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Donnerstag, 18.06.2026 | Zur Online-Ansicht
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Krieg und Frieden
Es scheint wieder Bewegung in zwei festgefahrene Kriege zu kommen. Heute Nacht haben nach Angaben aus Teheran die Präsidenten der USA und Irans einen Friedensfahrplan digital unterzeichnet. Und auch für die schwer unter Beschuss stehende Ukraine gibt es wieder einen Funken Hoffnung.
Zutiefst frustrierend ist, dass Entscheidungen über Krieg und Frieden nicht über vernünftige Diplomatie getroffen werden, sondern an einer unberechenbaren Person hängen: Der amerikanische Präsident Donald Trump beginnt erst einen Krieg am Golf, der keinen Sinn macht und unter dessen Folgen die ganze Welt leidet. Und nun kann nur er ihn wieder beenden, da das iranische Regime am längeren Hebel sitzt und lieber über Leichen geht, als gegenüber den USA zu Kreuze zu kriechen.
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Sabine Balk
Redakteurin in der Wirtschaft
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Die Iraner wollen sich einen Frieden teuer bezahlen lassen. Es soll einen  Investitionsfonds für den Wiederaufbau Irans von 300 Milliarden Dollar geben. Präsident Trump dementierte eine finanzielle Beteiligung der USA am Rande des G7-Gipfels in Frankreich. Experten beurteilen diesen „Deal“ als politisches Desaster für die USA. Gewonnen hätte eindeutig das verbrecherische Regime in Teheran, falls es zum Wegfall aller Sanktionen und Milliarden-Reparationen kommen sollte. Und eins ist weiter gewiss: Verlierer sind die Menschen im Iran, für die bei diesem Abkommen rein gar nichts herausspringt.
Auch abhängig von Trumps Gnaden bleibt der kriegsgeplagte ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Denn Trump scheint der einzige Staatsmann zu sein, der zum Peiniger seines Landes durchdringt, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auf dem G7-Gipfel gelang Selenskyj ein Punktsieg. Der US-Präsident forderte Russland auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Friedensabkommen zu schließen.
Und die Europäer? Bislang fanden sie keine Mittel gegen Trumps Wüten, aber nun scheinen sie einen Erfolg für sich verbuchen zu können. Es gelang ihnen in Évian, die Schwäche des amerikanischen Präsidenten in Bezug auf Iran für ihre Belange zu nutzen und Trump zurück zum Handeln für die Ukraine zu bewegen. Dies zeigt, entgegen seinen großen Worten braucht Trump die Europäer doch. Sie haben Hebel in der Hand und die sollten sie in die Waagschale werfen. Europa sollte weiter auf einen Platz am Verhandlungstisch drängen und die Geschicke im Iran und der Ukraine aktiv mitgestalten.
Soll sich Europa bei einer Friedenssicherung im Iran einbringen? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns gern unter weltwirtschaft@faz.de
Ihre Sabine Balk
 
 
 
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Wir schreiben über Zölle, Bürokratie, Hunger oder die Folgen von Kriegen. Geoökonomie ist ein schmutziges Geschäft. Da tut es Not, immer wieder über den eigenen Tellerrand zu blicken. Gerade der Kontakt mit deutschen Mittelständlern schärft den Blick. Wie am Mittwoch beim „Asien Pazifik Summit“ des Wirtschaftsministeriums in Stuttgart. Da berichteten Mittelständler wie Thomas Pilz, Eigentümer des gleichnamigen Automationsspezialisten, oder Christoph Siegel, Auslandschef des Messtechnik-Experten Vega Grieshaber, wie sie erfolgreich in China, Südostasien oder Indien arbeiten: Geschwindigkeit, das Vertrauen auf einheimische Mitarbeiter anstelle des Entsendens teurer Expats, das Entwickeln für die Märkte vor Ort. Während Deutschland über den eigenen Untergang sinniert, packen es die „hidden champions“ aus dem Schwarzwald oder von den Fildern an. So machen sie Mut. Auch uns, in unserem Alltagsgeschäft.
 
