ich habe das Chatten mit Bots ja lieb gewonnen – zumindest, wenn sie mir bei Behörden oder Krankenkassen schnell eine Info geben, für die ich ohne sie ewig auf unübersichtlichen Internetseiten hätte herumsuchen oder gar in einer Warteschleife hängen müssen. Und natürlich ist mein erster Impuls, dieser schnell gelieferten Info zu glauben. Manche Menschen unterhalten sich mit Bots sogar, sie diskutieren mit ihnen Lebensentscheidungen oder lassen sich Diät- oder Urlaubspläne entwerfen. Kann man machen, funktioniert auch gut. Scheinbar. Denn was einem bei der Nutzung von Chatbots immer bewusst sein sollte: Es gibt keinen Grund, warum der Bot neutral antworten sollte. Trauen Sie also niemals einem Bot!
Pia Heinemann
Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Wissenschaft“.
Der Rat klingt vielleicht überflüssig, aber Studien haben gezeigt, dass Menschen den Algorithmen allzu leicht glauben. Sie lassen sich von dem schnell verfügbaren Wissen und dem stets höflichen Ton geradezu einwickeln. Kai Kupferschmidt hat für uns hier aufgeschrieben, wie weit dieses Vertrauen geht – und wie gefährlich das ist.
Kommen wir zu einer erstaunlich positiven Nachricht: Sie erinnern sich an den Hitzesommer und die vielen Todesfälle, die die hohen Temperaturen hierzulande gefordert haben? Ich dachte mir: „Wie schlimm wird das wohl in der Arktis gewesen sein?“, also habe ich bei Marion Maturilli angerufen. Sie ist wissenschaftliche Koordinatorin an der AWIPEV-Forschungsbasis in Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Maturilli selbst betreut dort eine Langzeitreihe zu Atmosphärendaten und hat mir erzählt, dass der Sommer im Forschungsdorf eigentlich nicht so außergewöhnlich war. Lesen Sie hier
, warum die Wissenschaftler in der hohen Arktis dennoch mit Sorge in die Zukunft sehen.
Ich möchte aber nicht nur Trübsinn verbreiten … Deshalb lege ich Ihnen unser großes Herbsträtsel ans Herz: In bester „um die Ecke gedacht“-Manier hat Jochen Reinecke sich wieder Kniffliges ausgedacht. Rätseln Sie hier gerne mit, ich drücke die Daumen!
Was es sonst noch gab in diesen Tagen: KI als Mathegenie, fünf Faktoren gegen Krebs und neue Erkenntnisse dazu, wie die Menopause Frauen altern lässt.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und freue mich, wenn Sie uns an wissenschaft@faz.de Lob, Tadel, gute Ideen und interessante Gedanken schicken.
Algorithmen können die Meinung von Menschen beeinflussen, weil sie schnell viele Fakten liefern. Diese müssen nicht einmal stimmen. Macht das die Maschinen gefährlich?
Künstliche Intelligenz macht manchen Menschen Angst. Dabei kann sie bei Katastrophen Leben retten. Schon heute übersetzt sie Notrufe in Echtzeit. Bald könnte sie direkt ins Geschehen eingreifen.
Mit Ricotta gefüllt oder ins Risotto gerührt – Zucchiniblüten sind in vielen Ländern ein Genuss. Hierzulande werden sie kaum geerntet. Dabei lässt man sich einiges entgehen.
Im nördlichsten Dorf der Welt wird erforscht, wie die Erderwärmung voranschreitet. Marion Maturilli erhebt hier seit 30 Jahren Wetterdaten. Sie erzählt, wie der Rekordsommer im Hohen Norden war und sich die Welt dort verändert.
Rauchen begünstigt Krebs, aber auch vier andere Lebensstilfaktoren fördern die Entstehung von Tumoren. Nicht jeder kennt sie. Neue Studien listen auf, was besonders gefährlich ist – und welche Mythen nicht stimmen.
Ein Experiment aus Ungarn zeigt: Die Gehirne von Hunden und Menschen reagieren auf bestimmte Sprachmuster erstaunlich ähnlich. Das verrät einiges über unser jahrtausendealtes Verhältnis.
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