in der Nacht zu Montag wieder. Wer der erste Gewinner des Krieges um den Iran sein wird, hätten auch amerikanische Strategen noch vor dem ersten Angriff wissen können: Wladimir Putin.
Dabei ist der Mann in Moskau nicht mehr als ein Kriegsprofiteur. Putin erntet, weil Donald Trump und Benjamin Netanjahu grausame strategische Fehler begehen und aus Eigennutz handeln. Eine Lehrstunde übrigens nicht nur für Völkerrechtler, sondern auch für Führungsakademien des Militärs: Denn auch dessen Generäle und Admirale bremsten weder Trump noch Netanjahu.
So profitiert Russland vom Chaos am Golf gleich auf vier Ebenen. Der neuerliche Krieg lenkt davon ab, dass Putin sich einen Dreck um das Völkerrecht schert – andere tun dies ja auch nicht. Der neue Krieg bindet amerikanische Kräfte. In Asien fürchten oder hoffen die Menschen, je nach Weltanschauung, dass die Amerikaner nun den Indo-Pazifik vernachlässigen, weil sie sich auf den arabischen Raum konzentrieren müssen. Und schon droht ein aufgrund seiner katastrophalen Fehlentscheidungen mit dem Rücken zur Wand stehender Trump, sich aus der Verteidigung der Ukraine zurückzuziehen, weil Europäer und Länder des Indo-Pazifik nicht in seinen Krieg ziehen wollen. Putin darf hoffen.
Moskau verdient Geld, weil der Preis für Öl und Gas durch den Angriff auf den Iran weiter und weiter steigt. Immer mehr Länder sehen sich gezwungen, russisches Öl zu kaufen. Sie dürfen es wieder, weil die Amerikaner die Sanktionen für einen begrenzten Zeitraum hoben. Und schließlich hilft es den Russen, dass Waffen, die am Golf gebraucht werden, nicht mehr gegen sie geführt werden können.
Für 30 Tage haben die Amerikaner die Sanktionen gegen Moskau gelockert: Rund 100 Millionen Fass Öl dürfen die Russen von jenen Tankern auf dem Weltmarkt verkaufen, die vor dem 12. März beladen worden waren. Analysten schätzen, Moskau habe seit dem ersten Angriff auf den Iran mehr als 6 Milliarden Dollar zusätzlich eingenommen, knapp 3 Prozent seines jährlichen Kriegsbudgets. Zynisch hatte Waldimir Putin sein Öl auch den Europäern schon am Montag angeboten.
Trotz der Schubkraft, die Trump und Nethanjahu ihm liefern, sollte Putin nicht frohlocken: strategisch und auf längere Sicht betrachtet reihen sich seine Niederlagen aneinander. Der Natobeitritt von Finnen und Schweden, das gescheiterte Überrollen Kiews, der Sturz al-Assads in Syrien, Maduros Entführung in die USA, nun der Zusammenbruch des Partnerlandes Iran. An seiner Seite weiß er den Diktator Nordkoreas. Und er betrachtet sich als Juniorpartner Chinas. Peking aber lässt trotz aller Versprechen Partner dann fallen, wenn sie ihm nicht mehr nutzen – siehe eben Teheran.
Ab 15. März dürfen inländische Hersteller mehr Salz und Eier nach Vietnam einführen, vorausgesetzt sie werden für Arzneimittel und zur Herstellung von Chemikalien verwendet. Weitere aktuelle Handelsliberalisierungen und -beschränkungen zeigt unsere interaktive Karte.
Brüder im Geiste: Ein Bild des verstorbenen kubanischen Präsidenten Fidel Castro und ein weiteres des verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez vor einem Gebäude in Havanna dpa
Sowohl die amerikanische Notenbank wie die japanische Notenbank halten ihren Leitzins stabil. Die Federal Reserve bleibt bei einer Spanne zwischen 3,5 und 3,75 Prozent. Die Inflationsprognose für dieses Jahr hoben die Banker auf 2,7 Prozent an, die Wachstumsvorhersage auf 2,4 Prozent.
Die Bank of Japan bleibt bei 0,75 Prozent, dem höchsten Stand seit 30 Jahren. Die Währungshüter aller Seiten warnen vor der instabilen Lage.