 
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Daten zur Weltlage
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Russland erhöht die Einfuhrzölle auf Palmöl und andere Pflanzenöle aus allen als „unfreundlich“ eingestuften Staaten auf 35 Prozent, mit Ausnahme von Ungarn und der Slowakei. Weitere aktuelle Handelsliberalisierungen und -beschränkungen zeigt unsere interaktive Karte.
 
 
 
Themen des Newsletters
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+++ Iran nach dem Krieg +++
 
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Wie ein Wiederaufbau Irans gelingen könnte
 
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Was vom Kriege übrig blieb
 
Weltwissen
 
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Wie sich Europa gegen China verteidigt
 
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Bodenschätze werden zum Ass im Ärmel der Mächtigen
 
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Saudi-Arabiens Streben nach regionaler Hegemonie
 
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Deutschland und Japan vertiefen ihre Rüstungskooperation
 
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Türkei auf wirtschaftlichem Schlingerkurs
 
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Russland und China: Die Ökonomie der Enttäuschung
 
Kolumne Weltblick
 
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Der Kampfjet der Zukunft fliegt autonom
 
Lexikon
 
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Golfkooperationsrat
 
Kurz & knapp
 
Rückspiegel
 
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Vor 65 Jahren wird Kuwait unabhängig
 
 
+++ Iran nach dem Krieg +++
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Wie ein Wiederaufbau Irans gelingen könnte
Gastbeitrag von Mahdi Ghodsi
Zusammenfassung: Seit dem Kriegsbeginn hat Iran enorm an Wohlstand eingebüßt. Die Kriegsschäden werden auf rund 270 Milliarden Dollar geschätzt, zwei bis vier Millionen Menschen haben ihre Arbeit verloren. Die Inflation liegt bei etwa 84 Prozent, große Teile der Mittelschicht sind verarmt. Dabei hätte das Land großes wirtschaftliches Potential, schreibt ein Ökonom. Allein die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran könnten die Wirtschaftsleistung langfristig um mehr als 80 Prozent steigern. Europa müsse dabei sicherstellen, dass Wiederaufbauhilfe der Bevölkerung zugutekommt und nicht das autoritäre Regime stärkt.
 
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Was vom Kriege übrig blieb
Von Sabine Balk
Zusammenfassung: Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat laut Wissenschaftlern der Brookings Institution einen gefährlichen Präzedenzfall für den Welthandel geschaffen. Die Ökonomen Kari Heerman und David Wessel warnen, dass die Durchfahrt durch strategische Meerengen künftig politisch instrumentalisiert werden könnte. Indonesien denke bereits über Mautgebühren für die Straße von Malakka nach. Besonders Asien sei betroffen, da die Region stark von Energieimporten abhänge. Der Krieg habe zudem die Golfregion destabilisiert und regionale Rivalitäten verschärft. In den USA schade der Konflikt Präsident Trump wirtschaftlich und politisch.
Was vom Kriege übrig blieb
Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarde kontrolliert ein Frachtschiff in der Straße von Hormus. dpa
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Weltwissen
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Wie sich Europa gegen China verteidigt
Von Marie Welling, Christoph Hein
Zusammenfassung: Die G7-Staaten haben bei ihrem Treffen im französischen Évian beschlossen, ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten bei Seltenen Erden und Permanentmagneten auf unter 60 Prozent zu senken. Die Maßnahmen zielen auf Chinas Quasi-Monopol bei kritischen Mineralien. Chinas Handelsüberschuss stieg zuletzt auf 1,2 Billionen Dollar. Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge erhalten chinesische Firmen bis zu achtmal so viel staatliche Unterstützung wie OECD-Mitglieder. Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten nun in Brüssel über mögliche neue Schutzinstrumente, darunter Branchenzölle und strengere Investitionsauflagen. Frankreich drängt auf eine härtere Linie, während Deutschland einen zurückhaltenderen Kurs bevorzugt.
 
