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Mittwoch, 23.09.2026 | Zur Online-Ansicht
 
 Frankfurter Allgemeine
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Liebe Leserin, lieber Leser,
was ist eigentlich Ihr P(doom)? Hinter dieser kryptischen Zeichenfolge steckt die Wahrscheinlichkeit (P von Englisch „probability“) für den Untergang („doom“). In diesem Fall geht es um den Untergang der Menschheit durch Künstliche Intelligenz. Die Silicon-Valley-Elite gefällt sich in letzter Zeit darin, ihre Einschätzungen dieser Wahrscheinlichkeit kundzutun. KI-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton geht von zehn bis 20 Prozent aus, Anthropic-Chef Dario Amodei sieht die Chancen für einen richtig schlimmen Ausgang der KI-Entwicklung bei 25 Prozent. Nicht fehlen darf Elon Musk mit 20 Prozent. Ich finde so etwas ja ziemlich albern – aber gut, falls mich jemand festnageln will: Mein persönlicher P(doom) steht am Ende dieses Newsletters. Ich garantiere, Sie werden enttäuscht sein.
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Piotr Heller
Redakteur im Ressort „Wissenschaft“.
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Was ich interessanter finde als diese subjektiven Meinungen einiger weniger, ist die Frage: Wie ist eigentlich so die Stimmung unter KI-Experten? Was denken diese Leute über die existenziellen Risiken der Technologie, an der sie täglich arbeiten? Nun, zum Glück ist gerade eine Umfrage erschienen, die genau das beantwortet. 1580 Fachleute haben ihre Einschätzung zu Fragen abgegeben wie: Wann kommt die Superintelligenz? Welche Risiken sollten uns besonders beunruhigen? Und ja, auch: Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit für das Aussterben der Menschheit oder zumindest deren Entmachtung durch KI ein? Wie das Ergebnis ausfällt und was die KI-Experten wirklich besorgt, habe ich hier aufgeschrieben.
Wenn Ihnen das alles zu theoretisch ist, können Sie sich vielleicht für etwas so Handfestes wie die Abnehmspritze oder -pille begeistern. Die ist ja eigentlich für schwer übergewichtige Menschen gedacht, wird aber verstärkt als Lifestyle-Medikament von Personen mit normalem Body-Mass-Index eingenommen. Was das bringt und ob es gefährlich ist, darüber gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Meine Kollegin Johanna Kuroczik hat in diesem Artikel aus der F.A.S. alle bisher bekannten relevanten Informationen zusammengetragen, die man kennen sollte.
Zwei weitere Artikel möchte ich Ihnen ans Herz legen. In beiden geht es um unerwünschtes Wachstum, jedoch an völlig unterschiedlichen Orten. Der Erste spielt im Orbit, also in Erdumlaufbahnen, die mit immer mehr Satelliten vollgestopft werden. Die Europäische Weltraumorganisation ESA sieht bereits „Übernutzungserscheinungen“ im All und warnt eindringlich vor Kollisionen, wie Manfred Lindinger berichtet . Im Wasser der Adria wiederum wächst die Anzahl der invasiven Blaukrabben, wodurch das Ökosystem bedroht ist. Forscher haben der Krabbe jetzt den Kampf angesagt – mittels 130.000 Kraken, die im Meer ausgesetzt Jagd auf sie machen sollen. Ob das gut geht? Bianca Dechent hat bei der Biologin nachgefragt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Interview lesen Sie hier.
Weitere Themen, die uns in den letzten Tagen beschäftigt haben, finden Sie weiter unten in dieser E-Mail. Es geht um vermeintliche Hilfsmittel bei Rückenschmerzen und gefährliche Gruppendynamiken bei KI-Agenten. Viel Spaß!
Sollten Sie Kritik oder Themenvorschläge haben, schreiben Sie uns: wissenschaft@faz.de. Dort nehmen wir auch Ihre persönlichen Schätzungen zum P(doom) entgegen. Meine beträgt übrigens ziemlich genau null Prozent. Das habe ich neulich auch mal begründet.
Eine gute Zeit wünscht Ihnen
Piotr Heller
 
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