Der Staatspräsident des internationalen Finanzplatzes Singapur, Tharman Shanmugaratnam, hat seine Landsleute aufgerufen, sich für „einen
langen Sturm weltpolitischer Instabilität“ zu rüsten. Der Ökonom, der als erster Asiat dem Währungs- und Finanzausschuß des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorsaß, warnte mit Blick auf den Golfkrieg vor einem „neuen riesigen Spannungsherd in der Weltwirtschaft“.
Zum zweiten Mal in nur zwei Monaten hat die australische Notenbank den Leitzins
um weitere 25 Basispunkte erhöht. Damit steht er nun bei 4,1 Prozent. Die Reserve Bank of Australia (RBA) fürchtet, dass der steigende Ölpreis die Inflation über 5 Prozent treiben werde.
Vor 270 Jahren fördert Preußens König Friedrich II. den Anbau der Kartoffel in seinem Land. Damit legt der „Alte Fritz“ den Grundstein für ein beispielloses Bevölkerungswachstum und die Industrialisierung.
Friedrich II., der die Bedeutung der Kartoffel als sicheres Nahrungsmittel gegen Hungersnöte erkennt, hat allerdings Mühe, seine Untertanen von der Bodenfrucht zu überzeugen und muss deren Verzehr anordnen. Am 24. März 1756 erlässt der König an seine Beamten eine „Circular-Ordre“, mit dem Auftrag, denen „Herrschaften und Unterthanen den Nutzen von Anpflantzung dieses Erd Gewächses begreiflich zu machen, und denselben anzurathen, dass sie noch dieses Früh-Jahr die Pflantzung der Kartoffeln als einer sehr nahrhaften Speise unternehmen“.
Friedrich II., König von Preußen, begutachtet die Kartoffelernte in Darrmietzel, nördlich von Küstrin. Gemälde von Robert Warthmüller aus dem 19. Jahrhundert.Picture Alliance
Der König erweist sich als vorausschauender Herrscher. Forscher sind sich sicher, dass die Knolle zum Aufstieg einer Handvoll europäischer Nationen beiträgt, indem sie die schnell wachsende Bevölkerung ernährt. So gelingt es diesen Ländern zwischen 1750 und 1950 die Herrschaft über den größten Teil der Welt zu erlangen. Denn für die aufkommende Industrialisierung in England und später dann auch auf dem europäischen Kontinent ist die Ernährung der zunehmenden städtischen Bevölkerung von zentraler Bedeutung.
Die Kartoffel wird in vielen Ländern Europas zum Hauptnahrungsmittel und liefert neben der notwendigen Energie auch Spurenelemente und Vitamine wie kaum ein anderes Nahrungsmittel. Sogar der Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaft, Adam Smith, beschrieb in seinem Standardwerk „Der Wohlstand der Nationen“ 1776 die Vorzüge der Kartoffel, deren Ernte weitaus „besser“ sei, als die von Weizen: „Kein anderes Nahrungsmittel kann seine Nährwerte oder seine besondere Eignung für die menschliche Gesundheit so überzeugend beweisen.“
Der Erfolg der Bodenfrucht wird zum Verhängnis: Für breite Bevölkerungsschichten wird die Kartoffel zur praktisch einzigen Ernährungsgrundlage. Wenn die Kartoffelernte gering ist, steigen die Getreide- und Brotpreise und die Menschen müssen hungern. Dies geschieht meist als Folge von Schlechtwetterperioden, wegen Trockenheit oder zu viel Regen. Als dann am Anfang des 19. Jahrhunderts aus Amerika auch Kartoffelkrankheiten eingeschleppt werden, sind die Monokulturen schutzlos. Eine Missernte folgt der anderen. Viele Millionen Menschen verhungern in Europa, besonders in Irland, während der großen Hungersnot zwischen 1845 und 1852.
Den Deutschen wird eine besondere Liebe zu der Knolle nachgesagt, es gibt viele regionale Synonyme für sie wie „Erdapfel“ oder „Grumbeere“. Migrantische Jugendliche verwenden „Kartoffel“ sogar als Schimpfwort für Deutsche. Dabei sind die Deutschen nicht die Weltmeister im Kartoffelessen, sondern liegen im soliden europäischen Mittelfeld. Die meisten Knollen verzehren die Osteuropäer. Auf Platz Eins stehen Belarussen gefolgt von Ukrainern, Bosniern, Polen und Russen. Die Deutschen finden sich erst auf Platz 9 im Europa-Ranking.