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Bodenschätze werden zum Ass im Ärmel der Mächtigen
Von Christoph Hein
Zusammenfassung: Kritische Rohstoffe wie Kobalt, Lithium, Nickel und Seltene Erden werden laut der Welthandels- und Entwicklungskonferenz und der Internationalen Energieagentur zunehmend als geopolitische Druckmittel eingesetzt. Seit 2020 sind fast hundert neue Handelsbeschränkungen hinzugekommen, wobei mehr als die Hälfte der energiebezogenen Mineralien inzwischen Exportkontrollen unterliegt. Afrika sieht in seinem Mineralreichtum eine Chance für eigene Industrialisierung, wie die Africa Green Minerals Strategy der Afrikanischen Union betont. Zugleich gefährden die Engpässe die Energiewende und die Halbleiterfertigung weltweit.
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Saudi-Arabiens Streben nach regionaler Hegemonie
Gastbeitrag von Martin Wiesmann
Zusammenfassung: Mittelmächte stehen vor der Herausforderung, die Abhängigkeiten von den Großmächten USA und China zu reduzieren. In einer Serie beleuchten wir, wie einzelne Staaten dies angehen. Wir beginnen mit Saudi-Arabien, das im Inneren um Modernisierung und im Äußeren um Stabilität ringt. Die Wirtschaft, mit der es in den vergangenen Jahren bergauf ging, lahmt. Der Internationale Währungsfonds korrigierte die Wachstumserwartung für 2026 deutlich nach unten, größere Investitionsentscheidungen in der Region liegen auf Eis. Auslandsinvestitionen und der Anteil des Privatsektors bleiben noch hinter den Zielen der Vision 2030 zurück.
Saudi-Arabiens Streben nach regionaler Hegemonie
Neue Serie: Mittelmächte ohne Weltordnung Illustration: Sarah Wehrlin
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Deutschland und Japan vertiefen ihre Rüstungskooperation
Von Felix Lill
Zusammenfassung: Deutschland und Japan intensivieren ihre verteidigungspolitische Zusammenarbeit. Neben gemeinsamen Militärübungen soll der japanische Konzern Kawasaki Heavy Industries den Marschflugkörper Taurus in Lizenz fertigen. Deutschlands Botschafterin in Japan deutete zudem eine mögliche japanische Beteiligung am Drohnenprojekt Eurodrone an. Auch Japans Botschafterin in Berlin kündigte konkrete Projekte in den kommenden Monaten an.
Deutschland und Japan vertiefen ihre Rüstungskooperation
Liberale Wertepartner: Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein japanischer Amtskollege Shinjiro Koizumi beim Handschlag vor einem Marineschiff in Japan. AFP
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Türkei auf wirtschaftlichem Schlingerkurs
Von Andreas Mihm
Zusammenfassung: Die türkische Wirtschaft steckt trotz Exportrekorden und hoher Tourismuseinnahmen in einer schwierigen Lage. Die Inflation pendelt um 30 Prozent und der Leitzins steht bei 36 Prozent. Der Irankrieg verschärft die Situation durch steigende Energie- und Rohstoffkosten, während die Devisenreserven zur Stützung der Lira drastisch geschrumpft sind. Präsident Erdoğan räumte ein, die Wirtschaftslage sei „nicht rosig“, und geht zugleich hart gegen die Oppositionspartei CHP vor. Die Regierung versucht gegenzusteuern mit Haushaltshilfen für Unternehmen, einer möglichen Mindestlohnerhöhung und dem Werben um Investoren für das neue Istanbuler Finanzzentrum.
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Die Ökonomie der Enttäuschung
Gastbeitrag von Sören Urbansky, Martin Wagner
Zusammenfassung: Die chinesisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen folgen seit Jahrhunderten einem Muster aus überzogenen Erwartungen und Enttäuschungen. Das zeigte sich auch in den vergangenen Jahren: Zwar stieg der bilaterale Handel nach der westlichen Sanktionierung infolge der Ukraine-Invasion auf 245 Milliarden Dollar im Jahr 2024, doch die Asymmetrie vertiefte sich. Russland macht nur etwa vier Prozent des chinesischen Außenhandels aus und wurde zur Billigtankstelle Pekings. Die Interessen laufen auseinander: Moskau strebt nach Integration, Peking nach Diversifikation.
 
