seit Jahren verfolge ich die Debatte über soziale Medien und ihre Auswirkung auf die Psyche junger Menschen – und sehe ständig das gleiche Muster: Während Kritiker von Instagram, Tiktok und Co. sagen, diese Plattformen schadeten Jugendlichen und Kindern, wenden ihre Verteidiger und Techmanager ein, dass dieser Zusammenhang nicht belegt sei. Und man muss eingestehen: Wissenschaftlich gesehen, hat die zweite Gruppe recht. Zwar geht eine verstärkte Social-Media-Nutzung mit Effekten wie Schlafproblemen, Angststörungen und einem schiefen Selbstbild einher – aber was nun Ursache und was Wirkung ist, ergibt sich aus den Studien bislang nicht.
Doch nun drehen neun Experten die festgefahrene Debatte weiter: In einem Diskussionspapier der Leopoldina pochen sie darauf, trotz dieser unsicheren Wissensbasis strengere Regeln für soziale Medien durchzusetzen. Sie begründen das mit dem Vorsorgeprinzip: Um mögliche Schäden vorab auszuschließen, müsse man jetzt handeln. Was die Autoren genau fordern und wieso sie dazu kommen, lesen Sie hier
. Besonders hat mich bei der Argumentation übrigens eine Zahl überrascht: Jeder zehnte Sechs- oder Siebenjährige verwendet inzwischen mindestens einmal in der Woche die Videoplattform Tiktok.
Ebenfalls gefährlich – und bisher wohl unterschätzt – ist die Wirkung des Vapens. Doch auch hier fehlen Langzeitstudien, wie meine Kollegin Nicola von Lutterotti in diesem Artikel
beschreibt. Erste Untersuchungen lassen jedoch tief blicken: E-Zigaretten beeinträchtigen die Gefäßfunktion und können zu Arteriosklerose und Bluthochdruck führen.
Etwas positiver ist diese Geschichte aus Namibia. Katharina Moser war vor Ort und erzählt, wie Wildtiere und Menschen zusammenleben könnten. Ob sich daraus etwas für Mensch und Wolf in Deutschland lernen lässt?
Wer mehr auf „hard science“ aus ist, dem lege ich
diesen Artikel ans Herz: Es geht um ein überraschendes Archiv für die Erdatmosphäre längst vergangener Epochen – nämlich um Mikrometeoriten. Jagen diese durch die Erdatmosphäre, nehmen sie Sauerstoff auf, dessen Isotopenzusammensetzung wiederum Rückschlüsse auf den CO₂-Gehalt und das Klima der jeweiligen Zeit ermöglicht. Ich finde es immer wieder faszinierend, was Forscher sich einfallen lassen, um auch aus den kleinsten Spuren ein großes Bild zu zeichnen.
Was unser Ressort sonst noch beschäftigt hat, finden Sie weiter unten. Schicken Sie uns gerne Kritik oder Anregungen an
wissenschaft@faz.de. Natürlich können Sie unsere Themen auch auf den sozialen Medien diskutieren.
Die Nutzung beginnt immer früher, Hinweise auf Risiken für Kinder und Jugendliche nehmen zu: Wissenschaftler dringen auf strengere Regeln für soziale Medien – auch wenn vieles noch ungeklärt ist.
Eier könnten den Cholesterinspiegel sogar senken, behaupten Forscher. Stimmt das? Wie gesund Eier wirklich sind, hat unsere Medizinkolumnistin recherchiert. Und auch, warum man für möglichst viel Protein rohe Eier meiden sollte.
Gewalterfahrungen oder Schicksalsschläge können Familien über Generationen hinweg prägen. Aber stimmt es, dass die Effekte sich sogar in unsere Zellen einschreiben?
Wildtierexperten und Farmer zeigen in Namibia, wie sie Konflikte zwischen Raubkatzen und Menschen verhindern. Daraus lässt sich etwas für unseren Umgang mit dem Wolf lernen.
E-Zigaretten gelten als harmlose Alternative zum Glimmstängel – doch die Langzeitfolgen sind kaum erforscht. Studien zeigen: Schon einmaliges Vapen kann die Blutgefäße schädigen
In Millionen Jahre alten Mikrometeoriten ist irdischer Sauerstoff konserviert. Göttinger Forscher rekonstruieren daraus erstmals die Zusammensetzung der Uratmosphäre.
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