was ist eigentlich Ihr P(doom)? Hinter dieser kryptischen Zeichenfolge steckt die Wahrscheinlichkeit (P von Englisch „probability“) für den Untergang („doom“). In diesem Fall geht es um den Untergang der Menschheit durch Künstliche Intelligenz. Die Silicon-Valley-Elite gefällt sich in letzter Zeit darin, ihre Einschätzungen dieser Wahrscheinlichkeit kundzutun. KI-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton geht von zehn bis 20 Prozent aus, Anthropic-Chef Dario Amodei sieht die Chancen für einen richtig schlimmen Ausgang der KI-Entwicklung bei 25 Prozent. Nicht fehlen darf Elon Musk mit 20 Prozent. Ich finde so etwas ja ziemlich albern – aber gut, falls mich jemand festnageln will: Mein persönlicher P(doom) steht am Ende dieses Newsletters. Ich garantiere, Sie werden enttäuscht sein.
Was ich interessanter finde als diese subjektiven Meinungen einiger weniger, ist die Frage: Wie ist eigentlich so die Stimmung unter KI-Experten? Was denken diese Leute über die existenziellen Risiken der Technologie, an der sie täglich arbeiten? Nun, zum Glück ist gerade eine Umfrage erschienen, die genau das beantwortet. 1580 Fachleute haben ihre Einschätzung zu Fragen abgegeben wie: Wann kommt die Superintelligenz? Welche Risiken sollten uns besonders beunruhigen? Und ja, auch: Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit für das Aussterben der Menschheit oder zumindest deren Entmachtung durch KI ein? Wie das Ergebnis ausfällt und was die KI-Experten wirklich besorgt,
habe ich hier aufgeschrieben.
Wenn Ihnen das alles zu theoretisch ist, können Sie sich vielleicht für etwas so Handfestes wie die Abnehmspritze oder -pille begeistern. Die ist ja eigentlich für schwer übergewichtige Menschen gedacht, wird aber verstärkt als Lifestyle-Medikament von Personen mit normalem Body-Mass-Index eingenommen. Was das bringt und ob es gefährlich ist, darüber gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Meine Kollegin Johanna Kuroczik hat in diesem Artikel aus der F.A.S. alle bisher bekannten relevanten Informationen zusammengetragen, die man kennen sollte.
Zwei weitere Artikel möchte ich Ihnen ans Herz legen. In beiden geht es um unerwünschtes Wachstum, jedoch an völlig unterschiedlichen Orten. Der Erste spielt im Orbit, also in Erdumlaufbahnen, die mit immer mehr Satelliten vollgestopft werden. Die Europäische Weltraumorganisation ESA sieht bereits „Übernutzungserscheinungen“ im All und warnt eindringlich vor Kollisionen, wie Manfred Lindinger berichtet
. Im Wasser der Adria wiederum wächst die Anzahl der invasiven Blaukrabben, wodurch das Ökosystem bedroht ist. Forscher haben der Krabbe jetzt den Kampf angesagt – mittels 130.000 Kraken, die im Meer ausgesetzt Jagd auf sie machen sollen. Ob das gut geht? Bianca Dechent hat bei der Biologin nachgefragt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Interview lesen Sie hier.
Sollten Sie Kritik oder Themenvorschläge haben, schreiben Sie uns: wissenschaft@faz.de. Dort nehmen wir auch Ihre persönlichen Schätzungen zum P(doom) entgegen. Meine beträgt übrigens ziemlich genau null Prozent. Das habe ich neulich auch mal begründet.
Dem Menschen ebenbürtige KI könnte früher kommen als erwartet, zeigt eine Befragung von Fachleuten. Katastrophale Folgen halten sie für realistisch. Dennoch bereiten ihnen andere Entwicklungen die größeren Sorgen.
Die Diagnose „Reizdarm“ bekommen sehr viele Patienten mit regelmäßigen Krämpfen und Schmerzen im Bauch. Bei ihnen ist offenbar die Schnittstelle von Darm und Hirn gestört. Mit der Therapie sind Ärzte oft überfordert.
Wen das Kreuz plagt, der sucht oft nach schneller Hilfe. Bandagen versprechen Stabilität und Halt. Ihre Wirkung ist jedoch fraglich, es gibt Alternativen.
Sie wollen ein paar Kilos verlieren, gesünder werden oder hoffen auf ein längeres Leben: Viele Menschen nehmen die Abnehmspritzen, ohne besonders dick zu sein. Was weiß man über die Effekte und Nebenwirkungen?
Heimlichtuerei, sozialer Druck, Gruppenzwang. Eine Analyse des Hackerangriffs auf die Plattform Hugging Face zeigt: Sobald KI-Agenten zusammenkommen, entwickeln sie eine gefährliche Gruppendynamik.
Italienische Forscher haben 130.000 Kraken ausgesetzt, um eine Plage der invasiven Schalentiere zu bekämpfen. Die Biologin Laura Gentile erklärt, wie sie damit ein sensibles Gleichgewicht wiederherstellen will.
In Frankreich wüteten apokalyptische Waldbrände, der Rhein verzeichnete historisch niedrige Wasserstände, und hierzulande wurden 41,8 Grad Celsius gemessen. Eine Extremwetterbilanz und die Frage, wie es weitergehen soll.
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