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Kolumne Weltblick
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Weltblick / Neu
 
Der Kampfjet der Zukunft fliegt autonom
Von Christian von Soest
Es war ein Durchbruch bei strahlend blauem Himmel über der Ostsee. Vor einem Jahr übernahm die Künstliche Intelligenz Centaur der deutschen Rüstungsfirma Helsing die Kontrolle über einen schwedischen Gripen-Kampfjet und simulierte einen Luftkampf. Der Pilot saß nur zur Sicherheit im Cockpit. Gefüttert mit gewaltigen Datenmengen lernte Centaur in Stunden, was Menschen über Jahre einüben. Das Programm beeindruckte selbst erfahrene Kampfpiloten.
Gleichzeitig verfolgte Europa bis vor Kurzem eine andere Idee. FCAS, das Future Combat Air System, sollte ab 2040 die Luftwaffe von Deutschland, Frankreich und Spanien prägen: ein Pilotenjet, geschützt von Begleitdrohnen und vernetzt mit anderen computergesteuerten Waffen. Auch der deutsch-französische Panzer MGCS steht offenbar auf der Kippe. Das Aus des Prestigeprojekts wirft eine unbequeme Frage auf: Setzt die Bundesregierung überhaupt noch auf das richtige Flugzeug? Die Ukraine ist zum tödlichen Taktgeber geworden. Dort bestimmen Drohnen in der Luft, im Wasser und am Boden die Kämpfe.
Längst arbeiten Entwickler in den USA, Australien, China und Europa an Tarnkappenjets ohne Piloten und Schleudersitz. Ein autonomer Flieger von Helsing soll im kommenden Jahr zum ersten Mal starten, und zwar KI-gesteuert und mit Raketen bestückt. Läuft es nach Plan, steht der erste autonome Kampfjet aus Europa 2029 bereit.
Noch sind sich die meisten westlichen Militärs einig: So schnell verschwinden die Piloten nicht. Die neuen unbemannten Kampfflugzeuge sind als „Loyal Wingmen“ gedacht, sie schützen bemannte Jets und übernehmen die gefährlichsten Aufgaben. Sie spähen Ziele aus, blenden feindliche Radare, ziehen Raketen auf sich und dringen tief in gegnerisches Gebiet ein. Der Pilot bleibt, aber zunehmend als Kommandeur eines Schwarms. Nicht das einzelne Flugzeug entscheidet, sondern wie Menschen, Drohnen, Sensoren und Software verbunden sind.
Einen neuen Kampfjet wird die deutsche Luftwaffe also brauchen. 35 amerikanische F-35 hat die Bundeswehr bestellt. Doch nach dem Scheitern von FCAS sollte die Bundesregierung nicht einfach den nächsten Pilotenjet planen. Ein Flugzeug, das erst 2040 abhebt, könnte schon bei der Auslieferung alt aussehen.
 
 
Lexikon
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Lexikon / Neu
Golfkooperationsrat
Der Golfkooperationsrat (Gulf Cooperation Council, GCC) ist ein Staatenbund bestehend aus sechs arabischen Monarchien am Persischen Golf. Bahrain, Kuwait, Katar, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Saudi-Arabien gründeten im Jahr 1981 den GCC in Abu Dhabi mit der Absicht, die Beziehungen zueinander zu vertiefen. Obwohl die Charta keinen expliziten Artikel zum Thema Sicherheit enthält, spielte die sicherheitspolitische Situation der Region zu der Zeit aufgrund der Islamischen Revolution im Iran und der Intervention der Sowjetunion in Afghanistan eine große Rolle. Im Laufe der 1980er-Jahre verabschiedete der GCC eine gemeinsame Sicherheitsstrategie und gründete eine militärische Einheit, die etwa beim zweiten Golfkrieg zum Einsatz kam, deren Schlagkraft jedoch begrenzt war. Neben Sicherheitsinteressen sind seit der Gründung auch die wirtschaftlichen Beziehungen der GCC-Mitglieder von großer Bedeutung. Noch im Gründungsjahr schlossen die Staaten das Unified Economic Agreement, das die Grundlage für die wirtschaftliche Integration der GCC-Staaten bildet. Ziel ist es, unabhängiger von Öl und Gas zu werden und die Volkswirtschaften zu diversifizieren. 1983 bauten die Mitgliedstaaten eine Freihandelszone auf, die Anfang der 2000er-Jahre schrittweise zur Zollunion wurde. Ein Großteil der Waren, die die GCC-Mitglieder importieren, wird mit fünf Prozent verzollt. Seit langem will der GCC außerdem eine gemeinsame Währung einführen. Doch zwischen den Staaten kommt es immer wieder zu Uneinigkeiten und Rivalitäten, die die Zusammenarbeit erschweren. (well.)
 
