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Mittwoch, 27.05.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine
WISSEN
Liebe Leserin, lieber Leser,
wer mit den sogenannten Abnehmspritzen Gewicht verlieren will, muss sich auf eine Enttäuschung einstellen. Nicht (nur), weil manche Hausärzte scheuen, die Medikamente zu verschreiben, oder diese so arg ins Geld schlagen. Vielmehr ist es so: Der Gewichtsverlust ist bei vielen Menschen überschaubar.
Oft klingt es, als würde ein Pieks die Woche genügen und Rettungsringe und speckige Oberarme wären wie weggespritzt. Doch von einer Kleidungsgröße XXXL kommt man auch mit Wegovy oder Mounjaro nicht auf eine Größe M. Bislang haben Menschen im Schnitt maximal 20 Prozent ihres Körpergewichts verloren, und das in den Zulassungsstudien. Im echten Leben ist es noch deutlich weniger, weil viele nicht die Höchstdosis nehmen, aufgrund der  Nebenwirkungen oder weil sie sie sich nicht leisten können.
Denn die Evolution der Medikamente zum Gewichtsverlust geht weiter. Nun sind Daten zu einem neuen Wirkstoff veröffentlicht worden, die mich tatsächlich erstaunt haben. Dazu muss man wissen, dass ich gewissermaßen hauptberuflich über die sogenannten Abnehmspritzen schreibe. Ständig erscheinen neue Studien, die etwas Neues zu den GLP-1-Analoga, wie die Medikamente eigentlich heißen, berichten. Wir können jede Woche eine Zeitung damit füllen.
Das tun wir natürlich nicht, sonst hätten wir wohl deutlich weniger Leser. Doch diese Woche wollen wir eine neue Meldung teilen: Erstmals könnte ein Medikament zum Gewichtsverlust so großen Effekt auf der Waage zeigen wie eine bariatrische Operation, also eine Magenverkleinerung. Das berichtet der Pharma-Konzern Eli Lilly. Mit Retatrutid haben Menschen in der Phase-3-Studie im Durchschnitt 28 Prozent ihres Körpergewichts verloren, das waren meist mehr als 30 Kilogramm. Das Mittel vereint die Wirkung von drei Hormonen und ist darum stärker als die bisher zugelassenen Wirkstoffe, Semaglutid und Tirzepatid.
Es sind aber noch einige Fragen zu klären, zum Beispiel nach einer ungewöhnlichen Nebenwirkung, die bei dem neuen Wirkstoff auftritt. Mehr dazu lesen Sie hier.
Genauso ein beliebtes Thema in der Wissenschaft ist Longevity: Wie können wir möglichst lang leben? Welche Mechanismen in den Körperzellen führen dazu, dass wir altern? Sozusagen ein Experte dafür ist der Grönlandhai. Diese Tiere können älter als 500 Jahre werden. Wie geht das? Das berichtet diese Woche Pia Heinemann.
Dann möchte ich Ihnen noch einen anderen Artikel empfehlen: Wenn Sie das hier gerade auf einem Smartphone lesen, kennen Sie vermutlich das schlechte Gewissen, das einen manchmal befällt, wenn man seine Bildschirmzeit nachschaut. Herrje, war man wirklich zwei Stunden am Handy?! Warum das gerade bei Eltern von kleinen Kindern ein Problem ist, hat mein Kollege Piotr Heller recherchiert.
Weitere spannende Artikel aus der Wissenschaft finden Sie weiter unten, etwa zu äußerst selbständigen Medikamenten und warum man mit Fremden plaudern sollte.
Vielen Dank und ciao ciao,
Autorenbild
Johanna Kuroczik
Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“.
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