Rekord, Rekord, Rekord – so lässt sich der Sommer in Deutschland sehr gut zusammenfassen. Es gibt Hitzerekorde, es gibt Rekorde beim Niedrigwasser in Flüssen und Seen, und sehr wahrscheinlich steuern wir auch auf einen Rekord bei den Hitzetoten hierzulande zu. Es sind leider negative Rekorde. Das Robert-Koch-Institut, RKI, hatte zuletzt mitgeteilt, dass es deutschlandweit bereits zu mehr als 5000 hitzebedingten Todesfällen gekommen ist.
Pia Heinemann
Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Wissenschaft“.
Aber wie kommen Statistiker eigentlich zu diesen Zahlen? Auf den allerwenigsten Totenscheinen steht ja „Dehydrierung“ als Todesursache – und tatsächlich sterben viele Menschen ja, weil die Hitze eine bestehende Erkrankung verschlimmert hat. Oder sie sterben an einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt – aber hätten sie den nicht auch bekommen, wenn es fünf Grad kühler gewesen wäre? Ich habe mit Alexandra Schneider zu diesem Thema gesprochen. Sie ist stellvertretende Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum München und leitet seit 2010 die Forschungsgruppe Environmental Risks. Sie hat mir erklärt
, was sie an den Berechnungen des RKI für kritikwürdig hält und welche Zahlen Klimaschutzskeptiker kennen sollten.
Wer von der Sommerhitze ganz klar profitiert, ist der Wels. Das hat unser Mitarbeiter Andreas Frey herausgefunden. Lassen Sie sich davon nicht abhalten, in einem schönen Badesee Abkühlung zu suchen, die zugegebenermaßen sehr großen und ungewöhnlich aussehenden Fische haben keine Zähne und greifen Menschen nicht an. Für die Ökosysteme aber sind sie weniger harmlos.
Wer hingegen nicht profitiert, sind Stadtbewohner. Wer wissen will, ob er in einer Hitzeinsel lebt und wo der nächste kühlere Ort ist, dem sei unser interaktives Hitzeinsel-Tool ans Herz gelegt. Unsere Datenjournalisten Julia Bellan und Jens Giesel haben es für sie programmiert. Probieren Sie es aus!
In dieser Woche hat sich meine Kollegin Laura Fräulin mit dem Motto „Sport ist Mord“ beschäftigt. Wer zu viel mit dem Fahrrad fährt oder joggt, der kann nämlich ein Sportlerherz bekommen – die Kammern des Pumporgans sind dann alle vergrößert. Wie problematisch das ist, lesen Sie hier.
Und sonst? Haben wir einige Texte von der 75. Nobelpreisträgertagung für Sie im Leseangebot, es entsteht gerade auch eine sechsteilige Podcastserie zu den großen Fragen der Menschheit, über die meine Kollegen in Lindau mit Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern gesprochen haben. Freuen Sie sich auf August, dann können Sie reinhören! Unser Autor Marty Krauße-Wiegand berichtet von einer spektakulären Rettungsmission für den NASA-Satelliten Swift. Und Charlotte Braatz erklärt, warum es am Herzen so gut wie nie Tumoren gibt.
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre! Falls Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben: Wie immer freue ich mich darüber – schreiben Sie gerne an wissenschaft@faz.de
Im Sommer kann es auf Straßen und Plätzen heiß werden. Wir zeigen auf einer interaktiven Karte, wo es besonders schlimm wird. Schauen Sie nach, ob Sie in einer urbanen Hitzeinsel wohnen.
Der NASA-Satellit Swift beobachtet den Tod von Sternen – nun droht sein eigenes Ende. In nur neun Monaten entwickelte ein Start-up eine Rettungsmission.
Es ist ein einzigartiges Projekt: In einer Eishöhle in der Antarktis entsteht ein Depot für Eisbohrkerne. An ihnen sollen Wissenschaftler forschen können, wenn die Gletscher, von denen sie stammen, längst geschmolzen sind
Genießen Sie in den sonnigsten Wochen des Jahres Lesevergnügen in seiner schönsten Form: Erfrischen Sie Ihren Geist mit der Sonntagszeitung zum Sommerpreis!