Kurz & knapp
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• Die US-Notenbank Federal Reserve stimmte geschlossen für eine erneute Zinspause, die Spanne bleibt zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Auch der neue Fed-Chef Kevin Warsh widersteht damit bislang den Forderungen von US-Präsident Donald Trump.
• Das finnische Parlament hat dafür gestimmt, sein Verbot von Atomwaffen aufzuheben. Das Gesetz, das aus dem Kalten Krieg stammt, untersagt die Einfuhr, Herstellung, der Besitz und die Zündung von nuklearen Sprengstoffen in Finnland. Der Gesetzesänderung muss noch der finnische Präsident zustimmen.
• Die USA erklärten am Donnerstag, den Zusatz „Indo“ aus dem Namen ihres U.S. Pacific Command (ehemals U.S. Indo-Pacific Command) zu streichen. Erst 2018 war „Indo“ hinzugefügt worden, um die wachsende Bedeutung des Indischen Ozeans für die Strategie der USA zu unterstreichen. Die Zuständigkeit erstrecke sich aber weiterhin von Westindien bis zur amerikanischen Pazifikküste.
• Der Handel zwischen Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten stieg im ersten Quartal 2026 um 13 Prozent auf fast 3,8 Milliarden Dollar. Die Sperrung der Straße von Hormus hat den Handel auf Landwege Omans verlagert.
• Japans Handelsbilanz ist erstmals seit vier Monaten wieder ins Defizit gerutscht, da die Importkosten durch den schwachen Yen deutlich gestiegen sind. Der Yen notierte im Mai im Vorjahresvergleich rund zehn Prozent schwächer gegenüber dem Dollar. Das verteuerte vor allem Rohstoff- und Energieeinfuhren.
 
 
Rückspiegel
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Vor 65 Jahren wird Kuwait unabhängig
Der neue Emir von Kuwait, Abdullah III Al-Salim Al-Sabah (Mitte), wenige Tage nach Kuwaits Unabhängigkeit im Seif-Palast, dem offiziellen Sitz des Emirs Picture Alliance
Vor 65 Jahren wird Kuwait unabhängig
Von Marie Welling
Kaum ist das ölreiche Kuwait 1961 unabhängig, gerät das Emirat ins Visier des Irak. Mit Saddam Husseins Einmarsch 1990 eskaliert schließlich der lange Streit um das Rumaila-Ölfeld.
Am 19. Juni 1961 ist es in Kuwait so weit: Das britische Protektorat, das seit dem Jahr 1899 über dem kleinen Scheichtum bestanden hat, endet. Kuwait ist nun offiziell unabhängig, und Scheich Abdullah Al-Salim Al-Sabah wird der erste Emir des Landes. Kuwait ist das erste von Großbritannien kontrollierte Scheichtum am Golf, das die Unabhängigkeit erlangt, und zudem das einzige, das die Initiative selbst ergreift.
Zum Zeitpunkt seiner Unabhängigkeit ist das Emirat dank seiner Rohstoffe bereits ein reiches Land. Kaum größer als Schleswig-Holstein und an der nordwestlichen Spitze des Persischen Golfs gelegen, verfügt Kuwait über die sechstgrößten Ölreserven der Welt. Die ersten Vorkommen werden bereits in den 1930er-Jahren entdeckt. Als 1946 das erste Rohöl exportiert wird, wächst die kommerzielle Förderung rasant an. 1960, im Jahr vor Kuwaits Unabhängigkeit, sitzt der Staat mit am Tisch, als er zusammen mit seinen mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien, Irak, Iran und dem fernen Venezuela die Organisation erdölexportierender Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC) gründet. Damit wollen die fünf Länder den internationalen Ölkonzernen die Stirn bieten, die bis dahin den Ölmarkt und die Ölproduktion dominiert haben.
Drohungen aus der Nachbarschaft
Kaum ist allerdings 1961 die Tinte auf der Unabhängigkeitserklärung trocken, kommt schon die erste Krise. Der Nachbar Irak droht mit Annexion: Der irakische Premier Abd al-Karim Qasim erklärt Kuwait nur wenige Tage nach der Unabhängigkeit zum irakischen Territorium. Das Emirat sei historisch Teil der osmanischen Provinz Basra und damit irakisches Land. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die britische Grenzziehung dem Irak einen fast vollständig vom Persischen Golf abgeschnittenen Küstenstreifen hinterlassen. Kuwait kontrolliert mit den Inseln Bubiyan und Warbah genau jene Meereszugänge, die der Irak für seine Ölexporte dringend bräuchte. Kuwait ruft britische Truppen zu Hilfe, und auch die Arabische Liga mobilisiert Schutztruppen. Der Irak lenkt ein, erkennt Kuwaits Unabhängigkeit jedoch erst 1963 formell an.
Trotzdem sind die Spannungen nicht beendet, ganz im Gegenteil. Sie entwickeln sich zu einem Dauerkonflikt zwischen den beiden Ländern, denn an ihrer Grenze liegt eines der größten Ölfelder der Welt, das Rumaila-Ölfeld. In den 1980er-Jahren beschuldigt der irakische Machthaber Saddam Hussein Kuwait, durch Schrägbohrungen irakisches Öl vom Rumaila-Feld zu stehlen und außerdem seine OPEC-Förderquoten regelmäßig zu überschreiten. Dadurch drückt Kuwait den Ölpreis auf dem Weltmarkt. Für den Irak, der nach dem Iran-Irak-Krieg mit Kriegsschulden in Milliardenhöhe dasteht, ist das ein wirtschaftlicher Dolchstoß. Die Schulden im Ausland belasten den irakischen Staatshaushalt.
Im Sommer 1990 eskaliert die Situation schließlich, und Saddam marschiert mit seiner Armee in Kuwait ein. Innerhalb von zwei Tagen ist Kuwait besiegt, und Saddam erklärt das Land zur 19. Provinz des Iraks. Das löst einen globalen Wirtschaftsschock aus: Der Ölpreis schießt innerhalb kurzer Zeit von unter 20 Dollar auf zeitweise über 40 Dollar pro Barrel. Von Januar bis Februar 1991 befreit eine internationale Koalition unter US-Führung das Land vom Irak. Während ihres Rückzugs setzen irakische Soldaten einen großen Teil der kuwaitischen Ölfelder in Brand. Auch die Alliierten lösen durch Bombardements Ölbrände aus, die sich zu Umweltkatastrophen entwickeln.
Ölgeschäft ermöglicht großen Staatsfonds
Heute ist die Wirtschaft Kuwaits nach wie vor stark vom Erdöl geprägt, über 90 Prozent der Exporterlöse kommen aus dem Sektor. Das Land zählt zu den wohlhabendsten Staaten in der Region. Jedes Jahr fließen zehn Prozent aller staatlichen Einnahmen in die Kuwait Investment Authority, einer der größten und ältesten Staatsfonds der Welt. Der Fonds dient als Puffer in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wie etwa im derzeitigen Irankrieg, und verwaltet Schätzungen zufolge rund eine Billion Dollar. An dem Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ist das Golfemirat indirekt beteiligt: Kuwait ist mit den USA verbündet und beherbergt US-Militärstützpunkte. Im Mai und Juni 2026 greift der Iran auch Ziele in Kuwait an, unter anderem den internationalen Flughafen.
 
 
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